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Entdecke die Biosphäre Schaalsee. Zu den verborgenen kulturellen Schätz(ch)en der Region

Radfahren · Mecklenburg-Schwerin
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Frank Strauß & Familie
  • Blick vom rekonstruiertem Bauerngarten auf das »Rauchhaus« in Möllin
    Blick vom rekonstruiertem Bauerngarten auf das »Rauchhaus« in Möllin
    Foto: Frank Strauß & Familie, Community
m 60 50 40 30 25 20 15 10 5 km
Ok, sagen wir kurz was es bei dieser Tour ausnahmsweise mal nicht gibt: Seeblick. Ansonsten führt sie direkt zu einigen kulturellen Ausnahmeerscheinungen, wie etwa 1. einer, für mecklenburgische Dorfkirchen untypische, sehr kleinen zauberhaften dreischiffige Basilika, 2. ein in seiner eher kleinen Größe einzigartiges spätbarockes dreiflügeliges Gutshaus in Fachwerkbauweise, 3. eine der letzten komplett erhaltenen Hofanlagen aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert und 4. einem kapellenartigen Fachwerkirchlein, kleiner als die meisten Lohnarbeiterkaten, basierend auf einem achteckigen Grundriß – einzigartig in Mecklenburg! Außerdem umkreist Ihr den mit 93 Meter Höhe höchsten Gipfel (Hellberg) weit und breit (Hat da jemand gelacht?), umfahrt in abgeschiedenstem ländlichen Mecklenburg, mit einer leichten Gänsehaut, schamvoll gesenkten Hauptes, Erhebungen wie den »Galgenberg« oder »Hexenberg« und passiert schließlich völlig gefahrenlos allerlei Moore
leicht
Strecke 30,4 km
2:00 h
25 hm
25 hm
70 hm
45 hm

Autorentipp

Rauchhaus Möllin In einem historischem Gebäudeensemble von 1796 serviert Stephanie Baack und ihr Team saisonal-regionale Küche Mecklenburgs, »Zünftige Gerichte mit einer kulturellen bäuerlichen Note«. Wer möchte, bekommt in den, liebevoll mit alten Möbeln eingerichteten, Kammern einen Einblick in den bäuerlichen Wohn- und Lebensalltag und kann im Anschluss noch den rekonstruierten Bauerngarten erkunden.

Mit etwas Glück lässt sich anschließend noch das privat genutzte Gutshaus in Ganzow besuchen, ist zu zu bestimmten Anlässen, etwa am »Tag des offenen Denkmals« (zweiter Sonntag im September), öffentlich zugänglich, allein den als professioneller Sänger ausgebildeten Hausherren in einem kleinen Konzert in dem grandiosem »Gartensaal« zu erleben lohnt den Besuch!

Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
70 m
Tiefster Punkt
45 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Asphalt 45,85%Schotterweg 44,34%Naturweg 9,68%Straße 0,10%Unbekannt 0%
Asphalt
14 km
Schotterweg
13,5 km
Naturweg
2,9 km
Straße
0 km
Unbekannt
0 km
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Weitere Infos und Links

Gutshaus in Ganzow: https://gutshaus-ganzow.jimdo.com/

Rauchhaus Möllin: https://www.rauchhaus-möllin.de/

Übernachten: Wer möchte, kann gerne bei uns hier im Biosphärenreservat Schaalsee, in schönster Natur eine ruhige Unterkunft finden, wir vermieten in einer denkmalgeschützten, ehemaligen Landarbeiterkate, zwei mit historischen Möbeln eingerichtete Ferienwohnungen. In der benachbarten Fachwerkscheune erwartet Euch, neben einem weiteren Apartment, auch ein kleines Heuhostel und B&B. www.bauernkate-klein-thurow.de

Bewertet und kommentiert gerne die Touren, wir sind für alle Hinweise dankbar!

Start

Klein Thurow, wahlweise auch Groß Salitz oder Möllin (47 m)
Koordinaten:
DD
53.692614, 10.966673
GMS
53°41'33.4"N 10°58'00.0"E
UTM
32U 629854 5951118
w3w 
///kneipe.selten.zwecken
Auf Karte anzeigen

Ziel

Klein Thurow

Wegbeschreibung

Startend in Klein Thurow erreicht Ihr über Mariental und Klein Salitz, ein kleines Dorf am Rande des »Roggendorfer Moors«, das sich durch weit auseinander liegende Einzelgehöfte auszeichnet und definitiv von mehr Schafe als Menschen bevölkert wird, das benachbarte Groß Salitz.

