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Klettersteig empfohlene Tour

Watzmannüberschreitung

· 13 Bewertungen · Klettersteig · Berchtesgadener Land
Profilbild von Nico Grund
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Nico Grund
Karte / Watzmannüberschreitung
m 2500 2000 1500 1000 500 22 20 18 16 14 12 10 8 6 4 2 km
Kann man den Watzmann an einem Tag sicher und vor allem stressfrei überqueren? Diese Frage beantworteten wir uns an einem September Wochenende selbst.
schwer
Strecke 22,2 km
13:00 h
2.465 hm
2.449 hm
2.713 hm
634 hm

Start ist 5:05 Uhr, an einem fast vollen Parkplatz an der Wimbachbrücke.

10 Minuten Gepäck anlegen und das Unternehmen Watzmann kann auf 634m. beginnen.

Richtung Watzmannhaus geht es im schein der (Hirnbirn) Stirnlampe gleich steil hoch, der Weg ist gut ausgeschildert. 

Nach zwei Stunden und zwanzig Minuten erreichen wir das Watzmannhaus auf 1928m. Bestandsaufnahme des Himmels: Die Sonne scheint und wir haben perfektes (Kaiser) Bergwetter. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es im Zickzackkurs teilweise über Geröllfelder weiter auf das Hocheck. Die Oberschenkel melden sich erstmals, meinen, sie brauchen mehr Flüssigkeit inkl. Magnesium. Der Erfinder des Trinksystems im Rucksack hat an diesem Tag den Nobelpreis verdient.

Am Hocheck auf 2675m. machen wir eine Stunde Frühstück es ist ja auch schon 9 Uhr , Danach beginnt der schönste Teil: Die Überquerung. Den gesamten Grat, vom Hocheck zu der Mittelspitze bis zu unserem Ziel, der Südspitze, kann man deutlich sehen. Doch gerade weil der Horizont so atemberaubend ist, sei an den Grat (Klettersteig) vor einem erinnert, die Strecke erfordert nämlich Trittsicherheit, auch wenn der Weg zur Südspitze ausreichend gesichert ist.

Bei 2713m. erreichen wir die Mittelspitze und legen eine kurze Verschnaufpause ein. Danach geht es weiter Richtung Südspitze. Auf diesem Weg holen wir einige Gipfelstürmer ein, die dadurch entstandene Wartezeit wird durch das Panorama entschädigt.

Die Südspitze empfängt uns auf 2712m mit einem so herrlichen Ausblick auf den grünen Königssee, dass wir uns vor dem Gipfelkreuz selbst wie Könige fühlen. Die Erhabenheit des Anblicks trägt wohl dazu bei, dass hier trotz der Fülle an Bergbegeisterter eine so ruhige Atmosphäre herrscht.

Eine ausreichende Rast hat unsere Kräfte gestärkt und nach diesem besinnlichen Moment begeben wir uns auf den schwersten Teil der Tour: Den Abstieg. Stolper- und Ausrutschgefahr sind hoch, Konzentration und Trittsicherheit werden groß geschrieben(auch wenn sie uns langsam verlassen).

Am Geröllfeld angekommen fängt der Spaß aber wieder an: Die Wanderstöcke ausgefahren bewegen wir uns in Skimanier das Feld mit gutem Tempo herab. Ein solches Geröllfeld herunter zu schleichen wäre noch anstrengender und wackeliger. Hier gilt für uns: Höhere Geschwindigkeit gleich Sicherheit.

Unten angekommen geht es über den Wimbachgries zur Wimbachgrieshütte auf 1327m.

Dort macht uns ein erfrischender Radler/Alkoholfreies Weißbier fit für den restlichen Heimweg. Kurz nach 18 Uhr stehen wir wieder auf dem Parkplatz, erledigt, mit müden Knochen und doch gut gelaunt.

Die reine Laufzeit betrug 10:15 Std.

Fazit: Eine gute Portion Grundlagenausdauer, Trittsicherheit und vor allem Lust am Wandern inkl. gesunder Lebenseinstellung sind Voraussetzung. Während des Weges sollte man den Körper maximal zu 80% belasten, der Rest sollte der Notfallreserve gewidmet sein. Dann wird das Ziel, eine sichere Watzmannüberquerung, an einem Tag gelingen.

