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Wanderung

Mützenich

· 1 Bewertung · Wanderung · Eifel
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Karl-Heinz Rosenzweig 
  • Mützenich aus der Luft
    / Mützenich aus der Luft
    Foto: Karl-Heinz Rosenzweig, Community
m 900 800 700 600 7 6 5 4 3 2 1 km
Typisch für Mützenich ist die großzügige, offene Bebauung. Der ständige Wechsel von Gebäuden und Wiesen schafft eine wohltuende Weite, die außerhalb des Dorfes im wahrsten Sinn des Wortes ihren Höhepunkt erreicht. Neben einer für das Monschauer Land einmaligen Fernsicht bietet die Umgebung Naturerlebnisse der besonderen Art.Gepflegte, mit Buchenhecken eingefriedete Anwesen betonen den landschaftstypischen Charakter des Ortes. Nicht ohne Grund ist er beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“ bereits mit Gold und Silber ausgezeichnet worden.
leicht
7,1 km
2:30 h
90 hm
90 hm

Dorfrundgang

Lauschen Sie den Geschichten der Dörfer.

Schwierigkeit
leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
660 m
Tiefster Punkt
575 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Der Eifelyeti

Komoot

GPSies

Start

Wanderparkplatz Dorfplatz in der Nähe der Kirche (586 m)
Koordinaten:
DG
50.566572, 6.218509
GMS
50°33'59.7"N 6°13'06.6"E
UTM
32U 303025 5605322
w3w 
///zuwenden.augenlid.malschule

Ziel

Wanderparkplatz Dorfplatz in der Nähe der Kirche

Wegbeschreibung

Wir beginnen unseren Rundgang gleich mit einer Besonderheit. Drei „Schulgenerationen“ sind in der Nähe des Parkplatzes auf engstem Raume versammelt. Die beiden älteren Gebäude scheinen ihr Aussehen kaum verändert zu haben. Das ist nicht zuletzt das Verdienst der Mützenicher Bevölkerung und der Vereine, die 1998 mit großem ehrenamtlichem Einsatz den Mittelpunkt ihres Dorfes neu gestaltet haben. Das erste, in Fachwerkbauweise auf einem Bruchsteinfundament errichtete Schulgebäude aus dem 19. Jahrhundert mit den alten Sprossenfenstern und dem mit Schiefer verkleideten Giebel ist ein wahres Schmuckstück. Heute befindet sich hier das vom Heimatverein betriebene Dorfmuseum mit dem treffenden Namen „Uraalt Scholl“. Die Ausstellung kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. Der Nachfolgebau, die „Aalt Scholl“, steht links daneben. Sie wird als Vereinshaus genutzt. Nach rechts schließt sich die heutige Grundschule an.

Für die Mützenicher gab es nach dem 2. Weltkrieg gleich zwei Gründe, die Kapelle im Winkel von »Schiffenborn« und »Im Bruch« der heiligen Brigida zu weihen. Sie spielt nicht nur für die Landwirtschaft als Patronin des Viehs eine besondere Rolle, sondern wird außerdem gegen Unglück und Verfolgung angerufen. Der Dank für die Errettung des Dorfes und seiner Einwohner aus den Nöten des Krieges war einer der Gründe für den 1951 erfolgten Neubau an Stelle einer bereits 1896 errichteten Kapelle.

Die Straße „In den Stecken“ führt zum geographischen Höhepunkt unserer Wanderung. Bis dahin erleben wir die ganze Vielfalt des Ortsbildes. Nachdem wir einen landwirtschaftlichen Betrieb passiert haben, durchschreiten wir die Mützenicher Heckenlandschaft. Je weiter wir uns vom Dorf entfernen und je höher wir steigen, desto lichter werden die Flächen. Am Waldrand befinden wir uns auf dem Steling, mit 659 Metern die höchste Erhebung der StädteRegion Aachen. Neben einer privaten Wetterstation steht das „Gipfelkreuz“. Es ist das 1995 von der Dorfjugend errichtete „Kreuz des Wachens“. Jedes Jahr kommen am Gründonnerstag Mädchen und Jungen des Ortes hier zusammen, um einer alten christlichen Tradition folgend eine Nachtwache zu halten. Die besondere Attraktion des Stelings ist die grandiose Fernsicht. Nirgendwo sonst kann man im Monschauer Land so weit blicken!

