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Arnspitz-Überschreitung

· 7 Bewertungen · Bergtour · Wetterstein-Gebirge und Mieminger Kette
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  • Kurz vor dem Gipfel der Arnplattenspitze. Im Hintergrund der Zustieg über den latschenbewachsenen Kamm von Zwirchkopf, Arnkopf & Co.
    / Kurz vor dem Gipfel der Arnplattenspitze. Im Hintergrund der Zustieg über den latschenbewachsenen Kamm von Zwirchkopf, Arnkopf & Co.
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Abstieg über die große Arnspitzplatte. Nicht wirklich schwierig, aber man sollte sich kurz Zeit nehmen, um den richtigen Weg zu finden.
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Die Arnspitzplatte von unten. Die rote Linie markiert die Abstiegslinie, die wir gewählt haben.
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Der Abstieg von der Arnplattenspitze in der der Übersicht. Ganz oben ist die Arnspitzplatte zu sehen, darunter geht es recht steil über Schrofen, Schutt & Latschen hinab. Vorsicht: Einmal kommt man sehr nahe an die Nordabstürze heran, wenn man Latschen-Nahkampf vermeiden will (rechtester Punkt der roten Linie).
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Der Gipfel der Mittleren Arnspitze. Hinten ist die Arnplattenspitze zu sehen.
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Der Abstieg von der Mittleren Arnspitze nach Osten wartet mit den beiden Schlüsselstelle der Tour: Einmal die ersten 40 Meter ganz oben und dann das "Bösartig aussehende Band" (so steht's im DAV-Führer) ganz unten.
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Das "Bösartig aussehende Band" aus der Nähe. Sieht tatsächlich hart aus, ist aber nicht mehr als eine II+.
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Das "Bösartig aussehende Band": Dank ordentlicher Henkel ist der Quergang nicht schwierig. Aber ausgesetzt...
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Keine Heli-Aufnahme. Das Gipfelkreuz der Großen Arnspitze steht nicht am höchsten Punkt. An diesem steht der Fotograf.
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Eine der schönsten Selbstversorgerhütten überhaupt: Die Arnspitzhütte
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
  • / Übersicht über das Herzstück der Tour: Rechts die Arnplattenspitze, in der Mitte etwas unscheinbar die Mittlere Arnspitze und davor der Rest des Grates. Die Aufnahme ist am Gipfel der Großen Arnspitze entstanden.
    Foto: Thomas Bucher, alpenvereinaktiv.com
m 2000 1500 1000 10 8 6 4 2 km
Drei markante Gipfel, einige leichte Kletterpassagen, viel wegloses Gelände, noch mehr Aussicht: Diese wenig begangene Tour ist ein echtes Schmankerl für abenteuerlustige Bergsteiger. 
schwer
Strecke 10,2 km
6:30 h
1.450 hm
1.450 hm
Die Schlüsselpassage der Arnspitz-Überschreitung wird im Alpenvereinsführer als "bösartige aussehendes Band" beschrieben. Tatsächlich sieht die Querung in senkrechtem Felsgelände ziemlich schaurig aus - aber nur aus der Ferne. Bei näherem Hinsehen erkennt man ein griffiges Felsband, an dem man wunderbar entlang klettern kann. Ausgesetzt ist diese Passage trotzdem, und deshalb erfordert sie durchaus ein bisschen Überwindung. Abenteuergeist ist aber auch bei einigen anderen Passagen gefragt. Genaus das macht aber den Reiz der Arnspitzüberschreitung aus. Unbedingt empfehlenswert für Leute, die den II. Grad ohne Sicherung solide klettern können und einiges an alpiner Erfahrung mitbringen!  
Profilbild von Thomas Bucher
Autor
Thomas Bucher 
Aktualisierung: 29.07.2014
Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
2.196 m
Tiefster Punkt
1.095 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW

Sicherheitshinweise

Viele steile Passagen in weglosem Gelände, viele Felspassagen im Grad I und II, eine kurze Kletterstelle im III. Grad. Die Tour ist nur was für erfahrene Bergsteiger!

