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Lebensader Oberrhein: Erlebnispfad Jungaue - Kleiner Rundweg

· 1 Bewertung · Wanderung · Rheinhessen
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  • Startpunkt mit Infotafeln
    / Startpunkt mit Infotafeln
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Trauerweiden
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Blick vom Fähranleger auf den Stillwasserbereich
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Auenforum mit Wasserpumpe und Bandolo
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Blick auf Östrich-Winkel
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Aussichtsturm
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Blick vom Aussichtsturm auf die Feuchtwiesen der Jungaue
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Stieleiche
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Alte Sandlache
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Weg am Deich entlang
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  • / Hochwasserpfosten
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
  • / Graugänse
    Foto: NABU Rheinland-Pfalz, Lebensader Oberrhein - Projektbüro
m 81 80 79 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 km
Der Erlebnispfad Jungaue führt durch eine beeindruckende Auenlandschaft am Inselrhein bei Ingelheim, vorbei an Stillwasserbereichen, der Sandlache (einem Altrheinarm) und der Selz.

Neben spannenden Naturbeobachtungen gibt es jede Menge Informationen über Auenlandschaften und ihre Tier- und Pflanzenwelt, dabei vor allem speziell über die Jungaue und den Altrheinarm „Sandlache“, aber auch die Kulturgeschichte des Ortes und erstaunliche Fakten. Diese besondere Mischung gepaart mit Aktionen und Spielmöglichkeiten für Kinder macht eine Wanderung über die Jungaue zu einem echten Erlebnis für Jung und Alt!

leicht
Strecke 2,7 km
0:40 h
7 hm
7 hm
Naturerlebnis

Wasser ist der bestimmende Faktor für die Jungaue. Neben dem Rhein durchfließt auch die Selz das Gebiet und der Altrheinarm „Die Alte Sandlache“ zieht sich von der Rhein-Klause bis zur Selz parallel zum Rhein.

Die Jungaue ist Teil des so genannten Inselrheins zwischen Mainz und Bingen. Wie der Name vermuten lässt, war dieser Rheinabschnitt schon immer durch zahlreiche Inseln geprägt. Heute liegen 7 Inseln - Rettbergs Aue, Königsklinger Aue, Mariannen Aue, Winkler Aue, Fulder Aue, Ilmen Aue und Rüdesheimer Aue – hinter einander auf einer Strecke von nur 25 km.

Doch warum sind gerade in diesem Rheinabschnitt so viele Inseln?

Das liegt vor allem an dem berühmt berüchtigten „Binger Loch“. Nicht nur die Schiffe hatten und haben an dieser engen Stelle ihre Schwierigkeiten. Auch der Rhein muss sich am „Tor zum Mittelrheintal“ seinen Weg durch die harten Quarzitfelsen des Rheinischen Schiefergebirges bahnen. Vor diesem schmalen Durchlass staut sich das Wasser. Noch dazu kommt das geringe Gefälle zwischen Mainz und Bingen. Die Fließgeschwindigkeit ist daher gering. Wenn das Wasser so langsam fließt, werden aber auch viele im Wasser mitgeführte Schwebstoffe abgelagert. Aus diesem Sand und Kies haben sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Inseln gebildet, sind verschwunden und wieder neu entstanden. Denn das abgelagerte Material wurde ständig umgelagert, ehemalige durchströmte Rheinarme wurden vom Hauptstrom abgeschnitten und verlandeten, so dass auch einstige Inseln zum Festland wurden. Ein stetiger Wandel, der sich auch heute noch fortsetzt. Nur geht der Prozess so langsam, dass eine Veränderung nicht sofort auffällt. Und der Mensch greift heute viel mehr zum Schutz der angrenzenden Ortschaften und zur Sicherung der Schifffahrt auf dem Rhein in die natürlichen Prozesse ein.

Auch die Jungaue war genauso wie die Sandaue (auch Lebertsaue genannt) eine ehemalige Rheininsel, wie man an den Endungen „-aue“ erkennen kann. Der Rheinseitenarm „Alte Sandlache“ trennte diesen Bereich ehemals vom Festland. Durch die Verlegung der Selzmündung und die Verlandung der Sandlache wurden beide Inseln jedoch zum Festland. 2003 wurde die Sandlache über die Selz wieder an den Rhein angeschlossen. Zumindest bei höheren Wasserständen wird die Sandlache also wieder durchströmt. Und das macht die Lebertsaue und Teile der Jungaue streng genommen auch wieder zu Inseln.

Die Inseln prägen das Bild des Flusses. Verbunden mit den sog. Leitwerken (Steinschüttungen parallel zum Ufer) teilen sie den Rhein quasi in zwei Hälften. Die Fahrrinne für die Schiffe auf der hessischen Seite und den Stillwasserbereich auf der rheinland-pfälzischen Seite. Dieser Stillwasserbereich, der auch der Jungaue vorgelagert ist, ist sehr flach und sehr strömungsarm. Bei Windstille erinnert die glatte Wasseroberfläche eher an einen See als einen großen Fluss. Im Sommer, wenn der Rhein Niedrigwasser führt, fallen z.T. große Flächen des Stillwasserbereichs trocken, Sand- und Kiesbänke treten hervor. In diesen Stillwasserbereichen sind immer zahlreiche Wasservögel zu finden. Neben den häufigsten Arten wie Graugänsen, Stockenten und Möwen können Sie auch Kormorane und Graureiher das ganze Jahr über beobachten. Im Winter kommen zahlreiche Gäste aus dem hohen Norden dazu. Reiher-, Tafel- und Schellenten verbringen hier gerne die kalte Jahreszeit und tauchen in dem eisfreien Wasser nach Muscheln. Zur Zugzeit im August/September legen auch seltene Watvögel eine kurze Rast ein. Manchmal schreitet auch der Weißstorch auf der Suche nach kleinen Fischen durchs Wasser und in den schmaleren Streifen auf Höhe der Lebertsaue flitzt auch schon mal ein blau schimmernder Pfeil (Eisvogel) übers Wasser.

