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Wanderungempfohlene Tour

Baumgeister Irrweg im Binger Wald

· 4 Bewertungen · Wanderung · Rheinhessen
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Frank Hamm 
  • Mäuseturm und Burg Ehrenfels
    / Mäuseturm und Burg Ehrenfels
    Foto: Frank Hamm, Community
  • / Kreuzbachklamm
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  • / Forsthaus Heiligkreuz
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  • / Hängebrücke Binger Wald
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  • / Baumgeist in der Kreuzbachklamm
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  • / Schägleberg
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  • / Morgenbachtal
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  • / Mittelrheintal
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  • / Bingen am Rhein
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m 400 300 200 100 20 15 10 5 km
Der Binger Wald bietet schöne Wanderstrecken, Sehenswürdigkeiten und schöne Aussichten. Dazu kommen gefällige Einkehrmöglichkeiten wie das Forsthaus Jägerhaus und das Forsthaus Heiligkreuz sowie die Möglichkeit, sich auch querfeldein durch Wald und Büsche zu schlagen.
schwer
Strecke 22,3 km
7:01 h
836 hm
836 hm
397 hm
77 hm

Eine gefällige Tour mit Herausforderungen unweit des Rhein-Main-Gebietes. Es gibt einige Einkehrmöglichkeiten (zwei Forsthäuser, zwei Burgen) und viele Sehenswürdigkeite inklusive den Erlebnispfad Binger Wald.

Die Kreuzbachklamm ist nur zu Fuß und trittsicher zu durchqueren (teilweise Steigeisen und Leiter).  Das untere Morgenbachtal ist offiziell gesperrt, auf eigene Gefahr jedoch zu durchqueren (Vorsicht: Unterspülte Wege und gestürzte Bäume).

Autorentipp

Im Bereich um den Schägleberg lohnt es sich, den Weg zu verlassen und sich einfach einmal in die Büsche und Wälder zu schlagen.
Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
397 m
Tiefster Punkt
77 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Die Kreuzbachklamm ist nur zu Fuß und trittsicher zu durchqueren (teilweise Steigeisen und Leiter).  Das untere Morgenbachtal ist offiziell gesperrt, auf eigene Gefahr jedoch zu durchqueren (Vorsicht: Unterspülte Wege und gestürzte Bäume).

Weitere Infos und Links

Einkehrmöglichkeiten:

Weitere Informationen über den Wald und Sehenswürdigkeiten:

Start

Hauptbahnhof Bingen / Parkplatz (92 m)
Koordinaten:
DD
49.967975, 7.883168
GMS
49°58'04.7"N 7°52'59.4"E
UTM
32U 419907 5535667
w3w 
///schnee.hebamme.anfassen

Ziel

Hauptbahnhof Bingen / Parkplatz

Wegbeschreibung

Start an der B 9

Gerade habe ich den Wagen in Bingerbrück auf dem Standstreifen der B 9 in Richtung Koblenz abgestellt. Manuela ist dieses Wochenende mit einer Freundin unterwegs, und so will ich mein Strohwitwerdasein für eine Wanderung im Binger Wald nutzen. Vorletztes Jahr war ich schon einmal darin wandern, doch damals war es im Winter und kalt. Jetzt, im August, scheint es zwar frisch zu sein, doch die Sonne scheint. Heute wird es bestimmt noch wärmer werden.

Zunächst hatte ich versucht, am Binger Bahnhof einen Parkplatz zu ergattern. Doch wie von mir befürchtet, gibt es dort nur gebührenpflichtige Parkplätze. Der kleine Parkplatz an der B 9, direkt an der Fußgängerüberführung zum Bahnhof, war komplett belegt. So fuhr ich ein paar dutzend Meter an der B 9 weiter und parkte auf dem Seitenstreifen.

Eigentlich hatte ich mir das Forsthaus Jägerhaus als Start für meine Wanderung ausgesucht. Doch ich will mir die Kreuzbachklamm anschauen, die lange Zeit nach Unwettern gesperrt war. Angeblich ist sie wieder für Wanderungen tauglich, mit einem "alpinen" Charakter. Und da sind noch die Binger Kribben, die es mir angetan haben. Feuchtgebiete und Wasservögel gibt es dort, wo Menschenhand einen engeren aber dafür schifffahrtstauglicheren Durchfluß des Rheins geschaffen hat. Dann hatte ich gesehen, dass ich da am besten durch den Park am Mäuseturm laufe.

