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Teufelsgrat (Arête du Diable) - spektakuläre Grattour auf den Mont Blanc du Tacul

· 3 Bewertungen · Alpinklettern · Montblanc-Gruppe
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DAV Sektion Teisendorf Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Teufelsgrat (Arete du Diable) - Übersichtsbild mit Route - Topo
    Teufelsgrat (Arete du Diable) - Übersichtsbild mit Route - Topo
    Foto: Stefan Stadler, DAV Sektion Teisendorf
m 4800 4600 4400 4200 4000 3800 3600 3400 3200 3000 10 8 6 4 2 km Refuge des Cosmiques Mont Blanc du Tacul Ostgifpel Mont Blanc du Tacul Breche Chambert … Teufelsgrat Übergang Fels-Eis bzw. Randkluft Rifugio Torino
Die Arête du Diable (Teufelsgrat) ist eine der teuflischsten Grattouren am Mont Blanc und in den gesamten Alpen. Ehrlich!
schwer
Strecke 10,3 km
15:00 h
1.500 hm
1.200 hm
4.248 hm
3.371 hm

Ganz im Ernst: Wenn ich nach meiner schönsten Klettertour befragt werde, dann muss ich keine Sekunde überlegen: der Teufelsgrat, die Arête du Diable! Als ob es nicht schon beeindruckend genug wäre, an diesem Grat mit seinen steilen Flanken links und rechts entlang zu klettern. Jetzt versperren uns auch noch fünf Türme den Weg: Die Pointe Chambert, Pointe Médiane und Pointe Carmen sind zwingend zu überklettern, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Nur das erste Horn, die Corne du Diable und der letzte Zapfen, die Isolée, sind nicht obligat. Das Wort „exponiert“ bekommt auf dieser Überschreitung eine ganz neue Bedeutung: Links und rechts geht es mehrere hundert Meter nach unten, bis sich die Granitwände in zerklüfteten Gletschern verlieren. Auf den Türmen fällt es auch vorne und hinten steil ab in die Scharten. 

Der Arete du Diable (Teufelsgrat) ist eine der ganz großen Grattouren am Mont Blanc und den Westalpen.

Weitere, meist nicht ganz so teuflische Türme, findest du hier.

Autorentipp

In Chamonix gibt es so viele tolle Tourenmöglichkeiten deshalb unbedingt Zeit für einen längeren Aufenthalt im Gebiet nehmen!
Profilbild von Stefan Stadler
Autor
Stefan Stadler 
Aktualisierung: 01.06.2022
Schwierigkeit
V, 5a schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
Mont Blan du Tacul, 4.248 m
Tiefster Punkt
Refugio Torino, 3.371 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW
Zustieg
700 m, 4:30 h
Wandhöhe
500 m
Kletterlänge
200 m, 8:30 h
Abstieg
650 m, 2:00 h
Standplätze
mit Umlenkungen zum Abseilen, mobile Sicherungsmittel
Zwischensicherung
Normalhaken, mobile Sicherungsmittel
Seillänge
2 x 50 m
Anzahl Expressschlingen
8
Erstbegehung
noch ergänzen

Wegearten

Höhenprofil anzeigen

Sicherheitshinweise

Die 5 Türme (Corne du Diable, Pointe Chambert, Pointe Mediane, Pointe Carmen, Isolee) sind alle über 4000m hoch und deshalb müssen sehr gute Bedingungen abgewartet werden. Bei starkem Westwind muss von der Tour auf Grund der extremen Exponiertheit dringend abgeraten werden!

Wenn du dich von der Pointe Chambert abgeseilt hast, ist kein Umkehren mehr möglich!

Auf Grund der sehr langen Gesamtlänge der Tour muss eine entsprechend gute Kondition bei den Aspiranten für die Tour vorhanden sein.

Weitere Infos und Links

 Video Besteigung der Pointe ChambertTouristinfo Chamonix, Aiguille du Midi, Rifugio Torino, aktuelle Tourenverhältnisse , Mehr vom Autor findet ihr auf seiner Homepage und aktuelles von ihm auf FB.

