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Mountainbike empfohlene Tour

E3: Rheingau und Taunus von Kaub nach Bremthal

Mountainbike · Romantischer Rhein
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Dirk Neubauer 
  • Adolfstraße (April 2014)
    Adolfstraße (April 2014)
    Foto: Dirk Neubauer, Community
m 600 500 400 300 200 100 -100 60 50 40 30 20 10 km
Teil einer Radreise von Perl (Mosel) in den Osten Europas auf dem europäischen Fernwanderweg E 3.
mittel
Strecke 66,4 km
5:45 h
1.653 hm
1.473 hm
589 hm
78 hm
Diese Tour führt aus dem UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal hinein in den Taunus.

Autorentipp

Rhein, Kaub (Burg Pfalzgrafenstein, Burg Gutenfels, Blüchermuseum, Lotsenhaus), Volkenbachtal, Ernestineschacht, Rennseiterstollen, Sauerburg, ehemalige Grube Hundsberg, Werkerbachtal, Ruine Rheinberg, Kammerburg, Wispertal, Rheingauer Gebück, Hügelgräber, Rennweg, Sieben Wegweiser, Grauer Stein, Kasimirkreuz, Ruine Mapper Schanze, Kurpark Schlangenbad, Leoniequelle, Hohe Wurzel, Eiserne Hand, Herzogshütte, Herzogsweg, Jagdschloss Platte, Kellerskopf.

Versorgungsmöglichkeiten gibt es in Kaub, im Wirtshaus Rheingauer Berghof, Wirtshaus Kammerburg, Forsthaus Weißenthurm, in Hausen v.d. Höhe, Schlangenbad, am Bahnhof Eiserne Hand, Jagdschloss Platte und in Bremthal.

In Bremthal gibt es Ferienwohnungen.

Schwierigkeit
mittel
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Kalte Herberge, 589 m
Tiefster Punkt
Kaub (Rhein), 78 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Der Weg ist auf etwa 25 km befestigt. Die restlichen 40 km sind unbefestigte Wald, Ufer- und Feldwege bzw. Pfade. Der Aufstieg im Volkenbachtal ist steil. Die Abfahrt nach Sauerthal ist steil. Der anschließende Anstieg zum Rheingauer Berghof ist steil. Die Abfahrt ins Werkerbachtal ist steil. Die Abfahrt vom Kasimirkreuz zur Ruine Mapper Schanze ist steil. Der Aufstieg von Georgenborn zur Hohen Wurzel ist steil.

Start

Kaub (78 m)
Koordinaten:
DD
50.084850, 7.766696
GMS
50°05'05.5"N 7°46'00.1"E
UTM
32U 411769 5548793
w3w 
///zeige.edler.baum
Auf Karte anzeigen

Ziel

Bremthal

Wegbeschreibung

Der Startpunkt des Taunushöhenwegs befindet sich am südlichen Ortsende. Dieser führt nun gemeinsam mit dem E 3 durch den Taunus. Somit weisen mir das blaue Andreaskreuz und das schwarze T den Weg. Auf einem Bergsporn 110 m über der Stadt steht Burg Gutenfels, die als gut erhaltenes Beispiel des staufischen Burgbaus gilt. Am Fuße der Burg wird Wein angebaut. Diese ist in Privatbesitz und somit kein lohnendes Ziel für mich. Der Rheinsteig führt dort oben durch die Weinberge. Mein Weg soll durch das Volkenbachtal mit diversen alten Stollen führen. Ich folge der Adolfstraße steil bergan, der Weg bleibt sich also treu. Hier geht es mit Steigungen bis zu 25% gleich hart los. Ich laufe auf dem Fussweg neben der Straße und komme ordentlich ins Schwitzen. Vorbei an schönen Häuschen, Kliniken und Gästehäusern geht es immer weiter hinauf. Links und rechts hinter den Grundstücken erheben sich steil die Weinberge. Vom Rhein sehe ich bald nichts mehr.

