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Auf den Chamser Kangri (6622 m) vom Tso Moriri (Ladakh)

· 1 Bewertung · Mehrtagestour · Ladakh
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  • Blick auf den Tso Moriri und Korzok mit dem Chamser Kangri (ganz links) und dem Lungser Kangri (rechts daneben)
    Blick auf den Tso Moriri und Korzok mit dem Chamser Kangri (ganz links) und dem Lungser Kangri (rechts daneben)
    Foto: Wolfgang Drexler, Alpenverein-Gebirgsverein
m 6500 6000 5500 5000 4500 4000 40 35 30 25 20 15 10 5 km

Der Ausblick vom Gipfel des Chamser Kangri ist absolut unvergesslich: Man befindet sich mehr als 2000 Meter über dem Hochland von Changtang und über dem tiefen Blau des Tso Moriri, dessen Ufer selbst bereits auf einer Höhe von 4500 Metern liegen. Im Nordosten sieht man bei klarem Wetter bis zu 200 km weit nach Tibet hinein, auf der gegenüber liegende Seite des Sees reihen sich die 6000er-Gipfel der Mentok-Kette aneinander und im Süden leuchten die schneeweißen Gipfel und Gletscher von Rupshu.

Der Chamser Kangri ist weltweit einer der höchsten Berggipfel, die völlig ohne Gletscherkontakt erreicht werden können. Je nach der aktuellen Permit-Situation eignet er sich daher auch besonders gut für individuell organisierte Klein- und Kleinstgruppen.

schwer
Strecke 44,2 km
20:00 h
2.200 hm
2.200 hm
6.622 hm
4.536 hm

Der Tso Moriri ist ein sehr großer Hochgebirgssee, der von 6000er-Gipfel umgeben ist. Unter diesen sind der Lungser Kangri und der der Chamser Kangri am Ostufer des Sees die beiden höchsten. Während der Gipfel des Lungser Kangri nur über einen Gletscher erreicht werden kann, ist die Besteigung des Chamser Kangri mittlerweile völlig ohne Gletscherkontakt möglich. Der Chamser-Kangri wäre somit eigentlich ein idealer „Trekking-Peak“. Problematisch ist allerdings seine Nähe zur umstrittenen Grenze zwischen Indien und China mit den zeitweise damit verbundenen Einschränkungen für nicht-indische Staatsbürger.

Grundsätzlich ist für einen Besuch des Tso Moriri ein „Inner Line Permit“ erforderlich. Derzeit ist dieses Permit in jedem Reisebüro in Leh gegen eine geringe Gebühr kurzfristig erhältlich.

Für die Besteigung eines Gipfel über 6000 Metern Höhe wird allerdings außerdem eine Genehmigung der „Indian Mountaineering Foundation“ (IMF) benötigt. Da der Chamser Kangri nicht auf der offiziellen Liste der „Trekking Peaks“ steht, kann im IMF-Büro in Leh keine ad hoc Genehmigung für die Besteigung zu erhalten, so wie dies für den Stok Kangri möglich ist.  Die Besteigung des Chamser Kangri muss daher gemeinsam mit einer erfahrenen örtlichen Trekking-Agentur ausreichend lange im Voraus geplant werden – oder man schließt sich einer organisierten Gruppentour eines internationalen Expeditionsveranstalters an.

Belohnt wird man für diesen Aufwand mit einem einzigartigen Hochgebirgserlebnis, bei dem man die raue Schönheit von West-Tibet so unmittelbar erleben kann, wie kaum sonst irgendwo. Die karge trockene Hochgebirgssteppe des Changtang wird kontrastiert vom Azurblau eines langgestreckten Gebirgssees und das Weiß der Schneefelder in der Gipfelregion spiegelt sich im grünen Wasser zahlreicher Gletscherseen wider. Man blickt vom Gipfel hinunter auf das trockene Land der letzten tibetischen Vollnomaden, die den Sommer in den Bergen rings um den Tso Moriri und den Tso Kar verbringen und mit ihren Viehherden tagsüber bis in Höhen von 5500 Metern hinauf ziehen, um die spärliche Vegetation zu nutzen. Mit etwas Glück kann man am Zustieg zum Chamser Kangri sogar einen tibetischen Wildesel (Kiang) in der Ferne erspähen, der sonst nur in Tibet vorkommt und äußerst scheu ist.