Start

Leutasch-Ahrn (1.094 m)
Koordinaten:
DG
47.382195, 11.172406
GMS
47°22'55.9"N 11°10'20.7"E
UTM
32T 663973 5249925
w3w 
///eilte.klappt.motte

Wegbeschreibung

Vom Parkplatz an der Brücke nimmst du einen Weg parallel zur Leutascher Ache nordwärts. Nach rund hundert Metern überquerst du eine kleine Brücke und zweigst direkt dahinter auf einem schmalen Weg rechts ab - Ausschilderung: Arnplattenspitze. Und gleich geht es zur Sache, denn gnadenlos steil zieht der Pfad den Kiefernwald hinauf. Frische rotweiße Markierungen weisen dir den Weg und zeigen an, dass man diese Variante des Aufstiegs wohl vitalisieren will. Völlig zu Recht, wie ich meine, denn im Gegensatz zum Aufstieg über die Forststraße im Satteltal ist der weg über Zwirchkopf, Arnkopf & Co. deutlich schöner. Nach dem steilen, etwa einstündigen Steilkiefernwald-Auftakt geht es nämlich immer am Kamm dahin, die Aussicht ist dank niedrig wachsenden Lartschenbestandes meist sensationell. 

Kurz vor dem Gipfel der Arnplattenspitze zieht der Anspruch des Anstieges dann plötzlich an. Eine etwa vierzig Meter hohe Steilstufe erfordert immerhin Kletterei im zweiten Schwierigkeitsgrad - und das an einem offiziellen und markierten Wanderweg! Aber dass eine so schlanke und steile Pyramide wie die Arnplattenspitze nicht ganz einfach zu haben ist, kann man sich eigentlich schon aus der Ferne denken.

Trotz der ersten Klettereinlage im Aufstieg: Das Abenteuer der Arnspitz-Überschreitung beginnt erst am Gipfel. Und das wirst du auch gleich merken, wenn du die ersten Meter jenseits des Gipfels die große und markante Arnspitzplatte hinabkletterst. Mit Markierungen ist jetzt nämlich Schluss, und mit deutlichen Begehungsspuren auch. Wohin also? Du beginnst in der Mitte an einer deutlichen Verschneidung, umgehst eine senkrechte Felsstufe in einer Rechtsschleife, kletterst noch einige Meter gerade hinab und querst schließlich nach links aus der Platte hinaus.

Der Abstieg in die Scharte vor der Mittleren Arnspitze verläuft teils über Schrofen und Schutt, teils durch Latschen. Insgesamt hältst du dich ziemlich links und kommst immer wieder mal der Kante sehr nahe, die die Ostflanke der Arnplattenspitze nach Norden begrenzt. Das ist deshalb bemerkenswert, weil es hinter der Kante sehr abrupt einige hundert Meter senkrecht und überhängend in die Leutasch hinabgeht. An einer Stelle balancierst du sogar direkt über dem Abgrund, um eine dichte Latschenpassage links zu umgehen. Verdonfeeling, würden Kletterer sagen. Die Scharte vor der Mittleren Arnspitze ist dann recht breit und gemütlich und beruhigt die Nerven ein bisschen.

Über dir baut sich jenseits der Scharte eine etwa sechzig Meter hohe, nahezu senkrechte Felswand auf. Das soll ein Zweier sein? Ja, es ist tatsächlich ein Zweier, zumindest, wenn du den Weg des geringsten Wiederstandes findest. Der geht zunächst einigermaßen gerade hinauf und macht an der steilsten Stelle eine Linksquerung. Oben angekommen trennt dich nur noch eine latschenlastige Querung von einer kleinen Scharte, jenseits der es über einen kurzen Steilaufschwung zur Mittleren Arnspitze hinaufgeht. Klettertechnisch findet sich übrigens genau dort die Schlüsselstelle der Tour, die vielleicht sogar den dritten Grad erreicht. Sorgen brauchst du dir allerdings keine machen: Es sind nur zwei Meter, die mit einem beherzten Move überwunden werden wollen. Ausgesetzt ist die Stelle nicht.