An einem Abzweig an den letzten Häusern entscheide ich mich für den rechten oberen Weg. Es geht weiter asphaltiert in gleichbleibender Steigung hinauf. Die Markierungen sind gut zu sehen. Linkerhand liegen nun die ersten Schuttberge voller Schieferabfall des ehemaligen Barbarastollens und Ernestineschachts. Die letzte Bebauung ist dann der Tennisplatz am ehemaligen Rennseiterstollen. Danach hat mich die Waldeinsamkeit gefangen, die Straße ist gut, allerdings unvermindert steil. An der ehemaligen Grube Jungewald, wo ich bereits 2 km Aufwärtsweg mit mehr als 200 hm Steigung hinter mir habe, biegt die Straße rechts Richtung Südosten ab. Kurz vor Ende des Waldes in einem Linksbogen der Straße weichen E 3 und Taunushöhenweg geradeaus auf einen matschigen, blätterbedeckten und zugewachsenen Waldweg ab. Ich habe 400 m Höhe erreicht und damit die erste Steigung des Tages hinter mich gebracht. Auf knapp 3 km mehr als 300 hm, langsam wird es Zeit, dass ich mit dem Rad auch etwas Fahrt aufnehme. Daher entscheide ich mich gegen den Waldweg und bleibe auf der Straße, die sich Loreley-Burgenstraße nennt.

Diese führt nun in einem größeren Bogen zügig hinab nach Sauerthal, in kurzer Zeit verliere ich damit gut 200 der gerade erkämpften Höhenmeter. Als ich den Wald verlasse, führt rechts ein Fahrweg zum Hof Sauerberg, an welchem E 3 und Taunushöhenweg vorbeiführen. Ich lasse diesen unbeachtet. Kurze Zeit später sehe ich von der Ruine Sauerburg oberhalb des Blätterdaches nur den Teil eines Turmes stehen. Diese renovierte Burgruine wurde im 14. Jahrhundert erbaut und 1689 von französischen Truppen zerstört. Heute befindet sich die Ruine in Privatbesitz. An der Zufahrt zur Burg rolle ich zügig vorbei, dann habe ich auch schon Sauerthal im Tiefenbachtal erreicht. An der barocken Annenkirche gelange ich auf die Durchgangsstraße des kleinen Ortes. Mein Weg führt nun links etwa einen halben Kilometer wieder bachaufwärts. Dann führt mein Weg rechts auf matschigem Weg in den Wald. Rechterhand an einem Schuppen finde ich handgemalte Schilder des E 3. Auch der Jakobsweg ist erwähnt, Santiago de Compostela ist demnach 2492 km entfernt. Andererseits sind es zum Kap Emine am Schwarzen Meer auf dem E 3 noch 4458 km.

Im Wald geht es steil hinauf, der Weg wird besser, verläuft neben einem Rinnsal entlang. Zurück habe ich zwischen den Baumwipfeln nochmals Ausblick zur Sauerburg. Ich passiere die ehemalige Grube Hundsberg, die Gebäude hier werden vermutlich von Wandervereinen genutzt, sind zumindest nicht in verfallenem Zustand. Später am Waldrand überquere ich die Landesgrenze nach Hessen. Kurz darauf führen E 3 und Taunushöhenweg wieder nach links in den Wald weiter hinauf. Laut Karte kann ich mir diesen Schlenker auch schenken und am Waldrand entlang direkt hinauf zur Straße kommen. Oben auf über 400 m Höhe gelange ich dann zu der Straße. Rückwärtig habe ich einen wunderbaren Blick über die grünen Wiesen hier auf der Höhe, die von etlichen Hecken durchzogen werden. Es sind auch die Berge jenseits des Rheins sichtbar und die vielen Windräder dort drüben. Auch ein schöner Blick auf die Sauerburg wird möglich, wo ich endlich mal einen umfangreicheren Blick auf deren Silhouette bekomme, da sie tiefer liegt, als ich mich hier befinde.

