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Ortler Überschreitung über Hintergrat

· 1 Bewertung · Hochtour · Vinschgau
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You Love Mountains
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m 4500 4000 3500 3000 2500 2000 1500 20 18 16 14 12 10 8 6 4 2 km
Ortler Überschreitung über Hintergrat - Ausgangspunkt: Sulden Langenstein-Lift (Kirche im Ort); Weg Nr.3 beginnend südwestlich der Kirche folgen, bis man zum Wurzelweg kommt; Wurzelweg bis zur Bergstation Langenstein folgen, dann den Weg über das obere Schotterfeld Richtung Süden folgend bis zur Hintergrathütte; ab hier anfangs auf dem Gletschweg, bis dieser von einem Moränenrücken nach links abbiegt - ab hier am Rücken bleibend aufsteigen (Steinmänner und Pfad gut sichtbar); dem Pfad bzw. Trittspuren steil aufsteigend bis zum Hintergratkopf; im oberen bereit wird der Aufstieg etwas schwierig mit der Wegfindung, es führen alle Varianten nach oben, Gelände 1. - 3.Grad je nach Wegwahl; ab dem Hintergratkopf über ein einfaches meist gut gehbares Firnfeld (meist keine Steigeisen notwendig) danach über Stein auf den Signalkopf; die Querung beim Signalkopf nicht zu früh beginnen und anfangs trotz Steigspuren nach links gerade aufsteigen über eine kleine Senke auf die andere Seite. Je nach Verkehr entweder vor dem Signalkopf anseilen (wenig Verkehr) oder erst nach der Signalkopf-Querung (Schlüsselstelle - meist längere Wartepausen, daher vorher einreihen und dann Material vorbereiten); Schlüsselstelle: Steile, glatte Verschneidung (ca. 4m hoch) - 1.Expresse in Griffweite, Tritte in den Riss und rechts hinten (Kante); ohne solidem Vorsteiger: Trittschlinge für Haken vorbereiten: Griffe vorhanden (ohne Handschuhe klettern); Griff zur Kette am oberen Ende ab Tritten möglich, an dieser hochziehen: Fertig; Weiter über den Grat (gut gehbar, leicht brüchig) bis zum 2. Eisfeld/Firnfeld, hinter diesem die 1.Schlüsselstelle (deutlich leichter): mit gutes Gleichgewicht beim "Quergang" (2 gute Tritte und gute Griffe - große Personen bevorzugt) über den Wulst: Fertig; vor und hinter der Schlüsselstelle gutes 3er Gelände, welches mit einem guten Blick für die perfekte Linie einfach zu lösen ist; Ab hier dem breiten Grat folgend zum Gipfel

Abstieg über Normalweg (bei gutem Trittschnee anfangs ohne Steigeisen): den Spuren folgend über den Gletscher bis zu den großen Spaltenzonen (Achtung große Spalten) bis zum Lombardi-Biwak (Ortlerbiwak); Ab hier entweder über die Abseilstelle bzw. Fels oder über das 40° steile Eisfeld (Bärenloch) bis zum Felssporn darunter und nach diesem rechts; hier beginnt die 2. große Spaltenzone bis zum Gletscherende auf 3200m; ab diesem ohne Steigeisen aber mit Seil bis zur Schlüsselstelle des Normalwegs (meist große Wartezeit): Schwache Kletterer solltem am Haken abgelassen werden ca. 5-6m, oder Abklettern am laufenden Seil; danach dem Grat folgend zu den Stahlketten und diesem Abklettern (maximal Zwischensicherungen, keine Vorstiegssicherung notwendig); am Ende der Ketten noch leichtes Gehgelände (1.-3.Grad) bis zur Tabarettaspitze (kurzer Gegenanstieg); Ab hier über guten Weg zur Payerlhütte und über den Abstiegsweg nach und die Tabarettahütte nach Sulden (Weg 4 und 8 möglich)
schwer
20,6 km
15:00 h
2.084 hm
2.083 hm

Eine schöne Tour, die für erfahrene "Gratwanderer" überraschend leicht zu bewältigen ist. Aufgrund des prominenten Berges aber sehr überlaufen und viel Risiko durch andere unerfahrene Bergsteiger.