Park am Mäuseturm

Also gehe ich über die Fußgängerbrücke über die Bahngleise und den Bahnhof bis die Brücke sich zum Park am Mäuseturm senkt. Hier habe ich eine gute Übersicht auf den Park am Mäuseturm, der mit anderen Geländen am Rhein zur Landesgartenschau 2008 gestaltet wurde. Es gibt ein Kiosk, Spielmöglichkeiten, und Sportfelder. Ziemlich viel Betrieb für einen Samstagmorgen, denke ich mir. Ich steige die Treppe hinab und gehe in den Park. Das Tor ist geöffnet, es gibt anscheinend feste Öffnungszeiten. Ich bin etwas verunsichert. Online schienen Karten wie von Google oder OpenStreetMap zu versprechen, dass ich am Ende des Parks in Richtung Trechtingshausen wieder hinaus könne. Also frage ich mich durch, zunächst vergeblich. "Ich bin nicht von hier" ist eine der Auskünfte. Eine Gruppe scheint sich für ein Ballspiel vorzubereiten, dort bekomme ich die vielversprechende Auskunft: "Das Tor müsste eigentlich auf sein."

Ich gehe daher weiter durch den Park, umkehren kann ich immer noch. An und in der Nähe der ehemaligen Wagenausbesserungshalle ("Lokhalle") habe ich eine gute Sicht auf den Mäuseturm und auf die Burg Ehrenfels auf der hessischen Rheinseite. Die 3.000 Quadratmeter große Wagenausbesserungshalle wurde 1960 gebaut. Bereits 18 Jahre später wurde sie stillgelegt. Nach der Umgestaltung des Geländers für die Landesgartenschau kann die Halle für Veranstaltungen gemietet werden.

Wenig später verlasse ich den Park durch das offene Tor. Glück gehabt, denke ich mir, es gibt ein Tor. Über die Öffnungszeiten und das Verlassen des Parks muss ich mir keine Gedanken machen.

"Der Park ist täglich im Sommer von 6.00 Uhr, im Winter von 8.00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet, das Verlassen des Geländes nach Ende der Einlasszeit ist jederzeit über die Drehtore möglich."

Dann entschließe ich mich für den unteren Weg durch die Wald- und Wiesenfläche. Nur wenige Meter oberhalb scheint ein Radweg zu verlaufen. Doch auf der unteren Route fühle ich mich wohler, auch wenn ab und zu ein paar Büsche auf den Weg ragen. Irgendwann kreuzt sogar ein kleiner Bach. An der Böschung kann ich über ein paar Steine hinüber, ich bin nicht der erste, der hier kreuzt. Der Bach kommt aus einer kleinen Unterführung, danach ist es eigentlich kein Bach sondern ein kleiner "Stauteich". Auf der anderen Seite wird der Weg teilweise zum Pfad, auf dem ich unter oder über gestürzte Bäume kraxeln muss. Mir gefällt es. Bäume, Schilf, aufgestaute Wasserflächen.

Binger Kribben

Ich komme zu der Stelle an der ich damals vergeblich zum Rhein gelaufen bin, um Fotos vom Sonnenaufgang zu machen. Den Weg über die Kribben nehme ich, um an den Rhein zu gelangen.

Die Binger Kribben waren einmal gebaut worden, um durch die verengte Durchfahrt den Schiffen mehr Tiefgang zu verschaffen. Irgendwo sehe ich einen Reiher, wie er in dem niedrigen Wasser herumläuft. Der heiße und trockene Sommer sorgt nicht nur für einen niedrigen Wasserstand des Rheins, auch die Wasserflächen der Kribben führen wenig Wasser. Die eigentliche Funktion erfüllen die Kribben nach dem Ausbau des Binger Lochs in den 70er Jahren kaum noch.

Dann gehe ich zurück und über den Bahnübergang an die B 9. Ich überhole drei andere Wanderer, die dann auch nach links in Richtung Bingen abbiegen und nach etwa 150 Metern so wie ich die B 9 überqueren, um durch die Kreuzbachklamm zu wandern.

Kreuzbachklamm

Vorletztes Jahr war ich vom schlechten Zustand der Kreuzbachklamm enttäuscht. Brücken waren eingerissen, Baumstämme über die Klamm gefallen. Der Pfad war in einem schlechten Zustand. Trotz der Sperrung hatte ich die Kreuzbachklamm durchlaufen. Irgendwo war sogar eine Stelle, ab der die rechte Seite der Klamm schon viel länger gesperrt zu sein schien. Jetzt müsste das nach der Instandsetzung also besser geworden sein.