Auf der Straße gelange ich in nördlicher Richtung am Rheingauer Berghof vorbei nach Ransel, das von 1919-23 zum Freistaat Flaschenhals gehörte. Nach dem Ersten Weltkrieg besetzten die Alliierten wichtige Brückenköpfe rechts des Rheins: Köln (britisch), Koblenz (amerikanisch) und Mainz (französisch). Zwischen dem amerikanischen Brückenkopf von Koblenz und dem französischen Brückenkopf bei Mainz, blieb ein schmaler Streifen unbesetzt, der nun keine kommunale Ordnung mehr hatte. Deshalb ordnete man 1919 dem Landrat von Limburg die Verwaltung zu, bis 1923 die Franzosen das Gebiet dann doch besetzten. Ich bin nun wieder auf dem E 3. Dieser weicht im Ort bald rechts ab und soll über die Felder zum Wald führen. Dabei überquert er den Dolsitbach und führt am Ende laut Wanderführer sehr steil ins Tal des Werkerbaches. Nach einigem Auf und Ab auf ungewissen Wegen würde ich mich also in einem tieferen Tal wiederfinden.

Ein Blick auf die Karte weist mir eine Alternative. Statt auf vielleicht schwierigen Wegen den Weg ins Tal langsam zu finden, werde ich der Straße ins Tal folgen. Aus Ransel hinaus geht es leicht aufwärts auf den 443 m hohen Kreuzhügel. Nun folge ich rechts einer schmalen Straße abwärts zum Wald. Ich folge damit zwar laut Beschilderung einer Einbahnstraße in Gegenrichtung, aber sehe mich vor. Die Straße ist im Voraus gut einsehbar. Es geht zügig durch den Wald und dann an einer Kreuzung weiche ich rechts weiter ins Tal ab. Unterhalb von Wollmerschied rolle ich zügig ins Tal des Werkerbaches. Im kühlen, kurvigen Tal rolle ich nun herrlich weiter abwärts, es fährt sich richtig gut, nun in südlicher Richtung. Irgendwann erkenne ich auch das gut sichtbare Zeichen von E 3 und Taunushöhenweg, welche mit einem breiten Forstweg aus dem Wald hinunter zur Straße kommen. Nun soll der Weg laut Wanderführer noch weitere 3 km in diesem Tal führen.

Ich rolle so zügig und der Wald ist so dicht, dass ich keine Sicht zur Ruine Rheinberg bekomme, die sich oberhalb des Tals befinden soll. Unterhalb der Kammerburg, einer Schutzburg zur Sicherung des Rheingauer Gebücks aus dem 13. Jahrhundert, mündet der Werkerbach in die Wisper. Die Kammerburg befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Die Wisper ist ein 30 km langer Zufluss des Rheins, der speziell zwischen der Einmündung des Gladbachs bis hinab nach Presberg ein tiefes, enges Tal in den Rheingau eingeschnitten hat. Daher bleibt es hier auch kühl und schattig. An der Kreuzung hier befindet sich auch ein Gasthof. Ich folge nun der Straße für knapp einen Kilometer wisperaufwärts. Es ist keine Steigung merkbar, daher komme ich gut voran. Dieses Tal ist noch tiefer gelegen als vorhin das Tiefenbachtal.

Dann folge ich vor der Brücke über die Wisper scharf rechts einem breiten Forstweg hinein ins Ellmacher Bachtal. Anfangs ist die Steigung noch mäßig, später wird sie heftiger. Der gute Weg ist auch bald vorbei, irgend jemand hat ihr die glorreiche Idee gehabt, den Weg zu schottern und dies auch vorbildlich getan. Mir bleibt nun nur, abzusteigen und das Rad zu schieben, so tief und locker sitzt das Gestein. Bis zum Forsthaus Weißenthurm, welches ich kurz nach Verlassen des Waldes am 435 m hohen Hengstküppel erreiche, habe ich nach 4 km wieder mehr als 260 hm überwunden. Früher war hier ein Teil der Wehranlage Rheingauer Gebück, heute ist es eine Gaststätte, die jedoch montags Ruhetag hat. Das Rheingauer Gebück ist eine historische Grenzsicherung, eine bis zu 100 m breite Hecke aus gebückten Buchen, die ineinander verflochten wurden und schnelle Truppenbewegungen unmöglich machten. Noch heute gibt es Reste dieser stark verwachsenen Bäume. Geschützt werden sollte das fruchtbare Rheingau gegen die nördlich angrenzenden Gebiete.