Am Dorfeingang liegt etwas versteckt das ehemaliges Herrenhaus der Familie von Lützow, einer in der Region ehemals macht- und einflussreichen weitverzweigten Familiendynastie. Es ist ein schmuckloser Fachwerk- und Ziegelsteinbau mit einem hohen Walmdach, vermutlich aus dem 17. Jahrhundert.
Die im Kleinen ganz große Marienkirche verblüfft heute noch durch ihre anmutige schön proportionierte Form mit ihrem ungewöhnlichen dreischiffigen basilikalen Grundriß, sie wurde aufgrund neuerer Forschung gerade einmal um 50 Jahre vordatiert, Baubeginn nun um 1280. Der holzverschalte Kirchturm mit dem holzverschindeltem Pyramidendach aus dem 17. Jahrhundert wurde nach dem Einsturz des Vorgängerbaus errichtet. Beim Schlendern gemächlichen Schrittes um diese Kathedrale im Miniaturformat, fallen einige Besonderheiten auf, wie etwa die filigranen, himmelstrebenden gotischen Chorfenster oder die verblendeten Zwillingsfenster im Mittelschiff (so dass im Inneren der Kirche der basilkatypische Lichteinfall von oben nicht gegeben ist), oder die Wechselschichten aus roten und schwarz glasierten Ziegelsteinen an dem südlichen Seitenschiff. Hier, wo das Seitenschiff in den Chor mündet verbirgt sich die, auch von innen vermauerte zuganglose Grabkapelle der Familie von Lützow. Im Innenraum ziert an dieser Stelle etwa ein sandsteinernes Epitaph »Lüder von Lützow auf Neuenhof und Dutzow« die Grabkapelle. So fesseln unsere Neugierde oft solche eher unscheinbaren Details, die beredet über die wechselvolle Baugeschichte Auskunft geben, wie etwa die Terrakotten mit Heiligenfiguren, die vom romanischen Vorgängerbau übernommen worden sind. Sie befinden sich unterhalb der Kapitelle der Pfeiler des Mittelschiffs unter kleinen Baldachinen aus Kleeblattbögen auf Konsolen sowie im Bereich des Chors auch an den Wänden. Rührend in seiner  formalen Schlichtheit ist auch der, in der Wand eingelassene gotische Eucharistieschrank, zu finden an der Nordinnenseite des Chors. (Besichtigung der Kirche zu festen Öffnungszeiten vom 01. Mai bis 15. Oktober Mo – Fr. 10 – 17 Uhr, Sa/So. 10 – 18 Uhr. Sollte die Kirche verschlossen sein, findet Ihr im Schaukasten die jeweiligen Ansprechpartner, bei denen Ihr Euch den Schlüssel abholen könnt. Weitere Angebote der »FahrradKulTourKirche Groß Salitz« etwa: Fahrrad-Flickzeug für den Notfall und kalte Getränke. Infos unter www.kirche grosssalitz-fv.de)

Beseelt geht es nun weiter zum nächsten Etappenziel, Ganzow, das rasch über eine, teilweise erhaltene Kastanienallee erreicht wird.
Nicht weniger als eines der ambitioniertesten, denkmalgerechten Sanierungsvorhabens ganz Mecklenburgs gibt es hier, wie wir finden, zu bestaunen! Das spätbarocke Gutshaus Ganzow ist die größte dreiflügelige Anlage in Fachwerkbauweise im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns und stellt ein einzigartiges Bau- und Kulturdenkmal dar. Fassaden und die innere Struktur sind nahezu unverändert erhalten geblieben, sachkundig restauriert und stilgerecht möbliert. Zu diversen kulturellen Veranstaltungen wie dem »Tag des offenen Denkmals« ist es öffentlich zugänglich, siehe persönlicher Tipp.

Entweder im Halbschatten der hier beginnenden alten Kastanienallee, sehr typisch für Mecklenburg (im benachbarten Herzogtum Lauenburg war die Linde der bevorzugte Alleenbaum), oder besser über den noch älteren Landweg erreicht Ihr rasch die B208, und steuert dann das nächste Ziel an: Möllin.
Der Großbauer Johann Busekow, der das Rauchhaus Möllin 1796 als Mittelpunkt seiner Hofstelle errichtete, wäre sicher hocherfreut darüber, dass über 200 Jahre später sein reetgedecktes Fachwerkhaus die Zeiten quasi unverändert überdauert hat. Es gilt heute mit seiner Scheune, Stall, Kleintierstallungen und Wagenschauer als eine der letzten komplett erhaltenen Hofanlagen aus den Jahren um 1800. Im »Rauchhaus Möllin« kommt einfache regionale Küche Mecklenburgs auf den Tisch (Persönlicher Tipp). Wer möchte, bekommt in den, liebevoll mit alten Möbeln eingerichteten, alten Kammern einen Einblick bäuerlichen Wohn- und Lebensalltages und kann im Anschluss noch den rekonstruierten Bauerngarten erkunden.
Gleich hinter dem Rauchhaus stoßt Ihr auf eine Wegegabelung, der Ihr Richtung Meetzen folgt. Nördlich des Weges befindet sich, von Weitem gut sichtbar, eine leichte Erhebung, der 75m hohe »Galgenberg« an dem noch zu Zeiten des Bauern Johann Busekow öffentliche Hinrichtungen stattfanden. Um die abschreckende Wirkung zu steigern blieben die Hingerichteten oft lange Zeit, schon der Verwesung ausgesetzt, am öffentlich zugänglichen Galgenberg hängen. Zum Glück weist heute außer dem Namen nichts mehr auf die einstige grausame Geschichte hin.

