Logo DAV
Logo OEAV
Logo AVS
1 Monat gratis Pro testen Community
Sprache auswählen
Start Touren Urban Hiking Wien 2202: Lobau | Nationalpark Donau-Auen
Tour hierher planen Tour kopieren
Wanderung empfohlene Tour

Urban Hiking Wien 2202: Lobau | Nationalpark Donau-Auen

· 2 Bewertungen · Wanderung · Wien
Verantwortlich für diesen Inhalt
Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Am Großenzersdorfer Arm
    / Am Großenzersdorfer Arm
    Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
  • / Reste der einst mächtigen Donauarme
    Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
  • / Josefsteg beim Tischwasser
    Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
  • / In der Lobau
    Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
  • / Erinnerungsstein "Napoleons Hauptquartier 1809"
    Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
  • / Landwirtschaft in der Lobau
    Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
  • / "Fahrstraße" in der Lobau
    Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
  • / Mahnmal für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter an der Lobgrundstraße
    Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
m 162 160 158 156 154 152 150 6 5 4 3 2 1 km
Vom "nationalparkhaus wien lobAU" wandern wir entlang alter Donauarme zum Mahnmal der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter am Lobgrund.
leicht
Strecke 6,9 km
1:45 h
10 hm
6 hm

Wien ist eine der wenigen Millionenstädte mit Anteilen an einem Nationalpark im Stadtgebiet (weitere sind beispielsweise Nairobi und Sydney). Die rund 20 km² große Lobau (eine ehemalige Donauinsel zwischen dem vor der großen Donauregulierung schiffbaren Großenzersdorfer Arm und dem Hauptarm des Flusses gelegen) ist Teil des rund 96 km² großen Nationalparks "Donau-Auen". Die Lobau macht nicht nur rund ein Viertel der Nationalparkfläche aus, sie nimmt auch ein Fünftel der Bezirksfläche der Donaustadt ein (22. Wiener Gemeindebezirk, mit 102 km² oder rund einem Viertel der Stadtfläche selbst der größte Wiener Bezirk).

Die Lobau ist auch historischer Boden, hier findet zu Pfingsten 1809 das erste große Blutbad des modernen Artilleriekriegs statt: die Schlacht von Aspern (die Franzosen nennen sie die Schlacht in der Lobau) im 5. Koalitionskrieg gegen Napoleon. Die rund 30 Stunden dauernde Schlacht fordert 40.000 Tote und 11.000 Verwundete ; es war zu diesem Zeitpunkt die blutigste Schlacht der Menschheitsgeschichte.

Profilbild von Herbert Wagner
Autor
Herbert Wagner 
Aktualisierung: 17.03.2021
Schwierigkeit
leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Finsterbuschstraße | Zwangsarbeiter-Mahnmal, 162 m
Tiefster Punkt
Josefsteg | Tischwasser, 153 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

