Logo DAV
Logo OEAV
Logo AVS
30 Tage Pro gratis testen Community
Sprache auswählen
Start Touren Hochschrutte und Büchsentaljoch
Tour hierher planen Tour kopieren
Bergtour empfohlene Tour

Hochschrutte und Büchsentaljoch

· 1 Bewertung · Bergtour · Tiroler Zugspitz Arena
Profilbild von Johannes Renfordt
Verantwortlich für diesen Inhalt
Johannes Renfordt 
  • Zum ersten Mal öffnet sich der Blick nach Süden zur Bleispitze und der dahinter liegenden Gartnerwand
    Zum ersten Mal öffnet sich der Blick nach Süden zur Bleispitze und der dahinter liegenden Gartnerwand
    Foto: Johannes Renfordt, Community
m 2400 2200 2000 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 12 10 8 6 4 2 km
Einsame Gratwanderung in den südlichen Ammergauer Alpen
mittel
Strecke 13 km
6:00 h
1.395 hm
1.500 hm
2.247 hm
999 hm

Die Ammergauer Alpen werden im Süden von einem langgestreckten Kamm abgeschlossen, der sich über dem Zwischentor, einem Tal zwischen Reutte im Westen und dem Ehrwalder Becker im Osten, erstreckt. In der Mitte diesen Kamms befindet sich mit dem Plattberg ein Abschnitt, dessen Name sich leicht erschließt: die Südflanke ist dort überaus gleichmäßig geneigt und erhebt sich steil über dem Talboden. Die Hochschrutte bildet den formschönen höchsten Punkt, der eine großartige Aussicht in alle Richtungen nicht nur verspricht, sondern auch bietet. Obwohl es einen markierten Steig gibt, der die Hochschrutte von Osten erreicht, wird sie nur vergleichsweise selten besucht. Das liegt einerseits an dem bekannten und benachbarten Gipfelpaar Daniel und Upsspitze, die die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen wissen, andererseits aber sicherlich auch an dem steilen und durchaus mühsamen Aufstieg aus dem Tal.

Der Tourenvorschlag führt von der kleinen Ortschaft Lähn durch das Wiestal zügig aufwärts. Bald schon beginnt aber der außergewöhnliche Abschnitt: über einen schon vor vielen Jahren aufgelassenen, längst vergessenen Steig, der weder markiert noch beschildert ist, geht es steil hinauf ins Wiesjoch. Es folgt eine wunderbare und überaus einsame Kammwanderung, die über die Hochschrutte und das Große Pfuitjöchl weiter zum Büchsentaljoch leitet. Beim Abstieg zum Grünen Ups wird die Szenerie dann zunehmend belebter und spätestens an der Tuftlalm ist die Zivilsation endgültig wieder erreicht. Dank der Stärkung auf der vorzüglich bewirtschafteten Tuftalm ist der finale Abstieg zum Bahnhof Lermoos dann nur noch Formsache und rasch absolviert.

Autorentipp

Vor dem Abstieg zur Tuftlalm ist - ausreichend Kraft und Zeit vorausgesetzt - natürlich auch noch ein Besuch von Upsspitze und Daniel möglich!
Schwierigkeit
mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
Hochschrutte, 2.247 m
Tiefster Punkt
Lermoos, 999 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW

Wegearten

Asphalt 2,74%Schotterweg 10,75%Naturweg 2%Pfad 77,54%Straße 4,77%Unbekannt 2,18%
Asphalt
0,4 km
Schotterweg
1,4 km
Naturweg
0,3 km
Pfad
10,1 km
Straße
0,6 km
Unbekannt
0,3 km
Höhenprofil anzeigen

Sicherheitshinweise

Der Tourenvorschlag stellt erhöhte Anforderungen:

  • Der beschriebene Anstieg zur Hochschrutte erfolgt abschnittsweise über (fast) vergessene, weder markiert noch beschilderte und stellenweise kaum auffindbare Steige, für die ein Mindestmaß an Orientierungsvermögen anzuraten ist.
  • Der Anstieg zum Büchsentaljoch ist durchaus anspruchsvoll und erfordert noch einmal volle Konzentration. Wer sich die Passage nicht zutraut, kann vom Hebertaljoch auch auf direktem Weg zum Grünen Ups gehen.
  • Trittsicherheit und bedingte Schwindelfreiheit sind über die gesamte Gratwanderung vom Wies- bis zum Büchsentaljoch erforderlich!