Ganz sicher aber wird man am Chamser Kangri immer wieder ein spektakuläres Wolkenschauspiel beobachten können, wenn im Juli und August der Monsun von Süden her an den Himalaya heranbrandet und vereinzelt auch Schauer und Regenfahnen weit über die Hauptkamm hinweg bis zum Tso Moriri und an den oberen Indus sendet. Wenn dann einmal der See hinter einer mächtigen Nebelbank verschwindet und die Gipfel in dichte Wolken gehüllt sind, so kann es auf 5000 Metern auch im August jederzeit vorkommen, dass man am Morgen in frischem Neuschnee erwacht…

 

Autorentipp

Als erster Schritt zur Höhenanpassung in Ladakh eignet sich der Markha-Trek besonders gut, da sein Höhenprofil relativ tief unten startet und ziemlich gleichmäßig ansteigt.

Ein Besuch am Pangong Tso sowie die Überschreitung des Shara La kann für die Akklimatisation ebenfalls sehr nützlich sein.

Eine Trekking-Tour von Rumtse über den Tso Kar zum Tso Moriri lässt sich unmittelbar mit der Besteigung des Chamser Kangri kombinieren. Dabei hat man meist auch Gelegenheit, einen kleinen Einblick in das Leben der letzten tibetischen Vollnomaden zu gewinnen, die auf den Hochebenen des Changtang in West-Tibet und der Region um den Tso Moriri mit ihren Ziegen-, Schaf- und Yakherden umherziehen.

Profilbild von Wolfgang Drexler
Autor
Wolfgang Drexler
Aktualisierung: 08.07.2022
Schwierigkeit
schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
6.622 m
Tiefster Punkt
4.536 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Naturweg 45,04%Unbekannt 54,95%
Naturweg
19,9 km
Unbekannt
24,3 km
Höhenprofil anzeigen

Sicherheitshinweise

Die Höhe ist das größte Risiko am Chamser Kangri!

Vor einer Besteigung sollte man daher wirklich gut akklimatisiert sein und bereits mehrere Nächte auf über 5000 Metern ohne Probleme verbracht haben. Auf keinen Fall ist es ratsam, ohne Akklimatisation direkt von Leh anzureisen und sofort eine Besteigung zu versuchen, denn der Tso Moriri liegt selbst auf 4500 Metern, sodass ein Abstieg bis dorthin im Falle von Anzeichen der Höhenkrankheit nicht tief genug ist.

Sobald man das Ufer des Tso Moriri verlassen hat, verläuft die Besteigung des Chamser Kangri vollkommen weglos. Man sollte daher das Bergsteigen im freien Gelände gewohnt sein.

Bei Neuschnee, der auch im Juli und August oberhalb von 5000 Metern jederzeit fallen kann, ist ein Aufstieg auf den Gipfel manchmal mehrere Tage lang unmöglich.

Handyempfang gibt es nur in der nächsten Umgebung von Korzok. Der Gebrauch von Satellitentelefonen ist in Indien für Privatpersonen seit einiger Zeit verboten, für Tour-Operator soll er jedoch in Zukunft wieder gestattet sein.