Den Tourenbericht findest du hier.

Autorentipp

https://www.youlovemountains.com/ortler-hintergrat-abstieg-ueber-den-normalweg/
Schwierigkeit
IV, 40°, AD+ schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
3.895 m
Tiefster Punkt
1.846 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW
Standplätze
mit Umlenkungen zum Abseilen
Zwischensicherung
vereinzelt Bohrhaken
Seillänge
1 x 30 m
Anzahl Expressschlingen
3

Weitere Infos und Links

https://www.youlovemountains.com/ortler-hintergrat-abstieg-ueber-den-normalweg/

Start

Parkplatz Bergbahn Langenstein (1.845 m)
Koordinaten:
DG
46.526887, 10.584223
GMS
46°31'36.8"N 10°35'03.2"E
UTM
32T 621499 5153810
w3w 
///prägung.schwebt.bürsten

Ziel

Parkplatz Bergbahn Langenstein

Wegbeschreibung

Tag 1 – Anfahrt nach Sulder und Aufstieg zur Hintergrathütte (auf 2661m)

Vom Parklplatz auf circa 1800m geht es nach hinten Richtung Wald auf einem kleinen Weg und dann der Beschilderung folgend zur Hintergradhütte (Weg Nummer 3). Der Weg schlängelt sich in gemütlichen Serpentinen hinauf, wer gut drauf ist und Zeit sparen möchte, kann die zahlreichen Abkürzungen verwenden, die die Serpentinen miteinander verbinden. Diese gehen immer recht gerade hinauf und sollten gut ausgetreten sein, ansonsten lieber dem normalen Weg folgen!

Bei einer Abzweigung kann man dann entweder der Beschilderung weiter Richtung Hintergradhütte folgen, oder den Wurzelweg nehmen. Wir nehmen den Wurzelweg, dieser ist zwar etwas steiler, aber dafür kann man entlang des Weges sehr viele lustige Holzfiguren sehen, daher ist dieser Weg unserer Meinung nach sehr zu empfehlen! Am Ende des Weges tritt man aus dem Wald und steht fast an der Bergstation des Langenstein-Lifts von dessen Parkplatz man gekommen ist (und mit dem man natürlich wenn man möchte auch hinauffahren kann). Nun geht es noch ein Stückchen weiter hinauf und dann querend dem markierten Weg weiter folgend nach links. Vor einem sieht man nun die volle Pracht des Ortlers – sehr beeindruckend!

Die Querung geht zuerst über Schotter, dann noch weiter hinauf und über einen sich schlängelnden Weg über die Flanke mit Erde und Steine immer weiter hinüber. Zwischendurch sieht man ein paar riesige Steinmännchen auf einem netten Platz und immer wieder grandiose Aussichten auch auf den Nachbarn des Ortlers – die Königsspitze. Nach zahlreichen Kammquerungen und teilweise ein bisschen ausgesetzten Wegstellen steht man plötzlich vor der Hintergrathütte. Das recht junge Küchenteam ist sehr nett und man bekommt bis circa 8 Uhr noch etwas zu essen. Das machen wir auch und legen uns dann um circa 22 Uhr ins Bett – früh aufstehen ist angesagt!

Tag 2 – Aufstieg zum Gipfel via Hintergrat und Abstieg über den Normalweg

Wir stehen um 3 Uhr morgens auf (so wie auch fast alle anderen auf der Hütte) und gehen ohne Frühstück um circa 3:30 Uhr gleich los. Die meisten bleiben noch zum Frühstück um 3:30 Uhr auf der Hütte und gehen dann erst weg. Mit diesem Startvorteil im Rücken sind wir in der Finsternis beim Aufstieg alleine und gehen in Richtung „Gletscherweg“, bis dieser auf dem Moränenrücken nach links unten abbiegt. Hier gehen wir dann einfach den gut sichtbaren Trittspuren und Steinmännchen geradeaus weiter nach. Der Pfad führt durch teilweise steile Schotter- und Schneefelder, beziehungsweise mit ein paar kleineren Klettereien immer weiter nach oben. Wenn man niemanden vor einem hat, ist bereits ein Gespür für die Wegfindung gefragt! Sollte man sich unsicher sein, am besten ein bisschen warten und jemanden vorlassen. Es folgen leichte Klettereien, je nach Wegwahl im 1sten bis 3ten Grad.

