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Hüttentour durch die Schobergruppe

Mehrtagestour · Osttirol
outdooractive.com User
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Sören Pettersson
Karte / Hüttentour durch die Schobergruppe
1000 1500 2000 2500 3000 3500 4000 m km 10 20 30 40 50

Nord-Süd-Südwest-Durchquerung der Schobergruppe. Gegangen Mitte Juli 2015
schwer
59,5 km
28:28 h
5822 hm
6998 hm
Die Tour war die Alternative zur im Buch "Hüttentreks" (Mark Zahel) beschriebenen Runde durch die Schobergruppe. Die dort genannte Lesachalmhütte wird derzeit nicht bewirtschaftet. Der klassiche Weg ist der Wiener Höhenweg und beginnt in der Winklerner Hütte und geht nach der Glorer Hütter noch weiter zur Salm-Hütte und zum Glocknerhaus (lässt dann aber die Hochschoberhütte und Lienzer Hütte aus).

Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Petzeck (3284m), 3201 m
Tiefster Punkt
St. Johann im Walde, 747 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

  • anspruchsvollere Stellen waren komplett versichert
  • auch im Sommer gibt es noch einige Schneefelder, die man überqueren muss

Ausrüstung

  • festes Schuwerk
  • für die schwierigen Alternativrouten sind Steigeisen sinnvoll (auf der beschriebenen Tour nicht unbedingt nötig)
  • als "Höhenängstler" habe ich zur Sicherung ein Leichtklettergurt, zwei Bandschlingen und Schraubkarabiner als Zusatzsicherung genutzt (ein Klettersteig-Set ist sicher noch besser)

Start

Lucknerhaus (Kals am Großglockner) (1923 m)
Koordinaten:
Geographisch
47.021070, 12.688148
UTM
33T 324312 5210099

Ziel

St. Johann im Walde

Wegbeschreibung

kurz:

1. Etappe: Lucknerhaus (1920m) - Glorer Hütte (2642m)

2. Etappe: Glorer Hütte (2642m) - Peischlachtörl (2484m) - Biwakschachtel "Gernot Röhr" (2912m) - Elberfelder Hütte (2346m)

3. Etappe: Elberfelder Hütte (2346m) - Hornscharte (2958m) oder Klammerscharte (2930m) - Adolf-Noßberger-Hütte (2488m)

4. Etappe: Adolf-Noßberger-Hütte (2488m) – niedere Gradenscharte (2796m) oder hohe Gradenscharte (2803m) – Kreuzseeschartl (2810m) - Wangenitzseehütte (2508m)

5. Etappe: Wangenitzseehütte (2508m) - Petzeck (3284m) und zurück

6. Etappe:

6a: Wangenitzseehütte (2508m) - Niedere Seescharte (2529m) - Lienzer Hütte (1977m)

6b: weiter über Leibnitztörl (2591m) - Hochschoberhütte (2322m)

7. Etappe: Hochschoberhütte (2322m) - Hochschober (3242m) und zurück

8. Etappe: Hochschoberhütte (2322m) - St. Johann im Walde (748m).

...

lange Version:

1. Etappe: Lucknerhaus (1920m) - Glorer Hütte (2642m)

Auf einem zunächst breiten Wanderweg geht es stetig zur Glorer Hütte hinauf. Zum Einlaufen das richtige Maß - nicht zu lang und ohne große Herausforderungen. Steigt man noch ein Stück zum Kastenegg oder zur "Aussichtsbank" gegenüber auf, sieht man dann auch wieder den Großglockner.

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2. Etappe: Glorer Hütte (2642m) - Elberfelder Hütte (2346m)

Eine der längsten Etappen der Tour mit ca. 10km (der GPS-Tracker hat knapp 11km gemessen). Von der Glorer Hütte gibt es drei Möglichkeiten zum ersten Wegpunkt - dem Peischlachtörl - zu kommen. Über den Kärtner Grenzweg (KGW), direkt übers Kastenegg (2821m) oder über den Eselsteig. Angesichts der Wärme habe ich mich für den KGW entschieden um ab und zu noch etwas Schatten zu haben. Bei schlechtem Wetter kann man sich in einer kleinen Hütte am Peischlachtörl unterstellen. Vom Peischlachtörl zur Biwakschachtel "Gernot Röhr" gibt es wieder zwei einhalb Varianten: direkt über den KGW oder mit einer Überschreitung des Bösen Weibls (3119m) - dazwischen gibt es wohl noch einen Weg, der dann viel über Schneefelder (auch im Juli) geht. Vom Sattel (2912m) geht es dann nochmals ein langes Stück hinunter zur Elberfelder Hütte.

