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Westerwald-Steig

· 1 Bewertung · Mehrtagestour · Lahntal
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Outdooractive Redaktion Verifizierter Partner 
  • Der Westerwald zeigt sich im Herbst farbenfroh.
    / Der Westerwald zeigt sich im Herbst farbenfroh.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Wir wandern durch den Westerwald.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Wandern auf dem Westerwald-Steig. (Foto: Ketz)
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Der schöne Westerwald.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Der Westerwald-Steig bietet ein schönes Naturerlebnis.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Natur erleben.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Schöner, wilder Westerwald.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Wandern auf dem Westerwald-Steig.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Wandern durch den schönen Westerwald.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Der Blick vom Hedwigsturm ist überragend.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Wandern durch den schönen Westerwald.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Zu Orientierung auf dem Westerwald-Steig dienen die Markierungen.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Berauschende Einblicke in die Natur.
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Ausblick in die Weite. (Foto: Ketz)
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Idylle im schönen Westerwald. (Foto: Ketz)
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Ein Wanderer auf dem Westerwald-Steig. (Foto: Ketz)
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
  • / Die Markierung entlang des Westerwald-Steigs. (Foto: Dr. Heidrun Braun)
    Foto: Westerwald Touristik-Service, Outdooractive Redaktion
m 800 600 400 200 200 150 100 50 km Historische Altstadt Kloster Marienthal

Der Westerwald-Steig bietet auf der ganzen Strecke Abwechslung und Erlebnis. Wandern, Erleben und Erholung wird auf Schritt und Tritt verwirklicht.

 

mittel
Strecke 225,3 km
83:00 h
4.153 hm
4.268 hm

Der Westerwald-Steig ist benannt nach dem „Westerwald”, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet in Rheinland-Pfalz. Zwischen Köln und Frankfurt, begrenzt durch Rhein, Sieg, Dill und Lahn, ist der Westerwald die grüne Oase.
Der Westerwald-Steig führt durch acht abwechslungsreiche Naturräume mit schattigen Wäldern und sonnigen Höhen. Vorbei an Flüssen, stillen Seen und felsiger Landschaft: den Hessischen Westerwald, den Hohen Westerwald/Wiesensee, die Westerwälder Seenplatte, die Kroppacher Schweiz, das Siegtal, das Raiffeisenland, das Wiedtal und den Naturpark Rhein-Westerwald.

Profilbild von Julia Grimm
Autor
Julia Grimm
Aktualisierung: 25.07.2019
Qualitätsweg Wanderbares Deutschland
Schwierigkeit
mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
651 m
Tiefster Punkt
86 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Einkehrmöglichkeit

Wilhelmsteg - Café & Biergarten

Weitere Infos und Links

Westerwald Touristik-Service: www.westerwald.info

Start

Marktplatz in Herborn (Hessen) (201 m)
Koordinaten:
DD
50.683218, 8.303095
GMS
50°40'59.6"N 8°18'11.1"E
UTM
32U 450766 5614830
w3w 
///ausführen.gescheit.brezeln

Ziel

Bad Hönningen

Wegbeschreibung

Etappe 1: Herborn – Breitscheid (15 km)

Das hessische Herborn ist das östliche Tor zum Westerwald. Die malerische Fachwerkstadt liegt am Fuße des Westerwaldes im Dilltal und gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Deutschlands. Der Westerwald-Steig startet auf dem romantischen Marktplatz. Auch von der Oranienstadt Dillenburg aus ist der Westerwald-Steig über den 6,3 km langen Zuweg zu erreichen. Dillenburgs Stadtbild prägt der Wilhelmsturm, der über der historischen Altstadt und den unterirdischen Verteidigungsanlagen „Kasematten“ (die zweitgrößten Europas) wacht. Im Herborner Stadtteil Uckersdorf liegt unmittelbar am Westerwald-Steig der idyllische Vogelpark, der als eine Perle unter den kleinen Tiergärten gilt. In den naturnahen und teilweise begehbaren Volieren dieses sehenswerten Naturerlebniszentrums leben etwa 100 Tierarten aus aller Welt, zumeist Vögel. Darunter sind vom Uhu bis zur Ringelnatter auch typische Bewohner des Westerwaldes.

