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Mountain Hike

Watzmann, 2713 m

· 2 reviews · Mountain Hike · Berchtesgadener Land
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Sonja Henne 
  • Photo: Sonja Henne, Community
m 2500 2000 1500 1000 500 20 15 10 5 km
Eine der eindrucksvollsten Gratüberschreitungen der Ostalpen Viele träumen jahrelang davon: Einmal die Watzmann-Überschreitung machen! Spätestens seit Wolfgang Ambros' Hörspiel 'Der Watzmann ruft' ist der Berg zumindest jedem Bayern ein Begriff. Der Sage nach handelt es sich bei dem Massif um den bösen König Watze und seine Familie, die durch den Fluch einer Bäuerin in Stein verwandelt wurden. Betrachtet man den Watzmann von Norden, so erkennt man links die Frau, dann die fünf Watzmannkinder und rechts den Großen Watzmann. Nur äußerst sportliche Bergsteiger sollten die Tour an einem Tag durchführen, und dafür mit 12-15 Stunden rechnen. Allen anderen sei empfohlen, am Nachmittag vorher zum Watzmannhaus aufzusteigen (ca. 3 Stunden), dort zu nächtigen, und dann in aller Früh mit der Überschreitung zu beginnen. Selbst eine zweite Übernachtung, auf der Wimbachgrieshütte, kann in Erwägung gezogen werden, denn nach der langen und anstrengenden Überschreitung hat nicht jeder Lust oder die Kraft, noch 2 Stunden das Wimbachgrieß hinaus zu 'hatschen'. Zudem liegt die Hütte sehr idyllisch, und vielleicht möchte man ja am nächsten Tag noch eine Tour anhängen, z.B. auf den Großen Hundstod. Auf jeden Fall sollte sich jeder, der die Watzmann-Überschreitung angeht, dessen bewusst sein, dass es sich hier um keinen Sonntagsspaziergang handelt. Der größte Teil der Überquerung spielt sich im Fels ab, der aber nur partiell mit Drahtseilen versichert ist. Die Tour ist sehr ausgesetzt und stellenweise geht es auf beiden Seiten mehrere Hundert, ja Tausend Meter in die Tiefe. Schwindelfreiheit ist also ein absolutes Muss. Auch gibt es zwischen Watzmannhaus und Wimbachgrieshütte keinerlei Einkehr- noch Übernachtungsmöglichkeit, daher darf die Tour nur angehen, wer sich sicher ist, 10 Stunden Kraxelei durchzuhalten. Unbedingt muss genügend energiereiche Nahrung und Getränke mitgenommen werden. Nun aber genug der Warnungen: versierten Bergsteigern, die auch schon einige Klettersteige oder Touren im leichten Fels unternommen haben und über ausreichend Kondition verfügen, wird die Tour bei trockenem Wetter keine Probleme bereiten. Die Schwierigkeit übersteigt nie den II. Grad. Die Belohnung wird ein überwältigendes Gipfelerlebnis sein: ein fantastisches Panorama der umgebenden Bergwelt, Nervenkitzel beim Kraxeln, Einblicke in die legendäre Watzmann-Ostwand.
difficult
Distance 24 km
36:00 h
2,378 m
2,379 m
2,704 m
628 m
Vom Parkplatz Wimbachbrücke (634 m) zum Watzmannhaus (1928 m) Wir beginnen unser Abenteuer an der Wimbachbrücke, wo uns ein Wegweiser Richtung Watzmannhaus zunächst mit einer Forststraße gemütlich auf das Unternehmen einstimmt. Der Weg zieht sich durch den Wald, geht dann in den kleineren Pfad 441 über.  Wir gewinnen rasch an Höhe und erreichen bald die Stubenalm und etwas später die Mitterkaseralm. Immer wieder bieten sich uns grandiose Ausblicke auf den Hohen Göll und das Hohe Brett: Vielleicht nehmen wir sie uns ja schon als nächste Tourenziele vor? Weiter durch Wald und schließlich Lärchenbestand erreichen wir bei der Falzalm die Waldgrenze. Kurz darauf zweigt links der Falzsteig Richtung Kühroint ab. Wir bleiben rechts und erreichen über Grashänge und Felsen schließlich einen Sattel und kurz darauf das Watzmannhaus. Wie in der Einleitung erwähnt, empfiehlt es sich sehr, auf dem Watzmannhaus zu übernachten. Trotz der 210 Lagerplätze sollte man im Sommer, besonders an Wochenenden, unbedingt reservieren. Überhaupt ist vorzuziehen, die Tour unter der Woche anzugehen, da sie am Wochenende bei schönem Wetter arg überlaufen ist. Vom Watzmannhaus zum Hocheck (2651 m) Hoffentlich gut ausgeruht (vorausgesetzt wir mussten das Lager nicht mit Schnarchern teilen...), stehen wir mit dem ersten Tageslicht auf und können so mit etwas Glück das Lichtspiel des Sonnenaufgangs auf den umliegenden Gipfeln bewundern: Fantastisch, der rot angestrahlte Hochkalter! Nach einem kräftigen Frühstück auf der Terrasse geht es zügig los, und wir schließen uns den Karawanen Richtung Hocheck an. Auf den weiten Serpentinen über Felsbrocken durchsetzte Grashänge können wir noch ein wenig vor uns hin träumen und brauchen uns nicht allzu sehr auf die Route zu konzentrieren. Immer wieder lassen wir unsere Blicke verweilen auf dem Watzmannhaus, dem darunterliegenden Berchtesgaden, dem Untersberg und der weiten Landschaft dahinter. Bald geht es richtig in den Fels. Wir müssen jedoch immer noch kaum Hand anlegen, sondern können zügig weiterwandern. Uns immer etwas rechts vom Grat haltend erreichen wir über schuttbedeckte Felsen und entlang einiger Felsplatten unschwierig den Gipfel. Hier kann man es sich noch einmal überlegen, ob man es nicht lieber beim Hocheck belassen und umdrehen möchte. Denn ab jetzt geht es 'ans Eingemachte'. Vom Hocheck über die Mittelspitze (2713 m) zur Südspitze (2712 m) An der Unterstandshütte vorbei steigen wir nun drahtseilgesichert ein Stück nach unten, wobei sich rechts und links imposante Ausblicke in die Tiefe bieten. Nur keine Angst, Augen zu und durch! Daraufhin geht es ein wenig auf und ab. Beim Gegenanstieg erklimmen die Bergsteiger wie Ameisen nacheinander eine Platte, dann einige drahtseilversicherte Felsstufen, um schließlich die Mittelspitze zu erreichen. Hier darf jeder kurz ein paar Gipfelfotos machen, dann muss man schon den nächsten Ankömmlingen weichen, so wenig Platz ist am Gipfel. Nun steigen wir wieder ein Stück ab, exponiert am Grat entlang, dann immer wieder etwas westlich vom Grat auf Bändern. Nach einem Gegenanstieg geht es noch einmal hinunter, bis wir über einen weiteren Anstieg die  Südspitze erreichen. Von der Südspitze ins Wimbachgrieß und zurück zum Parkplatz Wer meint, nun hätte er das Gröbste geschafft, täuscht sich. Die Anstiege sind zwar größtenteils überwunden, doch der Abstieg stellt die nächste Herausforderung dar. Technisch ist er zwar weniger anspruchsvoll als die Gipfelüberschreitung, aber er ist noch einmal ein Prüfstein für unsere Kondition. Gleich geht es sehr steil am Grat hinunter. Immerhin geben uns Drahtseile Sicherheit. Dann steigen wir rechts in eine Rinne hinab, über Felsstufen weiter hinunter bis zum Oberen Schönefeld. Immer wieder haben wir den Königssee vor Augen. Über Schutt und Felsen erreicht man schließlich das grasbewachsene Untere Schönefeld. Hier können wir eine Rast einlegen und an dem Bächlein unsere Wasserflasche wieder auffüllen. Zurück am Weg steigen wir nun durch einen Graben ab, queren dann nach links, über einige Rippen. Bald erreichen wir eine mit Latschen und Lärchen bewachsene Zone, die wir auf sandigen Pfaden durchqueren. Ab und zu  kann man sich nun an Eisenketten die Gräben hinunter hangeln. Schließlich erreichen wir mit dem Wimbachgrieß die Talsohle und haben nun das Schlimmste überstanden. Eine bizarre, fast wüstenartige, aber wunderschöne Landschaft tut sich uns auf. Wir wandern das Tal vor bis zur Wimbachgrießhütte, wo wir uns ein kühles Bier nun wirklich verdient haben.  Wer nicht hier nächtigen möchte, hat noch zwei lange Stunden Marsch das Tal hinab vor sich.