Start

Bahnhof in Lähn (1.105 m)
Koordinaten:
DD
47.419377, 10.833101
GMS
47°25'09.8"N 10°49'59.2"E
UTM
32T 638266 5253398
w3w 
///klubs.autonomer.kelch
Auf Karte anzeigen

Ziel

Bahnhof in Lermoos

Wegbeschreibung

Direkt am Haltepunkt Lähn beginnt eine kurze Stichstraße, die umgehend zur Durchgangsstraße der kleinen Ortschaft leitet. Auf dieser nach rechts weiter, aber gleich bei der nächsten Gelegenheit wiederum rechts abbiegen und die Gleise überqueren. Unmittelbar vor dem folgenden Parkplatz, bei dem die Autofahrer in den Tourenvorschlag einsteigen, linkshaltend einem Wirtschaftsweg folgen. Dieser wendet sich schon nach kurzer Zeit abrupt nach rechts und steigt nun parallel zu einer gewaltigen Lawinenverbauung langsam an. Nachdem sich der Weg von der Verbauung gelöst hat, wird kurze Zeit später eine Kreuzung erreicht. Hier rechts abzweigen und dem Fahrweg weiter ansteigend folgen bis zu einer Verzweigung. Hier nun nicht dem direkt ansteigenden Privatweg folgen, sondern rechts abzweigen. Bereits nach gut 25 m den Weg aber wieder verlassen und dem nach links abzweigenden Steig folgen, der kurz darauf den Privatweg kreuzt und nun zügig ins Wiestal hineinführt. Zunächst in Gehrichtung rechts des Bachs wechselt der Steig zwischenzeitlich die Seite, kehrt aber schließlich auf die rechte Bachseite zurück. In der Folge entfernt sich der Steig etwas weiter vom Bach, um gleichmäßiger Höhe zu gewinnen. Sobald der Steig sich wieder dem Bach annähert, ist etwas Aufmerksamkeit gefordert, denn der abrupte, nicht nennenswert markierte Übergang über den Bach ist leicht zu verpassen. Auf der anderen Seite leitet der Steig dann rasch vom Einschnitt weg und erreicht kurz darauf einen querenden Fahrweg. Auf der dortigen großen Wiese nun weiter ansteigen und, etwas nach rechts versetzt, auf Steigspuren zum oberen Ende der Freifläche ansteigen. Kurz darauf wird mit dem Alpenrosenweg ein eindeutig identifizierbarer, querender Steig erreicht. Auf diesem nun nach links wenden und einen Latschengürtel durchqueren. Sobald wieder freies Gelände erreicht ist, verlässt eine dünne Steigspur den Alpenrosenpfad nach rechts. Diese führt auf das Pitzenegg zu und ist somit nicht zielführend. Deshalb bei passender Gelegenheit die Steigspur verlassen und zunächst direkt gegen die Kammlinie ansteigen. Dabei sind immer mal wieder Steigspuren zu entdecken, die in etwa auf Höhe des oberen Randes der Latschenzone deutlich nach rechts führen. Jedoch noch vor einer Schuttreiße wieder gegen den Grat wenden und nun anstregend, weglos und steil hinauf zur Kammlinie steigen. Im Wiesjoch angekommen nun dem Gratverlauf nach rechts, zur östlich gelegenen Hochschrutte folgen. Dabei ist über weite Strecke eine Steigspur gut zu erkennen, die lediglich in den immer wieder eingestreuten felsigen Passagen unterbrochen ist. Dort orientiert man sich in der Regel direkt am Gratverlauf, an wenigen Stellen darf man auch mal eine Hand an den Fels legen, die Schwierigkeiten bleiben aber immer sehr überschaubar. Schon fast zu schnell wird auf diesem wunderschönen Tourenabschnitt die Hochschrutte, der höchste Punkt des Plattbergs, erreicht. Nach dem anstrengenden Aufstieg aus dem Tal darf die verdiente Gipfelpause nun auch etwas länger ausfallen, denn so bleibt auch genügend Zeit, das umfassende und beeindruckende Panorama ausgiebig zu studieren.