Der Steig führt weiter über einen Höhenrücken mit schöner Aussicht ins Medenbachtal im Norden und ins Ambach- und Erdbachtal im Süden. In dem kleinen Karst- und Höhlengebiet können auf engstem Raum die geologischen Grundzüge der Erdgeschichte und die frühe Besiedelung des Menschen studiert werden. Der Erdbach, er versickert in Breitscheid im „Kleingrubenloch“, fließt durch Erdbachhöhlensystem und tritt in einer starken Karstquelle am Erdbacher Steinbruch wieder zu Tage. Forscher stießen bei Erdbach (Ortsteil von Breitscheid) auf 25 Millionen Jahre alte Reste tertiärer Großtiere (Krokodil und Nashorn) sowie auf Fossilien, die vor 350 Millionen Jahren im Erdbacher Urmeer lebten. Die „Steinkammern“ sind Kult- und Wohnhöhlen aus der Zeit 500 v. Chr. Im Erdbacher Geologischen Museum „Zeitsprünge“ kann man sich über die archäologischen und geologischen Funde informieren. Die Tropfsteinhöhle „Herbstlabyrinth“ wird im Frühjahr 2009 für Besucher geöffnet.

Etappe 2: Breitscheid – Fuchskaute (11 km)

Die Gemeinde Breitscheid liegt am Osthang des Westerwaldes auf 400 Meter Höhe. Auf dem Weg zum Flugplatz liegt das Töpfermuseum direkt am Steig und bietet interessante Einblicke in die Häfnertradition bis zur modernen Keramik in Raumfahrt- und Medizintechnik. Auf dem Weg ins Naturschutzgebiet Fuchskaute durchquert der Westerwald-Steig die typische Kulturlandschaft des Hohen Westerwaldes mit sanft gewellten Basalthochflächen, Offenlandschaft und Windschutzhecken. Diese Fichtenstreifen wurden zwischen 1835 und 1838 als Schutz vor dem viel besungenen Westerwälder Wind angelegt. Sie bewahrten die Ackerböden vor Erosion und die Ernte vor Sturmschäden. Entlang der Schutzhecken geht es weiter über den Bartenstein zum Heisterberger Weiher, durch das Naturschutzgebiet Bermershube mit Feuchtbiotopen und Blumenwiesen. Hier blühen Weidenröschen, Fuchskreuzkraut und Hirschholunder. Der große Anteil an offener Landschaft ermöglicht auf diesem Streckenabschnitt ein Wandern mit ständiger Aussicht.

Die Fuchskaute ist mit 657 Metern die höchste Erhebung des Westerwaldes. Der Name bezieht sich auf den Fuchs, der hier seine Kaute (Höhle) hat. Am Osthang der Fuchskaute verläuft die Landesgrenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. Auf der Fuchskaute trifft der Westerwald-Steig auf die Westerwaldvariante des Rothaarsteigs. An und auf der Basalthochebene des Naturschutzgebietes der Fuchskaute haben das raue Klima und eine traditionelle Art der Weidenutzung Wiesen entstehen lassen, wie sie sonst typisch für die Alpen sind. Fast 300 Blütenpflanzen und Bäume, 300 Schmetterlingsarten und fast 50 verschiedene Vögel wurden hier bereits gezählt.

Etappe 3: Fuchskaute – Rennerod (11 km)

Von der Fuchskaute führt der Westerwald-Steig an Homberg vorbei nach Rehe. Die Landschaft senkt sich nur allmählich ab, Rehe liegt immerhin noch auf 550 Metern Höhe. Besonders sehenswert ist in Rehe das Rathaus, ein mit Schnitzereien geschmückter Fachwerkbau mit ornamentverzierter Tür. Im Obergeschoss gibt es einen evangelischen Betsaal mit Bänken und Kanzel aus dem Jahre 1741.

