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Geologie erleben um Aschau: Ein Berggipfel aus Seelilien

Bergtour · Chiemsee-Alpenland
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  • Tourist Information Aschau im Chiemgau
    / Tourist Information Aschau im Chiemgau
    Foto: Herbert Reiter, Herbert Reiter
  • Hofalm
    / Hofalm
    Foto: Tourist Info Aschau im Chiemgau, Tourist Info Aschau i.Chiemgau
  • Moränenrücken zwischen Hofalm und Holzstube
    / Moränenrücken zwischen Hofalm und Holzstube
    Foto: Bayerisches Landesamt für Umwelt, CC BY
  • Ehemaliger Gletschersee Holzstube
    / Ehemaliger Gletschersee Holzstube
    Foto: Bayerisches Landesamt für Umwelt, CC BY
  • /
    Foto: SalzAlpenSteig
  • Gipfelblick vom Laubenstein
    / Gipfelblick vom Laubenstein
    Foto: Bayerisches Landesamt für Umwelt, CC BY
  • Brachiopoden und Seelilien-Stielglieder im Weg am Laubenstein
    / Brachiopoden und Seelilien-Stielglieder im Weg am Laubenstein
    Foto: Bayerisches Landesamt für Umwelt, CC BY
  • / Gestein mit Brachiopoden und Seelilienresten
    Foto: Bayerisches Landesamt für Umwelt, CC BY
800 1000 1200 1400 1600 m km 1 2 3 4 5 6

Die Tagestour führt von der Tourist-Info in Aschau i. Chiemgau auf den Laubenstein. Wer dort oben die Aussicht geniesst, steht auf einem Gestein, das fast gänzlich aus Fossilien besteht.

mittel
6,5 km
2:36 h
740 hm
0 hm
outdooractive.com User
Autor
Bayerisches Landesamt für Umwelt 
Aktualisierung: 11.10.2019

Schwierigkeit
mittel
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
1350 m
Tiefster Punkt
609 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Einkehrmöglichkeit

Hofalm - im Sommer bewirtschaftet

Start

Tourist-Info Aschau i. Chiemgau (609 m)
Koordinaten:
Geographisch
47.772868, 12.324220
UTM
33T 299531 5294523

Ziel

Gipfel des Laubensteins (1.350 m)

Wegbeschreibung

Mit 740 Höhenmetern verlangt die Tour einiges an Kondition, belohnt aber am Ziel - bei entsprechendem Wetter - mit einer prächtigen Sicht in die Ferne und - mit etwas Aufmerksamkeit - mit interessanten Fossilfunden.

Von der Tourist-Info Aschau i. Chiemgau (1/8) folgt die Route dem Grenzenlos-Wanderweg entlang der Prien und biegt nach etwa 1 km nach rechts in den Maximiliansweg ein. Dieser führt in Serpentinen steil hinauf zur Hofalm (mit Einkehrmöglichkeit, die man aber vielleicht besser für den Rückweg einplant - 2/8).

GeoPunkt Eiszeit unter dem Laubenstein

Weiter geht es auf dem Maximiliansweg, der nach der Hofalm über einen sanften Geländerücken (3/8) führt. Dabei handelt es sich um die Moräne eines eiszeitlichen Lokalgletschers, also eines kleinen örtlichen Gletschers. Das Eis dagegen, das damals das Priental ausfüllte, war das Eis eines Ferngletschers, der sein Nährgebiet in den Zentralalpen hatte. Die runde Senke der Holzstube (4/8), die nach Überschreiten der Moräne sichtbar wird, enthielt einstmals einen Gletschersee.

Der Weg führt in den Wald und auf 1.130 m Höhe zweigt ein Wanderweg nach links in Richtung Laubenstein ab (5/8). Der Weg führt stetig aufwärts bis 1.272 m. An einem Abzweig der Forststraßen geht es links weiter und an den Gebäuden der Laubensteinalm vorbei hinauf zum Gipfel des Laubensteins.

Geotop Fossilien im Mitteljura des Laubenstein-Gipfelrückens

Auf dem Pfad auf dem flachen Gipfelplateau (6/8) lohnt es sich, in die Knie zu gehen und das, was mit Schuhen getreten wird, anzuschauen (7/8). Hier und auf kahlen Stellen in den Almwiesen liegen grobe beigefarbene Gesteinskörner und dazwischen eingestreut kleine "Muscheln". Die "Muscheln" sind meist keine, denn sie lagen oder klebten nicht am Meeresgrund, wie Muscheln das so tun, sondern es sind Brachiopoden. Brachiopoden hatten einen zähen, beweglichen Stiel, mit dem sie sich am Untergrund verankerten. Wer ein einigermaßen vollständiges Exemplar genauer untersucht, wird dort, wo die Muschel ihr Schloss hat, bei dem Brachiopoden stattdessen ein kleines Loch finden, aus dem der Stiel austrat.

Auch die millionenfach herumliegenden groben Körner sind Reste von Fossilien. Es sind die kalkigen Stielglieder von Seelilien (wissenschaftlich: Crinoiden). Ihre ursprünglich runde oder manchmal fünfeckige Form ist nur selten zu erkennen, denn sie wurden von Meeresströmungen ein ganzes Stück transportiert, dabei etwas beschädigt und in Senken zusammengeschwemmt. In der MItte hatten die Stielglieder ein kleines Loch (Nervenkanal), das manchmal noch zu erkennen ist. 

Was an Fossilien hier im Grus des Wegs gut zu beobachten ist, findet sich auch schön herausgewittert an Felsoberflächen (8/8). Wer den Fels aber mit dem Hammer anschlägt, wird wahrscheinlich enttäuscht. Das harte Gestein bricht quer durch die Fossilien. Nur selten können schön mit kleinen Kristallen ausgekleidete Hohlräume von Brachiopoden überraschen. 

Der Fossilreichtum hier am Laubenstein wurde schon früh von Geologen bemerkt. Die Wissenschaftler haben nicht nur eine große Anzahl von gut erhaltenen Fossilien, sondern auch eine große Artenanzahl feststellen können. Anhand der Fossilien konnte das Gesteinsalter als Mittlerer Jura bestimmt werden. Die Seelilien und Brachiopoden lebten also vor etwa 170 Millionen Jahren. 

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Geologische Karte von Bayern 1 : 25 000 Blatt Nr. 8239 Aschau i. Chiemgau mit Erläuterungen, kostenlos im Download hier erhältlich

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Schwierigkeit
mittel
Strecke
6,5 km
Dauer
2:36 h
Aufstieg
740 hm
Abstieg
0 hm
mit Bahn und Bus erreichbar aussichtsreich geologische Highlights Gipfel-Tour

Statistik

: h
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Höchster Punkt
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Tiefster Punkt
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