Ein lohnenswerter Gipfel von dort aus ist der Rote Knopf (3281m), der über einen versicherten Klettersteig erreichbar ist.

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3. Etappe: Elberfelder Hütte (2346m) - Adolf-Noßberger-Hütte (2488m)

Auch hier wieder zwei Varianten: die kürzere über das Gößernitzkees und die Klammerscharte (auch im Juli noch viel Eis und Schnee zu überqueren) und über die Hornscharte, die fast schneefrei war - steil sind beide; die Hornscharte komplett versichert; bei der Klammerscharte werden Steigeisen empfohlen.

Der Weg zur Hornscharte geht wieder stetig bergauf. Wie auf der ganzen Tour läuft man auch hier häufig über groben Blockschutt. Kurz vor der Hornscharte gibt es (mMn) die ungemütliche Kombination aus Schotter, Erde und steil. Dann kommt der steile mit Stahlseilen versicherte Aufstieg zur Hornscharte (2958m). Oben angekommen schaut man in eine noch steilere Rinne nach unten - hier geht der Weg links am Felsen ebenfalls durch Stahlseile gesichert nach unten. In der Rinne lag noch ein großes Schneefeld, das den Weg nur kurz touchierte - am Ende der Versicherung musste man dieses noch queren.

Dann steigt man wieder bis auf ca. 2300m (Wegkreuzung) ab um dann wieder auf knapp 2500m zur Adolf-Noßberger-Hütte aufzusteigen. "Dusche haben wir keine, dafür haben wir Seen" - in einer kleinen 'Pfütze' war das Wasser auch angenehm warm. Dazu gibt es als weitere Waschmöglichkeit einen Badezuber ("wenn Du früh anrufst, dass Du kommst heizen wir den auch an"). Hervorheben möchte ich auch die gute Küche und das selbstgebackene Brot dort.

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4. Etappe: Adolf-Noßberger-Hütte (2488m) - Wangenitzseehütte (2508m)

Hier kann man wieder zwei Varianten gehen: die Niedere Gradenscharte oder die Hohe Gradenscharte. Beide unterscheiden sich kaum in der Höhe - die hohe ist auf der "Noßberger-Seite" wohl so anspruchsvoll wie die Hornscharte, dafür geht man hier viel kürzer. Der Weg über die niedere Gradenscharte ist der schönere.

Von der Noßberger steigt man außnahmsweise mal nicht nur über Blockschutt und Schotter auf, sondern über durch Gletscher "weich/glatt" geformte Felsen - eine angenehme Abwechslung. Kurz vor der Scharte gibt es größere Schneefelder, die aber keine Schwierigkeit darstellen. Wer möchte, kann hier noch den Keeskopf (3081m) mitnehmen oder ein Bad im Eissee wagen.

Danach steigt man wieder auf ungefähr 2600m ab, folgt dann dem Wegweiser zur Wangenitzseehütte und bleibt ungefähr auf dieser Höhe. Später folgt ein kleines versichertes, aber nicht allzu schwieriges Stück und dann steigt man wieder zum Kreuzseeschartl auf. Von da an wieder der Abstieg zur Wangenitzseehütte an diversen Seen vorbei.

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5. Etappe: Wangenitzseehütte (2508m) - Petzeck (3284m) und zurück

Schnelle und konditionsstarke Wanderer nehmen den Petzeck wahrscheinlich noch nach einer Hüttenetappe mit. Angesichts der täglichen Gewittergefahr ab 16:00 Uhr war es so die bessere Variante.

Nach einem kurzen Anstieg über einen Grashang kommt man direkt an zwei versicherte Abschnitte in einer steilen Wand - für Geübte stellt das kein Problem dar; Unerfahrene sollten genau abwägen. Über Wiesen und Blockschutt geht es zunächst gemächlicher weiter. Zwischen 2700hm und 3000hm wieder steilere Passagen, Erde-Schotter-Gemisch, möglicherweise auch ein steileres Schneefeld. Ab 3000hm wieder gröberer Blockschutt - man sieht dann einen Gipfel, der aber noch nicht der Petzeck ist. Dort auf reichlich 3100hm angekommen, quert man ein langes Schneefeld und steigt nochmals die restlichen 100hm in einigen Kehren zum Gipfelkreuz hinauf. Oben erwartet bei guter Sicht ein überwältigender Blick in alle Richtungen.

Zurück geht es über den selben Weg. Die Wangenitzseehütte war das Kontrastprogramm zu den restlichen Hütten. Das Essen war eher Standard (wirkte nach viel Fertigprodukt).

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6. Etappe: Wangenitzseehütte (2508m) - Lienzer Hütte (1977m) oder gleich weiter zur Hochschoberhütte (2322m)

Entweder man macht zwei kurze Etappen und übernachtet zunächst auf der Lienzer Hütte oder man geht direkt durch zur Hochschoberhütte. Die Etappe zwischen Lienzer Hütte und Hochschoberhütte kann man mit der direkten Überschreitung des Hochschobers verbinden.