In Rehe sieht man auch einige typische Westerwälder Bauernhäuser mit schwerem Gebälk und an einer Seite tief herabgezogenem Dach. Nun ist es nicht mehr weit zum Naturschutzgebiet Krombachtalsperre. Der 93 Hektar große Stausee wurde zwischen 1946 und 1949 angelegt. Hier gibt es eine Vogelbeobachtungsstation, Campingplatz, Bootsausleih und Surfschule. An Wald und Wiesen vorbei weist das grüne W weiter nach Rennerod zum alten Bahnhof, dem Hexenbaum und zum Grauen Stein. Bis zur Wende war hier der geographische Mittelpunkt Deutschlands. Vorbei an den Drei-Kaiser-Eichen und am Friedhofsweg entlang führt der Steig zum Etappenziel, in die Stadtmitte von Rennerod.

Etappe 4: Rennerod – Westerburg (19 km)

Rennerod liegt windgeschützt in dem sich nach Süden neigenden Tal des Holzbachs. Der Westerwald-Steig reicht bis an das Stadtgebiet heran. Zwischen Rennerod und Westerburg liegen der Große und der Kleine Secker Weiher, die der Steig direkt passiert. 1672 wurde von Fürst Moritz Heinrich von Nassau-Hadamar unweit eines kleinen Jagdschlösschens angelegt. Der Große Weiher ist zehn Hektar groß. Hier gibt es einen Campingplatz mit Gaststätte.

Die Attraktion dieser Etappe ist die Holzbachschlucht. Der Einstieg in die Schlucht befindet sich am Dappricher Hof zwischen Seck und Gemünden. Der Holzbach, ein Nebenbach des Elbbaches, hat sich hier seinen Weg tief in den Basalt gegraben, ehe er an Gemünden vorbei nach Hessen fließt. Die Schlucht ist rund einen Kilometer lang und bis zu 30 Meter tief. Heruntergebrochene Basaltblöcke und umgestürzte Bäume geben dem engen Tal einen wildbachartigen Charakter. Informationstafeln entlang der Schlucht helfen den Besuchern bei der Bestimmung der hier heimischen Pflanzen und Tiere.

Rund um Westerburg ist die Landschaft nicht von unbelaubten und zerklüfteten Basaltkegeln bestimmt. Sanfte Kuppen, ausgedehnte Laubwälder und breite Wiesentäler zeichnen diese Region aus. Man erlebt die unterschiedlichsten Landschaftsformen. Hinter hervorspringenden Bergkuppen bieten sich immer wieder neue Einblicke.

Etappe 5: Westerburg – Freilingen (20 km)

Von Westerburg führt der Westerwald-Steig auf einem Wiesenweg, unweit des Schafbaches über eine Kuhweide durch den Ort Hergenroth. Von Westerburg bietet sich ein Abstecher zum Wiesensee an, der nahe am Westerwald-Steig liegt. Er ist 80 Hektar groß und bezieht seine große Anziehungskraft aus der landschaftlichen Schönheit. Früher Fischzuchtgewässer ist er heute Erholungs- und Freizeitgebiet. Neueste Attraktion auf dem Wiesensee ist der BBQ-Donut, ein originelles Wasserfahrzeug, das zehn Personen eine vergnügliche Fahrt mit Speis und Trank auf dem Wasser verspricht. Am Wiesensee findet der Wanderer die neu errichtete Touristinformation, die täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, für den Besucher geöffnet hat.

