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Klettersteig

Über Wiener Neustädter Hütte und Stopselzieher auf die Zugspitze

· 1 Bewertung · Klettersteig · Tiroler Zugspitz Arena
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Martin Soutschek
  • Im letzten Teil des Klettersteigs
    / Im letzten Teil des Klettersteigs
    Foto: Martin Soutschek, Community
  • / Talstation der Tiroler Zugspitzbahn
    Foto: Martin Soutschek, Community
  • / Wiener Neustädter Hütte
    Foto: Martin Soutschek, Community
  • / Das steilste Stück des Stopselziehers
    Foto: Martin Soutschek, Community
  • / Stau auf den letzten Metern vor dem Gipfel der Zugspitze
    Foto: Martin Soutschek, Community
  • / Blick hinunter nach Ehrwald und zur Ehrwalder Sonnenspitze
    Foto: Martin Soutschek, Community
  • / Aufstieg im Klettersteig
    Foto: Martin Soutschek, Community
  • / Durstieg durch den natürlichen Stopselzieher Tunnel
    Foto: Martin Soutschek, Community
  • / Gipfelstation der Zugspitzbahnen
    Foto: Martin Soutschek, Community
m 3500 3000 2500 2000 1500 1000 4 3 2 1 km

Über den Stopselzieher führt ein einfacher Klettersteig den geübten Bergsteiger über den kürzesten der vier Anstiege hinauf auf den Gipfel der Zugspitze.
mittel
5 km
5:00 h
1748 hm
15 hm
Der hier beschriebene Aufstieg zum Zugspitzgipfel über den Stopselzieher Klettersteig ist nach dem schönsten, aber auch schwierigsten Weg auf die Zugspitze durch das Höllental der schnellste Anstieg. Der Klettersteig ist für geübte Bergsteiger nicht schwierig, erfordert aber dennoch Konzentration und Ausdauer, denn immerhin sind knapp 1800 Höhenmeter zu überwinden. Wie bei jeder Tour auf die Zugspitze, sollte man auch hier den Anstieg in aller Form geniessen und sich bewusst sein, dass spätestens auf dem Gebäudekomplex der Bergstationen von Tiroler und Bayerischer Zugspitzbahn die Ruhe und Spannung einer sonst schönen Bergtour ein Ende hat.

Autorentipp

Es empfiehlt sich ein früher Start, da sich spätestens ab Mittag der Gipfelbereich stark mit Menschen füllt. Wer nicht am selben Tag wieder über einen der möglichen Bergwege absteigen will und auch die Bahn nicht nutzen möchte, kann im Münchner Haus übernachten.

Schwierigkeit
A/B mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Zugspitze, 2948 m
Tiefster Punkt
Talstation Tiroler Zugspitzbahn, 1225 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW

Sicherheitshinweise

Selbst wer auf ein Klettersteigset verzichten möchte, sollte zumindest einen Helm einpacken, da einiges an losem Geröll im Klettersteig herumliegt. Die Tour sollte im Sommer nur bei sicheren Wetterverältnissen ohne Gewitter Risiko begangen werden. Speziell im Frühsommer und Herbst ist aufgrund der Höhenlage von knapp 3000m immer auch mit Schnee oder Eis zu rechnen. Bei schlechtem Wetter und speziell bei Schneefall oder Übereisung des Geländes rasch heikel und schwierig.

