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Rheinhessische Brauereien

Mountainbike · Rheinhessen
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Jörn Grünhagen
  • ehm. Mainzer Actien Bierbrauerei
    ehm. Mainzer Actien Bierbrauerei
    Foto: Jörn Grünhagen, Community
m 200 150 100 50 80 70 60 50 40 30 20 10 km

Eine Rundtour zur Geschichte der Brauereien in Mainz und Umgebung.

Die Rundtour beginnt in Mainz-Finthen und verbindet vier rheinhessische  Brauereien. Es geht zur „1. Mainzer Gasthausbrauerei“ in der Mainzer Innenstadt, dem „Brauhaus Castel“ in Mainz-Kastel, dem „Rheinhessenbräu“ in Mainz-Ebersheim und dem Brauhaus „Goldener Engel“ in Ingelheim.

Ergänzt wird die Rundtour zu den ehemaligen Brauereien in der Mainzer Innenstadt: Mainzer-Aktien-Bierbrauerei, Schöfferhof-Brauerei, Altmünsterbrauerei, die Sonnenbrauerei, das Brauhaus Zum Goldstein, das Brauhaus „Roter Kopf“ und die Rheinische Bierbrauerei.

mittel
Strecke 82,6 km
5:04 h
399 hm
402 hm
239 hm
77 hm

„Cervisiam bibat“ - Man trinke Bier! empfahl Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert in ihrer naturkundlichen Schrift „Causae et Curae!“ 

In Mainz hatten im 19. und frühen 20. Jahrhundert rund 40 Bierbrauereien ihren Sitz. Es handelte sich hierbei überwiegend um Gasthausbrauereien. Durch die Industrialisierung entstanden aber auch Großbrauereien. Die größte Brauerei war hierbei die Mainzer-Aktien-Bierbrauerei. Aber auch die Schöfferhof-Brauerei, das Brauhaus Zur Sonne, die Altmünster Brauerei und die Rheinische Bierbrauerei waren über die Stadtgrenze hinaus bekannt. 

Die kleinen Gasthausbrauereien unterlagen den wirtschaftlichen Entwicklungen und verschwanden nach und nach aus dem Stadtbild und mit der Schließung der Sonnenbrauerei 1992 endete die große Ära der weitgehend unbekannten Mainzer Bierkultur.

Seit 30 Jahren entstehen jedoch wieder kleinere Brauereien überwiegend als regionale Gasthausbrauereien. Das Aufkommen des "Craft"-Bieres verstärkt diesen Trend.

So gibt es in und um Mainz wieder  „neue“ Gasthausbrauereien: die 1. Mainzer Gasthausbrauerei, das Brauhaus Castel, das Rheinhessen-Bräu und der Goldene Engel in Ingelheim.

Die Rundtour beginnt in Mainz-Finthen und verbindet die vier genannten „neuen/aktiven“ Brauereien. Es geht zur "1. Mainzer Gasthausbrauerei" in der Mainzer Innenstadt, dem „Brauhaus Castel“ in Mainz-Kastel, dem „Rheinhessen-Bräu“ in Mainz-Ebersheim und dem Brauhaus „Goldener Engel“ in Ingelheim.

Ergänzt wird die Rundtour zu den ehemaligen Brauereien in der Innenstadt: Mainzer-Aktien-Bierbrauerei, Schöfferhof-Brauerei, Altmünsterbrauerei, die Sonnenbrauerei, das Brauhaus Zum Goldstein, das Brauhaus „Roter Kopf“ und die Rheinische Bierbrauerei.

Die nachfolgenden Informationen entstammen größtenteils dem Buch: „Frisch vom Fass - Geschichte des Bierbrauens in Mainz“, Begleitband zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 15. Juni 2012 bis 3. Februar 2013, Herausgegeben von Hedwig Brüchert und Ute Engelen im Auftrag des Fördervereines Stadthistorisches Museum Mainz e.V., Mainz 2012 sowie der Internetseite:  http://bier-in-mainz.de 

Mainzer-Aktien-Bierbrauerei

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Mainz über 30 kleine Brauereien, die nach Hausrezepturen Bier von sehr begrenzter Haltbarkeit brauten. Ein Teil des Bedarfs an Bier musste durch Importe, meist aus Bayern, gedeckt werden. 

