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Start Touren Wildspitze (3768 m) über Jubiläumsgrat (Ostgrat)
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Hochtour empfohlene Tour

Wildspitze (3768 m) über Jubiläumsgrat (Ostgrat)

· 10 Bewertungen · Hochtour · Ötztaler Alpen
Verantwortlich für diesen Inhalt
ÖAV Alpenverein Innsbruck Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Rofen ist der Ausgangspunkt unserer Hochtour.
    Rofen ist der Ausgangspunkt unserer Hochtour.
    Foto: Josef Essl, ÖAV Alpenverein Innsbruck
m 3500 3000 2500 2000 1500 12 10 8 6 4 2 km
Der hochalpine Anstieg über den Rofenkarferner und dem Jubiläumsgrat (Ostgrat) zur Wildspitze, bietet Einsamkeit und ein grandioses Bergerlebnis.
schwer
Strecke 13,6 km
9:00 h
1.770 hm
1.770 hm
3.770 hm
2.014 hm
Von Rofen auf dem Steig über die weitläufigen Hänge des Kuhbergs in zahlreichen Kehren bis zur Breslauer Hütte. Direkt vor der Hütte ein kurzes Stück auf dem Steig in Richtung Wildes Mannle zweigt man linkerhand auf einem Steiglein zum Rofenkarferner ab. Über den Rofenkarferner in nordöstlicher Richtung bis zum Punkt 3459 m. Von dieser Gratschneide oberhalb des Rofenkarjochs auf einem Steiglein zwischen Rofenkarferner und Mittelbergferner hinauf zum Punkt 3552 m. Anschließend über den Schnee- und Eisgrat und oberhalb der Nordwand zum Nordgipfel (3765 m) und über Schotter zum Südgipfel der Wildspitze (3770 m). Der Abstieg erfolgt auf der Südwestseite zum Beginn des Taschachferner und weiter zum Mitterkarjoch. Hier erfolgt der Abstieg über den Klettersteig zum Mitterkarferner. Auf einem Steig mit Steinmännern und Markierungen ins Mitterkar und weiter zur Breslauer Hütte. Direkt von der Breslauer Hütte wieder über den Steig in zahlreichen Kehren zum Ausgangspunkt nach Rofen. 

Autorentipp

Im Frühsommer, wenn noch eine gute Schneeauflage auf den Gletschern gegeben ist, die Schneebrücken stabil und die Randspalten noch nicht vorhanden sind.
Profilbild von Josef Essl
Autor
Josef Essl
Aktualisierung: 04.04.2016
Schwierigkeit
I+, 45° schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
Wildspitze, 3.770 m
Tiefster Punkt
Rofen, 2.014 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW
Erstbegehung
M. Umlauft, J. Falkner und C. Grüner (1880)

Wegearten

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Sicherheitshinweise

Die Tour über den Jubiläumsgrat auf die Wildspitze ist hochalpin und führt nicht nur über spaltenreiche Gletscher (Rofenkarferner, Taschachferner), sondern erfordert insbesondere auch ein sicheres Gehen mit Steigeisen im bis zu knapp 50° steilen Schnee- und Eisgelände. Der Abstieg vom Mitterkarjoch führt über einen Klettersteig (Schwierigkeite B/C).

Weitere Infos und Links

Breslauer Hütte (2840 m, DAV): Tel. 43/(0)664/5300898, E-mail: info@breslauerhuette.at, www.breslauerhuette.at, geöffnet von Mitte Juni bis Ende September

Berggasthaus Rofenhof (2014 m, Privat): Tel. +43/(0)5254/8103,  nahezu ganzjährig geöffnet

Start

Rofen (2014 m) (2.021 m)
Koordinaten:
DD
46.856215, 10.892490
GMS
46°51'22.4"N 10°53'33.0"E
UTM
32T 644261 5190924
w3w 
///einbinden.begehbar.finanziert
Auf Karte anzeigen

Ziel

Rofen (2014 m)