Ausrüstung

Klettersteigausrüstung, feste Bergschuhe und warme Kleidung

Weitere Infos und Links

Webseite der Tiroler Zugspitzbahn

Wegbeschreibung

Von der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn (1225m) folgt man zunächst der Skipiste und wählt anschliessend einen Pfad durch Latschen und später Geröllfelder hinauf bis man einen Pfeiler der Bahn passiert und dann dem Steig bis zur Wiener Neustädter Hütte (2213m) folgt. Die Hütte erreicht man nach etwa 2,5 Stunden. Obwohl man den eigentlichen Klettersteig noch vor sich hat, sind hier bereits etwas über die Hälfte der Höhenmeter überwunden. Nach 10-15 Minuten erreicht man dann den Einstieg des Stopselzieher Klettersteigs, wo man sich die Klettersteigausrüstung anlegen kann. Das erste Stück des Klettersteigs ist zugleich auch das schwierigste, obwohl sich die Schwierigkeiten hier nicht über die Klettersteigbewertung B hinaus bewegen. Durch ein spektakuläres Felstor geht es am Drahtseil entlang auf Klammern steil hinauf. Nach diesem kräftezehrenden Stück wird das Gelände etwas einfacher. Immer wieder wechseln sich Gehstücke mit drahtseilgesicherten Passagen ab und es dauert eine ganze Weile, bis man schließlich die verlassenen Gebäude einer alten Seilbahnstation erreicht. Kurz danach ist man auch schon am Grat angelangt. Hier trifft man auf den Weg, der vom Zugspitzplatt, dem Sonnalpin und der Knorr Hütte auf den Gipfel führt. Diesem Weg folgt man entlang von einigen Drahtseilen, vielen Kabeln und sonstiger Infrastruktur, die für den Betrieb der Zugspitzbahnen und Gipfelstation erforderlich ist. Bevor man den eigentlichen Gipfel der Zugspitze allerdings erreichen kann, muss der gesamte Gebäudekomplex der Bergstationen und das Münchner Haus passiert werden. Wer aus dem Betonlabyrinth herausfindet und den durch ein Tor und Warnschilder abgetrennten Übergang zum eigentlichen Gipfel findet, muss sich bei schönem Wetter oft auf Wartezeit einstellen. Leider sind die paar wenigen Meter ein Flaschenhals. Da viele der Halbschuh-Touristen, die mit der Bergbahn hinauf gekommen sind auch zum Gipfelkreuz wollen, wird die kurze Leiter und die paar Drahtseile bis zum höchsten Punkt Deutschlands nochmals zur Geduldprobe.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Zug bis nach Ehrwald und von dort in der Sommer- und Wintersaison mit dem Bus direkt bis zur Talstation der Tiroler Zugspitzbahn

Anfahrt

Am nördlichen Ortseingang von Ehrwald der Beschilderung zur Tiroler Zugspitzbahn folgen und etwa 3,5 km den Berg hinauf bis zum Parkplatz. Genauere Anfahrtsberschreibungen auch direkt auf der Webseite der Tiroler Zugspitzbahn