Ich nehme nun die Landstraße in südlicher Richtung am Südrand des Hinterlandswaldes entlang. Die Straße verläuft die 2 km überwiegend eben. Am Waldrand weiche ich nach links auf einen breiten, sandigen Weg am Wald entlang ab, den Rennpfad. Nach Süden habe ich Ausblick über die Berge hinein nach Rheinhessen. Im Tal liegt der Ort Stephanshausen. Am Wegesrand liegen kaum wahrnehmbar Ringwallanlagen, die auf das 5. bis 1. Jahrhundert v.Chr. geschätzt werden. Laut Profil bleibe ich aber nun erst einmal auf der Höhe. Bevor der Weg nach einem knappen Kilometer wieder in den Wald eintritt, genieße ich noch den Ausblick.

Im Wald rolle ich dann zügig auf gutem Weg entlang, im Gegensatz zum bisherigen Vormittag erwarten mich nun überwiegend hervorragende Wegstücke. Ich halte mich bald rechts und erreiche nach einem Kilometer den Sieben-Wegweiser auf 444 m Höhe. Hier treffen sieben Wege unterschiedlicher Qualität aufeinander. Ein altes Holzschild benennt diese Wege. Laut diesem kam ich den Ernst Wisper und nehme nun die Richtung Mappen und Hallgarter Zange. Auch der Rheinhöhenweg ist hier entlang gekennzeichnet, er kommt von Stephanshausen herauf. Nun steigt der Weg an und nach einem weiteren Kilometer folge ich der Markierung auf einen steilen matschigen Waldweg ein kurzes Stück rechts hinauf. Ich hätte auch geradeaus auf der Hohen Straße bleiben können, würde dann aber einige auf der Karte angegebene Stellen verpassen.

Der Weg verläuft nach der kurzen Steigung wieder links als zweispuriger Waldweg, das Fahren ist schon mühsamer als auf dem breiten Weg zuvor. Ich passiere einige große Ameisenhaufen, dann rolle ich vorbei am unspektakulären Naturdenkmal "Grauer Stein". Der Weg wird dann bald besser, steigt weniger steil und ich erreiche nach 2 km die Kreistanne. Hier stehen einige Autos, weil geradeaus asphaltiert ist. Dorthin käme ich zur erwähnten 580 m hohen Hallgarter Zange. Ich halte mich laut Markierung links in den Fulder Weg steil hinauf und dann ebener. Linkerhand befindet sich die 619 m hohe Kalte Herberge, der höchste Gipfel des Rheingau-Gebirges. Ich passiere hier die für heute höchste Stelle knapp unterhalb des Gipfels. Rechterhand durch die Bäume erkenne ich den Sendeturm auf der Hohen Wurzel, die ich heute auch noch passieren sollte, und im Tal breitet sich die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden aus.

Die nächste großräumige Wegekreuzung vieler breiter Forstwege, die ich nach einem Kilometer erreiche, nennt sich Kasimirkreuz, ein kleines Kreuz hängt auch an einem Baum. Hier treffe ich wieder auf die Hohe Straße. Für mich geht es nun links schön steil bergab. Ich hätte auch einer Schneise rechts daneben folgen können, aber wieso sollte ich bergab schon wieder laufen wollen. Der Rheinhöhenweg verlässt mich schon wieder. An der nächsten Kreuzung halte ich mich rechts und rolle nun fast eben durch den lichtdurchfluteten Wald. Es ist eine schöne Fahrt jetzt in der letzten Stunde und schon stehe ich nach einem knappen Kilometer vor der Ruine der Mapper Schanze, einem der letzten erhaltenen Teile des Rheingauer Gebücks. Durch das Tor führt der Torweg, der zum Hofgut Mappen führt, mein Forstweg oberhalb des Gutes nahe des Waldrandes entlang. Nach anderthalb Kilometern erreiche ich die nächste Kreuzung und wechsle nun auf das Asphaltsträßchen in östlicher Richtung.