Am Hintegratkopf angelangt genehmigen wir uns ein kleines Frühstück und treffen bereits unsere ersten „Verfolger“. Daher lassen wir es auch gleich wieder sein und machen uns weiter an den Aufstieg. Es folgt ein großes, breites Firnfeld, das bei Schneeauflage recht bequem und ohne Steigeisen gut zu überschreiten geht. Danach über ein breites Felsband weiter nach oben bis zum Signalkopf (circa 3700m). Man steigt nicht direkt auf diesen auf, aber dennoch ein Stückchen nach oben, bis man links über ein Band (Einschnitt im Felsen und man sieht Sicherungen) hinübergehen kann (Achtung: Nicht zu früh unten queren, sehr brüchig!). Sollte man bis jetzt noch nicht angeseilt haben, und eine gute Position mit wenigen Personen vor einem haben, so empfehlen wir die Querung beim Signalkopf noch ohne Seil zu machen und dann erst vor der ersten Schlüssellänge anzuseilen. Die Querung ist gut zu bewerkstelligen und es gibt danach einen guten Anseilplatz wo man stehen kann. Des Weiteren bildet sich dort meistens sowieso ein kleiner Stau und man kann daher dort dann die Zeit nutzen um sich anzuseilen.

Wir machen leider den Fehler und seilen uns in der Querung des Signalkopfes an und werden dabei innerhalb von diesen 10 Minuten von circa 20 Personen überholt. Wir überlegen umzudrehen, da eine Vielzahl an Leuten am Grat ein hohes Sicherheitsrisiko darstellt. Der Steinschlag ist durch viel loses Gestein auch ohne Fremdeinwirkung ein Thema und bei 20 Leuten geht praktisch ständig etwas ab. Des Weiteren wissen wir nicht wie die Spaltensituation ist und wollen daher nicht zu spät am Normalweg den Gletscher betreten. Der Stau löst sich dann aber schneller als gedacht und wir beschließen einfach einen gewissen Sicherheitsabstand zu wahren.

Die erste Schlüssellänge ist eine steile glatte circa 4m hohe Verschneidung. Hier ist ein Haken in griffweite gebohrt. Man kann daher wenn man möchte eine Expresse und eventuell auch eine Trittschlinge einhängen und mithilfe dieser sich so weit nach oben hieven, dass man die Kette erreicht die angebracht ist. Danach einfach nach oben ziehen und man steht bereits wieder am Grat. Es gibt gute Griffe, Risse und Tritte, leider sind diese aber bereits sehr speckig, daher empfiehlt es sich ohne Handschuhe die Schlüssellänge zu klettern und wenn man sich unsicher ist die zuvor genannten Hilfsmöglichkeiten zu verwenden.

Weiter geht es über den meist recht breiten, aber brüchigen Grat bis zum nächsten Eis-, oder Firnfeld. Dieses ist um einiges steiler, aber bei guten Schneebedingungen auch ebenfalls ohne Steigeisen gehbar. Von hier ist man nach kurzer, leichter Kletterei (3) bei der zweiten Schlüssellänge angelangt. Diese ist unserer Meinung nach bedeutend leichter. Man hat gute Griffe uns ist nach einem beherzten hohen Tritt bereits über die Schlüsselstelle hinweg und muss nun nur mehr ein Stückchen nach rechts ausqueren – fertig. Große Personen sollten eventuell hier vorsteigen, da sie sich mit dem hohen Tritt leichter tun. Nach der Schlüsselstelle geht es wieder in leichtem 3er und 2er Gelände zum bereits sichtbaren Gipfel. Hier werfen wir uns ins Getümmel und schaffen es schließlich ebenfalls ein Foto mit dem begehrten Gipfelkreuz zu ergattern.