Auf dem Hergenrother Kopf kommt der Wanderer auf den ehemaligen Truppenübungsplatz der Westerburger Kaserne. Einige Zeugnisse aus der aktiven Zeit finden sich dort noch (Beschilderung, Übungsgebäude). Nach einer Wanderung durch abwechslungsreichen Wald und Rast in der Westerwald-Steig-Hütte oberhalb Kölbingen mit Blick auf die Montabaurer Höhen, kann der Wanderer nach der Durchquerung des Graf von Walderdorfschen Waldgebietes auf schmalen Pfaden seine Füße in der Kneipp-Wassertretanlage in Brandscheid kühlen. Weiter über die Höhen der Rothenbacher Lay führt der Steig zur Westerwälder Seenplatte, eine besonders reizvolle und einmalige Kulturlandschaft im Westerwald. Sie breitet sich als wellige Hochfläche zwischen den Bergköpfen des Hachenburger und Höchstenbacher Waldes im Norden bis zum Tal des Saynbaches im Süden aus.

Etappe 6: Freilingen – Nistertal (18 km)

Sieben Stauweiher gaben der Westerwälder Seenplatte ihren Namen. Die Weiher sind untereinander mit Kanälen verbunden. Im Strandbad am Postweiher kann man baden, Paddel- und Tretboot fahren sowie surfen. Die Wied, der größte Fluss des Westerwaldes, durchfließt den Dreifelder Weiher. Der gesamte Bereich der Seenplatte genießt Landschaftsschutz. In Dreifelden stehen die älteste Kirche des Westerwaldes und die gewaltige Friedenseiche. Der Westerwald-Steig nutzt den Wiedwanderweg. Bei Linden erreicht der Westerwald-Steig die Wiedquelle, bei der Tische und Bänke zur Rast einladen. Später geht es durch herrlichen Buchenwald über den Großen Weißenstein zum Gräbersberg. Dort hat man neben einer Einkehrmöglichkeit in der zünftigen Alpenroder Hütte einen weiten Rundumblick vom Aussichtsturm.

Eine Schatzkammer der besonderen Art zwischen Nistertal, Enspel und Stockum-Püschen ist der Tertiär- und Industrie-Erlebnispark Stöffel. In den Ablagerungen eines Maarsees kann man 25 Millionen Jahre Erdgeschichte verfolgen. Ein einmaliges Industrieensemble dokumentiert die 100-jährige Geschichte des Basaltabbaus und zeigt die Verarbeitung des Gesteins. Erlebnisräume nehmen die Besucher auf eine Reise in die Industriegeschichte mit, sprechen alle Sinne an und beeindrucken sowohl visuell als auch akustisch.

Etappe 7: Nistertal – Bad Marienberg (6 km)

Die Kurstadt Bad Marienberg im Hohen Westerwald ist der richtige Ort für eine längere Verschnaufpause. Müde  Wanderfüße werden auf dem Barfußpfad wieder fit gemacht. 18 verschiedene Bodenbeläge – von kribbelnden Tannenzapfen, weichem Rindenmulch, runden Flusskieseln bis zu rauen Baumscheiben – wechseln einander ab. Angenehme Düfte von den Blumen- und Kräuterbeeten rechts und links des Pfades kitzeln die Nase. Gleich nebenan wachsen im Apothekengarten über 100 verschiedene Pflanzen, von der Königskerze bis zum Lavendel. Etliche Tafeln informieren über die Pflanzenheilkunde nach der Lehre von Pfarrer Kneipp.

Etappe 8: Bad Marienberg – Hachenburg (14 km)

Der Westerwald-Steig führt mitten durch die Badestadt mit vielen Cafés und Restaurants. Durch den Basaltpark mit vielen Informationen rund um den Basaltabbau geht es weiter bergauf zum ganzjährig geöffneten Wildpark mit Falknerei. Den spektakulären „Westerwaldblick“ bis hin zum Siebengebirge und zum Taunus kann man vom neu errichteten Hedwigsturm direkt am Wildpark genießen. Durch die Wälder der Bad Marienberger Höhe, vorbei am Wolfstein – einer mächtigen Basaltsteinformation – führt der Steig durch das Wäschebachtal wieder ins Tal der großen Nister.

