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Mönch 09/2016 - erster 4000er

Bergtour · Schweiz
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Philipp Korte
  • Abendstimmung von Mönchsjochhütte
    Abendstimmung von Mönchsjochhütte
    Foto: Philipp Korte, Community
m 4000 3800 3600 3400 7 6 5 4 3 2 1 km
Nicht sehr lange, aber schwierige Bergtour mit sehr ausgesetztem Gipfelgrad.
schwer
Strecke 7,2 km
3:44 h
839 hm
920 hm
4.106 hm
3.458 hm

Der Aufstieg auf den Mönch war gleichermaßen anstrengend, erfolgreich wie auch unvergesslich. Wir hatten am 08./09.09.2016 ein wirklich prachtvolles Wetter mit einer überwältigenden Fernsicht. Am Donnerstagabend hatten wir die Mönchsjochhütte als Quartier erreicht. Dort gab es ein gemütliches Bergsteigermenu und zwei schmackhafte Biere, bevor wir uns rechtzeitig zur Ruhe begaben. Zunächst konnte ich ausnahmsweise auch mal ganz gut einschlafen, ab 4 Uhr war ich dann aber hellwach und konnte es nicht mehr abwarten. Frühstück in der Hütte um 6:30 Uhr mit schlecht gelauntem Hüttenwirt.

Unser Bergführer kam dann mit der ersten Bahn hoch zum Jungfraujoch und traf uns dann beim Einstieg zum Mönch. Es beginnt dort mit einer nicht ganz harmlosen Kletterei, vermutlich auch, um leichtfertige Touristen vom Einstieg fernzuhalten. Sodann geht es über kombiniertes Geländes – mal über Schneefelder, dann wieder im Fels - stetig aufwärts.

Die Verhältnisse waren erstklassig und der Schnee präsentierte sich fest und griffig, so dass die Steigeisen guten Halt fanden. Wir merkten aber recht früh schon die erhebliche Höhe und jeder Schritt war doppelt anstrengend. Wirklich akklimatisiert waren wir mal wieder nicht. Ein Vorteil war aber wenigstens, dass aufgrund der fortgeschrittenen Saison nur etwa 5 oder 6 Seilschaften am Mönch unterwegs waren. So hatten wir keinen Stress und konnten uns ordentlich Zeit lassen. Unser Bergführer Rinaldo Borra, ein selbständiger Bergführer aus Grindelwald, hielt uns immer wieder dazu an, stetig aber langsam den Berg zu besteigen. Er war sehr freundlich und wirkte sehr kompetent.

Schließlich erreichten wir den ausgesetzten Gipfelgrad. Auch dieser befand sich in guter Verfassung und der schmale Pfad am Grad entlang wirkte sehr stabil. Trotzdem war es für uns eine echte Überwindung. Aber mit kleinen, langsamen Schritten kamen wir auch dort gut voran. Der Grad zieht sich wirklich ganz schön in die Länge (ca. 15 Minuten Weg) und am Schluss wechselte der Bergführer auf die oberste Kante, um uns von dort zu sichern. Ich fühlte mich frei wie ein Vogel, aber trotzdem auch nicht ganz wohl in meiner Haut.

Der Mönch ist ein reiner Wächtenberg, ohne Kreuz oder ähnliches. Man kann dort nur mit maximal sechs Leuten dicht gedrängt stehen, aber der Ausblick war einfach gigantisch. Wir blickten über den Aletschgletscher, hinüber zum Matterhorn und bis zum Mont Blanc. Auf der anderen Seite schaut man sogar bis hin zu den Vogesen. Die Fernsicht war wirklich phantastisch.

Besonderes lange hielt es uns aber nicht auf dem Gipfel, da wir gerne den fiesen Gipfelgrad wieder hinter uns bringen wollten und der Schnee in der Sonne schon etwas sulzig wurde. Irgendwie hatten wir auch auf dem Rückweg das Gefühl, dass der Grad noch ausgesetzter war, als zuvor. Schnurbein war auf dem Rückweg diesmal doch etwas angeschlagen von der Höhe, so dass wir uns auch jetzt wieder viel Zeit ließen und als letzte von den bezeichneten Seilschaften aus dem Berg ausstiegen.

