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Großes Mühlsturzhorn - Direkte Südkante

Alpinklettern · Berchtesgadener Land
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Henrik Klar
  • Die Wand ist beim Zustieg gut einsehbar.
    / Die Wand ist beim Zustieg gut einsehbar.
    Foto: Henrik Klar, Community
  • In der 60m Verschneidung
    / In der 60m Verschneidung
    Foto: Henrik Klar, Community
  • Rissdurchzogene Platten im oberen Wandteil
    / Rissdurchzogene Platten im oberen Wandteil
    Foto: Henrik Klar, Community
  • Blick zurück von der Engerthütte
    / Blick zurück von der Engerthütte
    Foto: Henrik Klar, Community
  • Die Einstiegsverschneidung
    / Die Einstiegsverschneidung
    Foto: Henrik Klar, Community
Karte / Großes Mühlsturzhorn - Direkte Südkante
600 900 1200 1500 1800 2100 m km 2 4 6 8 10 12

Bester Fels und abwechslungsreiche Kletterei in einer sonnigen Südseite zeichnen diesen Klassiker aus. Über 30 Jahre galt die "Mühlsturzkante" als schwierigste Kletterei der Berchtesgadener Alpen. Fraglos ist sie auch heute noch eine der lohnensten Touren dieser Schwierigkeit weit und breit. Hier lässt sich bis weit in den Herbst hinein exponierte Freikletterei in der wärmenden Sonne genießen!
schwer
13,5 km
10:10 h
1130 hm
1130 hm
Diese Tour wurde von Hinterstoißer und Kurz 1936 nur wenige Wochen vor ihrem tragischen Tod in der Eiger Nordwand erstbegangen. Über 30 Jahre galt sie als die schwierigste Tour der Berchtesgadener Alpen. Auch Walter Pause nahm sie in sein Standardwerk "Im extremen Fels" auf. Heute, in Zeiten gebohrter Standplätze und der Möglichkeit Risspassagen mit Friends und Keilen abzusichern bietet sie genussvolles und sehr, sehr exponiertes Klettern in einer schnell abtrocknenden und sonnigen Südwand. Sie eignet sich darum ideal für die Herbstmonate. Die Kletterei ist abwechslungsreich und anhaltend. Es dominieren Risse und Verschneidungen in durchwegs bestem Fels. Jede Seillänge ist lohnend: Von der kleingriffigen Querung in der ersten Seillänge, über die kraftraubenden überhängenden Risse in der Schlüssellänge und die atemberaubende 60m-Verschneidung hin zu den etwas leichteren, aber sehr exponierten Plattenstellen im oberen Wandteil folgt ein Highlight dem anderen. Die Tour ist vor allem solchen Kletterern zu empfehlen, die bei den angegeben Schwierigkeiten noch etwas "Luft nach oben" haben. Ist man den Schwierigkeiten jedoch gewachsen und beherrscht den Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln, so wird man einen grandiosen Tag in einem herausragenden Stück bayerischer Alpingeschichte erleben.

Autorentipp

Im Frühjahr ist die Wand oft feucht, im Sommer ist es zu heiß. Ideal sind die Herbstmonate September bis November. Das Ambiente im herbstlichen Nationalpark ist ohnehin kaum zu toppen.

Schwierigkeit
VII-, 6a+ schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
Austieg Direkte Südkante, 1917 m
Tiefster Punkt
Parkplatz Hintersee, 794 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW
Zustieg
900 m
Wandhöhe
250 m
Kletterlänge
300 m
Abstieg
1150 m
Standplätze
mit Umlenkungen zum Abseilen, mit Bohrhaken, Normalhaken, mobile Sicherungsmittel
Zwischensicherung
Normalhaken, mobile Sicherungsmittel
Seillänge
2 x 50 m
Anzahl Expressschlingen
12
Erstbegehung
Alois Hinterstoißer, Toni Kurz, 1936

Sicherheitshinweise

Aufgrund einiger brüchiger und grasiger Passagen ist die Abseilpiste bei Nässe und Regen sehr gefährlich. Darum nur bei stabilem Wetter einsteigen.

Ausrüstung

Kletterausrüstung: 2x50m Seil (angenehmer 2x 60m), kompletter Satz Keile, Friends 0.4-3 (0,75 und 1 am besten doppelt), 12 Expresschlingen, einige Bandschlingen, Helm, bequeme Kletterpatschen (kleine Leisten müssen kaum angestiegen werden).