Doch ich werde wieder enttäuscht. Meist liegen die zerstörten Brücken noch herum. An ein paar Stellen waren Eisen oder Stahlseile angebracht, damit man vom Rand hinunter- und auf der anderen Seite wieder hinaufklettern kann. Aber mehr als ein Provisorium ist das für mich nicht. Dazu kommt der (verständlicherweise) niedrige Wasserstand, der mir die Klamm absolut unattraktiv macht. Wäre ich nicht durch den Park und die Kribben gelaufen, würde ich die Route von Bingerbrück aus bereuen. Ein bisschen lustlos absolviere ich die Kreuzbachklamm, bis ich dann zur Straße gelange, die rechts weiter zum Forsthaus Heiligkreuz führt. An ihrer Seite ist der Nahehöheweg, ihm will ich auf dem Rückweg in die andere Richtung nach Bingerbrück folgen.

Jetzt gehe ich das kleine Stückchen auf der Straße bis zum Forsthaus Heiligkreuz. Nach einigen Jahren Pause gibt es hier wieder eine Möglichkeit zum Einkehren. Mir ist es dafür aber noch zu früh, aber ich merke mir das Forsthaus für den Rückweg vor.

Hängebrücke

Am Forsthaus links vorbei folge ich der Straße in Richtung Westen ein Stück. Rechts von mir ist irgendwo der Druidenberg (365 m), ein Stück weiter ist der Veitsberg (390 m). Hoch sind die Berge hier nicht, aber höher als bei uns im Hügelland Rheinhessen. Doch ich komme nicht dazu, weiter darüber zu sinnieren, denn ich biege einen Pfad nach links zur Hängebrücke ab. Sie führt über den Kreuzbach, der hier derzeit noch weniger Wasser führt. Dennoch ist es ein schönes Erlebnis, über die Brücke zur anderen Seite zu gehen. Dort folge ich dann wieder dem Nahehöheweg. Immer mal wieder begegne ich Wanderern, Spaziergängern oder Radfahrern. Viele Spaziergänger haben einen Hund dabei.

An den Schautafeln merke ich auch, dass ich mich jetzt auf dem Erlebnispfad Binger Wald befinde. Immer wieder gibt es Objekte wie einen auf den Kopf gestellten Baum und Informationen darüber.

Villa Rustica

Auf der linken Seite ist dann die Villa Rustica, die während einer Grabungskampagne von 1999 bis 2004 untersucht und freigelegt wurde. Diese Villa wurde etwa in den Jahren zwischen 200 und 400 nach Christus genutzt.

Ich informiere mich an den Informationstafeln und erfahre, dass die Porticus-Villa das Hauptgebäude der römischen Villa war. Dann laufe ich ein wenig auf dem Gelände herum und begegne dabei ein paar Wanderern und Spaziergängern. Anschließend folge ich weiter dem Nahehöhenweg.

Feuchtbiotop

Nach etwa 300 Metern kreuze ich die Kreisstraße 29. Als ich schon den Weg weitergehen will, sehe ich rechts vom Weg und der Straße eine Bewegung. Tatsächlich, da geht ein kleiner Pfad ab, und nach wenigen Meter stehe ich an einem 200 Quadratmeter großen Feuchtbiotop. Ein Mann geht hier auf und ab, während er telefoniert. Ihn hatte ich gesehen.

Das kleine Biotop sieht richtig heimelig aus. Wäre hier ein kleines Bänkchen, würde ich mich direkt einmal ein paar Minuten zum Entspannen hinsetzen. Und wenn der Typ nicht telefonieren würde.

Steckeschlääferklamm

Also gehe ich zum Weg zurück, und auf ihm komme ich nach einem Kilometer wieder zur Kreisstraße 29. Auf der anderen Seite geht es zur Steckeschlääferklamm hinunter.

"Die Seele wird vom Asphalt krum,

drum, lieber Wanderer,

sei nicht dumm,

mach kei Gedöhns

und ka Tamtam,

genieß die

Steckeschlääferklamm"

(Holztafel am Baum)

Auf der Informationstafel erfahre ich auch, woher der Name "Steckeschlääferklamm" kommt: "Der Name "Steckeschlääfer" stammt von den Wanderern, die ihre "Stecke" (Stöcke) über den Boden "schlääfe" (schleifen)."

