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Arbertour 4: Spaziergang zum Kleinen Arbersee

Wanderung · Bayerischer Wald
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Isabelle Auer
  • Foto: Isabelle Auer, Community
m 1000 950 900 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 km

Einsam und still liegen sie da, fast alle der insgesamt acht Karseen des bayerisch-böhmischen Grenzgebirges. Nur der bekannteste unter ihnen, der Große Arbersee, der direkt an der Staatsstraße liegt, wurde bereits vor dem überdimensionierten Ausbau seines Seerundweges von jährlich über 500.000 Ausflüglern besucht und gleicht so an manchen Tagen eher einem Rummelplatz und einer Touristenautobahn als einem Naturschutzgebiet.

Alle anderen Seen sind etwas beschwerlicher zu erreichen - meist erst nach einer mehreren Kilometer langen Wanderung durch in vielen Bereichen noch sehr ursprünglich wirkenden Wälder. Nur beim Kleinen Arbersee bietet sich auch eine zeitsparende Alternative an: ein etwas längerer Spaziergang ab dem sogenannten Brennes-Parkplatz.

leicht
Strecke 2,5 km
0:40 h
16 hm
113 hm
1.031 hm
903 hm

Wir starten also auf dem Brennesparkplatz, queren die Straße und folgen dort, wo ein Zaun aus bunten Skiern den Weg flankiert, den Wanderpfeilen in Richtung Mooshütte/Kleiner Arbersee in den Wald hinein. Beim Weiler "Mooshütte" biegen wir links ab und folgen der Forststraße, bis uns am Waldrand Wanderwegweiser nach links einen etwas holprigeren, aber interessanteren Wanderpfad zum Kleinen Arbersee zeigen. Wer's bequemer mag, der bleibe auf der Forststraße, halte sich an der Kreuzung zuerst nach links, bald weisen ihm Pfeile und eine Naturinformationstafel nach rechts den Weg zum Kleinen Arbersee.

Entstanden ist der Karsee, wie auch sein berühmterer "Nachbar", der Große Arbersee, in der letzten Eiszeit, also vor etwa 10.000 Jahren. Nicht nur die Alpen und das Alpenvorland, sondern auch alle höheren Berge des Bayerischen Waldes waren zu diesem Zeitpunkt vergletschert. Vom Arbergipfel zogen sich insgesamt drei Gletscherzungen ins Tal. Durch die Kraft des Eises entstanden selbst in den harten Paragneisen des Arbergebiets drei Karbecken, die sich nach dem Abschmelzen des Arbergletschers mit Wasser füllten. Die drei Arberseen waren entstanden.

Nur wenige Kenner wissen, wo sich der sogenannte "Dritte Arbersee", der wegen seiner geringen Tiefe inzwischen verlandet ist, befand und nur Geowissenschaftler erkennen, dass es sich bei jenem Waldstück und jener Lichtung um einen verlandeten See handelt. Für die Erholungssuchende ist das Gebiet jedoch uninteressant.

Umso mehr zu bieten hat der Kleine Arbersee. Berühmt geworden ist er durch seine drei Schwimmende Inseln, von denen eine (die Insel im Uferbereich in der Nähe des "Seehäusels") noch frei - je nach Windrichtung - über den See treibt. Geschaffen wurden diese naturkundliche Raritäten - völlig unbewusst - durch den wirtschaftenden Menschen:

Als die beiden nicht-verlandeten Arberseen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Holztrift um knapp einen Meter aufgestaut wurden, rissen sich die ursprünglich am Seegrund verwachsenen Verlandungsflächen vom Seegrund los. Noch heute haben die an manchen Stellen ein bis drei Meter dicken, aus Moosen, Torfen und Seggen bestehenden "Schwingrasen" des Großen und des Kleinen Arbersees keine feste Verbindung zum Seegrund.