Deshalb entschlossen sich im Jahr 1858 einige Mainzer Geschäftsleute, eine Aktiengesellschaft mit einem Anfangskapital von 600.000 Gulden zu gründen, um eine leistungsfähige Brauerei ins Leben zu rufen. Beteiligt waren der Spezereiwarenhändler Johann Strigler, der Bankier Abraham Mayer jr. und der Kaufmann Wilhelm Boos, Agent einer Lebensversicherungsgesellschaft. In Ludwig Brey, dem Inhaber der Münchener Löwenbrauerei, fanden die drei Gründer den geeigneten Fachmann zum Aufbau des Betriebs, der gegen Gewinnbeteiligung auch seinen Namen zur Verfügung stellte. Er errichtete die „Brey’sche Aktienbrauerei“ auf dem Kästrich und brachte einen seiner Münchener Braumeister mit nach Mainz. 1872 trennte man sich von Brey, und das Unternehmen wurde in „Mainzer-Aktien-Bierbrauerei“ umbenannt.

Zu diesem Zeitpunkt war die AG bereits zu einer der größten westdeutschen Brauereien herangewachsen. Bereits ab 1876 waren in den Kellern die von der Firma Linde neu entwickelten Kälteerzeugungsmaschinen zur Kühlung des Bieres im Einsatz.

Die Brauhausanlage umfasste 1908 eine Fläche von 3,13 Hektar, und es waren 380 Menschen im Betrieb beschäftigt. Anlässlich des 50jährigen Bestehens konnte sich die „Mainzer-Aktien-Bierbrauerei“ als das größte Brauhaus Westdeutschlands bezeichnen. Am Güterbahnhof besaß das Unternehmen ein zweites großes Kühlwerk, in dem täglich 800 Zentner Blockeis zur Kühlung des per Bahn versandten Bieres erzeugt wurden.

Große Sorgen bereitete dem Unternehmen in den folgenden Jahren die Zoll- und Steuerpolitik, die beiden Weltkriege und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den 1960er Jahren.

Seit 1968 gehörte der Binding-Brauerei AG, Frankfurt am Main, und dem Kaufmann Rudolf August Oetker, Bielefeld, bereits die Mehrheit der Aktien der „Mainzer-Aktien-Bierbrauerei“. Die Folge war, dass die Herstellung und der Vertrieb des Mainzer Bieres nun im Namen der Binding-Brauerei erfolgten. Damit ging für die Mainzer Brauerei eine mehr als 110 Jahre dauernde Ära zu Ende.

Auf dem Kästrich wurde noch mehrere Jahre lang unverändert gebraut. 1982 verlagerte die Binding Brauerei die Produktion dann von Mainz nach Frankfurt a.M.. Der 68 Meter hohe Schornstein wurde im Mai 1984 demontiert. Auf dem Kästrich entstand bis 1990 ein attraktives Wohnquartier.

(Quelle: Buch: „Frisch vom Fass - Geschichte des Bierbrauens in Mainz“, Begleitband zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 15. Juni 2012 bis 3. Februar 2013, Herausgegeben von Hedwig Brüchert und Ute Engelen, Seite 47 bis 57)

Die Brauerei „Zum Schöfferhof“

Sie ist Namensgeberin für das bekannte „Schöfferhofer Weizenbier“ der Radeberger-Binding-Gruppe, das als Markenzeichen eine Abbildung von Peter Schöffer aus Gernsheim trägt. 

Die Anfänge der Brauerei gehen zurück auf das „Brauhaus zum Korb“  in der Korbgasse 3. 

Seit 1512 wurde das vormalige Druckhaus des Peter Schöffer (https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schöffer) als Brauhaus genutzt.  

1889 zog die Brauerei auf ein größeres Gelände an der Martinsstraße um, das sich von der Straße Kästrich bis zur Mathildenstraße erstreckte. Man errichtete dort weitläufige, moderne Braugebäude; ein stattliches Maschinenhaus zeugt noch heute von dieser Aufbruchzeit. U.a. wurde die kleine Gasthaus-Brauerei „Roter Kopf“ um die Jahrhundertwende dazu gekauft.

