Sarner Scharte: Nordwind
Um diese anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tour zu meistern, braucht es eine ausgefeilte Plattenklettertechnik sowie viel Übung mit Überhängen und nicht zu vergessen einen kühlen Kopf. Gleich in der zweiten Seillänge kann man in einer steilen Platte den eigenen Umgang mit kleinen Leisten unter Beweis stellen. In der dritten Seillänge wartet das markanteste Dach der Sarner Scharte darauf, in athletischen Zügen erklommen zu werden. Diese dritte Seillänge kann dank der Normalhaken der „Schönen Aussicht” auch technisch geklettert werden (A1). Ab der dritten Seillänge wird die Schwierigkeit um einige Grade leichter, dafür sind die Abstände zwischen den Absicherungen teilweise recht weit. Die gesamte Tour verläuft über guten kompakten Fels.
1. [35 m, 6b, 4 BH]: Der Rinne folgen, bis man rechts den BH sieht. Von hier aus senkrecht über die Platte bis zum geneigten breiten Kamin. Stand bei einem BH und einem NH.
2. [23 m, 7c, 9 BH]: Über das kleine Dach dem Riss in die Platte folgen. Mit jedem Zug in der Platte nimmt die Schwierigkeit zu bis zur Schlüsselstelle kurz vor dem Hängestand an zwei BH.
3. [25 m, 7c, 8 BH]: Nun kommt die Schlüssellänge über die Schwachstelle im Überhang. Das Dach ist athletisch und ausdauernd; es folgt eine kleingriffige Platte. Das Dach kann dank der NH der „Schönen Aussicht” auch technisch geklettert werden.
4. [35 m, 6b, 5 BH]: Leicht links haltend senkrecht weiter über Platten bis zum Stand mit zwei BH auf einer kleinen Stufe.
5. [35 m, 6b+, 4 BH]: Links vom Stand dem Riss folgen bis zu einer queerenden Rinne. Die Rinne überqueren und über die Platte dahinter weiter über ein kleines Dach klettern, bis zum Stand. Dies ist auch der Stand der „Sarner Verschneidung”, „Die Drei Siebe des Sokrates” und der „Schöne Aussicht + Steinkötter”.
6. [35 m, 6b+, 5 BH]: Senkrecht über kleine Leisten weiter über ein kleines Dach bis zu einem Band am Beginn des „Katzenbuckels”, auf dem sich der Stand befindet.
7. [30 m, 6b+, 6 BH]: Über den Riss links weiter in die Platte empor klettern bis zum Stand. Die Tour geht nun in die gemeinsamen Ausstiegsseillängen des Steinkötterpfeilers über.
8. [50 m, IV]: Den Grat entlang auf nicht mehr ganz festem Fels über mehrere gestufte Auf- und Abschwünge bis zum Stand an einem Spit neben einem auffälligen Riss.
9. [40 m, IV+, 1 NH, 1 BH]: Leicht links zum sichtbarem schwarzem Seil an NH und dann über die Verschneidung nach oben, den Haken und BH folgend, bis man auf einen Absatz kommt, wo 2 BH den Stand markieren.
10. [30 m, VI, 2 NH, 1 BH]: Der schönen Rissverschneidung in toller Kletterei nach oben und nach einem Band wiederum über den Riss nach oben und weiter bis zum Gipfelkreuz. Letzte SL kann auch links über große Blöcke und mit mobilen Sicherungsgeräten abgesichert umgangen werden (30 m IV). Achtung starker Seilzug!
Autorentipp
Wiederholer sollten sich nicht die Ausgezeichenten Kuchen des Almschank Tengler entgehen lassen. Die Alm befindet sich gleich oberhalb des Parkplatzes und ist im Sommer nachmittags ab 13.30 Uhr geöffnet.
Nach erfolgreicher Klettertour am Heimweg kommt man hier eigentlich nicht vorbei, ohne Einkehr zu halten. Im Laufe der Zeit hat es sich eingebürgert, dass Kletterbegeisterte von nah und fern hier ihr verdientes Bier getrunken haben und dabei ihre Abenteuer und Geschichten erzählt haben. Dies erkennt man auch an den Bildern im Inneren der Hütte, welche die Geschichte der Kletterei auf der Scharte widerspiegeln.
Wegearten
Höhenprofil anzeigenEinkehrmöglichkeiten
Hofschenke TenglerSicherheitshinweise
Länge: 10 SL / 325 m
Schwierigkeit: 7c (7a+)
Qualität der Absicherung / Allgemeine Schwierigkeit: R1/II
Beschreibung der Absicherung: Die schwierigeren Seillängen sind mit Bohrhaken gut abgesichert (teilweise weite Abstände). Die leichteren Seillängen haben alpinen Charakter mit guten Absicherungsmöglichkeiten.