Die Weiler Wanderfreunde "Die Steckeschlääfer" haben ab 1971 die Klamm mit 15 Brücken über die Haselbach ausgebaut. 46 Bäume wurden in Absprache mit dem Forstamt mit Schnitzereien versehen, die der Schnitzkreis Weier e.V. regelmäßig pflegt.

Als ich gerade in die Klamm stürmen will, sehe ich auf der Seite eine Frau an einem Baum hantieren. Ich biege zu ihr ab und erkenne, dass sie dem Baumgeist (ein Gesicht, in den Baum geschnitzt) des Baums mit einem Pinsel eine Holzlasur verpasst. Neugierig erkundige ich mich. Insgesamt ist eine Gruppe von etwa 15 Personen aus Weiler bei Bingen, die sich um die Steckeschlääferklamm und die Baumgeister darin kümmert. Sie überprüfen regelmäßig den Zustand, reparieren defekte Brücken und pflegen die Baumgeister.

Manchmal wachsen die Baumgeister wieder zu, dann halten sie das Gesicht frei. Oder ein Kind stupst dann doch mal an die Nase eines Geistes. Weiter unten sind noch mehr aus der Gruppe. Heute kümmern sie sich wieder um die Baumgeister, die Wege und die Brücken, bevor das Wetter im Herbst wieder schlechter wird. Im Winter wird es dann wieder ruhig, aber im März geht wieder jemand rum und prüft den Zustand.

Nachdem ich mich verabschiedet habe, schlendere ich aufmerksam die Klamm weiter und über die vielen Brücken. Dabei versuche ich weitere Baumgeister zu entdecken. Viele Spaziergänger und Wanderer begegnen mir, einige davon haben ihre Kinder dabei.

Forsthaus Jägerhaus

Am Ende der Klamm überquere ich einen Weg und auf der Brücke den Morgenbach. Nach rechts könnte ich den mittleren Teil des Morgenbachtals hinunter gehen. Doch ich habe mir eine andere Strecke vorgenommen. Ein Wiesenstück gehe ich den Pfad hinauf und gelange zum Forsthaus Jägerhaus. Es sind schon einige Gäste da, und ich könnte mich ihnen auf der Terrasse anschließen und einkehren. Doch es ist mir noch zu früh, so dass ich nach links parallel zur Straße einen Pfad hinunter gehe.

Auf dem Soonwaldsteig zum Schägleberg

Auf dem Soonwaldsteig folge ich dem Verlauf des Morgenbachs. Obwohl es seit fast einem halben Jahr nicht richtig geregnet hat, führt er immer noch Wasser. Nicht viel, aber immerhin. Gemütlich schlendere ich auf dem Weg, gelegentlich überholt mich ein Paar, das ich wieder einhole, wenn sie Fotos machen.

Nach ein paar hundert Meter biege ich an einem Weg nach rechts und damit nach oben ab. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, den 432 Meter hohen Schägleberg zu erkunden. Deswegen verlasse ich auch diesen Weg und nehme vermeintlich einen anderen Weg hinauf. Irgendwann sind die eingezeichneten Wege in der Wirklichkeit gar nicht mehr so eindeutig zu erkennen. Dementsprechend suche ich mir einfach meinen freien Weg durch durch den Wald. Immer mal wieder weiche ich Gestrüpp aus. Je höher es geht, um so mehr nimmt das Gestrüpp zu, doch ich komme stetig höher. Endlich scheinen die Bäume und Sträucher lichter zu werden, gleichzeitig jedoch liegen immer mehr Steine herum. Dann bin ich oben, auf den Steinen.

Irgendwie habe ich es mir imposanter vorgestellt. Aber immerhin. Als ich auf der anderen Seite hinunterstolpern will, versperren mir Brombeersträucher und anderes Gebüsch den Weg. Also wieder den Hang ein Stück zurück und dann links herum, bis ich wieder auf einem Weg bin. Der führt mich dann zum Rheinhöhenweg.

Zum Rheinburgenweg und durchs Morgenbachtal

Dem Rheinhöhenweg folge ich ich nach rechts, aber nur ein kurzes Stück. Wo er rechtwinklich nach rechts abbiegt, gehe ich geradeaus in Richtung des Gerhardshofs. Im Freien biege ich einen Weg durch die Weiden nach rechts unten ab. Ich will zum Morgenbachtal - und stehe etwa hundert Meter, nachdem ich wieder im Wald bin, vor einer Absperrung. Das Morgenbachtal sei gesperrt, erfahre ich. Aber genauso wie ein Wanderpaar ignoriere ich das und gehe an der Absperrung vorbei den Weg hinunter in Richtung Morgenbachtal. Ich bin jetzt auf dem Rheinburgenweg, der am Aderbach entlang führt und irgendwo da vorne ins Morgenbachtal führt.