Die ursprünglichen Brauerei- und Gastwirtschaftsgebäude in der Korbgasse und der Schusterstraße wurden im 2. Weltkrieg bis auf wenige Reste zerstört. Erhalten geblieben sind nur die Giebelseite des „Hauses zum Korb“ und der Renaissance-Treppenturm des „Hofes zum Humbrecht“, die beim Wiederaufbau in die neu errichteten Gebäude integriert wurden. In der Schusterstraße 18 befindet sich nach wie vor die Gaststätte „Bratwurst-Glöckle im Schöfferhof“.

(Quelle: Buch: „Frisch vom Fass - Geschichte des Bierbrauens in Mainz“, Begleitband zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 15. Juni 2012 bis 3. Februar 2013, Herausgegeben von Hedwig Brüchert und Ute Engelen, Seite 28 bis 32)

Die Altmünsterbrauerei Mainz

Die Altmünsterbrauerei war eine der größten Brauereien in Mainz. Ihr Ursprung lag in der Großen Bleiche 4. 1857 kaufte Ernst Friedrich Meyer aus Gellnau an der Lahn das dortige „Brauhaus zur Stadt Mainz“. Zur Lagerung von Hopfen und Malz kaufte der neue Besitzer 1859 das Grundstück Walpodenstraße 23 hinzu und verlagerte nach und nach auch die Brauerei dorthin.

Das Betriebsgelände wurde stetig um die Anwesen Walpodenstraße 20 (für Wohnhaus, Stallungen und Eisanlage) sowie Walpodenstraße 25 (für die Brauerei und Verwaltung) erweitert. Sämtliche Gebäude und Anlagen standen auf Grund und Boden des ehemaligen Altmünsterklosters. 1902 wurden auch die ehemaligen „Walther’schen Keller“ an der Münsterstraße hinzugekauft.

In der wirtschaftlich schwierigen Phase nach dem Ende des 1. Weltkrieges ging der Bierabsatz dann so rapide zurück, dass der Braubetrieb schließlich im September 1920 vollständig eingestellt wurde. Die Braurechte trat man an die „Mainzer-Aktien-Bierbrauerei“ und die Hofbierbrauerei „Schöfferhof“ ab.

Es wurde noch versucht das Unternehmen mit einer Apfelweinkellerei bzw. einer Likörfabrik weiterzuführen. Diese Bemühungen scheiterten jedoch. Die Familie Geyl führte schließlich das Unternehmen „Altmünster Eis- und Kühlwerk AG“ bis 1971 erfolgreich weiter.

Das Gelände Walpodenstraße 20 und die Grundstücke an der Münsterstraße wurden nach 1971 mit Wohnhäusern bebaut. Die alten Gebäude Walpodenstraße 23-25 stehen noch und wurden zu Wohn- und Gewerberäumen umgebaut. So befindet sich im Anwesen Walpodenstraße 23 die sogenannte „Winebank“ (https://www.winebank.de/mainz/) mit 11 begehbaren Kellern, 296 Fächer in der Winebank mit Platz für 56.505 Flaschen.

(Quelle: Buch: „Frisch vom Fass - Geschichte des Bierbrauens in Mainz“, Begleitband zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 15. Juni 2012 bis 3. Februar 2013, Herausgegeben von Hedwig Brüchert und Ute Engelen, Seite 57 bis 59)

 Die Sonnenbrauerei

1568 wurde erstmals ein Bierbrauer im Anwesen Betzelsstraße 23 erwähnt. Zum ersten Mal taucht in einer Steuerliste von 1687 in einer Randnotiz der Name „Die Sonn“ für das Brauhaus auf. 

Ursprünglich baute man in der „Sonne“ nur für den eigenen Ausschank. Das Bier wurde nur im Winter produziert und dann zur kühlen Lagerung in großen Fasswagen in den Keller der Kupferbergterrasse transportiert. Von dort wurden kleine Mengen nach Bedarf geholt. In den 1890er Jahren firmierte die Brauerei unter J. Schmitt Söhne.

Im Jahr 1897 erfolgte die Trennung von Brauereibetrieb und Gastwirtschaft. Auf einem Gelände an der Gonsenheimer Hohl (der heutigen Fritz-Kohl-Straße), außerhalb der alten Stadtmauern und nahe des neuen Hauptbahnhofs, wurde eine größere Brauanlage errichtet.

