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Wanderung

Einruhr

Wanderung · Eifel
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Karl-Heinz Rosenzweig
  • Blick auf Einruhr Vogelperpektive
    / Blick auf Einruhr Vogelperpektive
    Foto: Karl-Heinz Rosenzweig, Community
  • / Heilsteinhaus
    Foto: Karl-Heinz Rosenzweig, Community
  • / Heilsteinquelle
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  • / Altes Fachwerkhaus
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  • / Mühlensteine eingemauert
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  • / Blick auf Obersee
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  • / Spielplatz am See-Ufer
    Foto: Karl-Heinz Rosenzweig, Community
m 600 500 400 300 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 km

Für manchen ist Einruhr schlicht und ergreifend das „Dorf am See“. Auf unserer Wanderung werden wir aber recht bald merken, dass der Ort weitaus mehr an Sehenswürdigkeit und Geschichte zu bieten hat als seine zweifellos einmalige Lage am Obersee der Rurtalsperre,
der zweitgrößten Talsperre Deutschlands.
leicht
3,1 km
1:30 h
83 hm
83 hm
Lauschen Sie den Geschichten der Dörfer.

Schwierigkeit
leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
363 m
Tiefster Punkt
280 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Ausrüstung

Normale Wander- Freizeitkleidung, festes Schuhwerk.

Weitere Infos und Links

Der Eifelyeti

Komoot

GPSies

Start

Kirche (286 m)
Koordinaten:
Geographisch
50.583732, 6.380287
UTM
32U 314548 5606812

Ziel

Kirche

Wegbeschreibung

Wir beginnen unsere Tour direkt am Heilsteinhaus. Wer Informationen rund um das Thema Urlaub und Freizeit am Rursee und im Nationalpark Eifel sucht, der ist hier genau an der richtigen Adresse. Doch noch aus einem weiteren Grund lohnt es sich, hier Halt zu machen. Schon bevor wir den Innenhof betreten, vernehmen wir ein

beruhigendes Plätschern. Es ist das Wasser der Heilsteinquelle, das in den 2003 errichteten Brunnen fließt. Die Quelle selbst, die nachweislich bereits zur Römerzeit genutzt wurde, befindet sich in der Nähe der Straße zwischen Einruhr und Vogelsang. Mehrere Analysen haben ergeben, dass das Heilsteinwasser den Vergleich mit weltbekannten Marken nicht zu scheuen braucht.Nachdem wir einen kräftigen Schluck genommen haben, geht es über die Franz-Becker-Straße aufwärts. Bereits nach wenigen Metern treffen wir auf ein von einer mächtigen Buchenhecke umgebenes Holzkreuz. Dahinter liegt ein toll gestalteter Kinderspielplatz, der ein Geheimnis aus der Geschichte des Ortes birgt. Vor seiner Zerstörung während des 2. Weltkrieges befand sich an dieser Stelle ein protestantischer Friedhof. Wir setzen unseren Weg fort und gelangen nun zum Friedhof mit dem mächtigen Kreuz aus Maria Laacher Basalt. Viele, die hier ruhen, wurden, so eigenartig das klingen mag, zweimal bestattet. Früher befand sich der Gottesacker im Tal in unmittelbarer Nähe der heutigen Bootsanlegestelle. Im Zuge der Aufstockung des Obersees in den 1950er Jahren beschloss man, alle Toten umzubetten und an dieser Stelle neu zu bestatten. Für die Arbeiter dürfte dies wohl die schwerste Arbeit im Zuge der umfangreichen Baumaßnahmen im und um den Ort gewesen sein. Gleich hinter dem Friedhof gelangen wir in offenes Wiesengelände. Der Waldrand rechts von uns begrenzt aber nicht nur die bewirtschaftete Fläche. Der Nationalpark Eifel beginnt oberhalb der Baumgrenze. Bevor wir vorbei an alten Obstbäumen zum Waldrand gelangen, bietet sich uns links vom Weg eine willkommene Erholungsmöglichkeit.

