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Wild stehen die Rieserfernerberge über den grünen Südtiroler Tälern: Blick vom Magerstein zum Hochgall.

Frage

Durchquerung der Rieserfernergruppe

Details

Lambert Aehling 

27.12.2020 · Community
Hallo zusammen, Ist auf der Tour noch mit Gletscherpassagen zu rechnen? Wegen Seil/Pickel mitnehmen...oder gehts ohne? Danke jetzt schon für die Antworten

4 Antworten

Hallo, die Frage ist nicht so einfach mit ja oder nein zu beantworten! Von der Rieserfernerhütte über das Fernerköpfl zum Schneebigen Nock ist zwischen Fernerköpfl und Schneebiger Nock ein Seil, besonders für nicht 10000%ig trittsichere Geher sehr nützlich. Von diversen (sinnlosen) Beschreibungen im Internet und der Tatsache, dass der Anstieg markiert ist sollte man sich nicht täuschen lassen. Der Abstieg vom Schneebigen Nock zur Kasseler Hütte ist zwar ohne Gletscherberührung möglich. Die steilen Firnfelder und, besonders im Frühsommer oder nach Kaltlufteinbrüchen, vereiste Felsen sind ein Seil und allenfalls Steigeisen oft dringend nötig. Von einer Besteigung des Hochgall ohne Steigeisen, Pickel und Seil rate ich dringend ab!!! Mehr ist dazu nicht zu sagen. Für den Lenkstein gilt ähnliches wie für den Schneebigen Nock. Sehr erfahrene und geübte Hochtourengeher könnten das sicher auch ohne Seil und Steigeisen vesuchen aber ..... (siehe oben). Warnung: Auch wenn Leute, die sich für besonders schlau halten, über die Durchquerung etwas anderes schreiben - sie ist eine ernsthafte und trotz der dort und da vorhandenen Wegmarkierungen und Versicherungen anspruchsvolle Tour! Für die gesamte Tour ist ein Steinschlaghelm Pflicht! Bleibt noch die Frage zu klären was man unter sehr erfahrene Hochtourengeher versteht. Dann und wann mal auf einem vergletscherten Berg zu stehen, vielleicht noch mit einem geprüften Bergführer, ist da deutlich zu wenig! Wer mehr oder weniger das ganze Jahr über im vergletscherten Hochgebirge unterwegs ist fällt schon eher die die Gruppe "erfahrene Hochtourengeher". Berg heil um komm immer gesund von deinen Touren zurück!
Antwort von Manfred Mühlberger  · 28.12.2020 · Community
Gletscherpassagen gibt es keine (mehr), aber am Übergang Kasseler Hütte - Riesenfernerhütte durchaus steilere Schneefelder und die können, wie Oswald schreibt, auch vereist sein. Wir hatten Steigeisen, Stöcke, Pickel und Seil dabei - als Sicherheitsreserve. Hochgall war bis auf kurze Passagen am Zusteig schneefrei, exponierte Grat-Kletterei 2 bis 2+ mit versichterten Passagen. Die anderen Etappen kenne ich noch nicht.
Aufstieg von der Kasseler Hütte zur Schneebigen Nock
Foto: Manfred Mühlberger, Community
Übergang zum Fernerköpfl
Foto: Manfred Mühlberger, Community
Hallo, die obigen Aussagen kann ich als Autor der ursprünglichen Geschichte nur unterstreichen. Die Recherche fand im August eines warmen Sommers statt, deshalb war kaum noch störender Schnee (oder Vereisung) vorhanden - die Verhältnisse auf den Fotos sind also nicht repräsentativ! Aktuelle Verhältnisse am besten bei den Hüttenwirten erfragen! Besondere Cruxstellen sind der kurze steile Schneehang beim Abstieg vom Schnebigen Nock und der Gipfelanstieg zum Hochgall; wenn dort harter Firn oder Vereisung anzutreffen ist, kann es ohne Steigeisen, evtl. auch Pickel, heikel bis unmöglich werden. Eine Klarstellung zum Thema "Seil": Auf der beschriebenen Route muss man keine spaltigen Gletscher begehen (höchstens beim direkten Abstieg vom Magerstein zur Kasseler Hütte heißt es Augen auf). Deshalb ist das Seil nicht wegen des Themas "Gletscher" relevant, sondern zum Sichern. Die Handhabung dabei unterscheidet sich wesentlich. Wenn man an steilen, vereisten Passagen seillängenweise sichern muss, vervielfacht sich der Zeitbedarf. Andere Seilanwendungen (gleichzeitiges Gehen am "kurzen Seil") sind für Laien unverantwortlich gefährlich. Das ist in der Planung und bei der Abschätzung des persönlichen Könnens unbedingt zu berücksichtigen! Andi Dick, Redaktion DAV Panorama, staatl. gepr. Berg- und Skiführer
Danke andi, du sprichst (oder in diesem Fall du Schreibst) mir aus der Seele. Besonders die Handhabung korrekte Handhabung des Seiles ist auf Hochtouren nicht zu unterschätzen. Nicht selten steigen mir die berühmten Haare zu Berge, wenn ich unterwegs bin und sehe mit welch entsetzlicher Nachlässigkeit vorgegangen wird. Oswald Helm, staatl. geprüfter Instruktor Skitouren, Hochtouren, Alpinklettern.
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