In Hachenburg erwartet den Wanderer das sehenswerte Landschaftsmuseum. Kern des Museums ist das barocke Jagdzeughaus der Grafen von Sayn-Hachenburg. Das Freilichtmuseum zeigt eine Gehöftgruppe mit Gebäuden, die aus anderen Orten hierher umgesetzt wurden: Mühlenwohnhaus, Scheune, Backhaus, Ölmühle, Arme-Leute-Haus, Schule, Westerwald-Haus und Dorfbrunnen mit Kräutergarten.
Unbedingt ansehen sollte man sich den Marktplatz mit Löwenbrunnen, das Gasthaus zur Krone und weitere schöne Fachwerkhäuser.

Etappe 9: Hachenburg – Limbach (11 km)

Von Hachenburg aus führt der Weg durch den herrlichen Burggarten in Richtung Marienstatt. Schon bald erreicht man die kleine, aber dennoch faszinierende Holzbachschlucht und die historische Nistermühle, ein Naturerlebnis ganz besonderer Art.

Nach 4 km lädt das deutschlandweit bekannte Zisterzienser Kloster Abtei Marienstatt mit seinem Brauhaus zur Rast ein. Im Tal der Nister hat die klösterliche Gemeinschaft einen guten Ruf. Ab 1476 wurde das im 13. Jahrhundert gegründete Kloster Marienstatt auf Bitten der Grafen von Sayn an drei Tagen auch für Laien geöffnet. Das war der Beginn der Wallfahrt in dieser Gegend. Der Marienwanderweg zwischen den Klöstern Marienstatt und Marienthal hat seinen Ursprung in dieser Zeit. Heute hat das Kloster ein Brauhaus mit Biergarten sowie einen Wanderparkplatz und zieht besonders an Wochenenden viele Menschen an.

Die Gemeinschaft, die in den letzten Jahrzehnten immer um die 25 Mönche des Zisterzienserordens zählte, versucht das monastische Leben („ora“) mit den verschiedensten Tätigkeiten („labora“) zu verbinden. Über Streithausen erreicht der Westerwald-Steig die Kleine Nister, die dem Weg bis nach Limbach treu bleibt.

Etappe 10: Limbach – Marienbachthal (20 km)

Bei Limbach führt der Westerwald-Steig auf einem Wiesenweg entlang der Kleinen Nister in Richtung Heunigs Höhlenweg (Bachlehrpfad) zum Aussichtspunkt Hohe Ley. Auf den naturbelassenen Waldpfaden kann man hier die sprichwörtliche Stille des Westerwaldes in vollen Zügen genießen und mit etwas Trittsicherheit das mittelalterliche Dachschieferbergwerk „Assberg“ besichtigen (durchgehend geöffnet). Rund 100 Treppenstufen erleichtern den Abstieg zur Großen Nister.

An der Nister entlang führt der Westerwald-Steig vorbei an Astert und Heuzert nach Heimborn zu einer der schönsten Stellen im Westerwald, zum Zusammenfluss von Großer und Kleiner Nister, auch das „Deutsche Eck der Kroppacher Schweiz“ genannt. Hier weiten sich die beiden Flusstäler zu einem schönen Platz, der wohl jeden Wanderer zur Rast verführt. Beide Flüsse entspringen im Hohen Westerwald und fließen zunächst durch eine weite wellige Hochfläche, bevor sie sich tief durch die steilen Felsrücken des devonischen Schiefergebirges graben und so der Landschaft der Kroppacher Schweiz ihren ganz besonderen Reiz verleihen.
Bei Stein-Wingert gelangt der Westerwald-Steig zum Weltende, einem weiteren Höhepunkt des Weges. „Weltende“ heißt der Naturpfad, der durch unberührte Niederwaldflächen in romantischer Stille einen der schönsten Teile der Kroppacher Schweiz durchquert. Seinen Namen verdankt der Weg einer Schenkung. Wilhelm, Herr von Reichenstein, überließ 1451 der Abtei Marienstatt den Zehnten.