Im Tretbecken vor dem Hochbehälter der ehemaligen Einruhrer Wasserversorgungsgenossenschaft gönnen wir uns eine wohltuende Erfrischung in dem kühlen Nass aus den ehemaligen 1912 erschlossenen Trinkwasserquellen des Ortes. Es lohnt sich, immer wieder stehen zu bleiben oder auf einer der Ruhebänke entlang des herrlichen _ Panoramaweges Platz zu nehmen. Der sich ständig verändernde Blick auf den Ort, den See, die bewaldeten Hänge und die Höhenorte am Rande des Rurtales ist ein Genuss. Außerdem lässt sich von hier oben gut nachvollziehen, wie Einruhr sich in den letzten 50 Jahren entwickelt hat. Alle Häuser oberhalb der Kirche bzw. Rurstraße sind erst in dieser Zeit entstanden. Der Feldweg, der vom Tal aus kommend unsere Route kreuzt, war früher im unteren Teil ein bis zu fünf Meter tiefer Hohlweg. Doch hier wurden nicht nur die Kühe getrieben oder Holz, Heu und Getreide transportiert. Bis zur Einrichtung des Truppenübungsplatzes Vogelsang im Jahr 1945 nutzten die Einruhrer ihn jahrhundertelang als Pilgerweg. Heute führt er als Nationalparkweg über Wollseifen nach Vogelsang. An der Grillhütte mit dem schönen Namen „Eichhardt“, die mit ihren zahlreichen Tischen und Bänken auch genügend Platz für eine größere Gruppe bietet, gönnen wir uns eine etwas längere Pause. Langweilig wird’s auch hier nicht, allein schon wegen des Panoramas. Wieder zurück in der Zivilisation geht es jetzt rasch bergab. Dabei haben wir von der Straße „Am Hostertberg“ aus immer wieder einen herrlichen Blick auf den Rösberg mit seinen Wiesen und seiner bewaldeten Kuppe und auf das neue Einruhr Unten angekommen, begegnen wir der jüngeren Geschichte des Ortes, und zwar den einschneidenden Ereignissen der Jahre 1952 bis 1958. Ein großer Teil des Geländes zum Seeufer hin wurde damals im Zuge der Aufstockung des Obersees angeschüttet. Mehrere Häuser, die im künftigen Staubereich lagen, mussten ebenso wie der größte Teil von Pleushütte jenseits der Rurbrücke abgerissen werden. Dieses Schicksal blieb dem Haus Nr. 45 erspart. Sein oberer Teil wurde mit einem für die damalige Zeit gewaltigen technischen Aufwand hydraulisch angehoben. Mit den Häusern Nr. 46 und 39 hat es eine ganz besondere Bewandtnis. Bei dem einen handelt es sich um das Gebäude der ehemaligen Badeanstalt von Rurberg, das andere stand früher in Pleushütte. Bevor das Wasser kam, wurden beide sorgfältig abgebrochen und hier an hochwassersicherer Stelle neu aufgebaut. Glücklicherweise haben mehrere schöne Fachwerkhäuser die gewaltigen Baumaßnahmen überlebt. Sie bieten uns noch heute eine Bild vom ursprünglichen Charakter Einruhrs Mit der Aufstockung der Rur zum Obersee erhielten die Einruhrer ein eigenes Freibad, das besonders bei Familien mit Kindern sehr beliebt ist. 2005/2006 wurde mit viel Eigenleistung der Bürger das Bad zum Naturfreibad umgebaut und kommt zukünftig ohne Chlor aus. Die Reinigung erfolgt nun in einem Regenerationsbecken mikrobiologisch durch Schilfpflanzen. Am Freibad vorbei gelangen wir zum Ehrenmal, das an die Gefallenen beider Weltkriege erinnert. Hier stand einst die erste, 1749 erbaute und im 2. Weltkrieg zerstörte Kirche des Ortes. Kurz darauf entdecken wir zwischen den Fachwerkhäusern in einer Mauer unter Apfelbäumen zwei Mühlsteine. Sie erinnern an die über 300 Jahre alte Mühle, die ebenfalls der Anschüttung weichen musste. An der Kreuzung vor der Kirche biegen wir nach rechts in die Straße “Am Obersee“ ein und gelangen zur Uferpromenade, dem touristischen Zentrum des staatlich anerkannten Erholungsortes. Hier kann man einfach nicht rasch weitergehen. Im Schatten der Bäume ahinschlendernd, Enten fütternd oder auf einer der zahlreichen Ruhebänke sitzend, genießen wir die Schönheit der Landschaft. An der Anlegestelle der Rurseeschifffahrt können wir uns über die Fahrzeiten der Schiffe informieren, die von Mai bis Oktober regelmäßig nach Rurberg und zur Urftstaumauer fahren. Von der Parkanlage am Seeufer gelangen wir in die Rurstraße. Kurz vor der Kirche entdecken wir in der Mauer einen Stein mit lateinischer Inschrift. Der Text lautet übersetzt: „Dem lebendigen Gott, von dem alle Gaben kommen.“ Die Votivtafel erinnert an die Einweihung der Heilsteinquelle im Jahr 1826 und ist das letzte Überbleibsel der damaligen Brunneneinfassung. Mit dem Bau der _ Kirche wurde 1909 begonnen. Doch die Einruhrer konnten sich nicht lange an ihrem neuen Gotteshaus erfreuen. Der 2. Weltkrieg verwandelte es in eine Ruine. Aber mit viel Fleiß und Gottvertrauen schafften sie es, ihre Kirche aus den Trümmern wieder neu erstehen zu lassen. Und genau diese Eigenschaften verhalfen ihnen auch dazu, nach 1958 aus Einruhr einen der schönsten Ferienorte der Region zu machen.

Text übernommen aus Flyer, Download siehe "Literatur"

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

siehe hier

sowie mit der Rurseeflotte: siehe hier

Anfahrt

Mit dem PKW nach Einruhr (Simmerath)

Parken

Parkplatz neben der Kirche
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

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Eine Karte mit Wegverlauf finden Sie im Flyer.

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Schwierigkeit
leicht
Strecke
3,1 km
Dauer
1:30h
Aufstieg
83 hm
Abstieg
83 hm
Rundtour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit familienfreundlich kulturell / historisch kinderwagengerecht

Statistik

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