Start

Rifugio Torino (3.372 m)
Koordinaten:
DD
45.845663, 6.933306
GMS
45°50'44.4"N 6°55'59.9"E
UTM
32T 339527 5078976
w3w 
///selbstständig.festlegt.sobald
Auf Karte anzeigen

Ziel

Refugio Cosmipues

Wegbeschreibung

Wir starten sehr früh vom Rifugio Torino und gehen zum Cirque Maudit. Man geht fast bis ganz an den "Talschluss" nach hinten wo rechts der Gletscher am weitesten nach oben reicht (ca. 45°) und überwindet an ein einer geeigneten Stelle die heikle Randkluft. Der anschließende Fels ist nur kurz brüchig und wird bald fester. In logischer Linie steigt man an der Flanke anfangs rechts und dann später links haltend aufwärts. Hier kann zur "Originalroute" in die Rinne gequert werden, der man bis zum Col du Diable folgt. Man kann aber auch in meist festem Fels und objektiv sicher den Grat östlich (rechts) eines markanten Gendarmen erreichen. Dann gelangt man durch eine Querung im Eis/Firn auf der Nordseite (55°) ebenfalls zum Col du Diable. Man folgt nach dem Firngrat eine Rinnen auf der man auf der Südostseite (links) den Corne du Diable (ersten Turm) zum Einstieg umgeht.

Hier kann man als Fleißaufgabe die Corne du Diable am Nordwestgrat (IV) besteigen. Die Pointe Chambert muss überklettert werden und startet gleich sehr anspruchsvoll. Der Riss auf der Einstiegsplatte dürfte die Schlüsselstelle der Tour sein. Dann hält man sich rechts auf die Kante und klettert in leichterer Kletterei auf den Gipfel und flach bis ganz hinten zum Stand (2 BH), an dem man sich in die Breche Mediane abseilt. Eine leichte Seillänge führt an der Schneide und dann am Fuße der Pointe Mediane entlang bis unter die große Verschneidung. Die erste Seillänge ist eine wirklich tolle Kletterei: 15m nach oben, dann eine Querung (SH) nach rechts, die schwierig aussieht, sich aber sich gut auflöst. Dann geht es nochmal einen schönen Riss (fixer Friend) bis zum Podest rechts der Kante nach oben (Köpflschlinge). Von hier die sehr luftige Kante ein paar Meter rauf, oder ein Stück auf dem Band nach rechts und dann nach oben wieder zur Kante. Jetzt links ein Stück abklettern bis man nach links die große Verschneidung queren kann und auf dem Podest einen Stand baut. Zwei kraftraubende Risse nach oben und man sieht die zwei Felsenfenster. Wir müssen durch das linke nach oben. Das Problem ist, dass man sich irgendwann nicht mehr umdrehen kann um die Tritte zu sehen, deshalb evtl. den Rucksack nachziehen. Am Stand in wenigen Zügen auf den Gipfel. Zurück zum Stand und abseilen. Direkt unten an der Breche Carmen befindet sich der Einstieg zur Pointe Carmen. Die ersten Meter liegen meist im Schatten und sind deshalb oft mit Schnee und Eis bedeckt. Leicht rechts haltend geht es an Rissen nach oben auf ein Podest an dessen Ende man Stand macht. Jetzt nicht wirklich schwierig weiter bis zum Abseilstand (2 BH). Nur die letzten Meter, die scharfe Felsschneide bis ganz auf den Gipfel sind schwieriger. Weiter geht es von der Breche Diable über Blöcke ausgesetzt (II) und dann in einer Rinne am Fuße der Isolee entlang. Der letzte "Teufelsturm" kann optional (V) bestiegen werden.

Der weitere Weg führt in der Nähe des Grates weiter, wobei 2 Gendarmen nordseitig (rechts) umgangen werden. Immer in leichter Kletterei (II wenige Stellen III-) folgen wir den logischen Weg und verlassen den Grat nach rechts in die Flanke. Wir erreichen wieder einen Grat, der uns zum Ostgipfel führt. Dieser wird nördlich (rechts) umgangen und man geht am Firngrat rüber zum Hauptgipfel. Berg Heil!