Möglicherweise hatten sich die Inhaber mit dem großen Neubau wirtschaftlich übernommen. Das Unternehmen ging jedenfalls kurz nach der Jahrhundertwende in Konkurs. Die Brauerei wurde 1905 von Philipp Mayer erworben und vor der Schließung bewahrt. Er stammte aus einer seit vielen Generationen in Mainz ansässigen jüdischen Familie, war ausgebildeter Bierbrauer und leitete den Betrieb mit großem Erfolg bis zu seinem frühen Tod im Alter von 59 Jahren im Mai 1935.

Zu dieser Zeit nahm der Druck auf jüdische Unternehmer von Jahr zu Jahr zu, ihre Firmen an „Arier“ zu übergeben. Im Herbst 1938 musste Familie Mayer die Brauerei an die Getreide- und Futtermittelhandlung August-Kohl verkaufen. Das Unternehmen firmierte nun unter „Bierbrauerei zur Sonne Gebr. Kohl“. 

Im 2. Weltkrieg erlitt die Brauerei schwere Beschädigungen und musste stillgelegt werden. 1948 begannen die Brüder Carl August und Ernst Ludwig Kohl mit dem Wiederaufbau der Brauanlagen. Im Jahr 1966 erreichte die Sonnenbrauerei den höchsten Bierausstoß ihrer seitherigen Geschichte.

1990 verkaufen die Gebrüder Kohl die Brauerei an die FKS Unternehmensberatung (Inhaber: Dipl. Ing. Alfred Grünewald aus Mainz). Der neue Besitzer sicherte zu, dass der Brauereibetreib erhalten würde. Doch weniger als ein Jahr später war die Stilllegung beschlossene Sache und Ende 1993 begann der Abriss der Brauanlage. 

Die Biermarken und Rezepturen, der Kundenstamm, die Gastronomieeinrichtungen, die Bestände an Hopfen und Malz wurden an die Kirner Privatbrauerei Ph. u. C. Andres verkauft.

Heute erinnert nur noch die Gaststätte „Brauhaus zur Sonne“ an die traditionsreiche Mainzer Privatbrauerei.

(Quelle: Buch: „Frisch vom Fass - Geschichte des Bierbrauens in Mainz“, Begleitband zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 15. Juni 2012 bis 3. Februar 2013, Herausgegeben von Hedwig Brüchert und Ute Engelen, Seite 33 bis 38)

Rheinische Bierbrauerei

Auch die „Rheinische Bierbrauerei“ in Weisenau (seit 1929 Mainz-Weisenau) hatte ihren Ursprung im alten Mainz. Das „Brauhaus zum weißen Ross“ lag an der Ecke Vordere/Obere Löhrgasse und Postplätzchen.

Aus den Mainzer Stadtaufnahmen von 1794/97 und dem Adressbuch von 1800 ist zu erfahren, dass das „Brauhaus zum weißen Ross“ bis 1797 der Familie von Jungenfeld gehörte und dann von einem Bierbrauer namens Joseph Kaufmann erworben wurde. 1840 war Ludwig Moritz Inhaber der Brauerei. Die Brauerei wurde 1865 auf ein neues großes Betriebsgelände an der heutigen Wormser Straße 151-159 verlagert. 1871 wurde die Brauerei in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Die Brauerei wurde stets mit der neuesten Technik ausgestattet. So wurde um 1900 ein erstes vollautomatisches Flaschenreinigungsfließband eingeführt. Die Firmenleitung war auch den Problemen der Arbeiterschaft gegenüber aufgeschlossen und ließ 1898 einen Arbeiterausschuss wählen.

Doch 1912 kam das unerwartete Ende für die erfolgreiche Brauerei, da mehrere Aktionäre ihr Geld aus dem Unternehmen abzogen. Den Kundenstamm übernahmen größtenteils die „Mainzer-Aktien-Bierbrauerei“ und die „Hofbierbrauerei Schöfferhof“.

Einige Spuren des ehemals so bedeutenden Betriebs haben sich in Mainz-Weisenau erhalten. Die großzügigen Gebäude an der Wormser Straße, die Anfang der 1930er Jahre von den benachbarten Zementwerken in Arbeiterwohnungen umgebaut wurden, erinnern bis heute an die „Rheinische Bierbrauerei“. Die im Oberdorf liegende Moritzstraße ist nach der Familie der Brauereibesitzer benannt. 