Mit einem leichten Schaudern erreicht Ihr rasch am Dorfeingang in Meetzten einen für Mecklenburg in seiner Art einzigartigen kapellenartige Fachwerkkirche von 1750/51, die auf einem achteckigen Grundriss errichtet ist, übigends von einem Gottfried August Freyherr von Lützow aus dem nahen Gut Holdorf errichtet.
Weiter geht es gradeaus am Gutshaus von Meetzten vorbei, die Straße mündet hinter dem Dorf in einen ausichtsreichen Feldweg, oft lassen sich noch Kastanien als ursprüngliche Alleenbäume entdecken.
Völlig unbemerkt verläuft diese Tour entlang der Wasserscheide zwischen Nordsee und Ostsee. Münden die Quellen von Schilde oder Schaale in der ersten Hälfte des Wegverlaufes in die Nordsee fließt hier nun die Radegast in die Ostsee.
Am Rande des »Großen Moors« bieten sich an einer Wegkreuzung drei verschieden lange Routenvarianten: a) über Breesen schnell wieder zum Ausgangspunkt zurück, b) in landschaftlich sehr reizvoller Umgebung über Nesow-Dorf und Bestenrade zu c) unser Favorit, gradeaus über eine wenig befahrene Landstraße nach Demern. Auf dem Weg dorthin passiert Ihr in einiger Entfernung den 64m hohen »Hexenberg«, bis 1736 fanden in Mecklenburg Hexenprozesse statt.

Demere, »Durch kühne Taten berühmt« hieß das Dorf Demern zur Zeit der Slawen vor über 800 Jahren, allzu gerne wüßte man ein wenig mehr über diesen Gründungsmythos! Das schlichte  kleine Gotteshaus, das mit der einsetzenden Christianisierung nun hier errichtet wurde, verdient das Prädikat »kühn«, verglichen mit dem vergleichsweise gigantischen Dom in Ratzeburg wahrlich nicht – und zählt gerade deshalb zu unserer ganz persönlichen Lieblingskirche in der Region! Die ursprünglich turmlose mittelalterliche Petrikirche erinnert eher an eine große Kapelle, sie ziert einen bedeutenden, vermutlich oberrheinischen Schnitzaltar aus dem 14. Jahrhundert, wurde vor über 400 Jahren das letzte Mal umfassend verändert und präsentiert sich heute liebevoll restauriert. Weiter geht es nun bis in das benachbarte Woitendorf, das aus wenigen verstreut in einer Lichtung am Rande des gleichnamigen Waldes liegenden Höfe besteht. Hier also biegt eine Straße ab, die rasch in einen (gefühlt zu langen) alten Pflasterweg mündet und Sie entlang allerlei kleiner Moore, durch einen der größten zusammenhängenden Waldgebiete des Biosphärenreservates, und an seinem Ende wieder ins kleine Thurow, führt.




Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Koordinaten

DD
53.692614, 10.966673
GMS
53°41'33.4"N 10°58'00.0"E
UTM
32U 629854 5951118
w3w 
///kneipe.selten.zwecken
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Mit der Premium Version von der Outdooractive-App lässt sich die Tour offline herunterladen, dank GPS-Ortung geht keiner verloren. Wer's analog mag: »Schaalsee«, offizielle Rad und Wanderkarte, Maßstab 1:50.000, Maiwald-Verlag

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Schwierigkeit
leicht
Strecke
30,4 km
Dauer
2:00 h
Aufstieg
25 hm
Abstieg
25 hm
Höchster Punkt
70 hm
Tiefster Punkt
45 hm
Rundtour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit familienfreundlich kulturell / historisch geologische Highlights botanische Highlights faunistische Highlights Geheimtipp

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