Der Abstieg über den Normalweg führt nach Nordwesten über den felsigen Gipfelaufbau (II), der an den schattigen Stellen immer vereist ist. Nun am Rücken weiter flach absteigend nach Westen und dann nach Norden in den langen steilen Hang hinunter zum Col du Midi. Hier dürfte immer gespurt sein, sollte keine Spur sein ist die Suche durch die Spalten schwierig und gefährlich. Wir erreichen das Col du Midi und gehen im Linksbogen auf die bereits sichtbare Refugio Cosmiques. Wenn man hier zum Abendessen ankommt, war man richtig gut!

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Anfahrt

Man verlässt die Autobahn in Martigny und folgt den Wegweisern über den Col de la Forclaz nach Chamonix.

Parken

Der gebührenpflichtige Parkplatz "Grepon" (13,50 EUR/Tag Stand 2015) liegt gegenüber der Talstation der Seilbahn Aiguille du Midi. Man kann versuchen irgendwo in der Nähe eine Parkplatz zu finden, aber ein Strafzettel zu riskieren lohnt sich nicht.

Koordinaten

DD
45.845663, 6.933306
GMS
45°50'44.4"N 6°55'59.9"E
UTM
32T 339527 5078976
w3w 
///selbstständig.festlegt.sobald
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Mont Blanc Classic und Plaisir vom Verlag Idea Montagna; DAV Gebietsführer Mont-Blanc-Gruppe von Hartmut Eberlein, zu bestellen bei freytag & berndt

Kartenempfehlungen des Autors

IGN Karte Nr 3630 Chamonix 1:25000 erhältlich bei freytag & berndt

Ausrüstung

Hochtouren und Kletterausrüstung mit Steigeisen, 2-4 Eisschrauben, Pickel, Satz Keile, Camalots 0,2-3

Fragen & Antworten

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Bewertungen

5,0
(3)
Markus Dürnberger 
26.09.2021 · Community
Gemacht am 11.06.2021
Foto: Markus Dürnberger, Community
Ulli Gunde 
19.07.2017 · Community
Sensationell hilfreiche Tourenbeschreibung, großartige Tour! Dank der eingezeichneten Tourenverläufe in den Bildern und dem Track war die Navigation ein Kinderspiel. Vielen Dank an den Autor für die gemachte Mühe! Im Blog gibt es die ganz persönlichen Eindrücke zum Nachlesen: http://ulligunde.com/2017/07/mimimi-mimimimimimi-teufelsgrat-mont-blanc-du-tacul/
mehr zeigen
Gemacht am 16.07.2017
Der Abend zuvor...
Foto: Ulli Gunde, Community
Sonnenaufgang am Grat im Sturm.
Foto: Ulli Gunde, Community
Der Teufelsgrat am Mont Maudit gespiegelt.
Foto: Ulli Gunde, Community
Die 5b-Verschneidung.
Foto: Ulli Gunde, Community
Der Quergang zur Abseilstelle zur Pointe Carmen.
Foto: Ulli Gunde, Community
Der lange Weg zum Gipfel.
Foto: Ulli Gunde, Community
Tiefblick hinunter auf den Teufelsgrat.
Foto: Ulli Gunde, Community
Ufos gibts auch in Chamonix.
Foto: Ulli Gunde, Community
Sonnenuntergang.
Foto: Ulli Gunde, Community
Elisabeth Huber
25.09.2016 · Community
Vielen Dank für das Topo und die guten Infos zur Tour!
mehr zeigen
Gemacht am 24.09.2016

Fotos von anderen

+ 6

Bewertung
Schwierigkeit
V, 5a schwer
Strecke
10,3 km
Dauer
15:00 h
Aufstieg
1.500 hm
Abstieg
1.200 hm
Höchster Punkt
4.248 hm
Tiefster Punkt
3.371 hm
aussichtsreich geologische Highlights Gipfel-Tour Wand Grat Platte Abstieg zu Fuß Von A nach B

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Karten und Wege
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  • 6 Wegpunkte
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