In diesem Zusammenhang wurde der Ort Alhausen erstmals urkundlich erwähnt. Da zu ihm nur ein Weg führte, wurde er im Volksmund „Am Ende der Welt“ genannt. Die wenigen Kinder in Alhausen mussten früher täglich über den in den Fels gehauenen Pfad, der nur mit einem Drahtseil vor dem Abrutschen der Nister bewahrte, die unwegsame steile Felswand auf dem Weg in die Dorfschule in Stein-Wingert bezwingen. Heute ist „Weltende“ ein reizvoller Wanderpfad.

Etappe 11: Marienthal – Weyerbusch (15 km)

Vom Kloster Marienthal mit Wallfahrtskirche und historisch bekanntem Franziskaner Kloster führt der Westerwald-Steig über den 389 Meter hohen Beulskopf mit dem 35 m hohen hölzernen Raiffeisenturm, der eine schöne Fernsicht über weite Teile des Westerwaldes bietet.

Etappe 12: Weyerbusch – Flammersfeld (14 km)

Weyerbusch wurde besonders bekannt durch Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der hier im Jahre 1845 bis 1848 als Amtsbürgermeister eingesetzt wurde. Im Hungerwinter 1846/47 schuf er den „Weyerbuscher Brodverein“ und begründete damit das Genossenschaftswesen. Um die Gemeindebewohner während dieser schwierigen Zeit mit billigem Brot zu versorgen, ließ er ein Backhaus errichten und bot Brot um die Hälfte billiger als üblich an. Nachdem Raiffeisen mit seiner Idee in Weyerbusch so große Erfolge feierte, setzte er sein soziales Engagement auf diesem Gebiet weiter fort und fand weltweit große Beachtung. Das Raiffeisenmuseum – das alte Bürgermeisterhaus – in Flammersfeld zeigt, wie zu Raiffeisens Zeiten gearbeitet und gelebt wurde.

Etappe 13: Flammersfeld – Horhausen (15 km)

Von Flammersfeld führt der Westerwald-Steig am Tierpark vorbei talwärts in Richtung Seifen. Weiter geht es an der Wied entlang durch den Ort Döttesfeld, um anschließend zügig über das Himmelsleiterchen zum Kanzelblick zu gelangen. Das nun folgende 12 Kilometer lange Grenzbachtal bildet die Grenze zwischen den Landkreisen Neuwied und Altenkirchen. Hier befindet sich auch der gemeinsame Nordic-Walking-Park der Verbandsgemeinden Puderbach und Flammersfeld. Höhepunkt der Tour ist der Aufstieg auf den Hölderstein mit schöner Aussicht auf das renaturierte Grenzbachtal, in dem sich eine Herde von Heckrindern wohlfühlt.

Auf dem im Grenzbachtal nahe dem gleichnamigen Döttesfelder Ortsteil „Hölderstein” wurde der erste Klettersteig dieser Art im Westerwald erbaut. Auf dem Ausläufer des mittelrheinischen Schiefergebirges wurde eine ca. 300 Meter lange Strecke errichtet auf der man über Krampen, Steigbügel, Stiften, 3 Leitern sowie einer Brücke einen Höhenunterschied von ca. 80 Meter überwinden muss. Dieser Klettersteig ist direkt am Westerwaldsteig gelegen. Erreichen kann man den Steig von dem Wanderparkplatz (an der K 127) nähe Breitscheid über den gelb markierten Zuweg des Westerwaldsteiges. Die Nutzung des Klettersteiges erfolgt auf eigene Gefahr. Auf die notwendige Ausrüstung weisen wir hiermit ausdrücklich hin.

Etappe 14: Horhausen – Strauscheid (17 km)

Rund um Horhausen ist die Geschichte des Erzbergbaus lebendig. Auf dem Vorplatz der neoromanischen Pfarrkirche im Zentrum von Horhausen steht eine Bronzeplastik eines berühmten Sohnes der Stadt: Joseph Kardinal Höffner, langjähriger Kölner Erzbischof.