Der zweite Tourenabschnitt beginnt mit dem Abstieg von der Hochschrutte. Dafür in der bisherigen Gehrichtung den Grat weiterhin verfolgen. Dabei verliert der Steig rasch an Höhe und erreicht eine seilversicherte Passage, hinter der das Gelände wieder deutlich gemütlicher wird. Sobald der Steig kurz darauf nach rechts abdreht diesen verlassen und entlang von Steigspuren weiterhin an der Kammlinie orientieren. Nach dem unscheinbaren Kleinen Pfuitjöchle nun auf das Große Pfuitjöchle zugehen. Am Fuß des Gipfelaufbaus wendet sich der nun wieder gute Steig nach rechts und passiert in etwa die Höhe haltend die Flanke des Großen Pfuitjöchles. Entlang dessen Südflanke kann der Gipfel in wenigen Minuten bestiegen werden. Nach der Rückkehr vom optionalen Gipfelabstecher dem Steigverlauf weiter entlang der Kammlinie bis ins Hebertaljoch folgen. Dort besteht rechterhand die Möglichkeit, auf direktem Weg die Abkürzung zum Grünen Ups zu nehmen. Wenn die verfügbare Zeit und die Kraft es zulässt, ist es jedoch zweifelsohne schöner, den steilen Anstieg zum Büchsentaljoch in Angriff zu nehmen. Durch einen kleinen Latschengürtel hindurch beginnt der Anstieg, der weiterhin in unmittelbarer Kammnähe bleiben wird. Jenseits der Latschen wird das Gelände wilder, das stellenweise durchaus etwas ausgesetzte Schrofengelände erfordert Umsicht und Konzentration, vor allem auf den immer wieder zu passierenden rutschigen Passagen. Sobald das Gelände endgültig wieder einfacher wird, ist der höchste Punkt des Büchsentaljochs nicht mehr weiter. Der Steig führt etwas unterhalb an diesem vorbei, lässt sich aber weglos ohne besondere Schwierigkeiten in einem kurzen Abstecher erreichen.

Nach der letzten Gipfelpause folgt der Abstieg in den nächsten Sattel, in dem sich der Steig wiederum verzweigt. Etwas rechtshaltend leitet ein kleiner, manchmal unklarer Steig in die Flanke der Upsspitze, die in der Folge in etwa die Höhe haltend passiert wird. Sobald von links ein weiterer Steig hinzukommt, der von der Upsspitze herabzieht, dreht die Wegführung spürbar nach rechts und leitet nun zügig abwärts. Nach einigen steinigen Passagen geht es in den Latschengürtel hinab, in dem der Steig immer einfacher wird. Am Grünen Ups angekommen enden schließlich alle Schwierigkeiten. Von dieser auf einem deutlichen Geländeabsatz gelegenen Wiese geht es linkhaltend weiter, ein guter Steig führt recht gleichmäßig durch den meist dichten Wald in Richtung Tuftlalm abwärts. Nachdem in einem weiten, nach rechts führenden Bogen eine Lichtung passiert wird, erreicht der Steig wenig später einen Fahrweg. In gleicher Richtung weitergehend wie zuvor, wird wenig später die Tuftlalm bereits erreicht, die mit ihrer großartigen Sonnenterrasse zu einer Einkehr lockt.

Nahe der Tuftlalm befindet sich in Sichtweite eine Aussichtsplattform. Unmittelbar neben dieser beginnt ein Steig, der direkt am Fuß einer Felswand abwärts führt und bald schon einen Fahrweg erreicht. Diesem kurze Zeit folgen, aber schon am Beginn einer Wiesenfläche nach rechts abzweigend eine Kehre abkürzen. Den zuvor verlassenen Fahrweg nun kreuzen und auf dem Steig durch den Wald weiter abwärts gehen. Nach der erneuten Kreuzung mit einem Fahrweg verzweigt sich kurz darauf der Steig. Hier rechtshaltend geht es abschnittsweise sehr steil, aber mit etwas Trittsicherheit rasch talwärts. Dabei wird ein Fahrweg zweimal berührt und beim dritten Treffen gequert. In der Folge wird der Steig etwas wenig steil und mündet schließlich in einen Fahrweg ein. Auf diesem weiter abwärts und schon in Talnähe nach links zum Freibad gehen. Dort beginnt ein Fahrweg, der auf den Bahnhof zuführt. Eine Unterführung hilft, sicher auf die andere Seite der Gleise zu gelangen. Nach dieser linkshaltend zum Bahnhofsgebäude weitergehen, von dem aus der Bahnsteig zugänglich ist.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Die Tour eignet sich vorzüglich für eine An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Der Bahnhof von Lähn liegt an der Bahnstrecke (München -) Garmisch-Partenkirche - Reutte in Tirol und wird im Taktverkehr angefahren. Die Tourenbeschreibung beginnt unmittelbar am Bahnhof Lähn und endet am benachbarten Bahnhof Lermoos.