Schwierigkeit
A/B schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Watzmann Mittelspitze, 2.713 m
Tiefster Punkt
Parkplatz Wimbachbrücke, 634 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW

Weitere Infos und Links

http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=1490

Start

Koordinaten:
DD
GMS
UTM
w3w 

Wegbeschreibung

Zustieg :

Vom großen gebührenpflichtigen Parkplatz Wimbachbrücke (634 m) südlich über den Wimbach – Forststraße in südlicher Richtung aufwärts – Abzweig nach rechts (beschildert) – Stubenalm – Mitterkaser-Diensthütte – Mitterkaseralm (Sommerwirtschaft) – Steig zur Falzalm – Watzmannhaus (1915 m)

Watzmannhaus (1915 m) - Hocheck (2651 m): Vom Watzmannhaus kurz in eine Senke absteigen und auf dem Weg in Richtung Hocheck zu den ersten Versicherungen (sog. Hochecksteig - A). Danach wieder Gehstrecke bis kurz vor den Hocheck-Gipfel, der Gipfel wird in kurzer, sehr leichter Kletterei erreicht (Stellen max. 1-).

Hocheck (2651 m) - Mittelspitze (2713 m): Von der Biwakhütte hinter dem Gipfel des Hochecks (hier legt man das Klettersteig-Set an) folgt man dem Zackengrat (A/B und A), teilweise auch kurz westlich davon (tlw. ungesichert), bis zu einer markanten breiten Platte. Über diese aufwärts (A), dann kurz ungesichert bis zu einem Gratstück (A) westlich vom Hauptgrat im Bereich eines Felsenfensters, über das kurz abgestiegen wird. Danach erreicht man ein Rampensystem (A in der Mitte kurz B) das einen zur Mittelspitze führt.

Mittelspitze (2713 m) - Südspitze (2712 m): Vom Gipfel der Mittelspitze zuerst kurz westlich, dann gleich wieder südlich am luftigen Grat abklettern (A und B), bis man westlich nach einer Rinne (A) wieder flacheres Gelände erreicht. Meist im Bereich des Grates weiter, bis man erneut im Zickzak (B und ein ausgesetztes ungesichertes Band) absteigt. Danach weiter hinunter (A – Stellen B) bis man in eine Scharte vor einem zackigen, gelben Aufschwung gelangt. Dieser schrofe Gratteil wird westlich umgangen und man erreich auf Bändern dann wieder den Grat (zuletzt A). Einen Block westlich umgehen (A), dann wieder absteigen (A) und ungesichert (Steigspuren, westl. vom Hauptgrat) weiter in eine Scharte (zuletzt A). Im Bereich des Grates (A) bzw. östlich davon auf den Gipfelblock zu (A/B). Der Gipfelblock wird westseitig (A und eine letzte kurze Stelle B) erstiegen und man steht auf der Südspitze (2712 m).

Abstieg:

Abstieg (markiert, ganz leichte Kletterstellen bzw. tlw. versichert A): Von der Südspitze zuerst auf dem Grat in eine Scharte, dann durch eine Art Schlucht auf ein Schuttfeld. Danach weiter über eine neuerliche Steilstufe auf ein Wiesenstück, nach diesem folgt eine ungute Sandrinne. Vor der letzten Steilstufe gibt es eine längere Querung, kurz auch ansteigend, danach erneut eine Rinne (Kette) in einem Latschenfeld. Querend und absteigend erreicht man schlussendlich das große Schuttfeld (Ende der Schwierigkeiten). Jetzt beginnt der lange Weg durchs Wimbachtal. Vorbei an der Wimbachgrieshütte (1326 m) und dem Wimbachschloß (937 m) erreicht man den Ausgangspunkt bei der Wimbachbrücke (634 m).

Bemerkung zum langen Abstieg: Bei Nebel im Geröll des Oberen Schönfeldes schwierige Orientierung - bei Schnee heikel (Steigeisen, Leichtpickel). Einige kurze Passagen im Schwierigkeitsgrad l- und gesicherte Stellen (A). Teilweise erhebliche Steinschlaggefahr durch höher oben steigende Kletterer (besser Helm auflassen)!

Quelle:Bergsteiger.at

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit der Bahn ab München zum Bahnhof Berchtesgaden

(2,5 Std.)