Aus Horhausen stammen auch der Sozialreformer, Kaplan Friedrich Dasbach und Johannes Rüth, der Bischof in Norwegen war. Im Naturpark Rhein-Westerwald wird das Landschaftsbild vor allem von der Wied – einem romantischen Nebenfluss des Rheins – geprägt. Das Wiedtal bietet eine sehr abwechslungsreiche Landschaft mit engen Tälern und steilen, bewaldeten Hängen. Lohnend ist ein Besuch des Klosters Ehrenstein im Wiedtal/Mehrbachtal.

Die Vulkankuppe „Bertenauer Kopf“ mit 351,5 Metern wird über den Zuweg erreicht. Das Gebiet, zu dem auch der Telegrafenhügel gehört, wurde wegen den geologischen Besonderheiten und den seltenen Tieren und Pflanzen schon vor Jahrzehnten unter Schutz gestellt. Vom Bertenauer Kopf, aber auch an mehreren anderen Stellen entlang der Strecke besteht eine Panoramasicht auf das Siebengebirge und die Höhen und Täler des Westerwaldes. Neustadt (Wied), zentraler Ort im Wiedtal mit vielen öffentlichen Einrichtungen, gastronomischen Betrieben und Einkaufsmöglichkeiten, wird über den Zuweg erreicht. Ebenfalls über einen Zuweg ist das Rengsdorfer LAND von Hümmerich über Krunkel nach Niedersteinebach (4,2 km) durch das romantische Lahrbachtal an den Westerwald-Steig angeschlossen.

Etappe 15: Strauscheid – Waldbreitbach (17 km)

Auf dem Weg von Strauscheid in das Wiedtal bieten sich mehrere Aussichtspunkte. Besonders beeindruckend ist der Blick von der Weißenfelser Ley, einem steilen Felshang oberhalb der Wied. Hier blüht Anfang Mai das weiße Waldvögelein, eine besonders seltene und schöne Orchidee.   Waldbreitbach wird als Perle im Mittleren Wiedtal bezeichnet, aber auch das Weihnachtskrippendorf genannt. In der ganzjährig geöffneten Krippenausstellung sind über 1.500 Krippen in allen Größen und Ausführungen zu sehen (Öffnungszeiten: ganzjährig Sa, So und Feiertag, sowie Mitte Nov. bis 1. Advent täglich und am 25. Dez. von 14-18 Uhr; ab 1. Advent bis 20. Jan. täglich 11-18 Uhr, 24. Dez. geschlossen; Gruppen nach Vereinbarung).

Die mit 8,50 Meter hohe, größte Naturwurzelkrippe der Welt wird zur Weihnachtszeit in der katholischen Pfarrkirche aufgestellt. Nahe der Wied steht die Ölmühle, älteste Mühle dieser Art im Rheinland. Gleich gegenüber  befindet sich Scheid´s Mühle. Die kurfürstliche Bann-Mühle aus dem 17./18. Jahrhundert und die Dorfschmiede sind schöne Fotomotive. Der Westerwald-Steig führt durch die Klosteranlage St. Josefshaus, dem Mutterhaus der Franziskanerbrüder in Hausen, vorbei.

Unbedingt lohnend ist aber auch ein Abstecher auf die andere Flussseite zum St. Marienhaus, dem Mutterhaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen (Gründerin „Selige Mutter Rosa“), um den von den Franziskanerinnen angelegten Kräutergarten mit biblischen Pflanzen zu besichtigen.

Etappe 16: Waldbreitbach – Bad Hönningen (12 km)

Von Waldbreitbach strebt der Westerwald-Steig nun über den Malberg und teilweise auf dem Limeswanderweg dem Rhein entgegen. Wie ein Krater wirkt der 373 Meter hohe Malberg. Doch der See in seiner Mitte ist nicht vulkanischen Ursprungs, sondern durch den bis um die Jahrhundertwende betriebenen Basaltabbau entstanden. Hier gibt es einen Basaltlehrpfad und ein Aussichtsplateau mit Kreuz, das 2004 als Zeichen des Friedens errichtet wurde. Der Wanderer kommt direkt an der Wander- und Skihütte Malberg vorbei, wo ihm Hüttenspezialitäten aus eigener Schlachtung serviert werden.

