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Auf dem Lahnradweg durch Diez

Bewertung

Lahnradweg

Details
29.09.2022 · Community
Der Lahntalradweg von Marburg nach Gießen ist, was Wegeführung und Erlebniswert betrifft, wohl eine der unattraktivsten Teilstrecken des Radweges. Persönlich fahre ich diese Distanz öfter, um zu trainieren. Obwohl der Weg auf der rechten Flussseite durchgehend asphaltiert ist, nutze ich wegen des höheren Erlebniswertes die linke Route, die streckenweise keinen Belag aufweist. Rechts fährt man einen Gutteil der Strecke durch landwirtschaftliche Industriebrache - ab August, wenn die Felder größtenteils abgeerntet sind, wahrlich kein "Augenschmaus". Während man auf der linken Alternativroute ab Roth eine abwechslungsreichere Landschaft genießen kann. In Sichertshausen sollte der Freizeitradler (ohne E-Bike) sowie der Mountainbiker darauf achten ausgangs des Ortes den offiziellen Radweg zu verlassen, der der stark befahrenen Bundesstraße naheliegt und dabei mehrfach hügelan und -abwärts führt, um stattdessen den teils holprigen Waldweg an Schloss und Hofgut Friedelhausen vorbei zu benutzen. Auf diese Weise meidet der Biker auch die nicht wenig befahrene Bundesstraße nach Lollar. Spätestens aber in Lollar ist er über 1 km auf die stark befahrene Bundesstraße durch den Ort verwiesen, die er möglichst bald am Abzweig Bahnhof verlassen sollte. Öfter ist mir hier schon unterlaufen, dass unversehens aus Einmündungen wie Parklücken heraus Fahrzeuge den eigenen Weg beschneiden. Nicht ungefährlich! Hat man aber die rechte Alternativroute fahren wollen, müssen vor Odenhausen (Lollar) ein mit Lochsteinen gepflasterter Weg befahren und mehrere enge Z-Kurven (teils hügelauf) bewältigt werden, die ungeübten Radlern einiges Geschick abverlangen. Auswärts Lollar befährt man unterhalb des Bahndammes einen asphaltierten Radweg entweder Richtung Ruine Badenburg (Restauration) oder, geradeaus, Wißmar. Zur Badenburg hin verwandelt er sich in einen Waldweg. Es lässt sich aber auch hier, in Richtung Wißmar, eine alternative Wegührung zur Badenburg nehmen, wenn statt der Auffahrt zum Flussübegang auf einer alten Bahnbrücke zur rechten Hand ein schmaler Weg durchs Gelände immer nahe der Lahn lang benutzt wird. Nicht ratsam für Familienausflügler und Ungeübte! Ab der Badenburg folgt man entweder der bis zur Landstraße sehr löchrigen Aspalttrasse oder folgt dem "Treidelpfad" dicht am Fluss, der sich stellenweise zu einem schmalen Fußweg verengt. Verlangt schon etwas technisches Geschick! Anschließend nutzt man dann den Bewirtschaftungsweg der Bundeswasserverwaltung (auf eigene Gefahr) bis zum WSV "Hellas". Der Wegteil ab ausgangs Lollar - konsequent an der Lahn lang - ist, für mich, der optisch reizvollste und entspannendste Streckenabschnitt. Meistenteils aber führt der offizielle Radweg ab Marburg weitab der Lahn durch unattraktive landwirtschaftliche Industriebrache: über und nahe stark befahrener Bundesstraßen mit teils gefährlichen Straßenquerungen und oft auch schnell befahrenen Verkehrswegen, die an Kreuzungen zudem noch schlecht gesichert und wenig einsehbar sind. Vorsicht, schnell fahrende KFZ kreuzen! (Aus eigener Kenntnis haben sich gerade im Bereich Lollar und Wißmar zufolge unzureichender Streckenführung wie Sicherungsmaßnahmen schon schwere Unfälle ereignet.) Weshalb aufgrund beschriebener Mängel anzuraten ist, die Routen des Lahntalradwegs im Bereich Lollar und Wißmar zu meiden (schlechte Wege, stark befahrene Wegeführungen ...)!!! Die Radwege zwischenzwischen Marburg und Gießen sind, übers Ganze beurteilt, eigentlich als Radwege bloß getarnte Feldwege! In Marburg Stadt wie nahem Umkreis ist der Radweg entlang der Lahn an sonnigen und arbeitsfreien Tagen wegen der hohen Frequentierung durch Flanierende nur eingeschränkt zu nutzen. Und das Radwegegebot ist stellenweise über mehrere Dutzend Meter aufgehoben. Möchte der Radler landschaftliche Abwechslung genießen, sollte er also die offiziellen Radrouten meiden. Würde ich selber nicht die Wege zwischen Marburg und Gießen zum Trainieren nutzen, nichts würde mich davon abhalten, diesen Teil des Lahntalradweges zu meiden! Denn erst nach Gießen wird der Radweg (auch fürs Auge) angenehm zu fahren. Um aber die Altstadt von Marburg (und nur diese) zu erkunden wollte ich jedermann raten, auf dem besagten Streckenabschnitt die Bahn zu benutzen. In Marburg darf er dann auch als Ausdruck "grüner" Stadtplanung die in einen schmalen Straßenkanal gezwängte Marbach (im Volksmund "Dr. Kahles Pissrinne" genannt) und den vollständig plattenversiegelten weiten Platz um Elisabethkirche und frühere Kinderklinik bestaunen. Natürlich neben wie nach dem Ausweis landespolitischer Förderung "grüner" Verkehrsplanung durch das Land Hessen z. B. auf dem besagten Streckenabschnitt des Lahntalradwegs.

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