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Wanderungempfohlene Tour

Remagen - Geologische Wanderung 3 (Eis)

· 1 Bewertung · Wanderung · Romantischer Rhein
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  • /
    Foto: Hans-Ulrich Kreuter, Romantischer Rhein Tourismus GmbH
m 150 100 50 12 10 8 6 4 2 km
mittel
Strecke 12,3 km
4:00 h
130 hm
143 hm
194 hm
52 hm
Die gesamte Strecke der dritten geologischen Wanderung rund um Remagen beträgt ca. 12km. Unterwegs gibt es mehrere Standorte, an denen wir verweilen und die geologischen Formen und die Schönheiten des Rheintals, der Eifel und des Westerwalds genießen können. 
Profilbild von Tourist-Information Remagen
Autor
Tourist-Information Remagen
Aktualisierung: 01.02.2022
Schwierigkeit
mittel
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
194 m
Tiefster Punkt
52 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Die Strecke ist bis auf geringe Wegestücke fahrradtauglich. Sie ist jedoch für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer nicht geeignet.

Start

Touristinformation Remagen (65 m)
Koordinaten:
DD
50.579055, 7.228680
GMS
50°34'44.6"N 7°13'43.2"E
UTM
32U 374589 5604513
w3w 
///teppich.beides.ablaufen

Ziel

Touristinformation Remagen

Wegbeschreibung

Wir starten die Wanderung in Remagen an der Touristinformation auf dem Marktplatz. Am Marienbrunnen vorbei gehen wir die Pintgasse bergab zum Rhein und dann rheinaufwärts zur Brücke von Remagen. Wenige Meter weiter betrachten wir von der Rampe aus die Erpeler Ley und sprechen über das Basiswissen der Geologie der Erde.

Die Geologie ist die Lehre von unserer Erde. Geologen beschäftigen sich unter anderem mit dem Aufbau der Erde, aber auch mit ihrer Entwicklungsgeschichte und nicht zuletzt mit den Prozessen, die die Erde früher und auch heute noch formen.

Das Alter des Universums beträgt nach heutigen Forschungen 13,7 Milliarden Jahre, das der Erde 4,6 Milliarden Jahre. Die 4,6 Milliarden Jahre der Erdgeschichte werden mit griechischen Begriffen in vier Erdzeitalter (Äone) unterteilt, dem ersten 1,2 Milliarden Jahre dauernden Hadaikum (Hades = Unterwelt), dem zweiten 1,3 Milliarden Jahre andauernden Archaikum (archaisch = uralt), dem dritten ca. 2 Milliarden währenden Proterozoikum (proteros = früh) und dem jüngsten, nun 540 Millionen Jahre alten Phanerozoikum (phanero = sichtbar). Sichtbar deutet bereits daraufhin, dass wir Menschen heute nur geologische Zeugnisse aus diesem Zeitraum auf der Erdoberfläche sehen können.

Wenn wir heute rund um Remagen die Landschaftsformen des Rheintals, der Eifel und des Westerwalds betrachten, so sehen wir Formen, die im Wesentlichen in den jüngsten 2,6 Millionen Jahren, dem derzeitigen Eiszeitalter Quartär, und zudem bezüglich des Vulkanismus in den vergangenen 40 Millionen Jahren entstanden sind. Da sich der Rhein und seine Nebenflüsse tief in die Erdoberfläche eingeschnitten haben und in jüngster Zeit von Menschenhand Verkehrswege in die Bergflanken gesprengt oder Bergabbau betrieben wurden, sehen wir dort auch Gesteine aus viel früherer Zeit bis in die Periode des Devon vor 400 Millionen Jahren.

Nun gehen wir ca. 100 m auf der senkrecht vom Rhein wegführenden Zufahrtsstraße leicht bergan und biegen links ab in südöstlicher Richtung in die Simrockstraße. Wir folgen den Wirtschaftswegen nach Kripp.