Es lohnt sich also immer ein Fernglas mitzunehmen. Der kleine NABU-Naturführer „Wasservögel am Rhein“ (kostenlos beim Naturschutzzentrum erhältlich) hilft bei der Bestimmung.

Der Rhein ist auch auf der Landseite das prägende Element der Jungaue. Denn die Jungaue wird in der Regel einmal im Jahr mehr oder weniger bis zum Deich überflutet. Und auch wenn das Hochwasser einmal ausbleibt, so bleibt das Land durch den hohen Grundwasserspiegel entsprechend feucht. Eigentlich wären solche Überflutungsbereiche durch einen dichten Auwald geprägt. Reste davon sind auf der Jungaue noch vorhanden. Vor allem direkt am Wasser sind die typischen Weiden zu finden. Neben der Weide prägen die Pappeln den Bereich am Ufer. Und auch einige alte frei stehende Eichen sind beeindruckende Zeugen des ursprünglichen Auwaldes. Große Flächen der Jungaue sind von Feuchtwiesen geprägt. Teile werden auch noch landwirtschaftlich genutzt.

 

Trauerweiden, Pappeln, Eichen

Wenn Sie den Rundweg beginnen, fällt ihr Blick zunächst auf die Reihe von Trauerweiden entlang des Rheins. Ihre bis zum Boden in sanften Wellen „hinabfließenden“ Zweige erinnern an die Kaskaden eines Wasserfalls.

Nähert man sich ihnen, so erscheinen die langen, nach unten hängenden Zweige wie ein Vorhang. Das Tor öffnet sich und Sie befinden sich in einem Zelt aus grünen Blättern. Selbst an heißen Sommertagen und strahlendem Sonnenschein herrscht hier ein kühlendes Dämmerlicht. Die herabhängenden Zweige verleihen dem Baum etwas Melancholisches. Oft wurden Weiden in Verbindung mit Trauer und Tod gebracht – daher auch der Name „Trauerweide“. Aber entscheiden Sie selbst! Ist es nicht vielmehr etwas Zauberhaftes und Märchenhaftes? Vielleicht ganz im Sinne der Kräuterhexen, die schon früh herausgefunden hatten, dass man mit einem Weidenrindentee auch Schmerzen und Fieber lindern kann. Heute wissen wir, dass das durchaus keine „Hexenkunst“ ist, sondern dem enthaltenen Wirkstoff Salicin zu verdanken ist, dem gleichen Wirkstoff, der heute – allerdings künstlich hergestellt – auch im Aspirin zu finden ist.

Weiden sind ein typischer Begleiter der Flüsse. Keine andere Baumart ist so gut an das Leben im und am Wasser angepasst. Dank eines besonderen Belüftungssystems ihrer Wurzeln kann sie Überflutungen mühelos überstehen. Die länglichen, schmalen Blätter sind bestens an starke Strömungen angepasst und die biegsamen Zweige bleiben auch bei größerem Hochwasser meist unbeschadet. Brechen sie trotzdem einmal ab, können sie an anderer (feuchter) Stelle wieder „Fuß“ fassen. Wie biegsam die dünnen, langen Weidenzweige sind, können Sie gerne einmal selber testen. Sie können sogar einen Knoten darin binden! Diese besondere Elastizität haben wir Menschen uns schon früher z.B. bei der Korbflechterei gerne zu Nutze gemacht. Auf der Tafel 5a „Die Kopfweide – Ein Baum mit vielen Leben“ können Sie jede Menge über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Weide erfahren.

Lässt man die Reihe der Trauerweiden hinter sich, kommt schon bald die nächste Reihe bzw. die Reste einer ehemaligen Allee eines typischen Baumes entlang von Flüssen: die Pappel. Zusammen mit der Weide bildet sie die sog. Weichholzaue   – also den Bereich in der Nähe des Ufers, der häufig überflutet wird und durch Bäume mit einem schnell wachsenden weichen Holz geprägt ist. Einige der „alten“ Pappeln wurden auch schon wieder gefällt. „Alt“ kann man sie ja eigentlich nicht nennen. Denn sie wurden erst Mitte des letzten Jahrhunderts hier am ehemaligen Leinpfad gepflanzt. Pappeln wachsen zwar sehr schnell, werden aber auch nicht älter als 100 Jahre. Das ist für einen Baum vergleichsweise wenig, wenn man bedenkt, dass eine Eiche über 1.000 Jahre (!) alt werden kann. Manch einer trauert den gefällten Pappeln vielleicht nach. Es handelt sich aber um Hybridpappeln, also einer Kreuzung mit der Kanadischen Pappel. Diese sollen im Laufe der Zeit durch einheimische Baumarten wie z.B. die mittlerweile sehr seltene Schwarzpappel ersetzt werden.