Als ich auf einer Brücke den Morgenbach überquert habe, bin ich wieder auf dem Soonwaldsteig. Er führt ab hier zusammen mit dem Rheinburgenweg durchs Morgenbachtal nach Trechtingshausen. Der Weg ist alt und teilweise unterspült. Vor wenigen Jahren gab es Unwetter, bei denen auch der mittlere Teil des Morgenbachtals gesperrt werden musste. Anscheinend befinde ich mich jetzt wirklich im gesperrten Teil des Morgenbachtals. Doch ich ignoriere das genauso, wie es einige andere Spaziergänger und Wanderer tun.

Oft liegen Bäume über dem Weg, und immer wieder ist der Weg unterspült. Meistens ist das steinerne Brückengeländer erhalten, und so kann ich durch die Löcher auf den Bach blicken. An einer Stelle ist der Weg komplett weggespült, so dass ich an der Böschung kurz hinunter und wieder hinauf kraxeln muss. Mir gefällt das.

Trechtingshausen und Burg Reichenstein

Unten, fast bei Trechtingshausen, ist dann das Gegenstück der Absperrung. Links unten im Tal ist ein altes Haus. Und rechts schräg hoch führt ein Pfad, den ich einschlage. Hier führt der Soonwaldsteig um den Ohligsberg herum und dann im Wald oberhalb des Rheins in Richtung Bingen.

An einer Stelle kann ich kurz zu einer Bank abbiegen und erhasche einen Blick auf Trechtingshausen und die Burg Reichenstein. Dort kann man übernachten. Mit einem kleinen Umweg hätte ich dort auch einkehren können. Doch ich wandere den Pfad weiter. Auch hier sind immer mal wieder Wanderer oder Spaziergänger, von denen einige einen Hund dabei haben.

Burg Rheinstein

Irgendwann verlasse ich den Pfad und steige einen Pfad in Richtung Rhein hinunter. Eine Gruppe Wanderer kommt mir entgegen. An einer engen Stelle lasse ich sie passieren. Das Gemaule der Jugendlichen kommt mir bekannt vor, so muss ich wohl vor 40 oder 45 Jahren geklungen haben.

Schließlich stoße ich an ein Absperrung. Links herum könnte ich zur Burg Rheinstein gehen und einkehren (nein, will ich immer noch nicht). Rechts, an der Absperrung und dann an der Mauer der Burg entlang, folge ich dem Pfad, der zunächst an einem Turm vorbei führt und dann wieder höher steigt. 

Am Schweizerhaus vorbei zum Damianskopf

Dann bin ich am Schweizerhaus. Auf der Terrasse sitzen vereinzelt ein paar Leute. Ja, auch hier könnte ich einkehren. Doch ich will auf zurück zum Forsthaus Heiligkreuz zum Einkehren. Auf dem Weg, der manchmal eher ein Pfad ist, liegen viele Steine herum. Nein, eigentlich führt der Weg über steinigen Boden, der aber in Würfel gebrochen ist. Es sieht aus, als ob hier früher Kopfsteinpflaster gewesen wäre, das auf- und auseinandergebrochen wäre.

Da muss ich dann manchmal ganz schön aufpassen, dass ich nicht umknicke. Als ich zum Damianskopf komme, sind hier plötzlich wieder mehr Wanderer. Eine Frau sitzt neben ihrem Rucksack auf der Bank, mit ihr unterhalte ich mich einige Minuten. Sie wollte ursprünglich auch durch das Morgenbachtal, war aber aufgrund der Sperrschilder anders gegangen. Als sie jetzt erfährt, dass sie "durchgekommen" wäre, ist sie ein wenig enttäuscht. Wir genießen den Ausblick aufs Mittelrheintal, auf die Binger Kribben und auf Bingen.

Dann vermeine ich ein leichtes Knurren des Magens zu vernehmen und mache mich auf, um das Stück auf dem Soonwaldsteig bis zum Forsthaus zu gehen.