Wegbeschreibung

Wir starten vom kleinen Parkplatz in Rofen unterhalb der Talstation der Materialseilbahn auf die Breslauer Hütte zum Gh. Rofenhof. Wenige Meter anschließend zweigt rechterhand der Steig (Wegschilder) in Richtung Breslauer Hütte ab. In zahlreichen Kehren, jedoch durchwegs in angenehmer Steilheit, geht es über den Kuhberg am Rand der Schlucht des Rofenbaches hinauf bis zum Punkt 2640 m. Dort mündet auch der Wanderweg Nr. 919 ein, welcher von der Bergstation des Stablein Sesselliftes herüberführt. Nun auf dem Steig Nr. 919 über die Hänge „Am Zoagerle“ hinauf zur schön gelegenen Breslauer Hütte (2840 m). Direkt vor der Hütte zweigen wir rechterhand ab, gehen an der Bergstation der Materialseilbahn vorbei und folgen dem Steig in Richtung „Wildes Mannle“. Nach ca. 250 m zweigt linkerhand ein Steiglein ab, dem wir am südöstlichen Fuße des Urkundkolm folgen. In angenehmer Steilheit geht es hinauf zu den vom Gletscher blank polierten Felsen, die sich in den verschiedenen Rot- und Brauntönen präsentieren. Über die Felsen so hoch wie möglich, suchen wir uns einen guten Einstiegspunkt auf den imposanten und spaltenreichen Rofenkarferner. Steigeisen, Gurt, und Seil sind auf diesem Gletscher ein Muss. Vom Rand steigen wir in die Mitte des Gletschers auf, wo sich weniger Spalten befinden. Nun in direkter Linie und zuletzt leicht rechtshaltend hinauf bis auf ca. 3350 m, wo mittlerweile ein großer Felskopf den Rofenkarferner immer mehr zu trennen beginnt. Gerade im Hochsommer muss in diesem Bereich mittlerweile zumeist eine große Randspalte überwunden werden. Hier gilt es die Schneebrücken genau zu kontrollieren. Haben wir den Übergang zum Felsen geschafft, steigen wir ein Stück bergwärts und steigen in nordöstlicher Richtung den Gletscher querend zum Punkt 3459 m auf, wo wir wieder festen Boden unter den Steigeisen erreichen. Dieser Grat trennt den mächtigen Mittelbergferner und Rofenkarferner. Auf einem deutlichen Steig steigen wir in wenigen Minuten unschwierig bis auf knapp 3552 m auf, wo wir uns eine Rast gönnen und das unglaubliche Bergpanorama genießen. Nun wieder angeseilt, betreten wir den Taschachferner, der sich sogleich ziemlich spaltenreich präsentiert. Nach einem kurzen Flachstück (Achtung Spalten), zieht ein Osthang mit ca. 35° bis auf 3677 m hinauf. Nach einem kurzen Flachstück, wo wir direkt am Schnee- und Eisgrat auf Spalten aufpassen müssen, blicken wir anschließend auf die äußerst steile und bis knapp unter 50° steile Firnschneide. Hoch über der Nordwand rammen wir die Steigeisen sicher in das Eis, um schon bald die sanfte nördliche Erhebung der Wildspitze mit 3765 m zu erreichen. Der 3770 m hohe Südgipfel liegt direkt vor uns, den wir ohne Schwierigkeiten schneefrei erreichen. Es ist schon etwas Besonderes auf dem höchsten Berg Nordtirols zu stehen, doch die Einsamkeit, die man in den letzten knapp 3½ Stunden genossen hat, wird man hier nicht vorfinden. Nach einem grandiosen Rundumblick, folgt der Abstieg über den Südwestteil des Gipfels. Gleich zu Beginn erreichen wir eine Schlüsselstelle, wo wir einen unangenehmen Felssporn wenige Meter abklettern müssen. Hat man das geschafft, geht es im Folgenden unschwierig hinunter zum Beginn des Taschachferners. Auch wenn der Abstieg zum Mitterkarjoch zumeist auf einer ausgetretenen Spur erfolgt, darf man sich hier bzgl. Spalten nicht in Sicherheit wiegen. Ganz im Gegenteil durchziehen zumeist unter dünnen Schneebrücken gewaltigen Spalten. Zuletzt geht es flach in südwestlicher Richtung zum Mitterkarjoch (3468 m). Das Seil kommt nun in den Rucksack und da man zumeist kein Klettersteigset für diese Hochtour mitführt, sollte man sich eine Bandschlinge zurechtrichten, denn vom Mitterkarjoch führt ein nicht allzu langer Klettersteig (Schwierigkeit B/C) bis zum Fuß des Mitterkarferners. Der Abstieg erfolgt zur Gänze mit Steigeisen. Haben wir die steile emporführende Schneerinne erreicht, geht ca. 100 Höhenmeter durchwegs steil hinunter zu einem flachen von Schutt überdeckten Gletscherabschnitt des Mitterkarferners. Hier können wir uns des Gurtes entledigen, die Steigeisen entfernen und noch einmal ausgiebig rasten, denn die alpinen Herausforderungen sind hier zu Ende. Über Steinplatten, die das Gletschereis des Mitterkarferners bedecken wandern wir zu einem großen Steinmann und anschließend entlang des markierten Steiges etwas linkshaltend in Richtung Breslauer Hütte. Bevor wir die Schutzhütte erreichen, passieren noch einen wunderschönen kleinen Bergsee, der einen blau-türkisen Farbtupfer in die karge Landschaft malt. Nach wenigen Minuten ist die Breslauer Hütte (2840 m) erreicht, wo man sich mit Blick auf ein herrliches Bergpanorma stärken kann. Anschließend geht es auf dem Steig 919 bis auf 2640 m hinunter. Hier zweigen wir rechterhand ab und folgen dem Steig wieder in zahlreichen Kehren über den Kuhberg hinunter nach Rofen (2014 m).