Weide und Pappel zählen zu den so genannten Pionierbaumarten. Das sind Bäume, die auch extreme Standorte (in diesem Fall sehr feucht!) besiedeln. Typisch für Pionierbaumarten bilden Weiden und Pappeln jede Menge Samen. Diese können mit Hilfe ihrer Flughaare bis zu 50 km (!) weit fliegen. Wenn die weißen, weichen Samenknäuel im späten Frühjahr durch die Luft wirbeln, wundert sich so mancher über dieses „Schneetreiben“. Nehmen Sie mal einen solchen „Wattebausch“ in die Hand. Sie sind so schön flauschig und dabei auch noch wärmeisolierend. Kein Wunder, dass die Beutelmeise gerne ihr Nest daraus baut. Doch warum überhaupt diese Massenproduktion an Samen? Die kleinen Samen besitzen keinerlei Reserven. Am Ende ihres Fluges müssen sie auf einen freien, feuchten Boden hoffen. Nur dann können sie in den nächsten Tagen auch keimen. Das klappt natürlich nicht immer. Trotzdem würde sich auch hier auf der Jungaue im Laufe der Zeit wieder ein typischer Weichholzauenwald entwickeln, wenn der Mensch nicht eingreifen würde.

Schon bald kommt der Aussichtsturm in Sicht. Ihr Blick wird aber vermutlich eher auf die besonders beeindruckenden einzeln stehenden alten Eichen fallen. Und da Eichen über 1.000 Jahre alt werden können und nur sehr langsam wachsen, müssen diese Eichen schon sehr alt sein! Theoretisch könnte sogar schon Karl der Große auf seinem Weg vom Rhein zur Kaiserpfalz an einer dieser Eichen vorbei gekommen sein (praktisch natürlich nicht). Selbst wenn die Jungaue nicht ständigen Veränderungen unterliegen würde, hätte man das Holz sicher auch gerne für den Bau von Schiffen, Fachwerkhäusern oder auch Weinfässern verwendet. Denn es ist besonders hart und widerstandsfähig. Gerade wegen ihres harten Holzes stehen Eichen für Standfestigkeit, Kraft und Stärke, das Blatt ist das Symbol für Beständigkeit und bei uns auf jeder Cent-Münze zu sehen. Längere Überflutungen verträgt die Eiche allerdings nicht so gut. Deswegen würde sie in einem natürlichen Auwald auch erst etwas weiter weg vom Fluss vorkommen, wo das Hochwasser nicht so oft hinkommt. Dieser Bereich wird „Hartholzaue“ genannt, entsprechend den Bäumen, die aus einem harten Holz bestehen. Dazu gehören neben der Eiche auch die Ulme und die Esche, die vereinzelt auch auf der Jungaue zu finden sind.

Stiel- oder Traubeneiche? Lustigerweise sind es nicht die Blätter, denen die Stieleiche ihren Namen verdankt. Lassen Sie sich also nicht irritieren, wenn das Blatt einen sehr kurzen Stiel hat. Am besten warten Sie bis zum Herbst, wenn die Eicheln am Baum hängen. Diese sind nämlich bei der Stieleiche tatsächlich sehr lang gestielt (im Gegensatz zu denen der Traubeneiche, deren Eicheln in Trauben zusammen wachsen). Typisch für Auwälder sind die Stieleichen, denn diese sind besser an die feuchten Verhältnisse angepasst.

 

Feuchtwiesen

Auf dem Weg zum Aussichtsturm können Sie zwischen 2 Wegen wählen, entweder durch die Pappelallee am Rheinufer entlang oder quer durch die Wiese vorbei an den alten Eichen. Im Frühjahr sollten Sie unbedingt den Weg über die Wiese nehmen. Betrachten Sie eine Feuchtwiese einmal direkt aus der Nähe. Neben den typischen Gräsern wird die Wiese auch durch das Wiesen-Labkraut und den Großen Wiesenknopf geprägt. Die Blätter sehen genauso aus wie die des Kleinen Wiesenknopfes (fälschlicherweise auch gerne Pimpinelle genannt). Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder mag es der Große Wiesenknopf aber gerne feucht und wird von Insekten bestäubt. Neben Fliegen lockt er auch Schmetterlinge an, darunter den seltenen Ameisenbläuling. Und dieser ist auf „seine“ Futterpflanze angewiesen. Vor allem die Raupen. Denn diese fressen zunächst die Blütenhülle auf, lassen sich dann fallen und werden nun von Ameisen in deren Nest geschleppt. Hier verbringen sie den Winter und fressen die Brut der Ameisen. Warum sollte sich die Ameise einen solchen gefräßigen Feind freiwillig ins Nest holen werden Sie sich fragen? Doch die Raupe strömt als Tarnung einen ähnlichen Geruch aus und gibt als Gegenleistung einen süßlichen Saft ab.

Eine typische Feuchtwiese ist also nicht nur wegen ihrer Blütenpracht besonders schön, sondern auch für viele Insekten lebensnotwendig. Der NABU hilft in seinem Projekt Lebensader Oberrhein, einst typische Stromtalwiesen durch Aussaat, Mahdgutübertragung und Auspflanzen seltener Arten wieder entstehen zu lassen.