Forsthaus Heiligkreuz

Endlich, ich bin da. Das Knurren des Magens hat sich zu einem Brüllen entwickelt. Die Terrasse ist gut belegt, aber es sind noch genügend Plätze frei. Anscheinend haben sich auch ein paar Ausflüglergruppen eingefunden. Sie sehen mir nicht unbedingt nach Wanderern aus.

Aber das spielt auch keine Rolle. Denn ich konzentriere mich aufs Bestellen, und dann aufs Trinken und Essen: Ein alkoholfreies Weizenbier (wegen der Mineralien) und ein Jägerschnitzel (wegen dem Ambiente) müssen daran glauben. Beides schmeckt mir.

Über Nahehöheweg und Prinzenkopf nach Bingerbrück

Nachdem ich mich gestärkt habe, mache ich mich für die restlichen 3,5 km auf. Ab jetzt gehe ich auf dem Nahehöheweg in Richtung Bingerbrück. Er führt nur wenige Meter an der kleinen Straße nach Bingerbrück entlang. Als besonders reizvoll empfinde ich das nicht, aber es ist besser, als am Straßenrand zu gehen.

Am Prinzenkopf habe ich noch einmal einen schönen Blick auf Bingen. Kurz darauf biege ich auf einem Pfad nach unten vom Nahehöheweg ab. Eine Spaziergängerin lässt mich mit ihrem Hund vorbei. "Ich tue ihm nichts" bin ich versucht, ihr zuzurufen. Und dann komme ich durch eine kleine Lücke zwischen einem Holzhaus und einem kleinen Turm auf eine freie Fläche. Ich stehe vor der Jugendherberge Bingen und habe erneut eine gute Aussicht.

Von hier aus gehe ich durch das Wohngebiet weiter hinunter und dann durch eine Stichstraße und eine Treppe zur Bundesstraße 9 hinab. Nur wenige Meter weiter und auf der anderen Straßenseite steht mein Auto.

In etwa sieben Stunden bin ich knapp 25 Kilometer gewandert. Es war eine schöne Tour. Die Wälder, die Höhenmeter, die Ausblicke - fast alles hat gestimmt. Nur die Kreuzbachklamm war für mich eine Enttäuschung.

Das nächste Mal lasse ich sie weg. Vielleicht wandern Manuela und ich dann gemeinsam durch den Binger Wald. Wir könnten dann direkt am Forsthaus Heiligkreuz parken und mit der Wanderung starten. Dann könnte ich zwei Schnitzel essen und mich direkt in den Wagen fallen lassen.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Mit dem Zug nach Mainz Hauptbahnhof und von dort nach Bingen Hauptbahnhof (möglicherweise auch mit IC als Direktverbindung).

Anfahrt

Von der A61 Abfahrt Bingen Mitte die B9 bis nach Bingerbrück und durch Bingerbrück hindurch. Am Ortsausgang auf dem Seitenstreifen einen Parkplatz suchen

Parken

Parken auf dem Seitenstreifen an der B9 am Ausgang Bingerbrück in Richtung Trechtingshausen/Koblenz.

Koordinaten

DD
49.967975, 7.883168
GMS
49°58'04.7"N 7°52'59.4"E
UTM
32U 419907 5535667
w3w 
///schnee.hebamme.anfassen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Ausrüstung

Festes Schuhwerk für die Kreuzbachklamm, das Morgenbachtal und das Stück zwischen Trechtingshausen/Burg Reichenstein und dem Forsthaus Heiligkreuz ist besonders wichtig.

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Bewertungen

4,5
(4)
Reichardt Melanie
09.04.2022 · Community
Ein schön Tour mit durch den Binger Wald. Mit Möglichkeiten zum einkehren. Kann Sie nur empfehlen
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Gemacht am 09.04.2022
T. B.
29.05.2021 · Community
kurz nach dem Schägleberg ist der Weg Richtung Burg Rheinstein gesperrt. ich wählte den Weg Gerhardshof... über den Burgenweg ....Hagelkreuz... nach Trechtinghausen von hier kann man mit der Bahn nach Bingen oder 7km am Rhein entlang zum Start
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Foto: T. B., Community
Dominik Barnichon
19.08.2020 · Community
Gemacht am 19.08.2020
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Fotos von anderen

+ 1

Bewertung
Schwierigkeit
schwer
Strecke
22,3 km
Dauer
7:01 h
Aufstieg
836 hm
Abstieg
836 hm
Höchster Punkt
397 hm
Tiefster Punkt
77 hm
mit Bahn und Bus erreichbar Rundtour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit geologische Highlights

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