Weitere Infos und Links

Ein gutes Topo mit genauer Beschreibung der einzelnen Seillängen findet man auf: https://kesselflickerblog.files.wordpress.com/2012/02/groc39fes-mc3bchlsturzhorn-topo.pdf

Start

Parkplatz beim Nationalparkzentrum Hintersee (793 m)
Koordinaten:
Geographisch
47.599061, 12.843152
UTM
33T 337869 5273993

Ziel

Parkplatz beim Nationalparkzentrum Hintersee

Wegbeschreibung

Vom Nationalparkzentrum in Hintersee folgt man, am besten mit dem Fahrrad, der asphaltierten Hirschbichlstraße bis kurz oberhalb der Engerthütte. Nun auf dem steilen Schaflsteig bis unter die Wand. Der Rucksack kann in den Latschen links des Weges deponiert werden. In wenigen Minuten quert man nun unter der Wand entlang zur markanten Einstiegsverschneidung. Die Tour selbst folgt zunächst der Verschneidung und quert anschließend teils kleingriffig zum Stand in einer Nische. Die nächste Seillänge leitet durch den Schulterriss zu einer anstrengenden Wandstelle und schließlich, über feine überhängede Risse (meist technisch geklettert, 7-/A0) in leichteres Gelände zum Standplatz in einer Höhle. Von hier aus geht es kurz knifflig nach rechts um die Kante und in einem leichteren Riss zum Stand unter einem Überhang. Links des Überhangs leitet ein Faustriss zum Beginn der 60 Meter Verschneidung. Am ersten Absatz in der Verschneidung befindet sich links der Standring. Die nächste Seillänge folgt weiterhin der Verschneidung an deren Ende ein bequemer Standplatz auf einem Band wartet. Es folgt eine kürzere Seillänge über von Platten eingerahmte Risse. In der nächsten Länge quert man über eine kleingriffige Platte zu einem wulstigen Überhang zu einer Höhle, die in einer rechtschleife umklettert wird. Die letzte schwierigere Länge folgt einer überdachten Rampe nach links zu einem Standplatz auf einem Grasband. In der leichten Ausstiegslänge klettert man sich vom Stand leicht links empor, bis ein breites Band zum letzten Standplatz hinter der Kante leitet. Von hier aus überquert man eine  Schuttrinne und klettert in der zweiten Rinne kurz ab zum ersten Abseilhaken. Am niedrigsten Punkt des Grasbandes auf das man abseilt findet sich der nächste Abseilring. Nun über schrofiges Gelände, am Kreuz mit dem Wandbuch vorbei zu einer markanten Rinne queren, über die sich durch kurzes Abklettern der nächste Ring erreichen lässt.  In zwei weiteren Abseillängen fürt die Rinne hinab in leichteres Gelände, von wo aus in wenigen Minuten das Rucksackdepot erreicht ist. Der weitere Abstieg folgt dem Aufstiegsweg.

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit der Regionalbahn zum Bahnhof Berchtesgaden und mit Bus 846 im Stundentakt zum Hintersee.

Anfahrt

Über das Wachtl oder den Hallthurm in die Ramsau und der Hauptstraße folgend bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz beim Nationalparkzentrum südlich des Hintersees.
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Richard Goedeke: Kletterführer Bayerische Alpen, Nordtirol: Genusstouren III-VII. 123 ausgewählte Klettertouren im Schwierigkeitsgrad III bis VII (Rother Selection). 

ISBN-13: 978-3763330164

Kartenempfehlungen des Autors

UK 50-55. Berchtesgadener Alpen. 1 : 50.000. Bayerisches Landesvermessungsamt.

ISBN-13: 978-3899332964

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12.10.2015 · Community
Hallo Henrik, vielen Dank für die ausführliche Tourenbeschreibung und die schönen Bilder! Wir haben Deine Tour als TOP-Tour ausgezeichnet!
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???contribution.reviews.info???

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Schwierigkeit
VII-, 6a+ schwer
Strecke
13,5 km
Dauer
10:10 h
Aufstieg
1130 hm
Abstieg
1130 hm
Streckentour aussichtsreich kulturell / historisch geologische Highlights

Statistik

: h
 km
 Hm
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Höchster Punkt
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Tiefster Punkt
 Hm
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