Weitere Infos und Links

Markha, Kanji La, Shara La

Start

Tso Moriri Nordende (4.541 m)
Koordinaten:
DD
33.032887, 78.274046
GMS
33°01'58.4"N 78°16'26.6"E
UTM
44S 245407 3658235
w3w 
///wechselnde.weinkeller.gingen
Auf Karte anzeigen

Ziel

Tso Moriri Nordende

Wegbeschreibung

Tag 1 – Zustieg (4 h):

Am Nordende des Tso Moriri zweigt etwas oberhalb des Seeufers eine Allrad-Piste von der Straße nach Korzok in Richtung Osten ab. Diese Abzweigung ist der Beginn des Zustiegs zum Chamser Kangri. Man folgt der Piste und überquert bald einen breiten Bach, der in den Tso Morii mündet. Immer wieder zweigen Fahrspuren nach rechts ab, man bleibt jedoch auf der Hauptpiste, die sich nach ca. 3 km dem See nähert und dann allmählich wieder von seinem Ufer entfernt, um einen langen flachen Schwemmkegel aus Geröll zu umrunden, den ein Bach aufgeschüttet hat, der aus einem schluchtartig engen Tal hervortritt. Man kann die große Schleife abkürzen, indem man den Schwemmkegel weglos in direkter Linie überquert und die Piste auf der gegenüberliegenden Seite wieder aufnimmt.

Bald überquert der Fahrweg neuerlich eine Schwemmfläche, die ca. 100 Meter breit ist. An ihrem südlichen Ende verlässt man die Piste und steigt in östlicher Richtung bergwärts und in ein flaches Seitental. Auf einer Höhe von ca. 4700 Metern erreicht man eine kleine, schräge Grünfläche unter einer Quelle am Hang. Dieser Platz wird Kurchyu genannt und hier schlägt man das erste Lager auf.

Tag 2 – Basislager (5 h):

Von Kurchyu aus steuert man direkt bergwärts (nach Osten) auf einen felsigen Kamm zu, wobei man immer den Weg des geringsten Wiederstandes wählt. Sobald der Kamm erreicht ist, kann man auf ihm relativ bequem in östlicher Richtung weiter hoch steigen, bis man schließlich auf ca. 5700 Metern eine fast ebene Fläche erreicht hat. Tragtiere, für die der Aufstieg über den Kamm zu felsig ist, können von Kurchyu hierher auch über eine südliche Umgehung gelangen.

Die ein wenig schräg geneigte Hochebene auf 5700 m ist ein guter Platz für ein „Basislager“, sofern im tief eingeschnittenen Graben links (nordwestlich) davon ausreichend Wasser zu finden ist. Die genaue Position des Lagers wird daher vom Zugang zum Wasser bestimmt.

Wenn alle Beteiligten (inklusive der Crew) vorab schon sehr gut akklimatisiert sind, dann kann man auch am selben Tag noch den Platz für das „High Camp“ auf 5900 Metern ansteuern und dort das Basislager aufschlagen.

Tag 3 - Akklimatisation oder „High Camp“:

Vom Basislager in 5700 Metern aus wendet man sich nach Nordosten, bis man am Grund des hier flachen und breiten Grabes, in dem weiter unten das Wasser fürs Basislager geholt wird, angelangt ist, Dieser Graben macht eine deutliche Biegung und etwas oberhalb davon steigt man nach Norden auf einen flachen Rücken und erreicht in ca. 5900 Metern Höhe ein breites Kar, in dem sich mehrere Gletscherseen befinden. Dieses Kar bietet schöne Lager-Plätze und es liegt direkt am Beginn des gletscherfreien Gipfelanstieges.

Ob man das Basislager hier oben aufschlägt oder ein „High Camp“ errichtet oder nur zwecks Akklimatisation hierher hochsteigt und danach wieder ins Basislager auf 5700 m zurückkehrt, das hängt von der gewählten Akklimatisations- und Aufstiegstaktik ab.

In jedem Fall empfiehlt es sich, den Aufstieg in Richtung Gipfel ab der Hochebene in 5700 m an markanten Stellen mit deutlich sichtbaren Steinmännern zu markieren, um bei plötzlich auftretender schlechter Sicht ausreichend Orientierungspunkte und Landmarken zur Verfügung zu haben.