  • Geologisches Highlight A

Unterwegs sehen wir mehrere „Rheinterrassen“ auf unterschiedlichen Höhenniveaus. Vor etwa 1,7 Millionen Jahren begann die Hebung der Rheinischen Masse bis heute um etwa 250 m, davon alleine 190 m in den letzten 700.000 Jahren. Der Rhein konnte sich aufgrund einer tiefreichenden Spalte im Erdinneren gerade an dieser Stelle eingraben. Die Terrassen im Rheintal sind gleichsam eine Folge der Erosion und der vielen kleineren Eiszeiten. Bei Tauwetter flossen große Wassermengen und mit ihnen Kies und Schotter, die einerseits das anstehende Gestein abhobelten und sich andererseits als Terrassen ablagerten. Die sogenannte Hauptterrasse, auf der der Urrhein floss, liegt hier rund 150 m über dem heutigen Rhein. Gerade in Remagen sind die unter der Hauptterrasse liegenden Mittelterrassen, Niederterrassen und Flussterrassen, auch wegen des an dieser Stelle breiteren Rheintals, recht gut ausgebildet. Die nur bei Hochwasser überschwemmtem Bereiche gehören zur Inselterrasse. Die Geologen sind sich nicht einig, ob die Goldene Meile ein Ergebnis der Erosion des Rheins und der Ahr oder eines Einbruchs vergleichbar dem Neuwieder Becken ist. In beiden Fällen sind jedoch Spannungen und Risse in der Erdkruste eine Ursache. Die auslaufenden Hänge des Reisbergs, so zum Beispiel der Schwalbenberg, gehören wie der Apollinarisberg zur Mittelterrasse.

Im weiteren Verlauf unterqueren wir die Bahnlinie und die B9 auf dem Niveau der nahe liegenden Ahr, die ihren Weg beim Jahrtausendhochwasser 2021 auch durch die Unterquerungen und das sich anschließende Gewerbe- und Wohngebiet nahm. Wenig später verlassen wir das Niveau der Ahr und gehen ca. 20m bergan auf die nächsthöhere Ahrterrasse.

  • Geologisches Highlight B

Die Terrassen an der Ahr sind bei weitem nicht so ausgeprägt wie die am Rhein, dem größten Vorfluter unserer Region. Hier stehen wir auf der Oberkante einer jungen Ahrterrasse aus der jüngsten Eiszeit, die an dieser Stelle etwa 4m hoch ist. Ihr Verlauf ist deutlich sichtbar, auch an den teilweise noch vorhandenen Wassergräben, die für den Betrieb von Mühlen gegraben wurden. Wir befinden uns an einer solchen Mühle, der alten Sinziger Mühle.

Auf der Ortsverbindungsstraße Sinzig-Remagen gehen wir durch die Bahnunterführung und direkt dahinter links auf einem Bahnbegleitweg bis zur rechts am Hangfuß gut sichtbaren Lößwand.

  • Geologisches Highlight C

Betrachten wir die gesamte Erdgeschichte, überwiegen die Warmzeiten mit Jahresmitteltemperaturen von 20°C und mehr bei weitem. Nur in ein bis zwei Zehntel der Erdgeschichte waren die Pole vereist. Diese Zeiten werden als Eiszeitalter bezeichnet. Im Verlaufe der Erdgeschichte traten periodisch bis zu 300 Millionen Jahre währende Eiszeitalter auf. Wir befinden uns heute seit 2,6 Millionen Jahren, der Periode Quartär, in einem Eiszeitalter. Innerhalb des Eiszeitalters gibt es wiederkehrende 10.000 bis 100.000 Jahre andauernde Klimaschwankungen mit Warm- und Kaltzeiten. Nach der letzten Kaltzeit (Würm-/Weichsel-Eiszeit), bei der etwa 32% der Erdoberfläche eisbedeckt waren und der Meeresspiegel 120 m tiefer lag, befinden wir uns nun schon etwa 10.000 Jahre in einer Warmzeit, in der nur 10% der Erdoberfläche eisbedeckt sind. Diese Warmzeit müsste erdgeschichtlich betrachtet eigentlich zu Ende gehen, wenn da nicht die Menschen wären, die das Klima erstmals in der Erdgeschichte wesentlich beeinflussen und eine unnatürliche Erwärmung bewirken.