Höhengleich rolle ich nun zügig für etwa 2 km durch den Wald und erreiche an der Förster-Bitter-Eiche eine Landstraße. Ich habe nun das Gebück hinter mir und rolle links hinab nach Hausen vor der Höhe. E 3 und Taunushöhenweg sind kurz zuvor an einem Hügelgrab entlang auf einem Pfad abgebogen. Das hatte ich übersehen. Dies ist die erste wirkliche Ortschaft seit meinem Aufbruch am Rhein. Im Ort an der Abzweigung nach Schlangenbad finde ich einen Gasthof, der jedoch tagsüber noch geschlossen hat. Ich rolle weiter hinab bis zu einem kleinen Laden. Dort genehmige ich mir ein kleines Mittagsmahl, da im Laden auch ein kleines Bistro untergebracht ist.

Nun rolle ich wieder hinauf zur Kreuzung und nehme die Landstraße nach Schlangenbad, am Ortsende passiere ich einen Sportplatz, wo noch ein bikerfreundliches Gasthaus ausgeschildert ist. Nach einem halben Kilometer erreiche ich den Waldrand. Die Straße führt an diesem entlang, E 3 und Taunushöhenweg sollen dann in der Richtung bleibend in den Wald führen. Zeichen finde ich an der Stelle nicht, obwohl dies auch der Rheinhöhenweg sein soll. Der Waldweg steigt steil an und sieht nicht einladend aus. Daher bleibe ich auf der Straße, die etwa höhengleich im größeren Bogen nun auch durch den Wald führt. Am 487 m hohen Dreispitz vollführt die Straße eine rechtwinklige Kurve. Im Tal liegt die Siedlung Bärstadt, über die Wiesen hinweg habe ich wunderbaren Ausblick auf den Sendeturm auf der Hohen Wurzel. In der nächsten Kurve der Straße, die nun hinunter in die Siedlung führt, bleibe ich auf dem Feldweg geradeaus am Wald entlang.

Bei der nächsten Gelegenheit rolle ich in den Wald und treffe auf den schmalen Weg, der als E 3, Taunushöhenweg und Rheinhöhenweg gekennzeichnet ist. Ich folge nun diesem Pfad bald am Warmen Bach entlang immer schön abwärts. Die Fahrspur ist beinahe vollständig von Laub bedeckt und ich fahre durchaus etwas vorsichtiger, um nicht einen Ast oder ähnliches zu übersehen. Den einen oder anderen dünneren Baumstamm muss ich auf diesem Weg auch übersteigen, dann stehe ich unvermittelt im Kurort Schlangenbad, dem Kern des Rheingaus. Ich rolle gemütlich durch das Kurviertel bis zur Touristeninformation, die jedoch über die Mittagszeit nicht besetzt ist. Das Kurviertel hat meiner Ansicht nach jedoch bestimmt auch schon bessere Zeiten erlebt. Schlangenbad verdankt seinen Namen dem warmen, mediterranen Klima, das dazu führt, dass sich die Äskulapnattern äußerst wohl fühlen. Auch Menschen genießen die Wärme, speziell aber die Wärme der Thermalquellen, die Mitte des 17. Jahrhunderts in Schlangenbad entdeckt wurden. Aus dem 19. Jahrhundert ist noch die Historische Caféhalle als charakteristische Architektur deutscher Kurbäder erhalten. Heute sind insgesamt neun Quellen erschlossen, die mit Temperaturen zwischen 21 und 32 Grad Celsius am Südhang des Bärstädter Kopfs entspringen. Behandelt werden rheumatische und andere entzündliche Erkrankungen.

Ich rolle hinab in den Ort, finde dort wieder Zeichen von E 3 und Taunushöhenweg und überquere auf einer kleinen Brücke den Wallufbach. Im Mittelalter trennte die Walluf den Rheingau vom früheren Königssondergau, dem Gebiet um Wiesbaden. Der Weg zieht gleich wieder steil hoch, immerhin bin ich hier im Tal auf etwa 270 m Höhe hinabgerollt. Der Weg geht als gut angelegter Kurweg unter einer Schnellstraße hindurch, ich passiere den Leoniebrunnen und erreiche nach weiteren anstrengenden Höhenmetern den Ortseingang von Georgenborn, einem Ortsteil von Schlangenbad, der sich am Südhang des 510 m hohen Rotekreuzkopfes anschmiegt. Alle Wege, die vorher abwärts ins Tal führten, habe ich ignoriert. Die ganze Zeit hatte ich die laute Schnellstraße im Ohr.