Über den „Waaneschlachswäächs“ erreichen wir den „Eifel-Blick“ mit seinem einzigartigen 180 Grad-Panorama. Eine Tafel informiert uns über all das, was es von hier aus zu sehen gibt. Bei guter Fernsicht lassen sich sogar das 75 Kilometer entfernte Siebengebirge und die Hohe Acht, der in der Nähe des Nürburgringes gelegene höchste Berg der Eifel, ausmachen.

Unser nächstes Ziel ist „Kaiser Karls Bettstatt“, einer der mächtigsten Quarzitblöcke des Hohen Venns. Das Gestein, aus dem er besteht, wurde vor etwa 500 Millionen Jahren gebildet und gehört der geologisch ältesten Periode des Erdaltertums, dem Kambrium, an. In alter Zeit diente der Block als Grenzmarke des Klosters Reichenstein bei Kalterherberg. Heute kennzeichnet nur wenige Schritte entfernt ein moderner Stein den Verlauf der deutsch-belgischen Grenze. Wie eine alte Sage berichtet, geriet der Kaiser mit seinem Gefolge bei der Jagd nach einem prächtigen Hirsch immer tiefer in den Reichswald hinein. Als es bereits zu dämmern begann, musste die Jagdgesellschaft feststellen, dass sie sich verirrt hatte. Zu weitläufig war die Landschaft mit Dickicht und Sumpfgebieten. An eine Rückkehr zum Konzener Hof war nicht zu denken. Da entdeckte einer von des Kaisers Leuten einen mächtigen Felsblock, der als Bett für den Herrscher geeignet schien. So beschloss man, hier das Nachtlager aufzuschlagen. Ob Karl der Große einen bequemen Aufenthalt hatte, ist nicht überliefert. Wie der Volksmund berichtet, soll ihm einer der Diener wegen der Kälte der Nacht seine Mütze angeboten haben. Doch der Kaiser wies das Angebot mit der knappen Bemerkung „Mütze nicht!“ zurück. Was lag da näher, das fürstliche Wort zum Namen des Orts zu machen?

Wir folgen ein kurzes Stück dem „Eifel-Steig“, einem von Aachen nach Trier führenden Premiumwanderweg. Rund 650 Meter südlich von „Kaiser-Karls-Bettstatt“ erwartet uns ein ganz besonderes Naturerlebnis. Anfang der 1990er Jahre wurde mit der Renaturierung eines Venngebiets mit zwei Palsen, wie die, während der Eiszeit entstandenen Teiche genannt werden, begonnen. Heute ist es Bestandteil des deutsch-belgischen Rad- und Wanderweges „Moor-Route“ und beherbergt eine einzigartige Tier und Pflanzenwelt. Zum größeren der beiden Palsen führt ein Holzsteg, auf dem auch Rollstuhlfahrer die Sehenswürdigkeit erreichen können. Besonders im Sommer, wenn die Heide blüht, ist die Luft vom charakteristischen Duft der Moorlandschaft erfüllt.