Tag 4 – Gipfeltag (6 h):

Man steigt durch das oben beschriebene Kar mit den Gletscherseen in nordöstlicher Richtung auf einen steilen Rücken nördlich des Gipfelgletschers hoch und wendet sich dann nach rechts, um in östlicher Richtung direkt in der Falllinie und parallel zum Gletscher einen sehr steilen, aber stabilen Geröllhang als Trasse für den Gipfelaufstieg zu verwenden. Im obersten Abschnitt geht das Geröll teilweise in grobes Blockgelände über, kann aber auch hier problemlos bewältigt werden. Schließich gelangt man auf den Gipfelgrat und wendet sich nach rechts (Süden), wo man über Schnee und Eis in wenigen Minuten den Gipfel des Chamser Kangri erreicht und die unglaubliche Aussicht genießt.

Tag 5 – Abstieg (5 h):

Der Abstieg vom „High Camp“ bzw. vom Basislager folgt der Aufstiegsroute und kann problemlos in einem einzigen Tag bis zum Nordende des Tso Moriri und der Straße nach Korzok bewältigt werden.

Anmerkung 1:

Es gibt auch eine alternative Aufstiegsroute auf den Gipfel. Dieser etwas flachere Aufstieg führt vom oben beschriebenen Basislager in 5700 Metern nach Süden und über einen kleinen Rücken in ein weiteres Kar in knapp 6000 m, wo ein Lager errichtet werden kann. Vor dort aus geht es über einen flachen Gletscher hoch zum Südwest-Kamm des Chamser Kangri und über diesen Kamm, teilweise ebenfalls im Eis, weiter bis auf den Gipfel.

Anmerkung 2:

Eine Überschreitung vom Chamser Kangri zum Lungser Kangri ist grundsätzlich auch möglich. Der Gletscher am Südhang des Chamser Kangri, also der Abstieg zum Sattel zwischen den beiden Gipfeln, ist relativ spaltenarn. Der Aufstieg zum Lungser Kangri selbst weist allerdings einige Gletscherspalten auf.

Hauptproblem bei einer Überschreitung ist die Rückkehr zum Lager: Vom Gipfel des Lungser Kangri aus ist das Basislager des Chamser Kangri (fast) nicht mehr erreichbar. Man müsste am Gipfeltag also entweder das Lager von der Crew verlegen lassen, um zum Lungser Kangri Basislager absteigen zu können, oder dort vorab ein zweites Lager bereithalten.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Einmal pro Woche fährt ein öffentlicher Bus von Leh nach Korzok am Tso Moriri.

Anfahrt

Von Leh über Karu und Upshi den Indus aufwärts bis zur Mahe-Brücke, weiter über Sumdho bis zum Nordende des Tso Moriri, wo die Aufstiegsroute beginnt, oder bis Korzok am Westufer des Tso Moriri.

Koordinaten

DD
33.032887, 78.274046
GMS
33°01'58.4"N 78°16'26.6"E
UTM
44S 245407 3658235
w3w 
///wechselnde.weinkeller.gingen
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Gute Trekkingkarten zu Ladakh gibt es vom Verlag Olizane in der Schweiz.

Buchtipps für die Region

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Ausrüstung

Gletscherausrüstung ist am Chamser Kangri nicht erforderlich, wenn man sich an die hier vorgeschlagene Aufstiegsroute hält. Die Mitnahme von Steigeisen ist dennoch dringend zu empfehlen, da der Gipfelaufstieg besonders nach Neuschnee stark vereist sein kann.

In jeden Rucksack gehören: Regen-, Kälte- Sonnenschutz, Erste-Hilfe-Paket und ausreichend Flüssigkeit. Außerdem ist auf dieser Tour die Mitnahme eines Biwak-Sackes dringend zu empfehlen.

Ausdrucke von Satellitenbildern können gemeinsam mit einem Kompass bei der Orientierung vor Ort hilfreich sein.


Fragen & Antworten

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Bewertungen

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Schwierigkeit
schwer
Strecke
44,2 km
Dauer
20:00 h
Aufstieg
2.200 hm
Abstieg
2.200 hm
Höchster Punkt
6.622 hm
Tiefster Punkt
4.536 hm
Etappentour aussichtsreich Geheimtipp Gipfel-Tour

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