Am Gipfel ist Sackgasse. Du stegst zehn Meter wieder zurück und querst auf einem Band in eine dem Gipfel südlich vorgelagerte Scharte. Jenseits davon wartet die wirkliche Schlüsselstelle der Tour auf dich: Etwa dreißig Meter kletterst du eine steile, schwach ausgeprägte Verschgneidung hinab. Nominell ist das nur ein Zweier, aber anhaltend, auslassen darfst du nirgendwo und abwärts klettern ist eben schwieriger als hinauf. Nach dieser Prüfung findest du dich auf einem Schuttfeld wieder, das du bis fast an dessen unteres Ende geradeaus hinab läufst. Trittspuren führen dich dort links hinaus über eine schwache Geländekante. Zwischen den Latschen werden die Felspassagen mehr und steiler, bis du dich vor einer senkrechten Felswand befindest, die dich von einem breiten Sattel trennt. Eine letzte beeindruckende Passage will jetzt überwunden werden: Das "bösartig aussehende Band" (Zitat Alpenvereinsführer). Zutreffend ist diese Beschreibung allemal, denn vor dir befindet sich tatsächlich eine Querung durch senkrechtes Gelände, die eher nach einem Fünfer als nach einem Zweier aussieht. Dank wirklich guter Griffe entpuppt sich die Querung entgegen dem optischen Eindruck dann jedoch als gutartig (und unterhalb des dritten Schwierigkeitsgrades).

 Der Weiterweg ist im Großen und Ganzen problemlos. Das gilt auch für den Grataufschwung, den du nach wenigen Minuten erreichst. In festem Fels kletterst du an allerbesten Griffen und Tritten aufwärts, bis der Grat in einigem Auf und Ab dem Gipfelaufschwung der Großen Arnspitze entgegenläuft. Diesen letzten Aufschwung überwindest du ohne Schwierigkeiten in einer großen Rechtsschleife mehr oder weniger entlang einer schwach ausgeprägten Rippe. Kurz vor dem Gipfel triffst du auf den Normalweg, der von der Arnspitzhütte heraufzieht. Der Gipfel selbst trägt übrigens nur eine Markierungsstange. Das Gipfelkreuz befindet sich auf einem hundert Meter entfernten Vorgipfel, der vom Tal aus wohl besser zu sehen ist.

Der Rückweg zum Ausgangspunkt führt zunächst steil zur Arnspitzhütte zurück. Nebenbei bemerkt handelt es sich dabei um eine der schönsten und bestgepflegten Selbstversorgerhütten überhaupt. Direkt an der Hütte setzt ein zwar markierter, aber nicht ausgeschilderter Weg an, der zunächst am Klohäuschen vorbei in eine kleine Scharte führt. Jenseits davon gelangst du durch ein steile schottrige Rinne in eine riesige Schrofenflanke hinab, die du absteigend komplett querst - immer unterhalb des Grates, den du noch vor kurzem überschritten hast. Unterhalb der Arnplattenspitze triffst du im Hohen Sattel auf einen Forstweg, der dich in einer guten halben Stunde zum Parkplatz zurückbringt.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Zug bis Mittenwald, weiter mit dem Bus bis Leutasch-Ahrn. Diese Verbindung bringt dich aber frühestens 9.39 Uhr an den Ausgangspunkt. Das ist für eine Tagesaktion - zumindest in der Regel - zu spät.

Anfahrt

Nach Mittenwald und weiter in die Leutasch. Dort zum Ortsteil Ahrn.

Parken

Direkt an der Brücke über die Leutascher Ache.