(Quelle: Buch: „Frisch vom Fass - Geschichte des Bierbrauens in Mainz“, Begleitband zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 15. Juni 2012 bis 3. Februar 2013, Herausgegeben von Hedwig Brüchert und Ute Engelen, Seite 60 bis 63)

Zum Goldstein

Bereits im späten Mittelalter gab es ein Anwesen „Zum Goldstein“. Hier wurde um 1762 die „Falkensteinsche Brauerei“ betrieben. Es folgten Jahre der Expansion, die den „Goldstein“ um 1840 zur zweitgrößten der damals 40 Mainzer Brauereien machte. Nach 1850 gelangte die Brauerei an die „Mainzer-Aktien-Bierbrauerei“.

Stadtgeschichtlich Bedeutsames trug sich vor dem „Goldstein“ am Abend des 21. Mai 1848 zu. Revolutionsbewegte Gäste hatten gerade das Lokal verlassen, als preußische Soldaten versuchten, ihnen die schwarz-rot-goldenen Kokarden mit Gewalt zu entreißen. Daraus entwickelte sich eine wüste Schlägerei, die sich durch die Gassen bis zum Theater hinzog. Die dort stationierte Bürgerwehr griff in die Auseinandersetzung ein. Fünf Preußen kamen dabei ums Leben und es gab viele Verletzte.

(Quelle: Gedenkplakette an der Fassade der Gaststätte „Zum Goldstein: Stadt Mainz, Historisches Mainz, 19. Jahrhundert, Anwesen „Zum Goldstein“ gestiftet von Familie Wenke-Preston)

Brauhaus „Roter Kopf“

In der Rotekopfgasse befand sich das „Brauhaus zum rothen Kopf“. Bereits 1840 ist hier ein Brauer erfasst. Die Brauerei expandierte und verlagerte dann auf den Kästrich. 1899 erfolgte die Übernahme des Brauereibetriebes durch die „Hof-Bierbrauerei Schöfferhof“.

Seit den 1970er Jahren geht der Bierkonsum pro Kopf in Deutschland zurück.

Wie im Bundesgebiet ist auch in Mainz allerdings das erneute Entstehen erfolgreicher kleinerer Brauereien zu beobachten. Brauen wird nicht nur als Gewerbe verstanden sondern als Erlebnisraum inszeniert.

„1. Mainzer Gasthausbrauerei“

Am 18.05.1989 eröffnete die „1. Mainzer Gasthausbrauerei“ in der Weißliliengasse.

Da das Gewölbe den Mainzer Bürgern im 19. Jahrhundert als Eiskeller gedient hatte, nannte die Brauerei ihr Bier „Eisgrub-Bräu“. Die Bierherstellung übernahm - wie das Leben so spielt - der frühere Braumeister der von Bindning übernommenen „Mainzer-Aktien-Bierbrauerei“, die seit 1983 nicht mehr in Mainz produzierte. Heute braut „Eisgrub-Bräu“ unter seinem Geschäftsführer Benno Frank pro Woche rund 3.000 bis 4.000 Liter untergäriges Bier.

(Quelle: Buch: „Frisch vom Fass - Geschichte des Bierbrauens in Mainz“, Begleitband zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 15. Juni 2012 bis 3. Februar 2013, Herausgegeben von Hedwig Brüchert und Ute Engelen, Seite 89)

1. Mainzer Gasthausbrauerei

Weißliliengasse 1a

55116 Mainz 

Telefon: 06131 - 221104

Fax: 06131 - 234558

eMail: info@eisgrub.de

 http://www.eisgrub.de

„Brauhaus-Castel“

Im Juni 1990 eröffnete der Bäckermeister Dieter Budecker in Mainz-Kastel das „Brauhaus Castel“. Seit 2001 führt Sabine Sonne das Unternehmen fort. Das Brauvolumen liegt bei rund 80.000 Litern im Jahr. Neben dem Ausschank in der Gaststätte vertreibt das Brauhaus sein „Castel hell“, „Castel dunkel“ und „Castel Hefeweizen“ bei traditionellen bayrischen Bierfesten und an Privatkunden, die auch einen Oldtimer-Ausschankwagen mieten können.