Parken

Grosser Parkplatz an der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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4,0
(1)
Benedikt Hofrichter
03.01.2020 · Community
Die letzte Tour für das Jahr 2019 - und damit meine erste Tour auf die Zugspitze. Der Start war zusammen mit einem Spezl um 7:30h am menschenleeren Parkplatz der Tiroler Zugspitzbahn, dann gings pünktlich zum Sonnenaufgang die verschneite Piste nach oben. Am Anfang war der Schnee noch schön hart, obenraus wurde es dann unangenehmer und anstrengender, wir sanken immer wieder teils schienbeintief ein. Kurz vor Beginn des Gamskares machte mein Kamerad langsamer, er hatte Rückenprobleme. Wir trennten uns, er wollte wenigstens in seinem Tempo hoch zur ersten Stütze der Seilbahn touren und danach umkehren. Ich harvesterte mich über das Kar und in die Latschen hinein, im Nachhinein wäre es aber besser gewesen, der Rinne weiter zu folgen und dann im hinteren Teil nach links über noch unbedeckte Schuttfelder nach oben hin zurückzuqueren. So folgte der langwierige Kampf in den Latschen, teilweise brach ich hüfttief durch und drückte mich mit den Stöcken wieder raus. Im steilen Endstück zum ersten Plateau wurde es dann besser, der Harschdeckel einer Skispur hielt einigermaßen, zudem nutze ich ein steiles, unbedecktes Schuttfeld. Auf dem Plateau/unter der Felswand wandte ich mich nach einer kurzen Verschnaufpause in Richtung der baulichen Anlagen und wollte um diese Ecke auf den Steig, der vom Eibsee herzieht, gelangen. Auf der Schulter angekommen ergab sich ein nicht so prickelndes Bild auf ein steiles Schneefeld, welches ich nicht queren wollte. Ich stieg also wieder zurück, ging unter Wand zurück und legte die Steigeisen an. Danach ging es zurück ins Kar, und in diesem weiter nach oben bis hin zum Wegweiser. Es folgte eine kurze Querung eines weiteren Schneefeldes bis zur ersten Stütze der Seilbahn. Anscheinend ist das aber, zumindest im Sommer, nicht der richtige Weg. Mangels Trassierung stieg ich zum Lawinengitter und dem Grat dahinter nach oben um mir einen Überblick zu verschaffen. Es ergab sich für mich als logisch, ein weiteres großes Schneefeld zu queren, und tatsächlich tauchten dann die ersten Versicherungen auf. Es folgten weitere anstrengende Querungen, der Schnee war teils knietief, aber mit dem Pickel und den Steigeisen konnte ich wunderbar arbeiten. Um Elf war ich an der Hütte, jedoch hatte mich der Schnee schon viele Körner gekostet. Es gab eine Handvoll Studentenfutter und ein paar Kaminwurzen, dazu einen Riegel. Den Verlauf des Klettersteiges konnte ich nicht klar erkennen, aber bei näherer Betrachtung erschloss sich auch hier wieder eine logische Linie. Um zwanzig nach Elf stand ich dann, schon einigermaßen angestrengt, vor dem Einstieg. Es folgte schweißtreibende Wühlarbeit, immer wieder abgewechselt von kurzen Verschnaufern. Der Stopselzieher selbst war noch nicht ganz mit Schnee gefüllt, trotzdem umging ich ihn. Der Schnee war teilweiße wunderbar kompakt, wechselte sich aber immer wieder mit Pulverschneelinsen ab, in denen das Steigen natürlich verdammt anstrengend war. Ich bereute währenddessen meine Entscheidung, im jugendlichen Enthusiasmus meine kleine PocketRocket mit Gaskartusche, Titan-Topf, Tasse und Kaffeepulver mitgenommen zu haben. Schließlich wollte ich meinen Bergfreund oben am Gipfel mit einem frischen Kaffee überraschen. Ich glaube, wenn man dann eh schon fertig ist, wiegt solche „Ausrüstung“ für den Kopf schwerer als wie tatsächlich für den Körper. Die gesamte Zeit über rieselte Schnee und Eis hinunter, ansonsten herrschte absolute Ruhe, nur die Seilbahn konnte man ab und an vorbeischweben hören. Teilweise fand ich hier zu einem guten Rhythmus aus „Rechte Hand Pickel rein, linke Hand Finger in den Schnee, rechter Fuß zieht nach, linker Fuß folgt“. Vor dem inneren Auge zogen Bilder eines Ueli Steck vorbei, der sich mit zwei Eisgeräten mit der, oder einer ähnlichen, Technik eine Flanke hocharbeitet. Zack Zack Zack Zack. Dumm nur, dass ich nicht Herr Steck bin (möge er in Frieden ruhen), noch dass hier solide Verhältnisse herrschen, noch dass ich zwei taugliche Eisgeräte sondern nur einen Pickel habe. Die letzten hundert Höhenmeter zum Grat hinauf verlor ich die Versicherungen aus den Augen, bzw. konnte keine mehr erkennen. Anstatt nach dem unmittelbaren Ende des letzten von mir passierten Seiles nach links in Richtung alte Seilbahnstation zu queren, stieg ich fast direkt in Richtung Grat. Das Gelände steilte sich in einer Rinne nochmal auf, der Schnee verlor auch an Konsistenz. Hier hatte ich mich gnadenlos überschätzt, die Wadln machten dicht und ich pumpte aber mal so richtig. Es folgte ein kurzer innerer Monolog: „Du Idiooooot!