 

Alte Sandlache

Nach dem Aussichtsturm überqueren Sie die Alte Sandlache, einen ehemaligen ca. 4 km langen, parallel zum Rhein verlaufenden Rheinseitenarm, der noch vor etwa 100 Jahren die Jungaue und die Lebertsaue vom Festland getrennt hat. Im Sommer ist dieser von einem dicken grünen Teppich aus Wasserlinsen bedeckt. Das ist oft ein Zeichen stehender, nährstoffreicher Gewässer. Und tatsächlich wird die Sandlache nur bei starkem Hochwasser durchströmt. Der hintere Teil Richtung Heidenfahrt ist die meiste Zeit des Jahres trocken und durch einen dichten Schilfbewuchs geprägt (das werden Sie auf dem Großen Rundweg sehen). Ein bisschen „Bewegung“ ist aber doch in dem Altrheinarm: Wenn Sie auf den rechts gelegenen Teil der Sandlache blicken, sehen Sie, dass ein Teil des Wassers hier abfließt, und zwar Richtung Selz. 2003 hat man den „vorderen“ Teil der Sandlache an mehreren Stellen wieder mit der Selz verbunden. Damit will man dem extrem schnellen Verlandungsprozess des Altrheinarmes ein wenig entgegen wirken. Diesen hat der Mensch nämlich selbst verursacht (durch Auffüllen des Altrheinarms im Oberlauf Richtung Heidenfahrt, Ausbaggern der Selz und damit Absinken des Wasserstandes Mitte des letzten Jahrhunderts). Die allmähliche Verlandung der Sandlache geht trotzdem weiter – das ist ganz natürlich und auch so gewollt. Durch die Wiederanbindung an den Rhein hofft man allerdings, die Wasserqualität langfristig wieder verbessern zu können.

Bei den Tieren, vor allem den Vögeln, ist die Alte Sandlache trotz des Nährstoffreichtums sehr beliebt. Graureiher nutzen die umgestürzten Bäume gerne als Ruheplatz. Aber schauen Sie genau hin! Trotz ihrer Größe von fast 1 Meter fallen die Tiere kaum auf, da sie oft minutenlang völlig bewegungslos in der gleichen Position verharren und man schon fast meinen könnte, ein Fetzen Stoff hinge dort herab.

Auch die sonst eher scheuen Teichhühner stolzieren gerne pickend auf den trocken gefallenen Uferbereichen herum. Leicht erkennbar sind sie an dem roten Stirnschild und dem roten Schnabel.

Und die Stockenten haben sicher nichts gegen ein paar Wasserlinsen einzuwenden – werden diese doch auch als „Entengrütze“ bezeichnet. Leider schaffen die Stockenten es aber nicht, alle Wasserlinsen aufzufressen.

Auch Libellen scheinen sich nicht sonderlich an den Massen an Wasserlinsen zu stören, demonstrieren sie im Sommer doch in den schillerndsten Farben ihre beeindruckenden Flugkünste über der Wasserfläche.

 

Pflanzen auf dem Deich

Der Deich bietet den Pflanzen einen ganz anderen Lebensraum als die Feuchtwiesen. Auf dem Deich ist es warm und trocken – vor allem auf der Deichkrone und dem nach Süden gerichteten Hang. Inmitten einer von Wasser geprägten Landschaft ist er wie eine kleine Trocken-Oase. Hier haben viele mittlerweile selten gewordene Pflanzen der Halbtrockenrasen einen geeigneten Platz gefunden. Vor allem von Mai bis Juni, wenn die meisten Pflanzen schon blühen und der Deich noch nicht gemäht wurde, sollten Sie unbedingt einen Teil des Weges auf der Deichkrone laufen. Dann ist hier echt was los! Denn auch die Insekten sind begeistert von der Blütenvielfalt. Bienen, Käfer, Schmetterlinge, Fliegen – der Tisch ist für jeden reich gedeckt. Und die Pflanzen versuchen die große Insektenschar durch ihre Blütenpracht, aber auch mit „betörenden“ Düften anzulocken. Eher süß duftend für die Bienen, ein strenger Geruch für Käfer und Fliegen. War die Werbung erfolgreich, werden die Gäste zu einem kleinen Festmahl eingeladen – allerdings nicht ohne Gegenleistung. Die Besucher sollen die Bestäubung und damit die Vermehrung der Pflanzen sichern. Als Belohnung erhalten sie den süßen Nektar. Der liefert auch gleich die nötige Energie für den Weiterflug zur nächsten Blüte. Die Bezahlung für dieses kleine Festmahl erfolgt komplett automatisch. Denn die Besucher werden beim Einsammeln des Nektars einfach mit Pollen beladen, ohne dass sie etwas davon merken.

Die Konkurrenz ist groß. Da wird alles dafür getan, um unbedingt aufzufallen. Die einen gestalten ihre Einzelblüten besonders groß und schön, andere versuchen diesen Effekt durch viele kleine zusammengesetzte Blüten zu erzielen wie z.B. die Korbblütler. Zu denen gehört auch die Schafgarbe (Achillea millefolium), die ihre weißen Blüten in einem doldenartigen Blütenstand anordnet. Ähnlich den Korbblütlern versucht auch die Ackerwitwenblume (Knautia arvensis) durch vergrößerte Randblüten auf sich aufmerksam zu machen. Der Kugelköpfige Lauch (Allium shaerocephalon) hat eine ähnliche Strategie: Seine Einzelblüten sind in einer großen Kugel zusammengesetzt.

Manche Pflanzen stellen auch noch geeignete „Landeplätze“ zur Verfügung, andere weisen durch spezielle Muster auf der Blüte den Weg zum kostbaren Nektar (vorbei an den Staubblättern).

