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Der lange kräftezerende Aufstieg zum Teide

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Auf den Pico del Teide

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Martin Gremmelspacher

19.04.2019 · Community
Ich musste da vor ein paar Jahren mal rauf um ein paar Filmbilder zu machen. Es war mir wichtig, auch den Weg und die Wanderer mit zu filmen, daher bin ich nicht mit der Bahn nach oben gefahren. Da ich mehr als 20 Jahre in Nepal gelebt habe und dort noch immer häufig bin, habe ich natürlich viel Erfahrung mit Höhe und Geschwindigkeit. Ich musste also, wie auch so oft in Nepal, mit 16 KG Kamera und Stativ da rauf und muss schon sagen, es gab eine ganze Reihe von Menschen, die mich im Schnellschritt überholt haben, viel zu schnell von Anfang an. Nicht wenige belächelten mich, wegen meiner Kamera und gaben oft auch dümmliche Tips. Alle die, die da an mir im Schnellschritt vorbeirasten und ihren Mitwanderern und eventuell auch sich selbst zeigen wollten, was sie drauf haben, habe ich weiter oben wieder getroffen. Ohne Ausnahme. Dem Einen oder Anderen hatte ich weiter unten versucht klarzumachen, dass sie von Anfang an mit der selben Geschwindigkeit gehen sollten, sonst wird das wohl nichts werden. "Kümmere du dich mal drum, dass du deine bescheuerte Kamera da rauf bekommst," meinte ein Rheinländer frech. Er war ganz besonders adrett gekleidet und trug brandneue Schuhe. Da saßen sie nun reihenweise, auf Lavabrocken am Wegesrand, völlig außer Puste, mit rotem Kopf und klatschnass geschwitzt. Der, mit dem frechen Mundwerk und den brandneuen Schuhen, saß da, mit seinen ladenfrischen Klamotten und rieb sich die Versen. Als er mich sah, drehte er sich um und tat so, als würde er die Landschaft bewundern. Ihn habe ich oben nicht mehr gesehen. Für den Rückweg hatte ich mich natürlich für die einfache Variante mit der Bahn entschieden und habe aus dem kleinen Restaurant noch bei einem Bier die Aussicht genossen. Trotz meiner Kamera war ich mit den ersten Gruppen oben am Krater und konnte bei tollstem Licht die Bilder machen und über eine Stunde drehen. Nach und nach kamen einige der Klugscheißer und Raser oben an, manchen schwankten förmlich und ich meine, die hatten noch nicht mal mehr genug Energie, die tolle Aussicht zu genießen. Einige konnten nicht mal mehr normal reden. Es gab einige wenige, Vernünftige Wanderer, die immer in der selben Geschwindigkeit gegangen waren. Aber das waren sehr wenige. Alles in allem hoffe ich nicht, dass das normal ist an diesem Berg. Ich möchte einfach mal glauben, dass es ein Ausnahmetag war. Die Rückfahrt mit der Gondel habe ich dann sehr genossen - und das Bier zum Abendessen - das hat geschmeckt wie selten zuvor.
Gemacht am 15.03.2012
Während der Tibetüberquerung / Changthang Hochebene
Während der Tibetüberquerung / Changthang Hochebene
Foto: Martin Gremmelspacher, Community

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