Den Abstieg wählen wir über den Normalweg. Bei gutem Trittschnee kann man hier weiterhin auf Steigeisen verzichten (bei so einer Tour hat man sie aber dennoch immer im Gepäck!). Man folgt dabei einfach den Trittspuren den Gipfelkamm entlang und dann den Gletscher hinab bis zu den großen Spaltenzonen. Hier ist große Vorsicht geboten, da die Spalten teilweise sehr groß sind und im Sommer durch den weichen Schnee oft immer mehr wegbricht. Der Weg geht fast bis zum Lombardi-Biwak (Ortler-Biwak). Sofern Schnee ist, kann man seitlich der Felsen über das circa 40 Grad steile Eisfeld hinuntergehen („Bärenloch“) und nach dem Felssporn nach rechts hinüberqueren. Ansonsten gibt es eine Abseilstelle bei den Felsen (laut Topo vom Normalweg sollte diese circa 20m nach dem Biwak sein).

Nun geht es über die zweite große Spaltenzone immer den Trittspuren nach eher rechts haltend bis zum Gletscherende auf circa 3200m. Hier endet der Weg auf einem Felshaufen. Die Steigeisen kann man nun ausziehen, man braucht sie nicht mehr. Rechts sieht man nun ein Fixseil – hier geht es hinüber (Achtung: sehr rutschige Stelle mit Schotter auf abschüssiger Platte!) und zum Felsaufschwung. Dieser ist aber mithilfe des angebrachten Filxseils leicht zu meistern und man quert auf nun leichterem Gelände weiter bis zur Schlüsselstelle des Normalwegs. Hier bildet sich oft ein langer Stau und man sollte mit längeren Wartezeiten (bei uns war es circa eine Stunde) rechnen. Schwächere Kletterer sollten hier am vorhandenen Haken abgelassen werden auf ein breites Band, circa 5-6m unter der Abseilstelle oder man klettert gemeinsam am laufenden Seil ab. Die Problemstelle ist circa 1m hoch, leicht überhängend und hat oben einen festen Griff an dem man sich festhalten muss, wenn man sich dann nach hinten lehnt, sieht man die vorhandenen gute Tritte. Danach geht es in leichterer Kletterei über liegende Platten weiter nach unten bis zu dem breiten Band.

Nach dieser Stelle folgt man dem Grat weiter und kommt zu einem Abbruch, der mittels Stahlketten gesichert ist. Mithilfe dieser und guter Griffe und Tritte kommt man hier schnell vorwärts. Zwischensicherungen mit dem eigenen Steil können mithilfe von Expressen eingehängt werden. Ist dieser Teil geschafft, hat man die Schwierigkeiten überwunden und geht entlang eines Weges mit ein paar leichten Klettereien (1 und 2) zwischendurch Richtung Tabarettaspitze (man geht aber nicht hinauf, sondern quert diese nur mit leichtem Gegenanstieg). Danach geht es über leichtes Gehgelände bis zur nun sichtbaren Payerlhütte gegenüber (circa 2800m).

Ab hier geht es nun auf einem guten Wanderweg bis zur Tabarettahütte (supertolle Aussicht auf die Ortler-Nordwand!) und von hier kurz hinunter und über den Weg 4 oder 8 Richung Sulden bis zur Kirche hinunter.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Koordinaten

DG
46.526887, 10.584223
GMS
46°31'36.8"N 10°35'03.2"E
UTM
32T 621499 5153810
w3w 
///prägung.schwebt.bürsten
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Bewertungen

5,0
(1)
Jakob Hartmann
13.01.2019 · Community
Über Nacht 15cm Neuschnee. Hat uns auch 18 Stunden abverlangt. Dennoch 1a Tour.
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Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
IV, 40°, AD+ schwer
Strecke
20,6 km
Dauer
15:00h
Aufstieg
2.084 hm
Abstieg
2.083 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour Gipfel-Tour Grat Überschreitung

Statistik

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