Der Abstieg zur Lienzer Hütte geht fix über die niedere Seescharte, dann ein paar spitze Kehren, weiter über große Almen und unterhalb der Baumgrenze wieder in Kehren zur Lienzer Hütte.

Von der Lienzer Hütte gibt es den flacheren Weg über das Leibnitztörl (2591m) oder den kürzeren aber höheren Weg über die Mirnitzscharte (2743m). Auf dem Weg zum Leibnitztörl zweigt der Weg zum Glödis (3206m) ab, der sehr markant das Bild prägt - das "Matterhorn" der Schobergruppe ist ein anspruchsvollerer Berg mit Klettersteig am Schlussanstieg.

Am Leibnitztörl liegt der Gartlsee inmitten von Blockschutt - ein sehr schöner See. Der Abstieg zur Hochschoberhütte ist dann zunächst etwas steiler und geht dann über ein lange Alm.

Auch hier gibt es wieder besonders gute Bewirtung und den Leibnitzbach anstatt einer Dusche als Waschgelegenheit.

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7. Etappe: Hochschoberhütte (2322m) - Hochschober (3242m) und zurück

Der Gipfel des Hochschobers ist über zwei Seiten erreichbar. Die Ostseite ist die anspruchsvollere Variante über eine Grat mit einer versicherten Passage. Die Westseite über die Staniskascharte (2936m) ist einfacher. Nur der letzte Abschnitt zur Scharte ist mit kurzer sehr leichter Kletterei verbunden und mit Erde-Schotter-Steil-Gemisch - Schnee ist ebenfalls möglich.

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8. Etappe: Hochschoberhütte (2322m) - St. Johann im Walde (748m)

Der Abstieg nach unten zieht sich in die Länge und bringt die größte Höhendifferenz mit. Die Talstuffe an der Hütte geht man in Kehren nach unten und dann weiter über eine Alm. Dann beginnt der Eduard-Jordan-Weg, der den wilden Leibnitzbach immer wieder kreuzt. Der Weg ist "urig" und führt durch mit reichlich Flechten behangene Nadelbäume bis zum Parkplatz 'Leibnitzbachbrücke'. Von da an geht es über einen breiten Forstweg und dann über Asphalt bis nach Oberleibnig. Dort gibt es eine Seilbahn, die auf Wunsch wohl in Gang gesetzt wird. Ich bin den ausgeschilderten 'alten Weg' weiter abgestiegen, der steil und etwas zugewachsen bis nach St. Johann führt.

1. Etappe: Lucknerhaus (1920m) -
Hütte (2642m) - Peischlachtörl (2484m) -  Biwakschachtel "Gernot Röhr"(2912m)
Elberfelder Hütte (2346m) - Hornscharte (2958m) oder Klammerscharte (2930m) -
-Noßberger-Hütte (2488m) – niedere Gradenscharte (2796m) oder hohe Gradenscharte (2803m) – Kreuzseeschartl (2810m) - Wangenitzseehütte (2508m)
5. Etappe: Wangenitzseehütte (2508m) - Petzeck (3284m) und zurück
6. Etappe: Wangenitzseehütte (2508m) - Lienzer Hütte (1977m) oder gleich weiter zur Hochschoberhütte (2322m)
7. Etappe: Hochschoberhütte (2322m) - Hochschober (3242m) und zurück

Öffentliche Verkehrsmittel

Von St. Johann im Walde fährt ein Bus zunächst nach Huben. Dort steigt man um in den Bus nach Kals und dann weter zum Luchknerhaus. Der Bus fährt in der Ferienzeit nur einmal vormittag und einmal nachmittag - also vorher informieren!

Anfahrt

Bin mit dem Auto bis zum Zielort St. Johann im Walde gefahren und habe es dort abgestellt (Am besten vorher bei der Gemeinde anmelden) - das erschien mir sicherer als eine Buszeit nach dem Abstieg einzuhalten.
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Mark Zahel - Hüttentreks (Bruckmann-Verlag)

Kartenempfehlungen des Autors

Die DAV-Karte Schobergruppe (Nr. 41 - 1:25.000) deckt das ganze Gebiet ab und ist sehr genau. Von Kompass gibt es eine Karte im Maßstab 1:50.000, die dann ein größeres Gebiet abdeckt.

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Schwierigkeit
schwer
Strecke
59,5 km
Dauer
28:28 h
Aufstieg
5822 hm
Abstieg
6998 hm
Etappentour aussichtsreich geologische Highlights

Statistik

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