Manche bieten allen Gästen die Möglichkeit, sich mit Nektar einzudecken, andere sind da schon wählerischer. Die Nektarvorräte der Hahnenfußgewächse stehen allen potentiellen Kunden offen – egal, ob Käfern, Fliegen, Bienen oder Schmetterlingen. Auch auf der Schafgarbe mit ihren offenen Blüten tummeln sich gerne verschiedene Käferarten. Diese haben es aber oft auf den nahrreichen Pollen abgesehen (der ja eigentlich zur Bestäubung der Blüten gedacht ist).

Deshalb haben die Pflanzen verschiedene Strategien entwickelt, um nur die Insekten an den Nektar heran zu lassen, von denen sie sich die beste Bestäubung versprechen. Zu den besonders gern gesehenen Gästen zählen die Bienen – mit ihrem feinen Pelz, in dem der Blütenstaub so schön haften bleibt.

Besonders raffiniert ist der Wiesen-Salbei (Salvia pratensis). Die hübschen lila Blüten locken viele Insekten an, doch so manch einer steht dann plötzlich vor verschlossener Tür. Nur die Bienen und Hummeln sind kräftig genug, die plattenartigen Staubblätter nach hinten zu drücken und mit ihrem langen Rüssel an den Nektar zu gelangen. Dabei werden sie regelrecht mit Blütenstaub eingepudert.

Andere Pflanzen haben sich z.B. auf Schmetterlinge spezialisiert. Hier ist der Nektar so tief in der Blütenhülle „vergraben“, dass nur die Schmetterlinge mit ihrem ganz besonders langen Rüssel, den sie regelrecht ein- und ausrollen können, daran heran reichen. So werden Sie die leuchtend blauen Hauhechel-Bläulinge von April bis Oktober auch oft auf den Schmetterlingsblütlern wie dem Hornklee, der Luzerne (Medicago sative) und der Dornigen Hauhechel (Ononis spinosa) finden. Sie sammeln hier nicht nur den Nektar, sondern legen an diesen Pflanzen auch ihre Eier ab.

Wunderschöne gelbe Blüten hat auch der Kleine Klappertopf (Rhinanthus minor), mit denen er Insekten anlocken möchte. Das Wurzelsystem ist allerdings etwas verkümmert. Um trotzdem an genügend Wasser und Nährstoffe heranzukommen, zapfen sie als so genannte Halbschmarotzer die Wurzeln ihrer Nachbarn, der umliegenden Gräser, an.

Während die einen Pflanzen regelrecht um die Gunst der Insekten buhlen, verlassen sich andere bei der Bestäubung lieber auf den Wind. Da eine Werbung durch eine besonders auffällige Blüte nicht notwendig ist, sind deren Blüten auch eher unscheinbar, wie z.B. die des Kleinen Wiesenknopfes (Sanguisorba minor) und die des Spitzwegerichs (Plantago lanceolata)

Wählen Sie einen schönen sonnigen Tag für ihren Spaziergang. Auch Blumen mögen „schönes Wetter“. Denn erstens sind dann viel mehr Insekten unterwegs und außerdem schließen manche Blumen ihre Blüten, damit die kostbaren Staubblätter keinen Schaden durch den Regen nehmen (z.B. Wegwarte).

Genießen Sie die Farbenvielfalt und das Getummel der Insekten. Und für alle, die doch wissen wollen, wie die ein oder andere Pflanze heißt, ist der Kleine Naturführer „Pflanzen auf dem Rheindeich“ zu empfehlen. Dann fällt die Bestimmung wesentlich leichter – gerade weil hier nur eine kleine Auswahl zu sehen ist.

 

Vögel

Für Vögel – vor allem für Wasservögel – ist die Jungaue ein echtes Paradies. Einige Vögel halten sich das ganze Jahr über hier auf, einige überwintern auf den Stillwasserbereichen des Rheins und einige sind nur kurze Zeit als Durchzügler zu beobachten.

Am häufigsten sieht man die Graugänse (Anser anser), die manchmal zu Hunderten die Wiesen bevölkern. Hier „weiden“ sie das frische Gras ab. Ihr aufgeregtes Geschnatter ist nicht zu überhören. Vor allem nach der Brutzeit (ab Juni) schließen sie sich zu großen Scharen zusammen. Vorher sind Sie eher paarweise oder im Familienverband unterwegs. Dann können Sie einige beim Familienausflug im Rhein beobachten: die Eltern vorne weg, gefolgt von kleinen hellgelben Fellknäuel. Praktischerweise für die Eltern gehören die Jungen der Graugans wie sämtliche Entenvögel zu den Nestflüchtlingen, d.h. sie verlassen nach dem Schlüpfen direkt das Nest. Sie können watscheln und sogar auch schwimmen, nur nicht fliegen. Die Schwungfedern entwickeln sich erst später. Neben der Graugans begegnen Ihnen auch Kanadagänse mit ihrem schwarzen Hals und dem markanten weißen Gesichtsfleck und Nilgänse mit ihrem rostroten Gefieder und dem dunklem Augenring am grauen Kopf. Beide – Kanada- und Nilgans – zählen zu den Exoten. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Kanadagans wurde im 17. Jahrhundert in England gezüchtet und hat sich von dort aus auch in Mitteleuropa ausgebreitet. Die Nilgänse sind erst innerhalb der letzten Jahre als Zooflüchtlinge in Europa und auch hier am Rhein gelandet. Ihre Heimat ist – wie der Name schon vermuten lässt – der Nil. Während Graugans und Kanadagans Bodennester bauen, nehmen Nilgänse auch gerne Krähennester und sogar Storchennester in Beschlag.