Verbunden mit den Klimaschwankungen gab es Zeiten mit sehr geringer Vegetation, in denen die Winderosion zu starken Lockermaterialverwehungen führte. Vor und hinter den topographischen Erhebungen lagerten sich hohe Lößvorkommen ab, so wie hier in der Nähe des Schwalbenbergs. Die über 10m hohe Lößwand des Schwalbenbergs ist leider nicht zugänglich, so dass wir mit dieser etwa 5m hohen Wand Vorlieb nehmen müssen. Am unteren Rand finden wir mehrere Stollen, die in früherer Zeit entweder als Versteck oder auch als gut gekühlte Vorratskammern genutzt wurden. Recht gut erkennbar sind die einzelnen Lößschichten, die verteilt über viele Jahrtausende nach und nach abgelagert wurden. Auch Ablagerungen größerer Kiesel sind zu sehen, die auf Anlandungen der Ahr oder auf größere Überschwemmungen nach starken Regenperioden hinweisen. Aus Forschungsarbeiten an der hohen Lößwand am Schwalbenberg ist bekannt, dass der Löß kleine Muscheln enthält, die auf die Eiszeit datiert werden konnten.

Am Reisberg angekommen gehen wir auf einem schmalen Fußweg im Rechtsbogen bergan. Auf halber Höhe sind linkerhand kurz hintereinander zwei Schneisen geschlagen mit Blick auf das Ahrmündungsgebiet, den Westerwald und das Rheintal bis zur Andernacher Pforte.

  • Geologisches Highlight D

In der Periode des Tertiär entstand rechtsrheinisch im heutigen Westerwald vor gut 26 Millionen eine lange Vulkankette. Die anstehende Basaltdecke ist auf ausgeflossene Lava, die sich an der Oberfläche schnell abkühlte, zurückzuführen.

Weiter bergan kommen wir zum Reisbergplateau, der Hauptterrasse des Rheins. Hier steht eine Bank zum Ausruhen und, sofern der Hunger plagt, zur Einnahme der Rucksackverpflegung. Immer auf gleichbleibendem Höhenniveau gehen wir auf dem Plateau in nördlicher Richtung. Vor dem Wasserbehälter auf Kirres verlassen wir das Plateau und gehen bergab zurück nach Remagen. Am Bahnhof Remagen unterqueren wir die Bahnlinie und beenden müde vom Wandern und zur Verarbeitung der vielen Eindrücke eine der vielen Einkehrmöglichkeiten in der Stadt.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

mit dem Zug bis zum Bahnhof Remagen (300 m Fußweg zur Touristinformation)

Anfahrt

über die B9

Parken

P+R Parkplatz am Bahnhof oder "Am Spich"

Koordinaten

DD
50.579055, 7.228680
GMS
50°34'44.6"N 7°13'43.2"E
UTM
32U 374589 5604513
w3w 
///teppich.beides.ablaufen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchtipps für die Region

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Kartentipps für die Region

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Ausrüstung

Die Wanderstrecke verläuft entweder auf asphaltierten bzw. befestigten Wegen oder auf weitgehend befestigten Wanderwegen. Grundsätzlich reicht ein festes Schuhwerk aus. In den feuchten Jahreszeiten sind feste Wanderschuhe zu empfehlen.

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Bewertungen

1,0
(1)
Mungo Mungenast
21.02.2015 · Community
Leider kann ich diese - sicherlich gut gemeinte - Rundwanderung nicht wirklich empfehlen. Wegemarkierungen sind nicht vorhanden (müssen sie ja auch nicht unbedingt), aber ebenso auch keine Informationstafeln etc.. Das ist schade, insbesondere da sie als eine "geologische Wanderung" verstichwortet ist. Bestimmte Abschnitte machen ohne diese Tafeln keinen wirklichen Sinn (u. a. der Hufeisenknick Kölner Straße zwischen B266 und Eisenbahnbrücke über das dortige Feld). Ich denke schon, dass eine entsprechend aufgebaute Rundwanderung durchaus gefallen finden könnte. Nichts für ungut!
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Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
mittel
Strecke
12,3 km
Dauer
4:00 h
Aufstieg
130 hm
Abstieg
143 hm
Höchster Punkt
194 hm
Tiefster Punkt
52 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour Einkehrmöglichkeit geologische Highlights

Statistik

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