Nachdem wir den Aussichtsturm bestiegen und unseren Wissensdurst mit Hilfe der zahlreichen Informationstafeln gestillt haben, gelangen wir an den Rand des Weidelandes. Wir biegen links ab und betreten einen romantischen Pfad, der am Naturschutzgebiet entlangführt. Bei Nässe oder mit einem Kinderwagen empfiehlt es sich, bis zur Straße zu gehen und dem Fußweg in Richtung Ortsmitte zu folgen. Vorbei an neuen und alten Häusern, die zum Teil von mächtigen Schutzhecken umgeben sind, erreichen wir über den Parkplatz die Pfarrer-Scheidt-Straße, den Vennweg und die Reichensteiner Straße die Josefskapelle. Bereits 1815 errichtete Theoderich Heinen, der am Russlandfeldzug Napoleons teilgenommen hatte, als Dank für seine glückliche Heimkehr an dieser Stelle ein achteckiges „Heiligenhäuschen“ mit einer kleinen Muttergottes-Figur. 1942 wurde es dem heiligen Josef geweiht. Wegen des schlechten Zustandes entschloss man sich 1967 zum Neubau. Das besondere an der Kapelle ist der Flügelaltar aus Eichenholz mit Szenen aus dem Leben der heiligen Familie. Neben einer ausführlichen Beschreibung der Kapelle und ihrer Geschichte gibt ein Heftchen mit meditativen Texten Auskunft über das Bildprogramm. Steinplatten mit Danksagungen an den Seitenwänden zeigen, dass nach wie vor Menschen hierher pilgern, um den Ziehvater Jesu um Hilfe anzuflehen. Der schmale Kapellenweg hat eine besondere Atmosphäre. Er führt uns abseits der Fahrstraßen an alten Hecken und mächtigen Buchen vorbei in Richtung Ortsmitte. Die „Liechejass“, an der wir vorbeigehen, erinnert an die Zeit, als die Mützenicher und Kalterherberger ihre Toten noch nach Konzen zum Friedhof bringen mussten. Erst 1856 erhob der Kölner Erzbischof, zu dessen Diözese das Monschauer Land damals gehörte, die Kirchengemeinde zur Pfarre. Die Grundsteinlegung zum Bau der ersten Kirche erfolgte 1847, 1850 fand die Weihe statt. 1954 wurde der inzwischen zu klein gewordenen Bau erweitert. Wer das Gotteshaus von der Straßenseite her betritt, ist verblüfft. Anders, als es zunächst den Anschein hatte, steht man in einem modernen Innenraum. Doch es gibt hier nicht nur Kunstwerke aus den 1950er Jahren zu bestaunen wie die Kupfertreibarbeiten an der Kanzel oder der Kreuzweg mit seinen lebensgroßen Figuren, die in der seltenen „Sgraffito-Technik“ gearbeitet sind. Ein besonderes Kleinod ist die um 1350 entstandene Statue des heiligen Bartholomäus, dem das Mützenicher Gotteshaus geweiht ist. Der Märtyrer, dem seine Peiniger bei lebendigem Leibe die Haut abzogen, bevor sie ihn enthaupteten, kommt nicht nur in zahlreichen Bauernregeln vor. Wohl wegen der Art seines Martyriums gilt er unter anderem als Schutzpatron der Steuerzahler.

Text übernommen aus Flyer, Download siehe "Literatur"

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

siehe hier

Anfahrt

Mit dem PKW bis Mützenich.

Siehe Anfahrtsplan.

Parken

Wanderparkplatz Dorfplatz in der Nähe der Kirche

Koordinaten

DG
50.566572, 6.218509
GMS
50°33'59.7"N 6°13'06.6"E
UTM
32U 303025 5605322
w3w 
///zuwenden.augenlid.malschule
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Ausrüstung

Normale Wander-Freizeitkleidung, festes Schuhwerk.

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Bewertungen

3,0
(1)
Silvia Herz
02.01.2021 · Community
Eine nette Tour, aber kein wirklicher Dorfrundgang, zwei Drittel des Weges sind in Feld und Wiesen. Bei Winterwetter nicht unbedingt überall ein Genuss, es sei denn, man trägt Gummistiefel. Allerdings ist der Weg überall gut gekennzeichnet, so dass man sich zumindest nicht verläuft und /oder suchen muss.
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Gemacht am 26.12.2020

Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
leicht
Strecke
7,1 km
Dauer
2:30 h
Aufstieg
90 hm
Abstieg
90 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit familienfreundlich

Statistik

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