Auch bei anderen Wasservögeln ist die Jungaue mit ihren Stillwasserbereichen sehr beliebt.

Kormorane gehen hier gerne auf die Jagd nach kleinen Fischen. Die schwarz gefärbten Vögel sind hervorragende Taucher, die bis zu 30m tief tauchen und über eine Minute unter Wasser bleiben können. Dass sie so gut tauchen können, verdanken sie der Tatsache, dass sie ihr Gefieder nicht einfetten. Der Nachteil ist, dass sie nach dem Tauchgang ihr Gefieder erst wieder trocknen müssen, um wieder gut fliegen zu können. Daher sieht man sie oft mit ausgebreiteten Flügeln am Ufer sitzen.

Auch der Graureiher mag Fische. Seine Jagdtaktik ist jedoch eine völlig andere. In Zeitlupentempo sieht man ihn oft in den Stillwasserbereichen durchs Wasser waten. Kommt ein Fisch in Reichweite, kann er jedoch blitzschnell mit seinem Schnabel zupacken.

Während Gänse, Kormorane, Graureiher und Möwen das ganze Jahr am Rhein zu sehen sind, sind andere nur einige Monate in den Rheinauen zu Gast. Von März bis August/September stakst auch ab und zu ein Storch auf der Suche nach Fischen durch die flachen Uferzonen. Ein Storchennest befindet sich in der Nähe des Einlasswerkes des Polders, ein weiteres auf der Sandaue. Lange Zeit waren Störche am Inselrhein verschwunden. Erst Ende der 90er Jahre haben mehr und mehr Storchenpaare den Inselrhein wieder als Brutplatz gewählt. Das hängt sicher mit dem verbesserten Nahrungsangebot zusammen. Neben Fischen stehen auch Frösche, Mäuse, Würmer und Insekten auf dem Speiseplan.

Wenn die einen gehen, kommen schon bald die nächsten Gäste.

Im Winter sind die Stillwasserflächen oft von Reiher-, Tafel- und Schellenten bevölkert. Diese Enten verbringen den Winter über gerne am Inselrhein, da dieser im Winter nicht zufriert und ein entsprechend großes Nahrungsangebot bietet. Oft dümpeln die Enten in größeren Gruppen im Stillwasserbereich. Hat man eine dieser Enten mit dem Spektiv quasi unter die Lupe genommen, kann es passieren, dass diese urplötzlich verschwunden ist und an ganz anderer Stelle wieder auftaucht. Im Gegensatz zu unserer allseits bekannten Stockente handelt es sich bei diesen Entenarten nämlich um Tauchenten, die bis zum Boden des Rheins abtauchen, um dort nach Muscheln zu suchen. Unsere Stockente ist dagegen eine Gründelente, die – wie in dem berühmten Kinderlied so schön besungen – nur ihren Kopf ins Wasser steckt, um Pflanzenteile und kleine Tiere als Nahrung aufzunehmen. Die Reiherente hat wie auch der Namensvetter Graureiher einen kleinen Federschopf am Hinterkopf und ist durch ihre schwarz-weiße Färbung leicht zu erkennen, die Tafelente fällt durch ihren rostroten Kopf auf und die ebenfalls schwarz-weiße Schellente durch einen weißen Fleck im Gesicht und ein schellenartiges Fluggeräusch. Die Weibchen sind immer etwas unauffälliger gefärbt. Das ist durchaus sinnvoll, da sie auch das Brüten übernehmen. Da kann eine entsprechende Tarnung sehr nützlich sein, vor allem, wenn sich das Nest wie bei Reiher- und Tafelente am Boden befindet. Im März verlassen uns die Tauchenten wieder und kehren in ihre Brutgebiete im Norden zurück.

Dann ist unsere Stockente oft der einzige Vertreter der großen Entenfamilie. Auch bei unserer Stockente ist das Männchen mit seinem auffallend grünen Kopf viel bunter gefärbt als das Weibchen. Ob sich die Damen tatsächlich von dieser Musterung besonders beeindrucken lassen sei dahin gestellt, uns erleichtert es zumindest die Bestimmung. Sollten Sie im Sommer (Juli/August) unterwegs sein, suchen Sie die bunt gefärbten Erpel allerdings vergeblich. Man könnte fast denken, sie hätten sich alle versteckt oder wären zu einem Männerkurzurlaub aufgebrochen. Dabei befinden sie sich lediglich in der Mauser. Zu dieser Zeit sind sie genauso gefärbt wie die Weibchen. Denn da die Vögel während der Mauser einen Großteil ihrer Federn verlieren, sind sie zu dieser Zeit fast flugunfähig. Dann ist das unauffällige braune Federkleid sehr praktisch. Erkennen kann man die Erpel aber trotzdem noch, nämlich an ihrem gelben Schnabel. Die weiblichen Stockenten besitzen einen orange gefärbten Schnabel.