(Quelle: Buch: „Frisch vom Fass - Geschichte des Bierbrauens in Mainz“, Begleitband zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 15. Juni 2012 bis 3. Februar 2013, Herausgegeben von Hedwig Brüchert und Ute Engelen, Seite 89)

Brauhaus Castel

Otto-Suhr-Ring 27

55252 Mainz-Kastel

Telefon: 06134 - 24999

Fax: 06134 - 62709

eMail: info@brauhausgoldenerengel.de

https://www.brauhaus-castel.de

„Rheinhessen-Bräu“

Die jüngste Brauerei-Gründung in Mainz ist die „Rheinhessen-Bräu Brauerei“ im Stadtteil Ebersheim. 2007 von den Landwirten Peter und Christian Karl mit einer kleinen Brauanlage eingerichtet, hat sie ihren Bierausstoß in kurzer Zeit vervielfacht. Pro Sud werden heute 1.000 Liter Bier hergestellt. Neben Gaststätten und Privatkunden beliefert die Brauerei auch den Einzelhandel mit ihrem „Rheinhessen-Bräu hell“, „Rheinhessen-Bräu Dunkel“, „Rheinhessen-Bräu Weizen“ sowie dem saisonal wechselnden „Rheinhessen-Bräu Spezial“ und „Rheinhessen-Bräu Maibock“ aus zum Teil selbst angebauter Braugerste.

(Quelle: Buch: „Frisch vom Fass - Geschichte des Bierbrauens in Mainz“, Begleitband zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 15. Juni 2012 bis 3. Februar 2013, Herausgegeben von Hedwig Brüchert und Ute Engelen, Seite 89)

Rheinhessen-Bräu

Reiterweg 7

55129 Mainz-Ebersheim

Telefon: 06136 - 763642

Fax: 06136 - 7605858

eMail: christian@rheinhessen-braeu.de

http://www.rheinhessen-braeu.de

„Brauhaus Goldener Engel“

Im Mai 2007 eröffnete die Familie Winkelser in Ingelheim ein mit Restaurant kombiniertes Brauhaus.

Im Brauhaus ist das Erlebnis Bierbrauen in vollem Umfang zu spüren und es wird eine lebendige Bierkultur auf höchstem Niveau geboten. Angeboten werden „Helles“, „Dunkles“, „Weissbier“ sowie weiteren Saisonbiere.

Brauhaus Goldener Engel KG

Neisser Straße 1

55218 Ingelheim

Telefon: 06123 - 8994800

Fax: 06132 - 89948028

eMail: info@brauhausgoldenerengel.de

http://www.brauhausgoldenerengel.de/index.php

"Eulchen Bier" und Kuehn Kunz Rosen"

Es gibt weitere lokale Anbieter von Bieren in und um Mainz. Diese brauen zur Zeit jedoch noch nicht in Mainz, so dass sie bisher bei der Rundtour nicht berücksichtigt wurden.

Erwähnt werden hier besonders die Brauereien:  „Eulchen Bier“ und „Kuehn Kunz Rosen“, da beide beabsichtigen Brauereien in Mainz aufzubauen. Die Planungen von „Kuehn Kunz Rosen“ sind schon weit fortgeschritten und mit Umbauarbeiten wurde bereits begonnen.

„Eulchen Bier"

Es handelt sich hierbei um ein „Start up“ zweier Mainzer Kommunikationsdesigner, die in in ihrer Bachelor Thesis das Thema „Rebellion gegen Einheitsbier“ bearbeiteten und dafür mit einer eins belohnt wurden. Aus Theorie wurde Praxis und so wird jetzt in der Aalener Löwenbräu Brauerei das Eulchen Bier gebraut. Angeboten wird: „Eulchen Helles“, „Eulchen Märzen“, „Eulchen Weissbier“ und „Eulchen Bock“.

Das Bier findet sich im regionalen Handel wird aber auch am „Stammsitz“ der Trinkhalle an der Haltestelle „Lessingstraße“ und dem „Eulchen Biergarten“ am Kurfürstlichen Schloss zu Mainz angeboten.

 Eulchen Bier

Telelefon: 06131 - 4814621

eMail: info@eulchen-bier.de

http://www.eulchen-bier.de/index.html

„Trinkhalle“

Kaiser-Wilhelm-Ring 54a

55118 Mainz

„Biergarten“

Kurfürstliches Schloss zu Mainz, Innenhof

Peter-Altmeier-Allee 1

Kuehn Kunz Rosen

Dahinter verbergen sich die beiden Start-Up-Unternehmer: Wendelin Quadt und Hans Wägner.