50 Jahre nach der Schlacht in der Lobau wurden in Erinnerung an diese etliche "Erinnerungssteine 1809" (die so genannten "Napoleon-Steine" in Form von kleinen Obelisken) aufgestellt. Eindrucksvoll beschrieben wird dieses historische Ereignis in einem Roman von Patrick Rambaud: "Die Schlacht" (Frankfurt am Main | Leipzig: Insel Verlag, 2000;  ISBN 9783458170082). Rambaud beschreibt die Schlacht von Aspern vor den Toren Wiens als Beginn des Niedergangs des napoleonischen Kaiserreichs. Er erzählt die Geschichte dieses ersten großen Blutbads des modernen Krieges aus der Perspektive verschiedener historischer Persönlichkeiten, aus der Sicht Napoleons und seiner Offiziere, aus Sicht der einfachen Soldaten und von Henri Beyle, der sich später Stendhal nannte. Im Mittelpunkt der Geschichte aber steht Baron Oberst Louis-François Lejeune (1775-1848), einem akademischen Maler (tatsächlich kämpften zahlreiche Künstler als Freiwillige in den französischen Revolutionstruppen - Compagnie des Arts), der als Adjutant von Generalstabschef Marschall Louis-Alexandre Berthier an fast allen Feldzügen Napoleons teilnimmt. Mit diesem militärhistorisch gut recherchierten Roman, der ausschließlich aus Sicht der Franzosen geschrieben ist, was angesichts der österreichischen "Geschichtsglättung" kein Nachteil ist, hat Rambaud eine Idee von Honore de Balzac aufgegriffen, der als Zeitzeuge (er war 1809 zehn Jahre alt) von der Grausamkeit dieses Kriegs tief erschüttert war. Er schildert die (angebliche) Niederlage Napoleons (in Wahrheit hat er die Schlacht nach der letztlich tödlichen Verwundung seines engsten Vertrauten und Freunds Jean Lannes abgebrochen) nicht als Ergebnis einer genialen Militärstrategie der Österreicher (letztlich hat Erzherzog Karl von Österreich-Teschen nur seine Geschütze auf dem Wagram oberhalb des Russbachs aufstellen und mit allem ins Schlachtfeld schießen lassen), sondern als Ergebnis des schwindenden Kriegsglücks von Napoleon und der Schwächung seiner Truppen durch den gnadenlosen Einsatz im Feld. Letztlich verliert in der Grausamkeit des Kriegs auch die Revolution der Aufklärung ihren Charme, und es bildet sich jener schreckliche Automatismus heraus, in dem die menschlichen Marionetten - mit der Sinnlosigkeit ihres Tuns allein gelassen - zu gefühllosen Kampfmaschinen degenerieren. Der fesselnde Roman bezieht seinen höchst beunruhigenden Realismus in der oft lapidar und harmlos anmutenden Schilderung so mancher Banalität (insbesondere, was das Heeresbeschaffungswesen betrifft): Wenn der Generalintendant Graf Daru darüber nachdenkt, wie die Tiere der Schönbrunner Menagerie zur Essensversorgung der Truppen herangezogen werden können, und dass letztlich die Tatsache, dass der Schlosspark voll von zahmen und leicht einzufangenden Eichhörnchen ist, sie vor diesem Schicksal rettet. Oder wenn dieser in seinen Überlegungen zur Notwendigkeit indigogefärbter Monturen die dunklen Abgründe nun aufgeklärter Menschenverachtung offenbart. Diese zeigt sich aber auch in der Tatsache, wie die Bewohner der von den Franzosen besetzten Stadt in dem Gemetzel vor den Toren noch ein archäisches Schauspiel sehen, in dem sich aber zum ersten Mal der industriell-kapitalistische Massenkrieg des 20. Jahrhunderts ankündigt, der keine Sieger mehr kennt.

Das Mahnmal an der Lobgrundstraße erinnert an jene Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter - zumeist Jüdinnen und Juden aus Ungarn -, die im Öltanklager Lobau als Arbeiterinnen und Arbeiter der Mineralölwirtschaft und beim Bau des Ölhafens und des Donau-Oder-Kanals (im Mündungsbereich legt das Nationalpark-Boot an, hinter dem Hubertusdamm verläuft er bis zur Großen Kothau weiter, dann ab dem "Uferhaus" beim "Übergang der Franzosen 1809" wieder bis über die Bundesstraße hinaus als so genannter "Sachsengang") ausgebeutet wurde. Ihr tragisches Ende fanden einige dieser Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter - alte Männer, Frauen und Kinder, die oft die gesamte Kriegszeit in den Lagern verbrachten - als sie bei der Flucht der deutschen Aufseher vor der heranrückenden 2. Ukrainischen Front unter dem Kommando von Armeegeneral Marschall Malinowski von diesen mit verschleppt ("evakuiert") und dann ermordet wurden (Massaker von Hofamt Priel).

Start

nationalparkhaus wien-loBAU (156 m)
Koordinaten:
DD
48.194328, 16.468848
GMS
48°11'39.6"N 16°28'07.9"E
UTM
33U 609156 5338942
w3w 
///ortskundiger.feiern.blatt

Ziel

Finsterbuschstraße | Lobgrundstraße (Busstation)