Manche Vögel, z.B. einige Watvögel, legen auch nur eine kurze Rast auf ihrem Vogelzug nach Norden bzw. Süden hier ein. Und wieder andere sehen wir nur vorüber ziehen. Besonders beeindruckend ist der Zug der Kraniche im Herbst. Sie fliegen in einer großen V-Formation, begleitet von ihren charakteristischen lauten, melodischen Rufen, über die Jungaue. So schön dieser Moment ist, leider kündigt er auch den nahenden Winter an. Kehren sie im Frühjahr wieder zurück, können wir sicher sein, dass es bald wieder warm wird.

Profilbild von NABU Rheinland-Pfalz
Autor
NABU Rheinland-Pfalz
Aktualisierung: 01.03.2016
Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
82 m
Tiefster Punkt
79 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Ein Faltblatt mit einer Karte des Erlebnispfades kann kostenlos bei der Stadtverwaltung Ingelheim, Amt für Umweltschutz und Grünordnung bezogen werden ( stadtverwaltung@ingelheim.de ).

www.lebensader-oberrhein.de

Start

Ingelheim, Frei-Weinheim am Fähranleger (79 m)
Koordinaten:
DD
49.993113, 8.022331
GMS
49°59'35.2"N 8°01'20.4"E
UTM
32U 429923 5538323
w3w 
///museen.pfeffer.hinauf

Ziel

Ingelheim, Frei-Weinheim, am Fähranleger

Wegbeschreibung

Der kleine Rundweg zeigt auf einer Strecke von 2,4 km mit Hilfe von 14 Infotafeln und mehreren Natur-Erlebnisstationen sehr anschaulich die typische Welt einer Auenlandschaft. Von dem Fähranleger führt der Weg am Rhein entlang, über den Altrheinarm „Sandlache“ und die Selz und schließlich am Deich entlang wieder zurück. Er ist auch für Familien mit kleinen Kindern sehr zu empfehlen. Vor allem an den Erlebnisstationen können die Kinder die Natur im wahrsten Sinne be-greifen (es gibt eine Wasserpumpe, ein Bandolo, ein Spektiv zur Vogelbeobachtung, ein Flussmodell, ein Aussichtsturm und Pfähle der letzten Hochwasserereignisse). Ältere Kinder können spannende und erstaunliche Fakten über die Rheinauen in der Rubrik „Wusstet ihr, dass …?“ erfahren.

 

 

Startpunkt ist der Parkplatz an dem Zugang zur Fähre nach Östrich-Winkel. Hier stehen 3 Infotafeln, auf denen u.a. auch eine Karte mit den Rundwegen und den Standorten der 15 Infotafeln zu sehen ist.

 

Der Infopfad ist als Countdown angelegt, das heißt man beginnt mit der Tafel 15 (an der Fähre) bzw. mit Tafel 14 („Erlebnis Jungaue“) und endet mit Tafel 1 („Vorsicht, Hochwasser!“) in der Nähe des Spielplatzes. Der Hinweg verläuft also am Rhein und der Rückweg führt am Deich entlang. Gerade mit Kindern sollte man diese Reihenfolge des Rundweges wählen, sonst kommt man über den Spielplatz vielleicht nicht hinaus. Folgen Sie den beiden Füßen auf dem Boden bzw. den markierten Pfosten am Wegrand. Das Maskottchen Rolli, der Regenwurm, begleitet Sie auf Ihrem Weg.

Wenn Sie die Infotafel 15 („Die Vogelwelt der Jungaue“) in Ihre Wanderung integrieren möchten, müssen Sie zunächst Richtung Fähranleger laufen. Die Tafel beschreibt die hier anzutreffenden häufigen Wasservogelarten. Zur besseren Erkundung der zahlreichen Vögel ist ein Spektiv mit einer starken Vergrößerung aufgestellt, mit dessen Hilfe sich die Vögel – auch aus einiger Entfernung – wunderbar beobachten und bestimmen lassen, so z.B. die zahlreichen Stockenten, Grau-, Kanada- und Nilgänse, Kormorane und Höckerschwäne. Im Winter halten sich auch einige Reiher-, Tafel- und Schellenten hier auf.

 Kehren Sie wieder zu den 3 Infotafeln zurück und starten Sie Ihren eigentlichen Rundweg:

 G leich zu Beginn durchlaufen Sie einen mit mehreren Trauerweiden bewachsenen Bereich. Ihre Zweige reichen bis zum Boden hinunter – gleich einem Vorhang aus Blättern, der, sobald man ihn durchschritten hat, das Tor zu einer faszinierenden Auenlandschaft öffnet.

  Der Weg führt entlang des Rheins, das Ufer ist mit einer Steinmauer begrenzt. Bei Mittelwasser reicht das Rheinwasser bis zur Kante der Ufermauer, bei Niedrigwasser kann man bis zu einem kleinen Rheinstrand laufen. Manchmal kreuzt eine „Herde“ von Graugänsen Ihren Weg und macht mit lautem Geschnatter auf sich aufmerksam.

 

Vor der Selzbrücke befindet sich rechter Hand das „Auenforum“ mit einem großen Tisch und rundherum liegenden Felsblöcken als Sitzgelegenheit, aber auch 2 Bänken, die zu einem kleinen Picknick einladen. Während Sie sich eine kurze Verschnaufpause gönnen, können die Kinder überschüssige Energie an der Wasserpumpe und der dazugehörigen Wasserwinde loswerden oder ihr Wissen über die Bestäubung von verschiedenen Blütenpflanzen mit Hilfe des Bandolos testen.