Zeichen finde ich hier im Ort keine, halte mich daher genau nach Karte vorerst mit der Hauptstraße hinein. Dann geht es linkerhand steil hinauf. Kurz darauf gelange ich auch schon in den Wald und finde hier wieder Markierungen vor. Nun befinde ich mich auf Wiesbadener Stadtgebiet. Der halbwegs gute Waldweg zieht immer weiter steil hinauf knapp unterhalb des Gipfels des Rotekreuzkopfes entlang, ich habe also auf den letzten zwei Kilometern schon wieder die gerade verlorenen 250 hm rausholen müssen.

Bald überquere ich einen besseren Forstweg, meiner wird zum Pfad durchs Unterholz und nach anderthalb Kilometern Bergauffahrt vor einer dunklen Tannenschonung biege ich rechtwinklig links ab. Hier steht ein Jeep vom Forst, der einzige Hinweis auf Menschen, weiter geht es durch den einsamen Wald. Ich erreiche einen Forstweg und folge ihm rechts zu einer Landstraße, der Hohen Straße. Dahinter steigt der Weg steil an auf die 618 m Hohe Wurzel und bildet die Stadtgrenze von Wiesbaden. Am Südhang des Berges erreicht das Stadtgebiet seinen höchsten Punkt. Dieser Weg ist als Rheinhöhenweg gekennzeichnet, aber nicht mein Weg. Ich halte mich gleich nach Überquerung der Hohen Straße rechts über einen Wanderparkplatz und dann mit einem guten Waldweg beinahe höhengleich durch das sonnendurchflutete Grün am Hang des Berges entlang. Hier gibt es große Laubbäume mit noch wenig Laub, überall viele kleine "Weihnachtsbäume" und blühende Exoten. Hier oben in der frischen Luft kann man sich die Lungen freiblasen.

Nach einem halben Kilometer weist die Markierung an einem Abzweig auf den rechten Weg, hier beginnt eine schöne Abfahrt, die erst an einer stark befahrenen Straße endet, der Eisenstraße. Die B 54 kommt hier aus dem Tal empor. Ein Schild weist auf die gefährliche Überquerung der Straße hin. Ich warte ab, bis kein Auto kommt, und rolle hinüber. Ein kurzes Stück rolle ich auf der Straße nach links bis zum Parkplatz an der Eisernen Hand. Dies ist ein Bahnhof der Aartalbahn, welche als Museumsbahn betrieben wird. Dort befindet sich auch ein XXXXXL-Restaurant. Die Eiserne Hand ist mit 421 m der niedrigste Übergang über den bewaldeten Taunushauptkamm in dem Abschnitt zwischen der Hohen Wurzel und dem noch vor mir liegenden Jagdschloss Platte für den Verkehr aus der Innenstadt Wiesbadens zum oberen Aartal von Taunusstein.

Südlich des Restaurants überquere ich die Gleise und rolle am Hubertushaus nahezu eben vorbei in den Wald. Nach einem halben Kilometer halte ich mich links leichter aufwärts und erreiche an der Herzogshütte den Herzogsweg, auch der Rheinhöhenweg ist hier gekennzeichnet. Ich habe damit den nördlich der Eisernen Hand liegenden 500 m hohen Altenstein umrundet. Die Wege hier in der Gegend sind zumindest oft gut befahrbare, breite Forstwege. Ich folge dem Rheinhöhenweg weiter ostwärts leicht aufwärts, auch wenn bald E 3 und Taunushöhenweg rechterhand abweichen. Den Schlenker, den die beiden Wege unternehmen, möchte ich mir ersparen. An einer T-Kreuzung halte ich mich nun rechts abwärts. Der Weg verläuft bald wieder aufwärts und ich erreiche den E 3 und Taunushöhenweg wieder. Rückwärtig habe ich nochmal einen schönen Blick zum Sendeturm auf der Hohen Wurzel. Ich halte mich links und erreiche kurz darauf den Parkplatz auf der Platte, einer Hochfläche auf 498 m südwestlich der Kuppe des Steinhaufens. Ich unterquere nun die Bundesstraße, die hier den Taunushauptkamm überquert, und halte mich dann rechts zum Jagdschloss Platte. Es wurde 1823-26 gebaut und beherbergte u.a. den russischen Zar Alexander II. und die französische Kaiserin Eugénie. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde das Jagdschloss Platte Ende der 1980er Jahre wieder aufgebaut und 2003 mit dem auffälligen Glasdach versehen. Ich fahre jedoch gleich weiter und halte mich hier am Museum nicht länger auf. Rechterhand befindet sich die Försterei und ein Gasthaus mit gehobenerem Ambiente.