Anfahrt

  • Aus Richtung Innsbruck bzw. Landeck auf der Inntalautobahn bis zur Anschlussstelle Mötz bzw. Imst fahren. Jeweils auf der B 189 nach Nasserreith und via B 179 den Fernpass überqueren und der Bundesstraße durch den Lermooser Tunnel bis zum Ortseingang von Lähn folgen.
  • Aus Richtung München über die A 95 bis nach Eschenlohe, vom Autobahnende über die B 2 und B 23 über Griesen und Ehrwald nach Lermoos fahren. Dort auf der B 179 mit Fahrtrichtung Reutte in Tirol weiter wie zuvor.
  • Aus Richtung Reutte in Tirol über die B 179 in Richtung Fernpass fahren. Die Bundesstraße am Ortseingang von Lähn verlassen.

Parken

Am östlichen Ortsausgang steht ein zwar sehr kleiner, aber kostenfreier Parkplatz zur Verfügung:

  • aus Fahrtrichtung Reutte in Tirol gleich nach dem ersten Haus in Lähn nach links über den Bahnübergang,
  • aus Fahrtrichtung Lermoos Lähn fast vollständig auf der Hauptstraße durchqueren und kurz vor dem Ortsausgang rechts über den Bahnübergang.

Koordinaten

DD
47.419377, 10.833101
GMS
47°25'09.8"N 10°49'59.2"E
UTM
32T 638266 5253398
w3w 
///klubs.autonomer.kelch
Auf Karte anzeigen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Alpenvereinskarte 4/1 Wetterstein und Mieminger Gebirge West

Buchtipps für die Region

mehr zeigen

Kartentipps für die Region

mehr zeigen

Ausrüstung

Festes Schuhwerk ist für diesen Tourenvorschlag obligatorisch. Für die Abstiegspassagen sind, je nach Geschmack, ggf. Stöcke hilfreich.

Da mit der Tuftlalm erst gegen Ende der Tour eine Einkehrmöglichkeit erreicht wird, sind Verpflegung und insbesondere ausreichend Getränke zwingend im Rucksack mitzuführen.


Fragen & Antworten

Stelle die erste Frage

Hier kannst du gezielt Fragen an den Autor stellen.


Bewertungen

5,0
(1)
Harry A.
25.08.2020 · Community
Sehr schöne Tour. Lohnt sich. Man trifft dort neben Gämsen auch Schafe und Pferde, die sich dort frei und unbeaufsichtigt bewegen. Ein sehr schönes Erlebnis. Über den Grat vor und nach der Hochschrutte habe ich ein Video gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=pufPBsRFaTQ
mehr zeigen

Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
mittel
Strecke
13 km
Dauer
6:00 h
Aufstieg
1.395 hm
Abstieg
1.500 hm
Höchster Punkt
2.247 hm
Tiefster Punkt
999 hm
mit Bahn und Bus erreichbar aussichtsreich Einkehrmöglichkeit Geheimtipp Gipfel-Tour ausgesetzt Grat versicherte Passagen Von A nach B

Statistik

  • Meine Karte
  • Inhalte
  • Bilder einblenden Bilder ausblenden
Funktionen
2D 3D
Karten und Wege
Strecke  km
Dauer : h
Aufstieg  Hm
Abstieg  Hm
Höchster Punkt  Hm
Tiefster Punkt  Hm
Verschiebe die Pfeile, um den Ausschnitt zu ändern.