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Wandern

Zum neuen See am Fuss des Palü-Gletschers

Wandern • Graubünden
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    Foto: Berner Wanderwege, Stefan Hartmann
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    Foto: Berner Wanderwege, Stefan Hartmann
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    Foto: Berner Wanderwege, Stefan Hartmann
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    Foto: Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Karte / Zum neuen See am Fuss des Palü-Gletschers
1800 2000 2200 2400 2600 m km 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Wetter

Er ist grösser als der Lagh da Palü, hat aber auf der Karte (noch) keinen Namen. Denn er ist erst 15 Jahre alt. Entstanden ist er dank dem Rückgang des Palü-Gletschers. Auf den Wegweisern heisst er Lagh da Caralin. Eine äusserst lohnende Wanderung.
mittel
9,3 km
3:40 Std
300 m
700 m
alle Details
Am Fuss des Piz Palüs gibt es drei Seen – zwei davon sieht man von der Bahn aus, den bekannten Lago Bianco und den Lagh da Palü. Die Sensation bildet aber ein auf der Karte namenloser See, weil er erst 15 Jahre alt ist. Auf den Wegweisern trägt er seit 2010 den Namen Lagh da Caralin. Der für die Region der Bündner Wanderwege Verantwortliche Romeo Lardi durfte den Namen festlegen. Gemeinsam mit anderen Experten hat er sich für «Lagh de Caralin» entschieden, nach dem darüber liegenden Piz Caral (3421 m).

 

Prächtiger Panoramaweg

Wir machen uns von der Bahnstation Alp Grüm auf den Weg, der uns zunächst Richtung Lago Bianco/Berninapass zurückführt. Dort queren wir das Trassee und nehmen den prächtigen Panoramaweg unter die Füsse, der stets einen schönen Ausblick auf die Bergamasker Alpen und ins Puschlav ermöglicht, wo weit unten der See von Le Prese glitzert. Unser Pfad führt kurz nach der Abzweigung bei Mot am Gleis (2162 m) unterhalb des legendären Hotels Sassal Mason (2235 m) vorbei. Wer früh unterwegs ist, soll den Abstecher machen und den Aufstieg von 150 Metern unter die Füsse nehmen – zumal wir nur wenige Aufstiegsmeter bis zum Caralinsee vor uns haben. Berühmte Persönlichkeiten wie Otto von Bismark, Baron Rothschild und der Schriftsteller Marcel Proust sind hier auf dieser spektakulären Aussichtskanzel vor 125 Jahren eingekehrt. Denn seit 1876 ist Sassal Masone mit seinen runden «Crott»-Steinhäusern ein beliebtes Ausflugsziel.

 

Dramatischer Gletscherrückgang

Ein wahres Juwel. Er liegt verborgen hinter einer Schuttmoräne, die vom Rückzug des Gletschers (Vadret da Palü) stammt. Umrahmt wird er von einer grandiosen Felsarena, über deren Kante einst der Palü-Gletscher hinunterhing. Der neue See ist ein Ergebnis des Klimawandelns. Noch vor 150 Jahren lag hier der dicke Panzer des Gletschers, der über mehrere Stufen bis in den 600 Meter tiefer gelegenen Talboden des Palüsees hinunterreichte. Erstaunlich: Der Gletscher erreichte um 1860 seinen letzten Höchststand, als seine Zunge bis weit in die Ebene der Alp Palü vorstiess und den Palüsee zu erreichen drohte. Seit Beginn der 1990er Jahre beschleunigte sich der Abschmelzungsprozess allerdings dramatisch; die Zunge des Gletschers zog sich immer weiter über die Felsstufen hinauf zurück. Ab dem Jahr 2000 bildete sich am Fuss des Gletschers auf der ersten Felsterrasse über Alp Palü ein neuer Gletschersee – der Lagh da Caralin.

 

Dutzende von Sturzbächen

Der Weg ist gut ausgebaut; er führt teilweise durch Tunnels, die von der Armee gebaut wurden. An engeren Stellen ist er durch Halteseile befestigt. Dutzende von Sturzbächen spritzen ungestüm von den steilen Halden auf den Weg und verschaffen bei der morgendlichen Sommerhitze nachgerade eine willkommene Abkühlung. Wer da trocken bleiben will, braucht einen Schirm! Der Weg zum Caralinsee ist im Juni/Juli gesäumt von einer seltenen Fülle von Blumen; u.a. sichtet das erfahrene Auge ganze Felder von Allermannsharnisch, der bis 60 cm hoch wird. Auch Türkenbund, Enziane und Edelweisse sind vertreten und verwandeln die Alpwiesen links und rechts des Wegs in farbige Flickenteppiche. Bei gutem Wetter mag man morgens die Bergsteigergruppen als kleine Punkte am Palü-Vorgipfel erspähen. Im Juni kann es sein, dass man über alte Schneereste von Lawinen steigen muss.