“ – „Ich weiß. Aber es hilft ja jetzt nichts. Irgendwie muss das jetzt gehen.“ – „Oh man. Du bischt am Arsch, Junge. Du kriegst die Haxen nicht mehr hoch, Du trittst nach oben und rutscht immer wieder zurück und über die Felsen kommst Du zur Seite auch nicht mehr aus der Rinne raus. Außerdem, hab ich schon erwähnt dass sich der Muskelkater vom Bouldern wunderbar mit dem Schneeschwimmen ergänzt?“ – „Jo. (ich stelle den Rucksack auf ein kurzes Podest und krusche nach einem Riegel) Hier ist noch ein Riegel, den hab ich von der Mama zum Nikolaus bekommen. Der wird’s richten müssen“. Ich brösle also den Riegel weg und lutsche aus meiner Wasserblase. Danach geht’s tatsächlich die letzten Meter leichter voran, bis die finalen zwei Meter unmittelbar unterhalb des Grates mit der Seilversicherung kommen. Sehr vorsichtig und angespannt wird dieser heikle Ausstieg angegangen, bevor ich mich wie ein Ertrinkender an die Reling klammere. Endlich in der Sonne angekommen sieht der weitere Weg nicht mehr so weit aus, dennoch brauche ich noch eine gute halbe Stunde bis ich final um 14 Uhr die Treppe zu den Terrassen hinaufschnaufe und mich Menschen in ihren „The North Face“ Daunenjacken hinter blaugetönten Sonnenbrillen anstarren wie den Flitzer im Fussballstadion kurz dem Endspiel der WM 2010. Irgendwie lustig mitanzusehen, trotzdem hat man auch ein wenig Mitleid mit dem Tüp, der seine Befriedigung darin suchen muss, nackt auf den Platz zu rennen bzw. im Winter durch den Stopselzieher zu keuchen. Es ertönt Chartmusik aus den Boxen, kein Vergleich zum Rieseln der Eiskristalle in der Wand, und Asiatinnen in Cardigans, Dreiviertelhosen und schwarzen Stiefeln schießen lachend Selfies vor dem Gipfelkreuz bevor sie wieder zähneklappernd in Richtung Treppe huschen. Ich stelle mich an die Wellblechwand und verstaue die Steigeisen, den Klettergurt mit der Rastschlinge und die dicken Handschuhe (Black Diamond Guide, extra dafür gekauft, jeden Cent wert) im Rucksack und schnalle den Pickel hintenauf. Zwei ältere Damen fragen belustigt ungläubig ob ich wirklich „hochgegangen“ sei, ich antworte mit einem schlichten „Ja, über den Klettersteig“ und schwöre mir insgeheim, weniger zu träumen und endlich einen vernünftigen Schnee- und Lawinenlehrgang zu besuchen. Klar, auf lawinenwarndienst-bayern.de war die Gefahrenstufe mit Zwei angegeben, aber ein bisschen Ahnung, was denn „störanfällige Triebschneeschichten“ und „Zudem ist die Basis der Schneedecke an schattigen Hängen aufbauend umgewandelt und nur schwach verfestigt“ im konkreten Fall für eine Tour wirklich bedeutet, sollte man schon haben. Auch wenn ich nie instinktiv den absoluten Moment der Angst vor dem Abrutschen auf einem Schneebrett hatte, so will ich es aber in Zukunft im Schnee besser angehen was die Informations- und Beurteilungslage angeht und mich nicht nur auf meinen umkehrenden Spezl verlassen („Ich bin die Tour schon an zwei Silvester gegangen [bei knöchelhohem Schnee, stellte sich bei der Heimfahrt heraus]). Die 1800 Höhenmeter sind im Sommer zudem ganz angenehm als Halbtagestour zu betrachten, bei dem Schnee verbrennt man sich aber ohne Schneeschuhe schon im unteren Teil und muss dann obenraus schon hart beißen – wieder eine Sache, die ich jeden Winter vergesse. Was ich auch vergessen habe, ist die Abneigung gegenüber Schifahrern, die nicht mal beim Warten auf die Gondel (wenn man denn endlich die Tiroler Bahn gefunden hat) aufhören können, mit ihren Go-Pros jeden feuchten Furz zu filmen und dabei die Wege blockieren. Was hat man denn davon? Als ob sich das noch jemand anschauen würde, und in ein Tourenbuch kann man das erst recht nicht kleben. Aber was solls. Der eine haut sich den Berg runter, der andere haut sich hoch, beide haben ihren Spaß dabei und fahren gleich zufrieden heim. Letztendlich konnte ich bei der Abfahrt mit der Gondel auch auf meine Spur blicken, und ein wenig Stolz hatte ich schon, als da ein kleines Kind an der Hand vom Vater an der Scheibe steht, auf die Spuren deutet und frägt: „Papa, wer ist denn da hochgewandert?“ und der Vater sagt „Irgendwer Fittes, schau mal wie steil das ist“. Na, wenn der wüsste. Hoffentlich fängt der Kleine nicht auch zum Träumen an…
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Gemacht am 31.12.2019
Foto: Benedikt Hofrichter, Community
Foto: Benedikt Hofrichter, Community
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Fotos von anderen

+ 3

Bewertung
Schwierigkeit
A/B mittel
Strecke
5 km
Dauer
5:00h
Aufstieg
1748 hm
Abstieg
15 hm
Streckentour Einkehrmöglichkeit Bergbahnauf-/-abstieg

Statistik

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