Das junge Unternehmen hat seinen Sitz in Mainz-Gonsenheim, aber gebraut wird derzeit noch im bayrischen Bamberg. Dies soll sich jedoch bald ändern. Denn das Unternehmen hat im Alten Rohrlager in der Weisenauer Straße eine geeignete Immobile gefunden. Derzeit werden dort zwei alte Gebäude umgebaut, so dass hoffentlich bald eine weitere Mainzer Brauerei ihren Braubetrieb aufnimmt. Auf dem Gelände sind ein Sudhaus, ein Silo sowie ein kleiner Schankraum geplant.

Im Angebot befinden sich folgende Biere: „Kerlig Hell“, „Kuhenes Blondes“, „Mystique IPA“ und „Festland“.

Man darf gespannt sei, insbesondere der Namensgeber „Kunz von der Rosen“ (geboren um 1470 in Kaufbeuren, gestorben 1519) macht neugierig. Kunz von der Rosen war ein Berater und Hofnarr des Kaisers Maximilian I. Bekannt wurde Kunz von der Rosen durch eine Reihe von Wagestücken und Streichen. Kunz von der Rosen war ein intelligenter Mann, der es verstand, durch seine Späße und Anmerkungen zum Nachdenken anzuregen (Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Kunz_von_der_Rosen)

Kuehn Kunz Rosen

Agnes-Karll-Straße 3

55122 Mainz

Telefon: 0178 - 4141674

eMail: info@kuehnkunzrosen.de

http://kuehnkunzrosen.de/#/

Hier eine interessante Dokumentaton des SWR zum Aufbau der Brauerei "Kuehn, Kunz Rosen":

https://www.swr.de/landesschau-rp/traum-vom-eigenen-bier-eine-neue-brauerei-fuer-mainz/-/id=122144/cf=42/did=19741982/nid=122144/1m72i2/index.html

Ich wünsche den Beiden einen schönen Erfolg ihres Projektes! 

Autorentipp

Ein Besuch der Brauereien entlang der Tour ist empfehlenswert.
Schwierigkeit
mittel
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
239 m
Tiefster Punkt
77 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Fahrt bitte immer mit Helm! 

Da sich Alkohol und die Teilnahme am Straßenverkehr nicht vertragen, sollte man sich erst nach Beendigung der Tour auf das Biervergnügen einlassen. Die ein oder andere Gasthausbrauerei hat übrigens auch alkoholfreie Biere im Angebot.

Weitere Infos und Links

Eine Brauerei-Tour lädt natürlich zum Einkehren ein. Bittet informiert euch über die aktuellen Öffnungszeiten der Gasthausbrauereien. Das Rheinhessenbräu hat jedoch keinen eigenen Schankbetrieb. Auf der Homepage findet sich jedoch eine Liste mit Gaststätten und Verkaufsstellen, die Rheinhessenbräu ausschenken.

Start

Mainz-Finten (189 m)
Koordinaten:
DD
49.990402, 8.172640
GMS
49°59'25.4"N 8°10'21.5"E
UTM
32U 440694 5537891
w3w 
///zeilen.werkzeuge.ergriffen

Ziel

Mainz-Finthen

Wegbeschreibung

Die Rundtour startet in Mainz-Finthen und führt durchs Gonsbachtal über den Hartenberg in die Mainzer Innenstadt. Hinter dem Hauptbahnhof geht es hoch zum Kästrich. Hier finden sich die ehemaligen Brauereien „Mainzer-Aktien-Bierbrauerei“ und die Brauerei „Zum Schöfferhof“.

An der Kreuzung Kästrich / Martinsstraße befindet sich an einer Hausfassade noch eine Erinnerung an die „Brauerei Schöfferhof - Dreikönigshof“. An der Einmündung Emmrich-Josef-Straße / Terrassenstraße befindet sich über dem Eingangsportal zum Parkhaus die Inschrift „Mainzer-Aktien-Bierbrauerei“.

Um die Ecke befindet sich die ehemalige „Altmünsterbrauerei“. Hiervon steht allerdings nur noch das modern umgebaute Anwesen Walpodenstraße 23.

Weiter geht es in die Weißliliengasse 1a zur „1. Mainzer Gasthausbrauerei“. Im Eisgrubbräu kann man das Brauen erleben und genießen. 