 

Nach der Brücke über die Selz führt der eigentliche Weg über eine Feuchtwiese zum Aussichtsturm. Gerade im Frühjahr können Sie hier den besonderen Zauber einer bunt blühenden bis zu einen Meter hohen Feuchtwiese genießen und die Pflanzen genau unter die Lupe nehmen. Fast hat man den Eindruck, als streife man direkt durch die Wiese.

 

Einige einzeln stehende alte Eichen begleiten Ihren Weg. Verweilen Sie einmal kurz unter einem dieser majestätischen Bäume mit seinen knorrigen Ästen und lassen Sie Ihren Blick nach oben wandern. Nicht umsonst sind Eichen ein Symbol für Beständigkeit, Kraft und Stärke! (was sie hier, da sie einzeln stehen, auch eindrucksvoll beweisen).

 

Sie können aber auch den Weg direkt am Rheinufer wählen. Dieser wird teilweise von „alten“ Hybridpappeln gesäumt, die noch immer landschaftsprägend für unsere Flusstäler sind. Einige der schon morschen Bäume wurden bereits gefällt, zahlreiche abgesägte Baumstämme zeugen davon. Ein Schild weist auf die Gefahr von Astbruch hin – Betreten auf eigene Gefahr.

 

An der nächsten Kreuzung befindet sich neben der Tafel 7 „Rheinbegradigung – eine krumme Sache?“ das „Mäander-Modell“. Hier kann man selbst testen, wann das Wasser schneller abfließt, indem man ein kleines Holzstückchen sowohl einen eher geraden Wasserweg als auch einen Wasserweg mit zahlreichen Schleifen (Mäandern) hinab schwimmen lässt.

 

An dieser Stelle teilt sich der Rundweg. Wir folgen dem kleinen (bzw. dem mittleren) Rundweg nach rechts zum Aussichtsturm. Von dem Aussichtsturm hat man einen wunderschönen Blick über die Wiesen der Jungaue bis zum Rhein.

 

Der Weg führt weiter über die Sandlache, ein ehemaliger Rheinseitenarm, der 2003 über die Selz wieder an den Rhein angeschlossen wurde. Dies sollte vor allem der Verbesserung der Wasserqualität in der Sandlache dienen. Oft sehen Sie hier Graureiher, Teichhühner, Blessrallen oder auch Stockenten.

 

 An der nächsten Weggabelung halten Sie sich rechts, der kleine Rundweg verläuft weiter über die Selz zum Deich. Im Frühjahr sollten Sie unbedingt einmal ein Stück auf der Deichkrone laufen. Dort empfängt Sie ein buntes Bild an zahlreichen Pflanzen der Glatthaferwiesen. Zudem wimmelt es von Insekten - Bienen, Käfer, Fliegen und Schmetterlinge -, der Tisch ist für jeden reich gedeckt. Hier können Sie die unterschiedliche Bestäubung direkt verfolgen.

 

Bei der nächsten Möglichkeit können Sie wieder auf den unteren Weg am Deichfuß wechseln. Nach kurzer Zeit gelangen Sie an die Tafel 1 („Vorsicht Hochwasser!“), neben der Pfosten mit den stärksten Hochwassermarkierungen seit 1883 aufgestellt sind. Stellen Sie sich einmal daneben! Sie bekommen eine sehr eindrucksvolle Vorstellung davon, was Hochwasser für die Menschen am Rhein bedeuten kann.

 

Kurze Zeit später kommt schon der Spielplatz in Sicht. Hier können sich die Kinder noch einmal so richtig austoben. Im Sommer kann dank einer Wasserpumpe wunderbar mit und im Wasser gespielt werden.

 

Nehmen Sie sich also unbedingt Zeit! Der kleine Rundweg ist zwar mit 2,4 km nicht allzu lang, durch die Infotafeln, die zahlreichen Erlebnisstationen und die vielen Entdeckungen, die man entlang des Weges machen kann, sollte man genügend Zeit einplanen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

vom Bahnhof Ingelheim mit der  Buslinie 611 (Ingelheim-Nord – Talstraße (Fähre))

Parken

Parkplatz direkt am Startpunkt (kurz vor dem Fähranleger rechts und links der Straße)

Koordinaten

DD
49.993113, 8.022331
GMS
49°59'35.2"N 8°01'20.4"E
UTM
32U 429923 5538323
w3w 
///museen.pfeffer.hinauf
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Bewertungen

5,0
(1)
Arno u. Karin Koch
10.02.2016 · Community
Wir sind den Weg am 24.01.2016 gegangen. Es war sehr schön.
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Arno u. Karin Koch
24.01.2016 · Community
Schöner Rundweg den man Ganzjährig laufen kann. Heute am 24.01.2016 war der Weg zwar etwas Matchig. Ist aber egal bei richtigen Schuhwerk. Man sollte sich ruhig mal die Zeit nehmen um die am Weg stehenden Tafeln lesen.
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Arno u. Karin Koch
24.01.2016 · Community
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Foto: Arno u. Karin Koch, Community
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Mündung der Selz
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Fotos von anderen

Januar
Hungrige Gänse
Mündung der Selz
Schöne Aussicht
+ 13

Bewertung
Schwierigkeit
leicht
Strecke
2,7 km
Dauer
0:40 h
Aufstieg
7 hm
Abstieg
7 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour Einkehrmöglichkeit familienfreundlich botanische Highlights faunistische Highlights kinderwagengerecht

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