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AUF VINETAS SPUREN - An Usedoms Bernsteinküste zwischen Bansin und Zinnowitz

Radfahren · Usedom
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    Foto: KOMPASS-Karten
m 30 20 10 -10 20 15 10 5 km
Strecke 24,9 km
2:15 h
114 hm
0 hm
35 hm
0 hm

Immer die blitzende Ostsee im Blick, radeln wir meist unter dem rauschenden Blätterdach uralter Buchenwälder. Jede Menge Badestrände und idyllisch gelegene Einkehrmöglichkeiten verleiten zu der einen oder anderen Rast. Und vielleicht entdecken wir ja am Streckelsberg das sagenumwobene Vineta?

Sandstrand und Badekarren

Am 1 / Bahnhof des Seebads Bansin steigen wir in den Sattel (hier kreuzt Tour 10, s. S. 91). Wir überqueren an der Ampel die vor allem in der Hauptsaison verkehrsreiche Durchgangsstraße und folgen der Seestraße hinab zur Strand­promenade. Hier verläuft unsere Tour entsprechend der Beschilderung des Ostseeküstenradweges in Richtung Zinnowitz nach links. Verlockend rauschen die Wellen am weißen Sandstrand. Auch wenn du eine Abkühlung auf später verschiebst – einen kurzen Blick solltest du auf jeden Fall auf die historischen Badewägen – oder Badewagen, wie der Einheimische sagt, – direkt neben der Promenade

werfen. Nicht ganz so alt ist die hölzerne Konzertmuschel gleich nebenan. Beim Haus des Gastes kommen wir an der knapp 300 m langen 2 / Seebrücke vorbei, die sich in Bansin bescheidener als in Ahlbeck und Heringsdorf präsentiert. Aufbauten, wie in den benachbarten Kaiserbädern üblich, fehlen hier. Nur 100 m weiter schwenkt die Route beim Radweiser in eine kleine Gasse aufwärts ein und verläuft gleich auf der Bergstraße aus dem Ort heraus und in herrlichen Buchenwald hinein.

Durch grüne Kathedralen zum Teufelsberg

Man kann sich hier kaum satt sehen und hören: Durchs Grün der dicht belaubten Baumkronen blitzt die leuchtend blaue Ostsee. Vogelgezwitscher schallt durch die mächtige Kathedralenhalle aus hoch aufragenden Buchen. Zwischen den gewaltigen Stämmen verliert sich der Nachhall des trubeligen Ostseebades schnell. Bei der Weiterfahrt sollte die Radwegmarkierung im Auge behalten werden. Ein Naturcamping und zahlreiche Strandaufgänge kündigen schließlich das Seebad Ückeritz an. Noch vor dem Ort verleitet die einladende 3 / Live Cooking-Schauküche Strandoase zu einer ersten Rast. Nicht nur an heißen Tagen läuft einem angesichts der Smoothies und Milchshakes das Wasser im Munde zusammen. Hier kann man den Wellen lauschen und nebenbei die Fingerfertigkeit des Kochs in der offenen Küche bewundern (April–Okt. täglich 12–21 Uhr, Strand­oase Ückeritz, Campingplatz-Strandstraße, 17459 Ückeritz, www.strandoase-ueckeritz.de). Auch Lektüre für eine Radelpause am Strand gibt es im angeschlossenen Buchladen gleich nebenan. Ückeritz ist dem Achterwasser zugewandt, weshalb unsere Route den Ort lediglich tangiert. Der Ostseeküstenradweg verläuft nun in stetem Auf und Ab durch dichten Wald, wo erneut gewaltige Buchen im Wind rauschen. Gefällestrecken bis 16 % erwarten uns auf diesem Abschnitt – Kribbeln im Bauch inklusive. Nach der zweiten Steilabfahrt lockt ein Kurzabstecher zum 4 / Strand bei Ückeritz, der sich hier etwas weniger frequentiert

zeigt. – Warum also nicht kurz in die Wellen tauchen? Wieder im Sattel bleiben die wenigen Häuser von Stubbenfelde rasch zurück. Dafür radeln wir nun am malerischen Kölpinsee entlang. Die Landenge zwischen Meer und See wird als 5 / Teufelsberg bezeichnet. Dass mit dem düsteren Namen eine ebensolche Legende verbunden ist, kann nicht überraschen: Ein Schuster habe hier einst dem Teufel seine Seele verschrieben und sei schließlich unter zuckenden Blitzen und grollendem Donner von diesem geholt worden. Grund genug für uns, dem Ort des diabolischen Geschehens den Rücken zu kehren und die Pneu surren zu lassen.