Bis vor wenigen Jahren beherbergte eine der Inseln neben den pflanzlichen Bewohnern, wie Sonnentau und Wollgras, auch einen Biber, der hier seine Biberburg gebaut hatte. Heute befindet sich seine Burg jedoch - wie auch die seines Nachbarbibers am Großen Arbersee - unmittelbar am Seerundweg.

Viele Sagen ranken sich um die beiden Arberseen. Häufig enden sie damit, dass der durch seine Gier sündig gewordene Protagonist  als Strafe von den Seegeistern in die Tiefe gezogen wird und jämmerlich ertrinken muss.

Schon fast sagenhaft erscheint auch eine - wahre - Geschichte, die "Beinahe-Mordgeschichte vom Kleinen Arbersee":

Vor vielen Jahren, als das Bootfahren am Kleinen Arbersee noch erlaubt war, führten einige Mitglieder der Wasserwacht eine Tauchübung am Kleinen Arbersee durch. Dabei entdeckten sie - kurz, bevor ihnen der Flaschensauerstoff ausging - im Schlick auf dem Seegrund eine Handtasche. Voller Angst, sie würden bei einem weiteren Tauchgang auch die dazugehörige Leiche finden, nahmen sie die Handtasche mit. Am Ufer öffneten sie sie: Die Taucher staunten nicht schlecht, als sie darin drei Geldtaschen mit insgesamt 300 DM und die Kundenkarte eines Baumarkts im südlichen Bayerischen Wald fanden. Flugs wurde die Inhaberin der Karte angerufen und es stellte sich heraus, dass sie sich noch bester Gesundheit erfreute, zehn Jahre zuvor während eines Pfarrausflugs ihrer Gemeinde mit ihren beiden Freundinnen ein Boot am Kleinen Arbersee gemietet hatte, das jedoch kenterte, als die Damen sich beim Rudern abwechseln wollte. Die Damen konnten vom schnell herbeigerunderten Pfarrer gerettet werden, die Handtasche mit dem Geld, dass die drei für einen Glas-Einkauf bei Joska-Bodenmais vorgesehen hatten, blieb jedoch zehn Jahre in den Tiefen des Kleinen Arbersees verschwunden.

Autorentipp

Die derzeit umfangreichste und aktuellste Internetseite zum Arbergebiet findet Ihr unter:

Schwierigkeit
leicht
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
1.031 m
Tiefster Punkt
903 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Weitere Infos und Links

Die derzeit umfangreichste und aktuellste Internetseite zum Arbergebiet findet Ihr unter:

www.isabelle-auer.de/klassenzimmer-arbergebiet-ein-projekt-in-zusammenarbeit-mit-den-gymnasien-niederbayerns-und-der-oberpfalz/arber-wissen/

Auch empfehlenswert:

www.bayerwald-wandern-mit-pause.de

Start

Brennesparkplatz (1.030 m)
Koordinaten:
DD
49.133964, 13.143935
GMS
49°08'02.3"N 13°08'38.2"E
UTM
33U 364610 5444006
w3w 
///eifer.baumbestand.jemals

Ziel

Kleiner Arbersee

Wegbeschreibung

Brennesparkplatz - Mooshütte - Kleiner Arbersee

(Der Weg ist gut ausgeschildert.)

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Bus direkt ab Bayerisch Eisenstein oder ab Bodenmais in Richtung "Arberbergbahn", ev. dort Umsteigen nötig.

Anfahrt

Waldbahn nach Bayerisch Eisenstein, Bus zum Brennes

Parken

Brennesparkplatz (gebührenpflichtig!)

Koordinaten

DD
49.133964, 13.143935
GMS
49°08'02.3"N 13°08'38.2"E
UTM
33U 364610 5444006
w3w 
///eifer.baumbestand.jemals
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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Schwierigkeit
leicht
Strecke
2,5 km
Dauer
0:40 h
Aufstieg
16 hm
Abstieg
113 hm
Höchster Punkt
1.031 hm
Tiefster Punkt
903 hm
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