Von hier hat man einen traumhaften Ausblick über das Wiedtal.

In schneereichen Wintern kann man auf dem Malberg Ski fahren – Lift und Skihütte sind vorhanden. Der Westerwald-Steig trifft in Arienheller zwischen Rheinbrohl und Bad Hönningen auf den Rheinsteig (320 Kilometer von Wiesbaden nach Bonn) und den Limes. Hier lohnt der Besuch der RÖMERWELT mit Erlebnismuseum und attraktivem Außengelände.

Der „Limes-Romanus“, 550 Kilometer langer Grenzwall zwischen Rhein und Donau, begann in Rheinbrohl. Der Obergermanisch-Rätische Limes ist seit 2005 Welterbe der UNESCO und stellt ein herausragendes archäologisches Bodendenkmal dar. Der römische Historiker Tacitus nannte den Beginn des Limes-Romanus „Caput Limitis“ – Kopf des Limes.

Text und Bilder:
Mit freundlicher Genehmigung des Westerwald Touristik-Services, Montabaur

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit der Bahn nach Herborn (Hessen)

Anfahrt

Über die A45 und A3

Parken

In der Innenstadt von Herborn

Koordinaten

DD
50.683218, 8.303095
GMS
50°40'59.6"N 8°18'11.1"E
UTM
32U 450766 5614830
w3w 
///ausführen.gescheit.brezeln
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Ausrüstung

Witterungs- und jahreszeitlich angemessene Bekleidung und Ausrüstung und hohe Wanderschuhe. Tagestourenrucksack, Proviant, Fernglas, Fotoapparat, Handy.

Basic Equipment for Long-Distance Hikes

  • Feste, bequeme und wasserdichte Bergschuhe oder Zustiegsschuhe
  • Kleidung im Mehrschicht-Prinzip mit Feuchtigkeitstransport
  • Wandersocken
  • Rucksack (mit Regenhülle)
  • Sonnen-, Regen- und Windschutz (Hut, Sonnencreme, wasser- und winddichte Jacke und Hose)
  • Sonnenbrille
  • Teleskopstöcke
  • Ausreichend Proviant und Trinkwasser
  • Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster
  • Blasenpflaster
  • Biwaksack/Survival Bag
  • Rettungsdecke
  • Stirnlampe
  • Taschenmesser
  • Signalpfeife
  • Mobiltelefon
  • Bargeld
  • Navigationsgerät/Karte und Kompass
  • Notfallkontaktdaten
  • Personalausweis

Campingausrüstung

  • Zelt (3- oder 4-Jahreszeiten)
  • Campingkocher (mit Gas und Zubehör)
  • Isomatte, Schlafsack mit entsprechender Komforttemperatur
  • Proviant
  • Hygieneartikel und Medikamente
  • Toilettenpapier

Hüttenübernachtung

  • Hygieneartikel und Medikamente
  • Reisehandtuch
  • Ohrstöpsel
  • Hüttenschlafsack
  • Schlafklamotten
  • Ggf. Alpenvereins-Mitgliedsausweis und Personalausweis
  • Coronavirus-Maske und Handdesinfektionsmittel
  • Die Listen für die „Grundausrüstung“ und die „technische Ausrüstung“ werden auf der Grundlage der gewählten Aktivität erstellt. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dienen lediglich als Vorschläge, was du einpacken solltest.
  • Zu deiner Sicherheit solltest du alle Anweisungen zur ordnungsgemäßen Verwendung und Wartung deines Geräts sorgfältig lesen.
  • Bitte vergewissere dich, dass deine Ausrüstung den örtlichen Gesetzen entspricht und keine verbotenen Gegenstände enthält.

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Bewertungen

4,0
(1)

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Bewertung
Schwierigkeit
mittel
Strecke
225,3 km
Dauer
83:00 h
Aufstieg
4.153 hm
Abstieg
4.268 hm
Etappentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch botanische Highlights

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