Felsqualität: Sehr gut
Rückzug im Notfall über die Route jederzeit möglich
Weitere Infos und Links
Online-Kletterführer: www.alpenverein.it/redrocks
Tourismus Verein Sarntal: https://www.sarntal.com/
Start
Ziel
Wegbeschreibung
Zustieg: Vom Parkplatz hinter dem Riedlerhof der Wegmarkierung Nr. 3 folgend über einen breiten Weg an einem Teich vorbei bis zum Hofschank Tengler (20 min).
Links vom Tengler vorbei immer den Schildern (3) folgend ein bisschen steiler über einen Waldweg bis zum „Larchrastl”, einer Kreuzung, bei der der Weg 3 nach rechts weiterzieht (50 min). Hier dem Weg 3B geradeaus folgen.
Den Weg 3B bis zu einer Anhöhe mit Wetterkreuz („Außerer Herr”) folgen, wo er in den Weg 3A mündet (1h). Hier bergauf nach rechts den Weg Nr. 3A weitergehen.
Erst über einen Waldweg bis über die Waldgrenze, wo der Weg in einen Steinweg übergeht, konstant mäßig steil bergauf, bis der Weg allmählich rechts weg flacher wird und den Hang quert. Hier hat man schon einen großartigen Einblick in die Westwand und man kann das Gipfelkreuz gut erkennen.
Auf dem Weg erreicht man bald einen Bildstock, der sich nach drei Seiten öffnen lässt und eine Übersicht der Kletterrouten und Topos beinhaltet. Später erreicht man eine kleine Quelle mit Trog, den „Brunnleit Brünnl” (1 h 40 min). Dies ist die letzte Wasserstelle, auch auf dem Abstieg gibt es bis hier kein Wasser!
Vom Bildstöckl den Weg etwa 100 m bis zu einer Stelle absteigen, an der eine mit Geröll und Blöcken gefüllte Rinne bis zum Weg herunterreicht. Hier in direkter Falllinie zum Gipfelkreuz über die Rinne bergauf über Geröll und große Blöcke bis zum Wandfuß aufsteigen. Dem Wandfuß entlang in Richtung Norden folgen und eine weitere mit Geröll gefüllte Rinne überqueren. Direkt nach der Rinne weiter bis zum Wandfuß hochsteigen. Bei einer großen Platte mit grasigen Rissen nach dem Normalhaken mit alter Schlinge Ausschau halten. Einstieg befindet sich darunter. (20 min)
GPS Koordinaten Einstieg: 46.64967,11.40606
Abstieg: Vom Gipfelkreuz auf dem flachen Gipfelplateau den großen Steinmännchen links Richtung Süden folgen bis sich ein Pfad bildet, der runter zum Schartl und der Biwakhütte führt (10 min).
Am Schartl Richtung Westen auf einem steinigen Weg über Serpentinen eine steile Rinne bergab der Markierung Nr. 3 folgen bis man zu einer Kreuzung kommt. Hier nach rechts auf den Weg Nr. 3A abbiegen, welcher zurück zur Quelle führt (45 min). Von hier aus auf demselben Weg wie beim Zustieg absteigen (Wege 3A, 3B, 3). ca 1 h 40 min bis zum Parkplatz.
Öffentliche Verkehrsmittel
Mit Linie 150 (Bozen - Sarntal) bis zur Haltestelle "Straßmann". Dort dem Wanderweg Nr.18 und dann Nr.3 bis zu Parkplatz "Riedl" folgen (ca 1.5h)
Siehe: https://www.sii.bz.it/
Anfahrt
Von Bozen ins Sarntal. Kurz vor Sarnthein bei der Tankstelle rechts Richtung Steet/Riedelsberg abzweigen. Der schmalen Straße folgen und dann rechts zum Riedlerhof abzweigen.Parken
Oberhalb des Riedlerhofs auf dem Parkplatz parken.
GPS Koordinaten Parkplatz: 46.64202, 11.3838
Koordinaten
Buchempfehlungen des Autors
Online-Kletterführer: www.alpenverein.it/redrocks
Kartenempfehlungen des Autors
Buchtipps für die Region
Ausrüstung
Normale Alpine Ausrüstung (NAA), 9 Expressschlingen und einige kleine Friends
Zur NAA (Normale Alpine Ausrüstung) gehört u.A.:
• 2 x 60 m Halbseil
• Helm, Gurt, Rucksack, Kletterschuhe usw.
• ausreichend Schlingen (2) und HMS-Karabiner (4) zum Standbauen
• Sicherungs- und Abseilgerät
• Set Friends von 0.3 bis 3 (Größen beziehen sich auf Black Diamond der Serie C4 oder X4)
• Sortiment Klemmkeile
• verlängerbare Expressschlingen (6)
• Hammer und einige Haken
• einige Kevlarschlingen
• Erste-Hilfe-Set, Handy, Biwaksack, Stirnlampe
Statistik
- 6 Wegpunkte
- 6 Wegpunkte
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