Vom Bahnhof Berchtesgaden mit RVO-Buslinie 9546 nach Ramsau, Haltestelle Wimbachbrücke (12 Min) oder mit der RVO-Buslinie 9539 zum Ausgangsort Königssee (10 Min).

Anfahrt

A 8 (München – Salzburg) bis Ausfahrt Bad Reichenhall – über die B 20 und die B 305 zur Wimbachbrücke (Großparkplatz mit Parkscheinautomat) oder A8, Ausfahrt Traunstein/ Siegsdorf – auf der B 305 (Deutsche Alpenstraße) über Inzell – Schneizlreuth – Schwarzbachwacht – Ramsau/Wimbachbrücke.

Parken

Großer gebührenpflichtiger Parkplatz Wimbachbrücke

(mehr als 4 Stunden Parkdauer  4€)

Koordinaten

DD
GMS
UTM
w3w 
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Klettersteigführer Österreich Extreme Klettersteige in den Ostalpen

Kartenempfehlungen des Autors

F&B WKD 5, Berchtesgaden - Bad Reichenhall - Königssee ÖK Blatt 93, Berchtesgaden Bayerisches Landesvermessungsamt UK 1, Nationalpark Berchtesgaden (1:25.000) Bayerisches Landesvermessungsamt UK L 4, Berchtesgadener Alpen (1:50.000).

Kartentipps für die Region

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Ausrüstung

Klettersteigausrüstung, Helm und genug zu Trinken.

Grundausrüstung für Klettersteige

  • Feste, bequeme und wasserdichte Bergschuhe oder Zustiegsschuhe
  • Kleidung im Mehrschicht-Prinzip mit Feuchtigkeitstransport
  • Wandersocken
  • Rucksack (mit Regenhülle)
  • Sonnen-, Regen- und Windschutz (Hut, Sonnencreme, wasser- und winddichte Jacke und Hose)
  • Sonnenbrille
  • Teleskopstöcke
  • Ausreichend Proviant und Trinkwasser
  • Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster
  • Blasenpflaster
  • Biwaksack/Survival Bag
  • Rettungsdecke
  • Stirnlampe
  • Taschenmesser
  • Signalpfeife
  • Mobiltelefon
  • Bargeld
  • Navigationsgerät/Karte und Kompass
  • Notfallkontaktdaten
  • Personalausweis

Technisches Equipment

  • Klettersteigset
  • Klettergurt
  • Kletterhelm
  • Klettersteig- oder strapazierfähige Sicherheitshandschuhe
  • Selbstsicherungsschlinge und HMS-Karabiner
  • Ggf. Nachsicherungsset (für Beginner und Kinder)
  • Die Listen für die „Grundausrüstung“ und die „technische Ausrüstung“ werden auf der Grundlage der gewählten Aktivität erstellt. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dienen lediglich als Vorschläge, was du einpacken solltest.
  • Zu deiner Sicherheit solltest du alle Anweisungen zur ordnungsgemäßen Verwendung und Wartung deines Geräts sorgfältig lesen.
  • Bitte vergewissere dich, dass deine Ausrüstung den örtlichen Gesetzen entspricht und keine verbotenen Gegenstände enthält.

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Bewertungen

4,6
(13)
Anja Schiffmann 
17.08.2020 · Community
Exakt so am 16.8. gemacht. Etwas früher gestartet (4:30), und durch weniger ausgedehnte Pausen um 17:00 zurück am Parkplatz gewesen. Tolle Tour und definitiv stressfrei und sicher an einem Tag zu machen.
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Gemacht am 16.08.2020
Johann Goerzen 
24.08.2018 · Community
Traumhafte Tour!
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Gemacht am 28.07.2018
Bärbel Mandl-Bachmann
18.08.2018 · Community
Traumhafte Tour!
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Samstag, 18. August 2018 14:02:29
Foto: Bärbel Mandl-Bachmann, Community
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Fotos von anderen

Samstag, 18. August 2018 14:02:29
Sonnenaufgang am Watzmannhaus
Blick aufs Watzmannhaus
Mittelspitze
+ 11

Bewertung
Schwierigkeit
A/B schwer
Strecke
22,2 km
Dauer
13:00 h
Aufstieg
2.465 hm
Abstieg
2.449 hm
Höchster Punkt
2.713 hm
Tiefster Punkt
634 hm
Rundtour Etappentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit

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