Vineta entdecken!

Im Seebad Kölpinsee müssen zahlreiche Stufen auf unserem Radweg beschildert (und etwas großräumig) umgangen werden. Mitten im Wald taucht wenig später ein langgestreckter 6 / Treppenstrandabgang auf, von dem du einen schönen Blick über Steilküste, Strand und Meer genießen kannst. Auch die erstaunliche Höhe des hiesigen Uferabschnitts ist so gut auszumachen. Ein Spaziergang am Strand lohnt sich in jedem Falle, gilt der Abschnitt zwischen Zempin und Ückeritz doch als Bernsteinküste Usedoms. Allerdings ist die Chance, das fossile Harz zu entdecken, im stürmischen Winterhalbjahr am größten. Auf dem Ostseeküstenradweg treten wir wieder in die Pedale und passieren den "Gipfel" des nahen 7 / Streckels­berges, der auch erklommen werden kann. Mit immerhin 60 m Höhe zählt er zu den bedeutendsten Erhebungen Usedoms, dessen Hang zur Ostsee hin eine eindrucksvolle Steilküste formt. Vor dieser soll sich einst die legendär reiche nordische Handelsmetropole Vineta befunden haben, bis sie von den tobenden Wassermassen der Ostsee verschlungen wurde. Allerdings nehmen noch eine ganze Reihe weiterer deutscher und polnischer Küstenorte für sich in Anspruch, den Ort der Katastrophe vor ihren Toren verorten zu dürfen. Wenig später hast du die 8 / Seebrücke von Koserow erreicht, die bereits die dritte an

dieser Stelle ist, nachdem die Vorgängerinnen Sturm und Wetter nicht gewachsen waren. Auch die neue, wellenförmige Brücke ist ein toller Ort für eine Rast. Obwohl die ersten Badegäste hier bereits Mitte des 19. Jahrhunderts Abkühlung in den Wellen suchten, ist die Atmosphäre beschaulich geblieben. Gleich nebenan sind seit eh und je die urigen Salzhütten zu finden. Sie dienten einst der Lagerung von Salz. Außerdem wurden sie während der Heringsfangsaison zum Salzen und Verpacken des begehrten Fisches genutzt, wobei staatliche Stellen ihr wachsames Auge auf die Prozesse richten konnten. Heute wird hier ein Fischrestaurant mit eigener Räucherei betrieben (Mi–So 12–20.30 Uhr, Koserower Salzhütte, An der Seebrücke, 17459 Koserow, www.koserower-salzhuette.de).

Surfkurs gefällig?

Auf Asphalt surren die Räder nun weiter in Richtung Zempin. Als eines der ersten Häuser des Ortes lädt der witzig-alternativ ausgestattete 9 / Kiosk Surfbox zur Rast. Hier kannst du bei Kaffee und Kuchen oder einem Bier die Beine von umfuktionierten Ölfässern baumeln lassen oder auch gleich einen Surfkurs buchen. Die Dachterrasse garantiert einen unverstellten Blick auf die Ostsee – legendär schön in der abendlichen blauen Stunde (Surfbox 2.0, Möwenweg 18, 17459 Zempin, www.surfboxusedom.de). Lediglich 3 km sind nun noch durch dichten Wald bis Zinnowitz zurückzulegen (auch Tour 11 kommt hier vorbei, s. S. 100). Hier erwartet uns mondäne Bäderarchitektur und an der 10 / Seebrücke eine Tauchglocke, mit der die Ostseeunterwasserwelt erkundet werden kann – Vineta ist dabei allerdings noch nicht gesichtet worden. Nach einem Bad in den Ostseewellen bleibt uns nur noch der Weg auf der Neuen Strandstraße zum 11 / Bahnhof des Seebads.

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