Vom Eisgrubbräu geht es weiter in die Schönbornstraße zur ehemaligen Brauerei „Zum Goldstein“. An dieser Örtlichkeit befindet sich noch heute eine Gaststätte mit einem schönen Biergarten.

Jetzt geht es durch die Fußgängerzonen der Innenstadt (bitte absteigen und schieben) zur „Sonnenbrauerei“ in der Betzelsstraße und zum Stammhaus der Brauerei „Zum Schöfferhof“ in die Korbgasse und weiter zur Brauerei „Roter Kopf“ an der Einmündung Mailandsgasse / Rotekopfgasse.

Nun geht es über die Theodor-Heuss-Brücke nach Mainz-Kastel zum „Brauhaus Castel“ im Otto-Suhr-Ring. Vom Otto-Suhr-Ring geht es weiter nach Mainz-Kostheim und über die Mainbrücke nach Ginsheim-Gustavsburg. Von hier geht es über die Eisenbahnbrücke zurück an den Mainzer Winterhafen.

Vom Winterhafen geht es am Rhein entlang zur „Rheinischen Brauerei“ in der Wormser Straße.

Von Weisenau geht es über Hechtsheim nach Ebersheim. Im Reiterweg befindet sich das Sudhaus der Brauerei „Rheinhessen-Bräu“.

Vom „Rheinhessenbräu“ geht es nach Nieder-Olm. Nieder-Olm durchquert man über die Zornheimer Straße und folgt der Beschilderung Richtung Stadecken-Elsheim. Über Stadecken-Elsheim geht es nach Bubenheim, Schwabenheim nach Ingelheim immer an der Selz entlang. 

Wenn man der hinterlegten Strecke folgt, macht man allerdings einen Umweg über Jugenheim. Landschaftlich durchaus reizvoll, jedoch erfolgte dieser Umweg aufgrund einer Orientierungspanne. Den Umweg über Jugenheim kann man sich also sparen.

In Ingelheim geht es dann Richtung Gau-Algesheim in die Neisse Straße 1. Hier befindet sich das Brauhaus „Goldener Engel“ mit einem schönen Biergarten.

Vom „Goldenen Engel“ geht es zurück nach Mainz-Finthen. Hier besteht entweder die Möglichkeit am Rhein entlang nach Heidesheim und dann über den „Höllenberg“ nach Mainz-Finthen. Oder über die Ober-Ingelheimer Burgkirche nach Wackernheim und dann nach Finthen zu fahren.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Diese Tour ist gut mit Bahn und Bus erreichbar.

Eine Anreisemöglichkeit besteht über den öffentlichen Nahverkehr mit Straßenbahn und Bussen der Mainzer Verkehrsgesellschaft. 

Nähere Informationen über die Fahrradmitnahme findet man auf der Homepage der Mainzer Verkehrsgesellschaft: www.mvg-mainz.de 

"Fahrräder können kostenlos mitgenommen werden. Kinderwagen und Rollstühle haben jedoch Vorrang. Wenn es sehr eng wird, muss man sogar aussteigen. Besser auf die Fahrradmitnahme während den Hauptverkehrszeiten verzichten. ..." (Quelle http://www.mvg-mainz.de/fair.html vom 15.08.2016)

Anfahrt

Die Anfahrt mit Rad und Kfz:

Als Startpunkt eignet sich ein beliebiger Punkt entlang der Route.

Anfahrt mit ÖPNV Bus/Straßenbahn:

.Die Buslinien 55 und 58 (Stand August 2016) halten an der Haltestelle Hotel Atrium in unmittelbarer Nähe zum möglichen Startpunkt: Flugplatzstraße / Layenhöfer Chaussee.

Die Straßenbahnen der Linie 50/51 haben ihre Endhaltestellen in der Poststraße bzw. an der Römerquelle.

Koordinaten

DD
49.990402, 8.172640
GMS
49°59'25.4"N 8°10'21.5"E
UTM
32U 440694 5537891
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///zeilen.werkzeuge.ergriffen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Schwierigkeit
mittel
Strecke
82,6 km
Dauer
5:04 h
Aufstieg
399 hm
Abstieg
402 hm
Höchster Punkt
239 hm
Tiefster Punkt
77 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour Einkehrmöglichkeit aussichtsreich

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Karten und Wege
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