 

Die «Töpfe der Riesen» – Gletschergarten Cavaglia

Der Abstieg nach Cavaglia führt über Felsabsätze rund 600 Meter in die Tiefe. Zunächst hinunter in die Ebene des Palüsees, dann zum Dörfchen Cavaglia, wo auch die Station der Rhätischen Bahn ist. Dank des Unternehmergeistes einer Gruppe von Idealisten, darunter Romeo Lardi, wuchs in den 90-er Jahren das ernsthafte Interesse an den «Töpfen der Riesen» - den Gletschermühlen von Cavaglia. Glaziologisch und geologisch bedingt findet sich in Cavaglia eine Reihe von sensationellen Gletschermühlen, die in Europa einmalig sind. Entstanden sind sie hier vor 10‘000 Jahren beim ersten grossen Rückzug der Gletscher. Hart an der grossen Felskante ins Puschlav hinunter entstand in Cavaglia eine Bruchstelle des Gletschers; Steine fanden den Weg ins Eis, frassen sich am Felsgrund in den Gneis und formten in Drehbewegungen die blankgeschliffenen Töpfe. Das Stauen über die Kräfte der Natur findet in vielen entzückten Ausrufen der Besucher ihren Ausdruck. Der Verein hat die schönsten «Töpfe» freigelegt, die – teils bis 10 Meter tief – mit Erde, Steinen und Wasser gefüllt waren. Man kann sie heute auf einem Rundweg bestaunen (Mai bis Oktober). Infos unter http://www.ghiacciai.info. Das nächste Projekt des Vereins wartet schon: Ein Alpingarten bei Alp Grüm ist bereits in Planung.

Autorentipp

Besuchen Sie die Gletschermühlen bei Cavaglia!
outdooractive.com User
Autor
Stefan Hartmann / Berner Wanderwege
Aktualisierung: 08.04.2016

Schwierigkeit mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höhenlage
2326 m
1691 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Rundtour Rundtour
Einkehrmöglichkeit Einkehrmöglichkeit
mit Bahn und Bus erreichbar
geologische Highlights
faunistische Highlights
Bergbahnauf-/-abstieg


Sicherheitshinweise

Restschneefelder bis Ende Juni möglich! Nach starken Regenfällen Erdrutschgefahr!

Weitere Infos und Links

Ente Tursitico Valposchiavo, 7742 Poschiavo, 081 844 05 71, info@valposchiavo.ch, www.valposchiavo.ch

Start

Alp Grüm (2085 m)
Koordinaten:
Geogr. 46.374508 N 10.031335 E
UTM 32T 579318 5136176

Ziel

Cavaglia

Wegbeschreibung

Alp Grüm - Pkt. 2127 - Lagh da Caralin - Lagh da Palü - Cavaglia

Öffentliche Verkehrsmittel:

Diese Tour ist gut mit Bahn und Bus erreichbar.

Hinreise: Mit dem Bernina Express ab St.Moritz via Bernina Pass bis Station Alp Grüm

Rückreise: Ab Station Cavaglia mit dem Bernina Express.

Anfahrt:

Erreichbar nur per Bahn

Parken:

Erreichbar nur per Bahn

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Siwsstopo Wanderkarte 469T Val Poschiavo 1:50'000
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Kurt Schneider
21.08.2016
Wir haben diese Wanderung Anfang Juli2016 zu dritt gemacht: Sie verläuft mehrheitlich in intakter, fast unberührter Landschaft; nicht einmal beweidet wird das Gebiet. Wir fanden sie recht anspruchsvoll: Als Folge von Rüfenniedergängen auf der Sonnseite war der Weg an einigen Stellen verschüttet/ abgerutscht und es war Improvisation durch den Schutt im steilen Gelände nötig. Auf der Schattseite war der Weg z.T. nur fussbreit und führte im oberen Teil durch Grünerlen, im unteren durch Lärchenwälder. Insgesamte ein prächtige Wanderung, die aber Vorsicht erfordert. Sicher nichts für kleine(re) Kinder!
Gemacht am
07.07.2016
Foto: Kurt Schneider, Community
lagh da Caralin
lagh da Caralin
Foto: Kurt Schneider, Community
unten im Talgrund, oberhalb Palü-Sees
unten im Talgrund, oberhalb Palü-Sees
Foto: Kurt Schneider, Community

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Keine aktuellen Bedingungen in der Umgebung gefunden.
Schwierigkeit mittel
Strecke 9,3 km
Dauer 3:40 Std
Aufstieg 300 m
Abstieg 700 m

Eigenschaften

mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour Einkehrmöglichkeit

Wetter Heute

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