Wegbeschreibung

Dechantweg | rundumadum-Wanderweg | Dechantlacke | Naturlehrpfad obere Lobau | Josefsteg | Tischwasser | Fuchsweg | Aussichtsplattform Tischwasser | Zainethäufel | Lobaubrücke Saltenstraße | Naturlehrpfad obere Lobau | Vorwerkstraße | Fasangarten | Hoher Spitz | rundumadum-Wanderweg | Fasangartenarm | Panozzalacke | Jausenstation "Zum Knusperhäuschen" (Einkehr) | Gedenkstein 1809 "Napoleons Hauptquartier" | Lobgrund | Alte Napoleonstraße | Parkplatz Lobgrundstraße | Zwangsarbeiter-Mahnmal | Busstation Lobgrundstraße

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Bushaltestelle Raffineriestraße/Biberhaufenweg

Anfahrt

Wien ist mit öffentlichem Verkehr toll versorgt, kein Punkt in der Stadt, der nicht fußläufig mit öffentlichem Verkehr erreichbar ist. Daher kann jede Tour auch vorzeitig ab- oder unterbrochen werden. NATURFREUNDE reisen mit dem öffentlichen Verkehr an! Plane deine Fahrt mit ÖBB Scotty.

Parken

Parkplatz beim Wiener Nationalparkzentrum am Dechantweg, Parkplätze entlang der Finsterbuschstraße, Parkplatz Lobgrundstraße

Koordinaten

DD
48.194328, 16.468848
GMS
48°11'39.6"N 16°28'07.9"E
UTM
33U 609156 5338942
w3w 
///ortskundiger.feiern.blatt
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchtipps für die Region

mehr zeigen

Ausrüstung

Wohl etwas anspruchsvoller als Urban Hiking. Daher die übliche Ausrüstung für eine Wanderung im "freien Gelände": Wanderkleidung, festes Schuhwerk, Regen- und Sonnenschutz, ausreichend Getränke.

Fragen & Antworten

Frage von Nationalpark Donau-Auen · 17.03.2021 · Community
S.g. Herr Wagner, danke für den schönen Artikel. Eine Anmerkung zu diesem Satz: 'Wien ist die einzige Millionenstadt der Welt, die einen Nationalpark im Stadtgebiet hat.' Dies hält sich als Fehlinfo hartnäckig in der öffentlichen Wahrnehmung, wir ersuchen Sie aber, diesen Satz zu streichen. Richtig ist, dass Wien eine der wenigen Millionenstädte mit Nationalparkanteilen ist, ein weiteres bekanntes Beispiel ist Sydney. Liebe Grüße, das Nationalparkteam
mehr zeigen
Habe ich gerade eben richtiggestellt. Vielen Dank für den Hinweis!
1 more reply

Bewertungen

4,0
(2)
Cor Van der Linden 
08.05.2021 · Community
Schöne leichte Wanderung
mehr zeigen
Gemacht am 28.04.2021
Foto: Cor Van der Linden, Community
Foto: Cor Van der Linden, Community
Foto: Cor Van der Linden, Community
Foto: Cor Van der Linden, Community
Foto: Cor Van der Linden, Community
Foto: Cor Van der Linden, Community
Foto: Cor Van der Linden, Community
Herbert Wagner 
Wien im Regen und trotzdem angenehme Vormittagstour mit 6 Naturfreundinnen und Naturfreunden. Zum Abschluss noch beim "Roten Hiasl" am Angangspunkt.
mehr zeigen
Gemacht am 20.06.2020
Am Tischwasser
Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
Durch die Wildnis Lobau
Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
Mahnmal für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der Lobau (2020)
Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation
An der Panozzalacke
Foto: Herbert Wagner, Naturfreunde Österreich, Bundesorganisation

Fotos von anderen

+ 7

Bewertung
Schwierigkeit
leicht
Strecke
6,9 km
Dauer
1:45 h
Aufstieg
10 hm
Abstieg
6 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Einkehrmöglichkeit familienfreundlich kulturell / historisch botanische Highlights faunistische Highlights Von A nach B kinderwagengerecht

Statistik

  • Meine Karte
  • Inhalte
  • Bilder einblenden Bilder ausblenden
Funktionen
2D 3D
Karten und Wege
Dauer : h
Strecke  km
Aufstieg  Hm
Abstieg  Hm
Höchster Punkt  Hm
Tiefster Punkt  Hm
Verschiebe die Pfeile, um den Ausschnitt zu ändern.