Hinweis

Da die Hochtour über den Jubiläumsgrat auf die Wildspitze einen beträchtlichen Höhenunterschied und eine entsprechende Länge aufweist, kann diese auf 2 Tage aufgeteilt werden, indem man auf der Breslauer Hütte nächtigt.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit der Bahn von Westen bzw. Osten kommend bis zum Ötztal Bahnhof (www.oebb.at). Anschließend mit den Ötztaler Verkehrsunternehmen Nr. 9194 oder Nr. 8352 bis nach Sölden/Postamt (umsteigen). Weiter mit dem Bus Nr. 8400 bis nach Vent. Von Vent entweder über den Wanderweg 919 über Stablein (unterhalb der Sesselbahn) hinauf zur Breslauer Hütte. Will man jedoch von Rofen aufsteigen, folgt man auf der orographisch rechten Seite der Rofen Ache dem Fahrweg (ein Anstieg über die Straße Nr. 902 ist natürlich auch möglich, aber nicht besonders empfehlenswert).

Anfahrt

Von Westen oder Osten kommend auf der A12 Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Ötztal (Vignettenpflicht). Anschließend auf der B186 bis Sölden bzw. Zwieselstein. Auf der L240 bis Vent und anschließend die letzten 2 km nach Rofen.

Variante 1 - Süden

Von Süden kommend entweder auf der A22 und A13 Brennerautobahn bis Innsbruck Süd und anschließend über Innsbruck West auf der A12 bis zur Ausfahrt Öztal. Weiter siehe oben.

Variante 2 - Süden

Von Süden kommend auf der A22 bis Bozen Süd (mautpflichtig). Anschließend auf der Schnellstraße Meran-Bozen SS38 bis Meran. Auf der Staatsstraße SS44 nach Moos im Passeier und weiter auf der Timmelsjochstraße zum Timmelsjoch. Auf der B186 nach Hochgurgl und weiter nach Zwieselstein. Auf der L240 bis Vent und zuletzt nach Rofen.

Parken

Am Beginn der Häuser von Rofen im Bereich der Talstation der Materialseilbahn einige wenige Parkplätze (gebührenfrei).

Koordinaten

DD
46.856215, 10.892490
GMS
46°51'22.4"N 10°53'33.0"E
UTM
32T 644261 5190924
w3w 
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Klier, W. (2002): Ötztaler Alpen - Alpenvereinsführer. Bergverlag Rother (Hrsg.). 13., überarbeitete Auflage; München, 477 S.

Kartenempfehlungen des Autors

Alpenvereins-Karte "Ötztaler Alpen - Wildspitze" Nr. 30/6, 1:25.000

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Kartentipps für die Region

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Ausrüstung

Hochalpine Ausrüstung mit Pickel, Steigeisen, Gurt, Seil, Bandschlingen, Erste Hilfe, Sonnenbrille, Sonnenschutz, Mütze, Handschuhe, Stöcke.

Fragen & Antworten

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Bewertungen

4,9
(10)
Thomas Sack 
15.08.2021 · Community
Am 14.08.21 gemacht. Erste Hälfte der Tour sehr einsam. Der Übergang vom Rofenkarferner zum Grat ging am besten mit Überquerung der Felsrippe, da die Gletschervseit 2015 enorm zurückgegangen sind. Spalten waren klein und gut sichtbar. Der Grat selbst gut und tragfähig schneebedeckt aber überwechtet, wodurch der Steilaufschwung zum Nordgipfel aber problemlos zu gehen war.
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Foto: Thomas Sack, Community
Thomas Kepplinger 
07.04.2019 · Community
Am 23.03. von der Breslauer Hütte aus um 0500 Uhr gestartet, trotz überdurchschnittlicher warmer Temperaturen gute Verhältnisse: in der Früh südseitig tragfähiger Harschdeckel, nordseitig dann guter Trittfirn, am Grat nur mäßig ausgeprägte Wechten und wenig Blankeis, im Tagesgang jedoch starke Erwärmung. Der direkte Weg (vgl Sommerweg) zum Rofenkarferner war uns in der Früh trotz Harscheisen zu hart und steil, wird sind wieder etwas ins Rofenkar abgefahren und an der Ostseite zu einer Seitenmoräne hochgestiegen und damit in einem Linksbogen auf den Rofenkarferner gekommen. Die kurze Blankeisstelle am Grat haben wir gesichert. Übergang vom Nord- zum Südgipfel ist kein Problem, wegen der aufsteigenden Massen am Normalweg sind wir dann gut über den NW-Grat runter und übers Mitterkarjoch (um 1200 Uhr bereits sehr weicher Schnee) zurück zur Hütte - knapp 9 Stunden ohne Stress.
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Gemacht am 23.03.2019
Am Firngrat vor dem kurzen Aufschwung, hier mit Blankeisstelle
Foto: Thomas Kepplinger, Community
Jusuf R
05.09.2018 · Community
sehr einsame tour. achtung vor den spalten!
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Gemacht am 04.09.2018
Jubiläumsgrat
Foto: Jusuf R, Community
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Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
I+, 45° schwer
Strecke
13,6 km
Dauer
9:00 h
Aufstieg
1.770 hm
Abstieg
1.770 hm
Höchster Punkt
3.770 hm
Tiefster Punkt
2.014 hm
Rundtour Etappentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit Geheimtipp Gipfel-Tour Grat

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