Der Rheinhöhenweg läuft nun weiter ostwärts auf dem breiten Forstweg bergauf zum Steinhaufen, Trompeterstraße genannt. E 3 und Taunushöhenweg weichen gleich rechts ab und halten sich höhengleich. Auch dieser Weg ist gut fahrbar, wenn auch nicht so breit. An der nächsten Kreuzung nehme ich dann den leicht aufwärts führenden Weg etwas links, Zeichen habe ich keine gesehen. An der nächsten Wegekreuzung treffe ich auf die Achteckhütte, eine normale Wandererhütte. Hier treffen viele Wege aufeinander, auch der Rheinhöhenweg ist wieder dabei. Dieser führt nun aufwärts mit dem Trompeter-Rennpfad auf den 539 m hohen Rassel. E 3 und Taunushöhenweg führen rechts daneben leicht abwärts mit dem Alten Kellerskopfweg. An den nächsten Abzweigen halte ich mich immer in der Richtung auf dem guten Weg. Rechterhand durch die Bäume kann ich bereits den Aussichtsturm auf dem 474 m hohen Kellerskopf erkennen.

Dann komme ich nach zweieinhalb Kilometer zu einer Wegekreuzung, wo E 3 und Taunushöhenweg südwärts Richtung Kellerskopf abzweigen. Diese führen dann weiter nach Wiesbaden-Naurod, durchs Alsbach-Tal hinüber nach Wildsachsen und nach Eppstein. Der weitere Weg ist also laut Wanderführer einigermaßen unspektakulär und führt weitgehend durch urbanes Gebiet. Eppstein sowie auch Bremthal, wo meine Übernachtung gebucht ist, liegen jetzt eigentlich direkt ostwärts von mir, E 3 und Taunushöhenweg beschreiben einen größeren Bogen. Bremthal ist laut Karte ein größerer Ort inmitten dieses Bogens. Daher werde ich mir einen anderen Weg dorthin suchen und den Originalweg jetzt verlassen.

Vorerst halte ich mich aber auf dem E 3 südwärts. An der nächsten Wegekreuzung weiche ich dann links ab auf den Chaisenweg und rolle mit diesem guten Waldweg weitestgehend abwärts bis zu einer Landstraße. Mangels Alternativen rolle ich mit dieser Landstraße hinunter nach Naurod. Noch vor dem Ort treffe ich auf die B 455, die stark befahren wirkt. Auf dieser geht es ostwärts Richtung A 3 und unter dieser hindurch nach Bremthal. Die Bundesstraße umgeht den Ort, ich rolle mit einer Landstraße am Gewerbegebiet entlang in diesen hinein und treffe auf die Kirche des Ortes. Voraus am Westhang des Staufen jenseits Eppsteins kann ich bereits den Kaisertempel erkennen.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Kaub liegt auf der Regionalbahnstrecke von Koblenz nach Wiesbaden.

Anfahrt

Von Koblenz bzw. Wiesbaden auf der B 42 im Rheintal erreichbar.

Parken

Großer Parkplatz am Rheinufer.

Koordinaten

DD
50.084850, 7.766696
GMS
50°05'05.5"N 7°46'00.1"E
UTM
32U 411769 5548793
w3w 
///zeige.edler.baum
Auf Karte anzeigen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Ausrüstung

Trekkingrad oder Mountainbike (auch mit Gepäck).

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Schwierigkeit
mittel
Strecke
66,4 km
Dauer
5:45 h
Aufstieg
1.653 hm
Abstieg
1.473 hm
Höchster Punkt
589 hm
Tiefster Punkt
78 hm
mit Bahn und Bus erreichbar aussichtsreich Einkehrmöglichkeit kulturell / historisch Von A nach B geologische Highlights

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