Koordinaten

DG
47.382195, 11.172406
GMS
47°22'55.9"N 11°10'20.7"E
UTM
32T 663973 5249925
w3w 
///eilte.klappt.motte
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartenempfehlungen des Autors

Alpenvereinskarte Blatt 4/3 "Wetterstein und Mieminger Gebirge, Ost"

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Ausrüstung

Erfahrene Bergsteiger brauchen kein Seil.

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Bewertungen

4,7
(7)
Sergej Fährlich
10.08.2020 · Community
Traumhafte Tour, sehr gut beschrieben hier. Ein paar Ergänzungen: Zeitbedarf für uns 10h vom Parkplatz Leutasch und zurück, mit zahlreichen Gipfelpausen. Nach der mittleren Arnspitze ist der Einstieg zum Grat Richtung große Arnspitze zunächst nicht direkt ersichtlich. Hier lockt linkerhand ein Weg, der einen jedoch immer tiefer führt und sich schließlich in Latschen verläuft. Daher nach der mittleren Spitze besser direkt auf dem Grat bleiben und keine Höhe einbüßen. Weiterhin habe ich in diversen Beschreibungen kaum Würdigungen des finalen Abstiegs nach der Hütte gefunden. Rund um die Hütte wähnt man sich noch in entspannten Graswegen, direkt danach folgen aber knapp 2 h durch steiles Schrofengelände (Ort des Waldbrandes von 1947). Maximale Konzentration und ausreichend Konditionsreserven sind zwingend notwendig. Für uns durchaus vergleichbar mit dem Abstieg vom Watzmann. Stöcke dringend empfohlen, aber selbst damit noch ein Krampf. Auch Abfahren ist aufgrund der Unterschiedlichkeit des Gesteins kaum machbar.
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Gemacht am 08.08.2020
Blick von der mittleren Arnspitze aufs Wettersteingebirge im Norden.
Foto: Sergej Fährlich, Community
Mittlere Arnspitze. Eine weitere Routenoption beginnt den Einstieg links in der Scharte, und quert dann auf halber Höhe rechts raus.
Foto: Sergej Fährlich, Community
Der komplette Grat aus der Ferne. Links die hintere Arnspitze, daneben die 2 Zacken der mittleren A., rechts die große Arnspitze. Das Schrofengelände darunter hat's in sich.
Foto: Sergej Fährlich, Community
Sreve Gabel
15.07.2020 · Community
Danke für die tolle Beschreibung! Eine sehr schöne und anspruchsvolle Tour! Gesamtlänge der Strecke sind 14km und wir haben etwa 10 Std gebraucht. Bei ein paar Stellen war mir etwas mulmig ohne Sicherung, aber der Feld ist schön griffig... Für den Abstieg im Schotter sollte man noch ein paar Körner übrig lassen 🤗
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Alex Bolotov
31.10.2019 · Community
Just did this tour over the weekend. Absolutely fantastic experience. On the third and last summit after short break I felt energized enough to return via the same ridge in opposite direction. Was great choice. You get 2 ridges for the price of one. It felt a lot different going back. I could even say somewhat easier. Parking to parking in 7:30 hours.
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Gemacht am 27.10.2019
Foto: Alex Bolotov, Community
Foto: Alex Bolotov, Community
Foto: Alex Bolotov, Community
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Foto: Alex Bolotov, Community
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Fotos von anderen

Blick von der mittleren Arnspitze aufs Wettersteingebirge im Norden.
Mittlere Arnspitze. Eine weitere Routenoption beginnt den Einstieg links in der Scharte, und quert dann auf halber Höhe rechts raus.
Der komplette Grat aus der Ferne. Links die hintere Arnspitze, daneben die 2 Zacken der mittleren A., rechts die große Arnspitze. Das Schrofengelände darunter hat's in sich.
+ 8

Bewertung
Schwierigkeit
schwer
Strecke
10,2 km
Dauer
6:30 h
Aufstieg
1.450 hm
Abstieg
1.450 hm
Rundtour aussichtsreich Geheimtipp Gipfel-Tour ausgesetzt Kletterstellen Grat

Statistik

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