Als wir schließlich wieder unten angelangt waren, sagte uns der Bergführer Rinaldo, er halte den Mönch aufgrund des Gipfelgrades für einen der schwersten 4000er in den Alpen. Zwar sei der Anstieg recht kurz, aber viele Leute würden sich dann den Grad nicht zutrauen und wieder umkehren. Bei eisigeren Verhältnissen würde er selbst auf keinen Fall auf den Mönch gehen. Die Jungfrau habe zwar einen längeren Anstieg, aber sei dafür längst nicht so ausgesetzt. Umso erleichterter waren wir, als wir mit Rinaldo schließlich am Jungfraujoch ein großes Getränk in beschaulicher Sicherheit zu uns nehmen konnten.

Bei so einer Bergtour macht man auch immer mindestens einen Fehler. Meiner war diesmal, dass ich Sonnencreme und Lippenpomade im Tal vergessen hatte. Als es mir dann morgens einfiel, war es schon zu spät und ich bin mehr oder weniger ungeschützt auf den Mönch geklettert. Die Folge war, dass ich mir meine Lippen ordentlich verbrannt habe, so dass ich später ein wenig wie eine mit Botox aufgespritzte Schnulzensängerin aussah. Aber diese dicke Lippe, die ich riskiert habe, nahm ich für das unvergessliche Erlebnis am Mönch natürlich gerne in Kauf.

Wieder im Tale genossen wir noch lange den Blick in die Eigerwand und auf den Mönch. Schließlich quartierten wir uns noch für eine Nacht in das Hotel Steinbock in Grindelwald ein. Auch von der dortigen Terrasse hatte man noch einen großartigen Blick auf das Berner Dreigestirn.

Autorentipp

Auf dem Gipfelgrad ganz langsame Schritte wie in Zeitlupe. Falls möglich, einen Tag vorher auf der Kleinen Scheidegg oder auf der Mönchsjochhütte akklimatisieren.
Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
Mönch, 4.106 m
Tiefster Punkt
3.458 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW

Wegearten

Pfad 16,36%Pfadspur 83,63%
Pfad
1,2 km
Pfadspur
6 km
Höhenprofil anzeigen

Start

Jungfraujoch (3.554 m)
Koordinaten:
SwissGrid
2'641'889E 1'155'285N
DD
46.547544, 7.984795
GMS
46°32'51.2"N 7°59'05.3"E
UTM
32T 422169 5155386
w3w 
///anzustellen.ältester.augenform
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Ziel

Junfraujoch

Wegbeschreibung

Vom Jungfraujoch über den markierten Gletscherweg zur Mönchsjochhütte (ca. 1 Stunde). Dort übernachten. Am nächsten Morgen zur Einstiegsfahne etwas unterhalb der Mönchsjochhütte. Sodann über kombiniertes Gelände immer dem Rücken des Berges folgen.

Den Gipfel erreicht man schließlich über den ausgesetzt Gipfelgrad.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Parken

Günstigste Parkgelegenheit für Autos am Bahnhof in Grindelwald-Grund (6 SFR am Tag)

Koordinaten

SwissGrid
2'641'889E 1'155'285N
DD
46.547544, 7.984795
GMS
46°32'51.2"N 7°59'05.3"E
UTM
32T 422169 5155386
w3w 
///anzustellen.ältester.augenform
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Ausrüstung

Steigeisen, Pickel, warme Bergkleidung, Helm etc. (keine Stöcke erforderlich, da nur im Weg)

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Schwierigkeit
schwer
Strecke
7,2 km
Dauer
3:44 h
Aufstieg
839 hm
Abstieg
920 hm
Höchster Punkt
4.106 hm
Tiefster Punkt
3.458 hm
aussichtsreich Einkehrmöglichkeit Bergbahnauf-/-abstieg Gipfel-Tour Kletterstellen

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