Author’s recommendation

Sagenumwobenes Bergmassif Die ultimative Herausforderung an Können und Ausdauer Spektakuläre Landschaft
Difficulty
difficult
Technique
Stamina
Highest point
2,704 m
Lowest point
628 m

Track types

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Start

Coordinates:
DD
47.571058, 12.933848
DMS
47°34'15.8"N 12°56'01.9"E
UTM
33T 344603 5270695
w3w 
///pounding.mindsets.hoist
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Coordinates

DD
47.571058, 12.933848
DMS
47°34'15.8"N 12°56'01.9"E
UTM
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Markus Maldinger
October 29, 2017 · Community
Bei meiner 44. habe ich eine Spur zum Gipfel gezogen ;-) Aber!! Eine Besteigung im Winter erfordert eine unbedingte Kenntnis der Route, richtiger Umgang mit Steigeisen und Pickel. Der Watzmanngrat ist vielleicht im Sommer für schwindelfreie und konditionsstarke Berggeher kein Hindernis aber bei Eis und Schnee werden natürlich die Schwierigkeiten enorm erhöht.
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When did you do this route? October 25, 2017
Mittelspitze 2713m
Photo: Markus Maldinger, Community
Richtung Hocheck
Photo: Markus Maldinger, Community
Hocheck Gipfelkreuz
Photo: Markus Maldinger, Community
Hocheck
Photo: Markus Maldinger, Community
Photo: Markus Maldinger, Community
Auf dem Watzmanngrat
Photo: Markus Maldinger, Community
Eisig
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Kurz vor dem Gipfel
Photo: Markus Maldinger, Community
Höchster Punkt Watzmann
Photo: Markus Maldinger, Community
Helmut Bischoff
September 15, 2011 · Community
So habe ich das auch erlebt, wenn gleich ich den Aufstieg über St. Bartholomä und den Rennkendlsteig - Archenkanzel - Kürointalm - Falz-Alpe angegangen bin.(Fand ich spannender). Mit dem Ausdruck "Augen zu und durch" bin ich nicht ganz einverstanden. Er verniedlicht die Anforderungen. Gerade bei den ersten Schritten hinter der Schutzhütte sind die Tiefblicke grandios, die Möglichkeit alsbald im glitzernden Königssee zu landen auch. Ebenso ist der letzte Rest der Tour auf feinkörnigem Schutt nicht zu verachten und erfordert bis zum Wiembachgries permanente Aufmerksamkeit. Ein - auch für einen 69jährigen - beeindruckendes Gesamterlebnis.
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Difficulty
difficult
Distance
24 km
Duration
36:00 h
Ascent
2,378 m
Descent
2,379 m
Highest point
2,704 m
Lowest point
628 m

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Distance  km
Duration : h
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